Aimee

09.05.2005 um 16:54 Uhr

No Illusions

von: Aimee

Schaurig süße Luft - Blitze, die in ihrer Kraft erstarren. Die Welt, scheinbar beweglos und lebendig zugleich. Ich möchte wissen wie es draußen ist. Kalt? Ob die Vögel zwitschern oder ob das Leben schläft.

Ich möchte dort draußen stehen, mich drehen und drehen - Gedanken wegschleudern, einfach nichts mehr verstehen. Das möchte ich.

Fliegen, ganz hoch - schweben und heruntersehen, spüren, ob ich wirklich schwindelfrei bin. Die Augen schließen, ein Summen, ein Gedanke - schwerelos. Dann huscht es herum, weiß nicht wo es stehen bleiben soll, zögert kurz - dann lang - und bleibt einfach hängen - bei mir --- ein Lächeln.

Mit ihm kommt die Wärme, das Leben - mein Gefühl. Das Gefühl, das ich liebe. Ich halte es fest, auch wenn ich weiß, dass ich es nicht lange halten kann. Die Welt ist so groß, das All noch viel größer, vielleicht unendlich. Ein winziges Sandkorn in Billionen von seinesgleichen.

Hat der Wind es nur ein einziges Mal geschafft, es von einem Ende zum anderen zu tragen?

Und dann ist es plötzlich wieder da. Zuerst das Lächeln und mit ihm dieses Gefühl. Wie ein Schmetterling der frählich-flatternd mein Inneres erkundet. Er kitzelt mich mit seinen Beinchen - alles unabsichtlich und aus purer Neugier. Wenn ich ihn jetzt freilasse, so fällt es mir schwer. Wie gern würde ich es noch ein wenig länger behalten. Doch was bleibt, ist die Erinnerung.

Ein Gefühl - ein Nervenkitzel - eine Berührung. Auch wenn ich sie nicht sehe, spüre ich sie doch. Die Kraft jede einzelne Zelle meines Körpers zu erreichen, unter strom zu setzen - amazing.

Die Illusionen sind zerstört.

05.05.2005 um 11:36 Uhr

Years ago

von: Aimee

Ich bin voll. So voll.

Meine Tränendrüsen warten nur noch auf den richtigen Augenblick. Das Leben läuft an mir vorbei. Wie ein Schwarz-Weiß-Film ohne Ton. Eine dauernd wiederhlte Rückblende in periodischem Takt. Kein Lächeln, kein Funken von Vorfreude. Es fehlt das Salz, der Geschmack des Lebens. Ich bin isoliert. Sitze nur noch in meinem Kopf und schaue durch die zwei Augenfenster - lustlos und monoton. Jetzt ist es da. Das, vor dem ich mich so lange gefürchtet habe. Ich weiß, es ist zu unrecht. Aber es hat mich. Ich will es nicht hergben. Ich will es für mich haben. Wie egoistisch. Aber was soll ich machen?! Und überhaupt, wenn es nur das wäre.

Es ist viel mehr die Abhängigkeit. Einmal die Abhängigkeit, die mich einspeert. Noch so lange. So verdammt lange. Ich bin nicht da. Ich bin eigentlich ganz wo anderst. Steuere meinen Körper von einer anderen Dimension aus. Es klammert so, und ich, ich kann einfach nicht wegrennen. Kleb an meinen Füßen, Fesseln an meiner Selle. Das Loch ist so tief, ich habe die Kraft nicht mehr. Ich habe sie zu lange gebraucht. Eine Pflanze ohne Saft. Müde, aufgebraucht, nutzlos. Nur noch wenige Wochen. Durchhalten. Bitte.

Und die andere Abhängigkeit? Schön. Weil ich es brauche. Wunderschön. Weil es mich braucht. Unbeschreiblich. Weil wir uns lieben. Der Strohhalm in der Flut. Der Sinn meines Lebens.

Ich bin voll. So voll von Liebe.