AnnaLavie

24.08.2008 um 10:27 Uhr

Alter

Ja, wir werden wohl älter. Damit es keine Missverständnisse gibt, möchte ich klar stellen, dass ich das sehrwohl wusste. Aber es gab in naher Vergangenheit Ereignisse, die mir ein Licht aufgehen ließen.
Zum Beispiel waren wir auf einem Straßenfest in unserer Wohnumgebung. Viele bekannte Leute, Hot Dogs, Alkohol... und unsere ehemalige Schulband reloaded, die ein Konzert gab. Meine Freundinnen und ich standen weiter hinten neben Sitzmöglichkeiten. Ein kleines, süßes Mädchen - schätzomative 8 Jahre alt - stellte sich schüchtern zu uns, schaute uns eine Weile an und fragte schließlich: "Entschuldigen Sie, ist dieser Platz neben Ihnen noch frei?" BUMM. BLITZGEWITTER IM KOPFBEREICH. Zusammen brachten wir ein "Ja, klar." heraus. Ich glaube, es waren 1-2 Minuten, die wir damit verbrachten, uns stumm anzuschauen - Lade unten. "Entschuldigen SIE ... neben IHNEN" ?!?! Sind wir nun wirklich schon so alt, dass uns kleine unschuldige liebe Mädchen mit SIE ansprechen? Oder hat dieses kleine unschuldige liebe Mädchen einfach nur gutes Benehmen? So oder so - wir waren sichtlich geschockt. Dieses Ereignis hat sich in unser Hirn eingebrannt. Und wir müssen hin und wieder zugeben, dass wir öfters darüber nachdenken.
Nun ja, Monate sind vergangen. Diese Woche waren wir viel unterwegs. Irgendwie haben wir es trotz Arbeitsstress geschafft, in Ferienstimmung zu kommen und diverse Clubs unsicher zu machen. Zum Beispiel waren wir Donnerstags weg. Und Freitags gleich wieder. Freitags waren wir in einem Club, in dem wir schon lange nicht mehr waren. Wie wir gesehen haben, waren wir nicht die einzigen, die dort schon lange nicht mehr hin gehen. Die nächste Party-Generation ist nämlich nachgerückt. Während wir ausgelassen tanzten, kamen 15-16-jährige Burschen zu uns. Sie unterhielten sich höflich über dies und das. Angeheitertes Gerede halt. Und klar, sie waren jung. Aber unterhalten darf man sich ja - wir sind da aufgeschlossen. Schließlich kam die Frage: "Und was machen SIE heute noch?" Wieder Blitzgewitter im Kopfbereich. Wir konnten es einfach nicht glauben...
Gestern, also samstags, war unsere Partystimmung noch immer nicht zu trüben und unser Alkoholgehalt im Blut schon eine Mischung aus Vorgestern, gestern und den tollen Cocktails, die wir uns pausenlos bestellten. Happy Hour - da muss man doch zugreifen!
Wir saßen an der Bar, als sich ein junger Mann auf einen Hocker neben uns setzte. "Und was macht ihr hier?" "Feiern, Spaß haben?!" Blöde Frage. Blöde Antwort. Er ließ nicht locker. "Und was macht ihr so?" "Feiern, Spaß haben?!" Er kapierte es nicht. "Naja, ich meine so untertags. Arbeit und so?" Ich verriet ihm ansatzweise, mit was wir unseren Lebensunterhalt/unsere Cocktails bezahlen und er fragte mich, nach dem Alter. Ich: "23." Prompt kam die Frage: "Auf der Suche, was?" Ich: "Auf der Suche nach...?!" Er: "Naja, einem Mann?" Und genau an dieser Stelle, liebe Leute, geht mir das Geimpfte auf. Ich: "Single. Ja. Aber nicht auf der Suche." Können denn Männer einfach nicht verstehen, dass Frauen Mitte zwanzig, Single, einfach so in einer Bar sitzen wollen und Spaß haben????

02.08.2008 um 00:43 Uhr

Zeit

 

Ich war nie ein Beziehungsmensch. Aber ich hatte immer welche. Und eigentlich hatte ich sie dann auch gerne. Meistens. Ich mochte sie nicht, wenn es darum ging, sich aus zeitlichen und oder finanziellen Gründen zwischen einem Urlaub mit dem Freund oder den Freundinnen entscheiden zu müssen. Oder mit wem man nur den nächsten Abend verbringt. Ich habe mich  meistens für den Freund entschieden. So nach dem Motto: "Männer kommen und gehen, Freundinnen bleiben." Und weil Freundinnen eben bleiben, bin ich mit den Männern weg. Weil Freundinnen das im Gegensatz zu Männern verstehen. Wenn man sich ab und zu gegen sie entscheidet.
In den letzten zwei Wochen haben meine Freundinnen und ich Italien unsicher gemacht. Es war einer der schönsten Urlaube meines Lebens. Ich mag es nicht zu sagen, es war der Schönste - alle Urlaube haben etwas Einzigartiges an sich, oder nicht?

Jedenfalls war auch V mit von der Partie. V ist mit F zusammen, seit 3 Monaten erst und frisch verliebt, sie sehen alles durch die rosa Brille. Von außen betrachtet hat das Ganze zwei Seiten. Die eine ist wirklich rosig. Alles super. Den ganzen Tag Sms schreiben und telefonieren. Ihn abgöttisch vermissen und den Tag nicht erwarten zu können, an dem man ihn eeeendlich wieder in die Arme schließen kann. Alles wunderbar eben. Ja und die andere Seite - von außen betrachtet und nicht verliebt, weder glücklich noch unglücklich, nämlich einfach gar nicht - ist alles andere als abgöttisch. Nämlich abartig. Wie soll denn diese Frischverliebte bitte den Urlaub genießen? Noch dazu mit vier anderen Freundinnen, die so wie ich, auch nicht verliebt sind...
Denn wir konnten jede Minute dieser zwei Wochen genießen. Ohne Unterbrechungen. Für alle die es noch nicht wissen: Das Handy im Koffer lassen zu können ist ein sehr befreiendes Gefühl. Hätte ich mir nie gedacht. Ich musste ja immer und überall erreichbar sein, sollte ich mich mal für einen Urlaub mit meinen Freundinnen und gegen einen Urlaub mit meinen Freund entschieden haben.
Der Urlaub war also einfach wunderbar. Ich wollte gar nicht mehr
heim.

Zu Hause angekommen hat es mir auch gar nichts ausgemacht, allein zu sein. Ich war ja zwei Wochen lang mit vier Frauen unterwegs und ihr könnt mir glauben: es war nie still. Auch vor meinem Urlaub hatte ich kein Problem damit, Single zu sein. Das was die anderen immer reden, von wegen: Mit wem hast du denn deine Fernsehabende? Und mit wem schaust du dir Liebesfilme im Kino an? Mit wem feierst du Geburtstag und wem erzählst du denn von deinem Tag, wenn du abends nach Hause kommst?
Nun ja, ich muss schon sagen... Meine Fernsehabende haben sich als wesentlich lustiger erwiesen mit Freundinnen. Ein Mann versteht diese Fressorgien nicht und schaut dich maximal schief dabei an, wie du die fünfte Tafel Schokolade mit einer handvoll Chips in dich hinein stopfst. Dasselbe gilt für's Kino. Liebesfilme hin oder her. Und hinterher denkst du nicht ständig daran, dass deine Beziehung im Vergleich zu der im Film ungefähr so ist wie Wasser zu Vodka. Meine Geburtstage feiere ich immer noch mit meiner Familie und den Freunden. Ob DER Freund nun dabei ist oder nicht... Und falls im Laufe meines Tages etwas wahnsinnig wichtiges, das ich mir unbedingt und auf alle Fälle von der Seele reden will, passiert ist, gibt es zahlreiche andere Leute, die ich damit volllabern kann. Und ansonsten ist ein soziales Päuschen in den Abendstunden auch nichts Schlechtes.Von wegen zu sich finden und so.

Ich habe die Einsamkeit also genossen. Und ich genieße sie auch jetzt. Nur sind mir ein paar Gedanken untergekommen.
Was wäre denn, wenn ich mich schon so an dieses Single-Dasein gewöhnt habe, dass ich keinen anderen mehr brauche? Oder besser: wenn ich gar keinen anderen mehr will! Wenn ich meinen Alltag und sonstige Feiertage unter'm Jahr schon so verplant habe, dass gar kein Platz mehr da ist für jemanden anderen?
Jaja, ich denke ja auch immer, dass das alles schon von allein passiert, bis ER da ist. Aber WILL ich das? Will ich meinen momentanen Lebensstil denn aufgeben? Ich habe ja als kleines Mädchen an den Prinzen im Märchen geglaubt, aber die Realität sieht doch bitte anders aus.
Sicher, so kuscheln wie man es mit dem Freund tut, kann ich mit meinen Freundinnen nicht. Können vielleicht schon, aber da besteht kein Bedürfnis. Und einen ganzen Tag im Bett verbringen und zwar nicht alleine und ohne Schnupfen hat auch etwas. Aber das sind 2 Tage von 365!
Ich habe ja schon so einen eingespielten Morgenablauf, jeder Handgriff funktioniert blind. Ich würde doch nur stolpern wenn da noch ein anderer in meinem Bett liegt.
Oder diese Pärchen, die nicht die Finger voneinander lassen können. Bei aller Liebe, aber eins von denen war ich nie und werde ich nie werden. Essen muss ich immer noch mit Messer und Gabel und dazu brauche ich beide Hände. Und wenn ich mit Freunden an einem Tisch sitze oder abends ausgehe, dann kommunziere ich doch mit denen. Denn wenn ich einen Großteil des Abends nur herumschmuse, dann kann ich die Party genauso gut verlassen.
Oder Einkaufen. Lebensmittel zum Beispiel. Können diese Paare nicht einmal mehr selbst entscheiden, ob sie nun Penne oder Spaghetti essen wollen. Da schreien sie lieber quer durch den Gourmet-Spar. Und meistens endet es in einer Diskussion. Dann brauch ich auch noch zwei Töpfe. Oder besser vier. Weil es happert auch bei der Entscheidung ob Pesto oder Bolognese.
Und bei der Kassa ist sogar die alte Frau Huber schneller ihre € 4, 75 zusammenzukratzen als das Pärchen bei der Entscheidung wer denn nun zahlt. Denn Er hat doch letztens das Abendessen UND die Sommerreifen bezahlt, und Sie hat seine Kontaktlinsenlösung vom Optiker geholt. Am liebsten würde ich dann die Rechnung bezahlen. Eigentlich sollten sie doch schneller sein, denn ich muss meine Zeit nicht durch zwei teilen.
Und bei dem Gedanken daran, soll das auch noch lange so bleiben...

03.07.2008 um 18:33 Uhr

Single vs. Liebe

 

Wie sich das 4:1 und 1:4 abzeichnet? Nun ja... wo fange ich da wohl an...
Zuallererst einmal bei meinen Freundinnen.

C hat nach langem Suchen und einigen abgelegten Arschlöchern endlich ihren Einen gefunden. So bleibt uns also der immerwährende 1er und die Hoffnung in unserer internen Liebesstatistik erhalten. Und ja ich weiß, dass Liebe absolut nichts mit Statistiken gemein hat.
Aber es ist nun mal so, dass es nach jedem weiteren Liebesende unter den anderen Vier immer wieder heißt: "Aber schau dir doch nur C an - es ist möglich!!!" Je nach Lage und Ausmaß der Situation folgt eine dementsprechend motivierte oder eben nicht so motivierte Antwort unsererseits.

I hat wie C ebenso einen hohen Aktenstapel diverser Ex-Freunde oder solchen die es werden hätten können oder doch nicht. I hat aber nun ihren M gefunden. Nur sind wir nicht der Meinung, dass er DER ist. Oder sein sollte. I ist da anderer Meinung. Sie wird es aber noch herausfinden. Oder wir irren uns. Was uns in Anbetracht der momentan herrschenden Marktsättigung aber lieber wäre.

Dann wäre da noch K. K hat eine fünfjährige Beziehung hinter sich. Und sie war während der Blüte ihrer Jugend mittendrin. Nicht gut. Gar nicht gut. Das wussten wir damals nicht und dafür wissen wir es jetzt. Es wird uns jedes Mal bewusst, wenn wir ihr zujubeln während sie auf der Theke tanzt. Und ja, sie behält dabei ihre Klamotten an. Wenn da nicht ihr M wäre. Den M hätte sie nämlich gerne. Und der M die C eigentlich auch. Aber M sagt er braucht Zeit. Wir sagen er hat Bindungsängste. Aber wir sagen auch, dass C Zeit braucht. Zeit um endlich einmal allein zu sein. Woher willst du denn wissen, wer du bist wenn du nicht weißt, wie du bist wenn du allein bist? C ist momentan schwer damit beschäftigt, dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Und A? A ist das Pendant zu C. Der immerwährende 1er unter den Singles. Sie hatte schon seit Jahren keinen Freund und ihr macht es nichts aus. Wir sind der Meinung, dass sie die erste unter uns sein wird, die heiratet. Dann aber richtig.

Und meine Wenigkeit? Ich habe auch schon ein paar männliche Seelen, die mittlerweile auf dem Mond leben. Der eine war zu sehr Arschloch und Egoist. Der andere war zu lieb. Ich hoffe auf einen genau in der Mitte. Und in der Zwischenzeit geselle ich mich zu K auf die Theke. Dort hat meinen herrlichen Überblick... Wir verstehen uns. Bye.

28.06.2008 um 12:35 Uhr

Darf ich mich vorstellen?

Hallo alle zusammen!

Ich habe ehrlich gesagt keine Erfahrung mit Blogs - ich bin sozusagen eine Weblog-Jungfrau. Aber es zeigt doch nur von Höflichkeit und Respekt, sich vorzustellen wenn man einen Raum betritt und dies hier ist doch so etwas wie ein Raum, ein Cyber-Raum halt.

Meine Name ist also Anna. Anna Lavie. Ich schreibe gerne, viel und oft. Ich bin ein ganz normales Mädchen, lebe in Wien, bin gerade noch 22 und Single. Single und stolz drauf. Weil im Moment einfach kein Platz für die Art von Männern in meinem Leben ist, die meine Zeit verschwenden. Wenn eines Tages einer kommen sollte, der es wert sein könnte, werde ich ihm schon Platz machen, aber im Moment: no way.

Und sonst habe ich Freundinnen, die mein Leben lebenswert machen. Um genau zu sein, sind wir ein 5er-Pack. Was unser Liebesleben betrifft, hält sich die Waagschale. Mal steht es 4:1 für die Verliebten, und dann plötzlich wieder 1:4 für die Singles. Es ist schon ganz amüsant wie schnell sich alles ändern kann...

Nun gut, das war's soweit von meiner Seite. Draußen scheint die Sonne und es wäre wirklich eine Schande, ihr nicht genauso ins Gesicht zu strahlen wie sie uns.

Cheerio.