Away from home...

17.12.2007 um 16:28 Uhr

Woche 12: It's the Final Countdown

Bevor es naechsten Mittwoch (19.12.) entgueltig ins Land der Berge und Schnitzelesser zurueckgeht und mein Insel-Aufenthalt somit beendet sein wird, habe ich diese Woche noch einmal meine Faehigkeiten als Kindermaedchen unter Beweis gestellt. Der Gastvater war fuer einige Tage beruflich in London unterwegs und hat mich mit seinen vier Halbwuechsigen plus gestresster Ehegattin allein gelassen. Das war gluecklicherweise nicht so anstrengend, wie es sich anhoert. Die Mutter war aussergewoehnlich gut drauf und auch die Kinder bescherten mir eine angenehme, letzte Woche. Die Zeit verging mit Weihnachtsbasteleien (wie sollte es sonst sein) sehr schnell und problemlos. Ganz im Gegenteil: Ich war auessert begeistert, als in einer kreativen Phase der Kinder wunderbare Krippen aus Papierschachteln und Knetmasse entstanden! Fröhlich

Mein letztes Wochenende verbrachte ich noch einmal am Meer. Fuer zwei Tage verabschiedete ich mich nach Bournemouth, wo ich die Gelegenheit hatte, bei meiner alten Gastfamilie (aus Sprachschul-Zeiten im August) unterzuschluepfen. Bei frostigen Temperaturen maschierte ich die ganze Stadt (mit ihren unzaehligen Geschaeften) ab. Shoppingwahnsinnige und Spaetzuender, was den Geschenkekauf anbelangt, begegneten mir an jeder Ecke und erschwerten es sich gegenseitig, voranzukommen. Mit einer „deutschen Bratwurst“ hab ich mich wieder vorfreudig auf die heimischen Koestlichkeiten eingestimmt Fröhlich und nach einem Abendspaziergang am Meer spazierte ich mit Taschen voller Muscheln heim. Nach der sonntaegigen Messe und einem letzten Marsch entlang des Strandes mit seinem atemberaubenden Ausblick ueber das Meer ging es zurueck nach Bovington.

Dort warteten schon die Familie plus Besuch auf mich. Die Grosseltern hatten es sich nach einer 6-stuendigen Anreise mit ihren zwei Hunden schon in der warmen Stube gemuetlich gemacht. Somit verweilen zurzeit neun Zweibeiner sowie vier Vierbeiner in einem viel zu kleinen Haus fuer soviele...Fröhlich Aber bald verkleinert sich die liebe Familie ja um ein Mitglied und gluecklicherweise handelt es sich hierbei um mich!

Mein naechster und vorraussichtlich letzter Bericht folgt somit nach Weihnachten, bevorzugt diesmal aus einem warmen Buero im Lerchenfeld, Stadt Haag, Niederoesterreich. Denn zu Hause ist es doch am schoensten, und wenn nicht zur Weihnachtszeit, wann dann?!!

Ich hoffe, euch alle bald zu sehen! Leider hat es bis jetzt nicht geklappt, Fotos auf dieser Seite zu veroeffentlichen, aber das kann dann ja zu Hause bei einer Tasse Tee und Weihnachtskeksen nachgeholt werden!

Eure Karin Fröhlich

14.12.2007 um 13:27 Uhr

Woche 11: Es weihnachtet!

Weihnachtszeit, Besinnlichkeit – moechte man meinen. So harmonisch laueft es hier beim elterlichen Ehekrach und vier hyperaktiven Kindern, die schon dringend Ferien benoetigen, jedoch nicht ab. 

Und ueberhaupt: Andere Kulturen, andere Sitten. Daher kann ich nach 20 Jahren oesterreichischer Weihnachtstradition dem englischen Brauchtum nicht viel abgewinnen. Das beginnt beim Christbaum, der hier schon zwei bis drei Wochen vor dem Fest aufgestellt wird – die strahlenden Kinderaugen vor der frisch aufgeputzten Tanne am Hl. Abend bleiben somit aus. Ausserdem steigt die Fete hier am 25. fruehmorgens, wo die Riesensocken (sicher aus diversen amerikanischen Spielfilmen bekannt) nach Geschenken durchsucht werden.
Der (viel zu fette) Truthahn hat sich bereits im (viel zu kleinen) Gefrierfach eingenistet. Dafuer ist die Tradition des Keksebackens (zu aller Schande und meinem Pech) nicht bekannt. Stattdessen gibt es den „Christmas Cake“ sowie „Christmas Pudding“, zwei Kuchen, die schon Anfang November zubereitet und danach regelmaessig mit Alkohol uebergossen werden. (Um bis zum Weihnachtsschmaus nicht auszutrocknen und dank des woechentlich steigenden Alkoholgehalts im Backwerk auch wirklich „froehliche“ Weihnachten zu garantieren – zu meiner Verwunderung auch fuer Kinder geeignet...
 

Unzaehlige Weihnachtskarten und Holzschnee-maenner zieren die Innenausstattung, waehrend vorm Haus funkelnde Lichterketten die Stromrechnung belasten. Weihnachtsmalerein und –basteleien, umrahmt von Klassikern wie „Last Christmas“, verkuerzen mir und den Kindern die Zeit bis zum grossen Tag. (In meinem Fall sprech ich hier von meiner Heimreise. Fröhlich ) Ohne Nikolaus, aber mit Adventkalender kann man sich schoen langsam auf Weihnachten einstimmen. (Wenn es mit dem Dauergruen der Wiesen auch ziemlich schwerfaellt.) 

Die vorweihnachtlichen Events dieser Tage waren ein Besuch in der Kirche und eine Schulveranstaltung mit Santa Claus.
Mit den Pfadfindern war ich in der oertlichen Kirche, um zu erfahren, wie Glocken gelaeutet werden und mich dann selbst an einer zu versuchen. Dem Besuch des Weihnachtsmannes in der Volksschule sah ich vorfreudig und mit der Kamera eingepackt entgegen, da sein Einzug jaehrlich auf einem Panzer erfolgt. (Ich weiss, erschreckend, aber ich befinde mich hier eben in einem Ort, der vom Militaer beherrscht wird.) Leider wurde aus dem gruenen Gefaehrt sowie Beweisfoto fuer euch nichts, da sich Santa genau heuer entschied, in einem stinknormalen Auto vorzufahren.  

Der Wochenendausflug nach Bournemouth zu einem deutschen Adventmarkt mit „Bratwurststand“ und „Grill-Huettn“ liess fast Heimatgefuehle aufkommen. Aber doch nicht: Denn anschliessend bei frostigen Temperaturen am 9. Dezember den Strand entlang zu spazieren hat wohl so gar nichts mit unserer Vorstellung von Vorweihnachtszeit zu tun. Fröhlich 

Besinnliche Stunden
wuenscht euch
Karin Fröhlich

14.12.2007 um 13:22 Uhr

Woche 10: Affenzirkus

Wie schon letzte Woche ausfuehrlich berichtet, stand es um mein koerperliches Wohlbefinden nicht so gut. Daher hab ich mich zu Beginn dieser Woche entschieden, den Onkel Doktor aufzusuchen. Dass es in Bovington einen Arzt gab, war mir bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst –  und auch nicht, dass dieser mich nicht behandeln wollte. Mir koennte nur geholfen werden, wenn ich auch wirklich ein Familienmitglied waere. (Und nicht „nur“ ein Au-Pair, dessen Kopfschmerzen nach Abklang verlangen!) Der Arzt im Nachbarort war da schon nachsichtiger. Mit der Medizin allerdings nicht – Antibiotika!

 Die Pillen zeigten nach regelmaessiger Einnahme gluecklicherweise ihre Wirkung und ich konnte mich wieder koerperlicher Anstrengung widmen. Tat ich aber nicht wirklich – weil sich mein Verlangen nach Bewegung wie immer in Grenzen haelt. Das hat sich auch nach mehrtaegiger Bettlaegrigkeit nicht geaendert! Fröhlich 

Mit neuen Kraeften und alter bis nicht vorhandener Kondition machte ich mich am Wochenende auf zu „Monkey World“, einem Rettungszentrum fuer misshandelte Affen. Vom Affenzirkus zu Hause bin ich sozusagen zu den Tieren im Zoo gewechselt. Fröhlich
Nach stundenlangem Fussmarsch hab ich mich am Heimweg (und genau, als es richtig zu schuetten begann) von meinem Regenschirm trennen muessen, der die Wanderung vor mir aufgab...
Somit stand einer heissen Dusche und einem gemuetlichen Wochenendausklang im frisch geputzten und weihnachtlich dekorierten Haus nichts im Wege. 

Karin

29.11.2007 um 12:34 Uhr

Woche 9: Luft holen, bitte!

Diese Woche hab ich mich dem schlechten Wetter angepasst und bin kurzerhand krank geworden. Wo kann man einen kuehlen, verregneten Tag auch besser verbringen, als im Bett? Jedoch hat so eine Verkuehlung – trotz aller Gemuetlichkeit unter der Bettdecke – auch ihre Nebenwirkungen. Ganzen Tag im kleinen Zimmer zu verweilen wird langweilig und macht einen noch schlapper, als man ohnehin schon ist. Unmassen an komischen Serien anzusehen, verliert mit der Zeit auch seinen Reiz bzw. wird einfach zu anstrengend, wenn man sich zwischen husten oder Luft holen entscheiden muss.
Auch das Essen (normal eine meiner Lieblingsbeschaeftigungen), wird uninteressant. Wo bleibt der Spass, frag ich euch, wenn man nichts mehr schmeckt? Zum Glueck kocht meine Gastfamilie ganz gut, ansonsten waer so ein Dauerschnupfen gewiss sehr praktisch. Fröhlich
Die Naechte gestalten sich mit Wasser trinken (damit man vor lauter Husten nicht erstickt) und nach Luft ringen (aus demselben Grund). Ihr merkt anhand meiner demonstrativen Schilderung sicher, dass so ein kurzes „Abschweifen“ vom Alltag nicht nur gemuetlich ist... 

Aber es gibt noch Wunder! Nicht auf mein derzeitig schwaches Immunsystem bezogen, sondern auf die Tatsache, dass sich ein zweites Au-Pair in das hoechstwahrscheinlich kleinste Kaff der Welt verirrt hat. Auch ich konnte es nicht glauben, als sie mir gestand, sie sei ebenfalls hier, um ein paar Kinder auf Trab zu halten. Mein gesamtes Gedankengut stand Kopf, unzaehlige Ideen und Gestaltungsmoeg-lichkeiten fuer die kommende Zeit zu zweit fielen mir ein. Bis meine Freude gedaempft wurde, als meine tuerkische Kollegin mir am naechsten Tag berichtete, dass sie wieder abhaut – hier sei es einfach zu langweilig, das halte sie nicht aus...
Vollkommen recht hat sie damit, aber wer gibt denn schon nach zwei Wochen auf? Immerhin haelts mich hier schon zweieinhalb Monate – hab ich mir jetzt einen Orden verdient??? 

Bis bald aus einem Nest, in dem es nur die Harten solang aushalten (auch wenn sie ein bissl verschnupft sind).

 Fröhlich Karin

21.11.2007 um 20:40 Uhr

Woche 8: Kaelte+Regen=Fernseher

Diese Woche bastelten wir – passend zum Wintereinbruch – Weihnachtsmaenner. Wie schon gesagt, Schnee werd ich hier eher nicht zu Gesicht bekommen, dafuer setzt der Regen ein! Das „typisch englische Wetter“, welches sich jeder von diesem Land erwartet und mich noch vor Abreise Regenjacke und wasserfeste Sportschuhe einkaufen liess, zeigt sich jetzt, nach vier Monaten, letztendlich. Was bei euch Schnee ist, kommt hier wohl in Form von Regen, Hagel und Kaelte zum Vorschein.

 

Ende der Woche diente ich als Aushilfslehrerin in Megan’s Klasse (3. Volksschule). Ich war eine (der drei) freiwilligen Helferinnen, die den Kindern beim Naehen von Handpuppen mit Rat und Tat zur Seite standen. Nicht nur den Kindern, sondern auch mir machte das Herumbasteln viel Freude und so gestaltete sich ein Vormittag der anderen Art.

 

Das Wochenende verbrachten wir hauptsaechlich vorm Fernseher. Einerseits wegen des schlechten Wetters, andererseits weil die Gastmutter verreist war und der Vater wohl keine bessere Beschaeftigung fand, um seine Sproesslinge „still zu stellen“. Mir mit meiner angehenden Verkuehlung war es recht, ein wenig Zeit zum Ausruhen zu haben. Ausserdem bekam ich den Kinoklassiker „Shrek“ vorgestellt. Am Samstag den ersten Teil, um dann Sonntagnachmittag festzustellen, dass die Nachfolge noch besser ist. (Wie schon gesagt, wir waren sehr aktiv...Fröhlich).


Neben fernsehen war ich jedoch sogar kurz sportlich taetig. Man kann den Kids ja keinen Wunsch abschlagen und da ich selber interessiert war, einige „moves“ am Skateboard zu erlernen, entschloss ich mich, mich mit diesem Ding vertraut zu machen. Die Freude hielt kurz, genauso wie mein Gleichgewicht, das mich nach ein paar Kurven unsanft am Asphalt landen liess. Fröhlich
Ich koennte jetzt sagen, „Uebung macht den Meister“, aber ich bleib bei „Man muss ja nicht alles koennen...“.

 

In diesem Sinne,

(un)sportliche Gruesse!

Karin Fröhlich

13.11.2007 um 15:44 Uhr

Woche 7: Feuer, Panzer und ein bissl Ruhe

Diese Woche hatte ich Lust nach ein bisschen Abwechslung, daher schlug ich im Wald einen Weg ein, den ich zuvor noch nie gegangen bin. Fröhlich  Rausgekommen bin ich auf der anderen Seite von Bovington, denn die vor mir liegenden Haeuser hatte ich noch nie zuvor erblickt (obwohl es in diesem Ort eh nicht so viele gibt...). Nach kurzer Zeit und ein paar Strassen weiter war ich aber schon wieder auf altbekanntem Staatsgebiet. Und mich in diesem kleinen Dorf zu verirren ist ohnehin genauso unwahrscheinlich, wie einer Katze das Bellen beizubringen. Fröhlich 

Zu meiner Begeisterung haben wir wieder ganz viel Zeit am Trampolin verbracht... (Ich hoff ihr wisst, dass das nur ironisch gemeint sein kann). Aber wir koennen es uns hier wettermaessig ja leisten, raus zu gehen, ohne dass es uns verweht oder uns eine Gewitterwolke verfolgt. Fröhlich Auch im Haus waren wir beim Plastilin spielen aktiv. Das Herumkneten mit dem bunten Teig hat mir wahrscheinlich mehr Freude bereitet als den Kleinen. Hier wird man einfach selbst wieder zum Kind. Ich mach mir ja jetzt schon Gedanken darueber, wer sich wohl zu Hause bereit erklaeren wird, mit mir zu basteln und zu spielen... 

Das Wochenende gestaltete sich diesmal aeusserst abwechslungsreich. Freitag Abend stand das „Bonfire“ an, dass ihr euch wie unser Sonnwendfeuer, nur 3x groesser vorstellen koennt. Abgerundet wurde dieses Event mit einer Panzershow (ich bin diese Maschinen hier mittlerweile gewoehnt) und anschliessendem Riesenfeuerwerk. Um 20 Uhr war die Veranstaltung vorbei und alle spazierten geschlossen heim.

 

Am Samstag war die Familie + Au-Pair zu einer „Halloweenparty“ der eigenen Art eingeladen. Auf einem Feld versammelte sich eine Schar Halberfrorener, um sich zuerst im Kuerbisweitwurf mit selbstgebastelten Katapulten zu versuchen und dann bei Feuerstelle und warmer Suppe aufzuwaermen. Gemuetlich!

 

Sonntag brauchte ich nach zweiwoechigem, staendigen „zusammenpicken“ mit der Familie einmal Zeit fuer mich. Mit dem Zug ging’s raus in die naechste Stadt, wo ich den Tag im Park sowie Shoppingcenter verbrachte. Ein kleiner See mit stolzen Schwaenen, Laubbaeume, die kaum mehr Blaetter trugen und viel Sonnenschein – mehr brauchte es nicht, um mich entspannen zu lassen (und mich mit den Segelbooten am Wasser wie am Neusiedler See zu fuehlen). Im Shoppingcenter verbrachte ich die meiste Zeit in der Bastelabteilung, um mit neuem Material und Elan noch mehr Weihnachtskarten anfertigen zu koennen. 

 

Eure Karin Fröhlich

03.11.2007 um 17:03 Uhr

Woche 6: Zurueck auf der Insel

 Nachdem ich letzte Woche in der Heimat den ersten Schnee bewundern sowie ein gscheites Gulasch geniessen konnte und viele bekannte Gesichter wieder gesehen habe, befinde ich mich jetzt zurueck im herbstlichen England, fern von deutscher Sprache und Mama’s Koestlichkeiten. Fröhlich 

Nachdem mich der Kontrolleur des Handgepaecks freundlich darauf hinwies, meine Trinkflasche zu entfernen (seit wann sind Fluessigkeiten verboten?Fröhlich), habe ich es mir bei meinem Fensterplatz gemuetlich gemacht und ab ging’s auch schon wieder. (Diesmal gluecklicherweise ohne Verzoegerungen, aber die hab ich normal eh nur beim Heimfliegen.) So ein Abreise- und gleichzeitig Anreisetag braucht seine Zeit – von 7h frueh bis 7h abends war ich unterwegs, um nach Autofahrt, Flug, Busreise und Zugfahrt letztendlich bei der Familie anzugelangen. 

„Trick or treat“ hiess es diese Woche. Dienstags waren wir bei der Pfadfinder-Halloweenparty, wo ich mit den Kindern Laternen bastelte und noch zahlreiche andere Aktivitaeten, wie etwa blutige Finger aus Marmeladensandwiches herzustellen oder Plastikskelette aus gefaerbten Spaghetti zu fischen angeboten wurden. Mittwochs gingen die Kinder von Haus zu Haus, um anschliessend mit einem Sack voller Suessigkeiten heimzukommen – und ich stand waehrendessen auch beinahe ununterbrochen vor der eigenen Tuer, um unseren Vorrat zu verschenken.  

Da es die Kinder diese Woche bevorzugten, es sich nach einem langen Schultag vor dem Fernseher gemuetlich zu machen, war ich allein am basteln – diesmal Weihnachtskarten. Mit genuegend Material wie Glitzersteinchen und Schablonen zur Verfuegung, viel es mir nicht schwer, meiner Kreativitaet freien Lauf zu lassen und mich somit vorab ein bisschen auf die Weihnachtszeit einzustimmen.
Eine CD mit deutschen Weihnachtsliedern hab ich zwar nicht im Gepaeck und Schnee wird hier auch keiner fallen, aber Weihnachten verbringe ich ja wieder in den eigenen vier Waenden. - Hoffentlich mit Schnee, auf jeden Fall aber mit den richtigen (oder wenn Papa mitsingt auch falschen) Klaengen von „Stille Nacht“ unterm Christbaum. Fröhlich

Eure Karin  Fröhlich

29.10.2007 um 14:14 Uhr

Woche 5: Eins, zwei, drei, vier Fratzen

Diese Woche forderte meine erzieherischen Faehigkeiten deutlich heraus und zeigte mir einmal mehr, welch grosse und teilweise schwierige Aufgabe es ist, den richtigen Umgang mit Kindern zu finden.Einen ganzen langen Freitag war ich mit den vier Fratzen allein zuhaus.

Wir nutzten den Tag ganz gut: Lego bauen, mit Blaettern basteln, Monopoly spielen uvm. stand am Plan. Aber irgendwer war doch immer gelangweilt oder grantig. Haette ich mich durch vier teilen koennen, haette ich das liebend gern gemacht! Da es nun mal nicht ging, mussten wir uns durch einige Streitigkeiten kaempfen. Als sich endlich alle einig waren, zum Spielplatz gehen zu wollen, erleichterte sich die Sache enorm. Das Glueck hielt jedoch nur fuer etwa 10 Minuten, nach denen wir naemlich auch schon wieder nach Hause marschierten, weil die vier Geschwister einfach nicht miteinander auskommen. Fröhlich
Hat man die Kinder einmal vor dem Fernseher, wird ja doch Ruhe sein, nimmt man an. Sich aber zu fuenft fuer einen gemeinsamen Film zu entscheiden ist nicht wirklich leicht und daher gab es auch in diesem Fall einige Komplikationen. Fröhlich

Ich war erleichtert, als die Eltern endlich daheim waren und der Tag ein Ende fand. Ein Gutes – denn tags darauf ging es nach London zum Flughafen. Gewissermassen, um zu fluechten – nach Hause naemlich, wo ich eine Woche entspannen kann, waehrend auch die Kinder hier Herbstferien haben.

Bis bald, Karin  

29.10.2007 um 14:12 Uhr

Woche 4: 20 wird man nur einmal – und ich in England

Da ich mich heuer entschied, meinen Geburtstag einmal nicht daheim zu feiern, stieg die Party in England. Fröhlich
Von einer Party kann zwar nicht die Rede sein, aber meinen Geburtststag am 9. Oktober konnte ich im kleinen Bovington doch auch geniessen! Gleich am Morgen fand ich ein kleines Geschenk mit dazugehoeriger, lieber Karte am Fruehstueckstisch. Die Familie hatte nicht auf mich vergessen! Was im Packerl war? „Origami“ (=japanische Falttechnik), wo ich aus buntem Papier die verschiedensten Motive falten kann. Da die Eltern schon mitbekommen haben, dass ich mit den Kindern gern bastele, dachten sie wohl, dass sei ein passendes Geschenk fuer mich. Fröhlich

Das Highlight an diesem Tag war fuer mich Naschkatze natuerlich die Torte. Was vielleicht auch daran lag, dass ich sie selbst machte.  Warum? Naja, wer in England kennt schon das Geheimrezept fuer meine Lieblingstorte? Ich bin hier wohl die einzige, die eine „gscheite“ Sachertorte zusammenbringt und auf diese wollte ich – auch unter den Umstaenden, nicht zuhause zu feiern – keinesfalls verzichten! Fröhlich Die suesse Nachspeise verhalf nicht nur mir, sondern sichtlich auch der Familie (besonders den Kindern) zu (Gaumen-) Freuden!

Da in England genau in dieser Woche ein Poststreik stattfand, konnte ich mich zwar nicht am Geburtstag, aber noch Tage danach ueber schriftliche Glueckwuensche freuen! Bedanken moechte ich mich bei allen lieben Leuten, die mir zu meinem Geburtstag gratuliert haben. Die vielen Nachrichten haben mir soviel Freude bereitet und mich wissen lassen, dass viele an mich denken, auch wenn ich jetzt ein Stueckl entfernt bin. 

 

Was mich ueberrascht, aber unheimlich fasziniert, ist die Tatsache, dass es soviele Besucher in meinem Webtagebuch gibt! Damit haette ich nicht gerechnet und das motiviert mich auch, jeden Bericht wieder besonders interessant zu gestalten. In gewisser Weise stehe ich ja auch unter Druck – schliesslich weiss ich jetzt, dass es genuegend Neugierige gibt, die regelmaessig in meinem Tagebuch stoebern – und ich bin oft mit den Berichten im Rueckstand... 

 

ICH werde mich bemuehen – und EUCH danke ich. Fuers Lesen, was sich bei mir fern von zuhause abspielt und fuer euer Interesse an meinem Alltag hier. Dass ihr euch Zeit nehmt, mein Leben hier zu verfolgen und mir somit das Gefuehl gebt, mit mir ein bissl mitzuleben. 

 

Eure Karin Fröhlich  

08.10.2007 um 12:05 Uhr

Woche 3: Kreativ muss man sein

“Womit kann ich die Kinder beschaeftigen?“ Eine Frage, die sich wohl jedes fuersorgliche Au-Pair stellt. Mir viel da eine brilliante Idee am WC ein. Nicht etwa durch langes Nachdenken am stillen Oertchen, sondern durch einen Blick in den Muelleimer, in dem sich haufenweise leere Klorollen stapelten. So entstand ganz spontan der Einfall, mit den Kids Klorollenmaennchen zu kreieren – und sie liebten es! Jeden Tag kamen sie wieder angerannt, um noch mehr dieser Kreaturen ins Leben zu rufen. Daher existiert nun bereits eine Grossfamilie mit Haustieren, die in ihrem eigenen Haus (=eine Decke) herumtollen.
Kreativ ging es weiter: Aus Kastanien wurden Hindernislaeufe fuer Autorennen gebaut, so genannte „conker-battles“ (=Kastanienwettkaempfe) veranstaltet und der Hauseingang wurde mit Kunstwerken aus Kreide verschoenert. Jetzt sind wir gerade dabei, Blaetter zu pressen, um auch weiterhin so kreativ am basteln sein zu koennen, wenn draussen die Wolken dem Sonnenschein kein Durchdringen gewaehren. 

In meiner Hauptschulzeit hab’ ich es ja nicht in die musisch-kreative Klasse geschafft, doch hier bin ich beides – kreativ (schon allein wegen dem Spontaneinfall auf der Toilette Fröhlich), aber auch musikalisch. Ich bin naemlich auf eine Familie gestossen, die in der Welt der Musik zuhause zu sein scheint. Der Vater hat sich das Schlagzeug spielen zum Beruf gemacht und zieht samt Band um die ganze Welt (wie zB. dieser Tage, wo er sich bei den Reichen und Schoenen in Nizza aufhaelt). Jeder der vier Kinder spielt mindestens ein Instrument (Trompete, Violine, Gitarre, Piano, Floete) und die Mutter scheint von all diesen jedes ein wenig zu beherrschen. Ein Paradies fuer mich, da mir nun unzaehlige Instrumente zum Lernen und Ueben zur Verfuegung stehen. Sogar eine eigene Bandgitarre darf ich waehrend meinem Aufenthalt als mein eigen nennen, um auch ohne Musikschulstunden weiterhin fleissig praktizieren zu koennen.  

Gibt es einen besseren Zeitpunkt, als die kommenden Herbsttage, um es sich drinnen gemuetlich zu machen und seine Kreativitaet unter Beweis zu stellen?
Neues zu schaffen und seine oft verborgenen Talente herauszufordern ist doch immer bereichernd – sei es nun in Form von Klorollengestalten oder einem selbsteinstudierten Notenstueck. Fröhlich 

Eure Karin Fröhlich

02.10.2007 um 15:03 Uhr

Woche 2: Mein Feind, das Fahrrad

Diese Woche war wie im Flug vorbei. – Ein Flug mit einigen Turbulenzen, wie sich bald herausstellte. Bergab ging’s naemlich, als der kleine William seinen schlechten Tag hatte und alles an mir auslies. Beleidigungen und Angebruelle der Kleinen darf man sich aber nicht persoenlich zu Herzen nehmen, sonst wird’s schwierig. Jeder hat mal seine Launen – und Kleinkinder irgendwie permanent... Fröhlich 

Gekocht hab’ ich auch fuer die Familie. Pizza und Kuchen – 2 Kuchen, um genau zu sein. Der erste hatte eine ganz gute Farbe – zu gut, um ihn noch zu verspeisen... Das lag aber am Ofen, nicht an mir, um da etwaige Zweifel an meinen Kochkuensten gleich aus dem Weg zu raeumen! Die Pizza war natuerlich selbstgemacht und die Familie hoechst zufrieden mit meinem Essen, was bedeutet, dass ich noch oefter das Vergnuegen haben werde, in der Kueche „herumzuwerkeln“.

Das Wochenende war schoen abwechslungsreich. Freitags bin ich nach einer halben Ewigkeit wieder mal auf ein Fahrrad gestiegen. Das war noch nicht alles, gefahren bin ich auch, ganz schoen weit sogar. (Ja, fuer mich sind 15 Minuten weit – hin und zurueck wohlgemerkt!). Denn wer mich gut kennt, weiss, dass die Begriffe „Karin“ und „Sport“ absolut nichts verbindet! Zum Glueck fiel mir kurz vorm wegduesen noch ein: Achtung, Linksverkehr! Fröhlich Okay, als Anti-Sportlerin kann ich gewiss nicht von „wegduesen“ sprechen, es war eher ein langsames sich wieder bekanntmachen mit meinem, wie sich spaeter noch herausstellte, Feind. Hierbei handelt es sich um ein richtiges Sportlerbike von meinem Gastvater. Wahrscheinlich seh’ ich einfach nur laecherlich aus, wenn ich auf ebener Strasse schnaufend, nach Luft ringend, draufsitze (oder es im „Notfall“ vor mich hinschiebe – und solche Notfaelle treten oefter ein, als man denkt). Fröhlich 

Der Sonntag war dafuer entspannter, er brachte einen Ausflug ans Meer. Ins gute, alte Bournemouth hab’ ich mich begeben. Sonne, Strand, Wind und Meer haben mich umgeben. Und obwohl ich diesen Anblick so genoss und mir sicher bin, dass mich jeder von euch um ihn beneidet haette, schlich mir ein ganz anderer Gedanke durch den Kopf:
Daheim ist’s doch am schoensten... 

Karin (oder: „Karen“, wie ich hier so schoen genannt werde) Fröhlich  

01.10.2007 um 15:08 Uhr

Woche 1: 4 Kinder, 2 Hunde und ein Haufen Freizeit

 ...und das ist kein Widerspruch!Nach einem freundlichen Empfang und einer Schachtel bester Pralinen als Begruessungsgeschenk war mir klar: Hier werde ich mich wohlfuehlen (was voererst natuerlich groesstenteils an der genuesslichen Schokolade lag...). Doch im Laufe der Zeit merkte ich, dass es mir hier auch abgesehen vom Suessigkeitenangebot gefaellt. Fröhlich 

Das Wetter spielt verrueckt: Mal regnet es, mal scheint die Sonne, mal beides gleichzeitig... Noch verrueckter als die Aussentemperatur ist mein taeglicher Spaziergang mit den Hunden. Fragt nicht, welchen Weg wir da gehen – ich habe keine Ahnung, ich weiss nur, es ist der falsche! Wir spazieren durch den Wald und kommen immer ganz woanders raus, als wir reingegangen sind. Das bedeutet natuerlich auch, dass man dann nur mehr mit gutem Spuersinn (den ich anscheinend nicht besitze, sonst haette ich mich erst gar nicht verlaufen) oder viel Glueck heim findet. Aber ich hab ja die Hunde – und die wissen, wie es zum Haus zurueckgeht (Wohnen ja auch schon laenger hier als ich, ganz klar also). Somit bin ich mir aber oft gar nicht sicher, wer da jetzt eigentlich mit wem Gassi geht... Fröhlich 

Pfadfinder-Campen war am Wochenende angesagt –ich mittendrin. Wuerstl zu grillen, durch den Wald zu stapfen und sich am Lagerfeuer zu waermen weckte Erinnerungen an meine Jungscharzeit. Die erste Nacht in meinem eigenen Zelt kann ich sogar als „ganz gemuetlich“ bezeichnen, an die zweite moechte ich jedoch nicht denken! Wer glaubt, mit vier dicken Pullis, Herbstjacke, Regenjacke, Decke und Schlafsack kann einem gar nicht mehr frieren, irrt sich! Wenn einem einmal so kalt ist, wie mir in dieser Nacht, kann man sich nicht mehr so schnell aufwaermen... Daher hab ich Sonntag frueh meinen Campingausflug kurzzeitig beendet, um mich ins warme Bett vor den Fernseher zu knozen. 

Warmherziger Empfang und kalte Naechte – die Temperaturen aendern sich permanent... 

Eure Karin aus einem herbstlichen Bovington Fröhlich

01.10.2007 um 15:07 Uhr

Au-Pair im Sueden (Englands…)

Wie ist das, wenn man auf eine Grossfamilie, bestehend aus einer liebenswuerdigen, aber gestressten Lehrerin, einem Musiker, dem der Spass nie ausgeht, vier Fratzen, die eigentlich gar keine sind, aber doch auch ihre Launen haben, einem Golden Retriever, der jederzeit das Beduerfnis nach einer Streicheleinhaeit hat, einer alten Huendin, die ein bissl blind und taub ist, zwei kuscheligen Hasen, einem fetten Goldfisch im eigenen Glas und einer handvoll Fische im Aquarium stoesst? 

Wie ist es, Teil von ihrem teils stressigen, teils aufregenden, aber auf jeden Fall abwechslungsreichen Alltag zu werden? 

Wie ist das, einen Ort, der noch kleiner als meine Heimatstadt ist (ich war mir auch nicht bewusst, dass es noch winzigere Plaetze als unser Nest Haag gibt...), voruebergehend als „Wohnsitz“ zu bezeichnen und an jeder Ecke Panzer oder Soldaten anzutreffen? (Fuer alle Verwunderten: Ich bin nicht am falschen Fleck gelandet, aber hier gibt’s tatsaechlich ein Militaer und Panzermuseum).  

Wie ist es, in einem Zimmer zu schlafen, das noch kleiner als mein eigenes ist (also wirklich winzig!) und dass man sich in diesem kleinen, teils unordentlichen Heim mit so vielen Menschen trotzdem ganz wohl fuehlen kann? 

Wie ist das?
Ich sag’s euch: Aufregend und eindrucksvoll, aber auch gewoehnungsbeduerftig ist es. Ganz neu und deshalb sehr spannend.Und die kommende Zeit wird noch viele Ereignisse bringen, die ich euch keinesfalls vorenthalten moechte! 

FröhlichEuer angehendes Au-Pair

01.10.2007 um 14:43 Uhr

Woche 4...

… liess meinen Ruecken leiden. Einerseits wegen besagtem Klappbett, welches seinem Namen durchaus gerecht wurde, andererseits wegen dem Besuch bei meiner zukuenftigen Au-Pair-Familie. (=einen ganzen Nachmittag mit den Kindern am Trampolin huepfen).
Ansonsten genoss ich meine letzten Tage in Bournemouth. Die Studentenanzahl in der Klasse sank von 14 auf 6 (nur die Besten halten es solange aus), was den Unterricht locker gestalten liess. Dass ich mich bereits an die englische Sprache gewoehnt zu haben scheine, bestaetigte mir meine Zimmerkollegin, die mich bei einem naechtlichen Selbstgespraech in der Landessprache ertappte...
Fröhlich

Ein Ereignis, dass noch laenger in meiner Erinnerung verweilen wird als so manches Vokabel war die Erkenntnis, dass die Kombination von Ananas und Salz nicht nur in der Schwangerschaft normal zu sein scheint. РFuer meine Gastmutter zumindest, die freudestrahlend mit dem Salzstreuer angerannt kam, als wir gerade herzhaft in die suesse Frucht beissen wollten... Fr̦hlich

Aber ich hab’s ja schon im letzten Bericht erwaehnt:
Nichts ist unmoeglich – und anscheinend schon gar nicht in einem Land wie diesem.
 

Spaziergaenge in der britischen Landschaft und entlang des Meeres fuellten meine freie Zeit aus. Den Abschluss einer lehrreichen, spannenden Zeit in Bournemouth bildete ein Riesenfeuerwerk, dass Schaulustige Freitag abends am Strand bewundern konnten. Es spiegelte sich wunderschoen im Meer, was doppelte Freuden aufkommen liess. 

 

FröhlichBei mir dreifache Freude - Sprachschule ist abgehackt, einem Leben als Au-Pair steht nichts mehr im Weg!  Karin  

27.08.2007 um 17:43 Uhr

Woche 3...

...und man macht Entdeckungen, die schon ab Woche 1 nuetzlich gewesen waeren. Beispielsweise, dass man jeden Morgen zwei Stationen frueher aus dem Bus aussteigen sollte, um sich mindestens 5 Minuten Fussmarsch (=Umweg) zur Schule zu ersparen... (und das sind umgerechnet immerhin [5min.x10Tage=] 50min. Gehzeit, die ich mir und meiner schwachen Kondition haette ersparen koennen!  

Ein Umzug stand auch ins Haus. M e i n e r, zu einer neuen Gastfamilie. Meine Gastmutter moechte auch mal Urlaub machen (was ich bei vier Kindern und durchschnittlich sechs Studenten im Haus durchaus verstehen kann). Deshalb hat sie mich kurzerhand zu ihren Schwiegereltern verfrachtet. Die wohnen nur eine Strasse weiter und viel naeher bei der Bushaltestelle (was bedeutet, noch weniger Fussmarsch in der Frueh!) Fröhlich
Das Zimmer teile ich mir mit einer netten Belgierin und somit bin ich ganz zufrieden. Nur mein Ruecken ist das nicht, der muss naemlich nachts in so einem "Bundesheer-Zustellbett" liegen. (Ja, schon richtig, ich war nie beim Bundesheer, aber die werden's dort auch nicht extra gemuetlich haben...)

Fröhlich Dafuer konnte ich dieses Wochenende am Strand richtig ausspannen und mich wie im Urlaub fuehlen. (Oder bin ich hier nicht eh auf Urlaub?!?...) Angereist bin ich ja ohne Sonnencreme, -hut oder -brille, mit der festen Ueberzeugung, diese Gegenstaende waeren Platzverschwendung in meinem - ohnehin ueberfuellten - Koffer. Umso stolzer kann ich nun berichten, dass dies vollkommener Irrtum war, mir die Sonne neue Braeune (und auch Roete) verlieh und ich (nach drei Anlaeufen) sogar im Wasser war. (Den Bikini hatte ich gluecklicherweise eingepackt - Nacktbaden ist nicht so meins)

Und wenn man sich sogar in einem Land wie diesem wie im Italien-Urlaub (nur ohne Kokosnussverkaeufer) fuehlen kann, dann ist wohl Vieles moeglich!

In diesem Sinne,
eure Karin Fröhlich

  

20.08.2007 um 14:51 Uhr

Woche 2...

... liess mich des Oefteren an Woche 1 zurueckdenken - wetterbedingt. Denn die Sonnenstrahlen konnte man an einer Hand abzaehlen (und an manchen Tagen gar nicht) und ich schloss mit dem britischen Wetter Bekanntschaft (manchen Begegnungen kann man eben nicht aus dem Weg gehn). Seitdem sind Schal und Verkuehlung (oder besser gesagt: Schal wegen Verkuehlung) meine staendigen Begleiter. Der Regenschirm auch. Fr旦hlich

Nicht nur das Wetter wurde turbulenter, sondern auch das Leben im Gastfamilienhaus. Schliesslich teilten sich sieben Studenten aus aller Welt Zimmer und Esstisch. Mit einer Gastmutter, die gern tratscht und lacht, einer Polnin, die ihren Reisepass faelscht, um in die "Ueber 18-Clubs" zu kommen und einer Oesterreicherin, die (natuerlich vollkommen unschuldig) Feueralarm ausloest wird es somit nie langweilig und man kann Verschiedenstes lernen. (zB. dass man Toasts nicht verbrennen lassen sollte, um den Alarmmelder der Familie und seine eigenen Ohren zu schonen...) Aber auch wie man etwa "besbarmak" (=Nationalgericht aus Kasachstan) zubereitet, dass buntbemalte Holzeier Tradition in der Ukraine haben oder welche UNO-Spielregeln es in Japan gibt. (und das ist doch viel interessanter als zu wissen, wann Toastbrot die richtige Farbe hat). Fr旦hlich

Ein weiteres "Highlight" neben dem Feueralarm und wetterbedingten hervorholen der Herbstjacke war der Ausflug in die Universitaetsstadt Cambridge mit dazugehoeriger 3 1/2 Stunden Hin- sowie Rueckfahrt.

Was sich - obwohl aeusserst wuenschenswert - auch diese Woche nicht veraenderte, sind die ueberhoehten Preise fuer Ware, die ich bei uns nicht mal im Sonderangebot kaufen wuerde. Manchmal darf ich mich ueber ein Schnaeppchen freuen (=ein bissl ueber dem oesterr. Normalpreis), ansonsten spar ich mir schon teilweise das Umrechnen, um das Gekaufte nicht sofort wieder zum Frustessen (wegen zu hoher Rechnungen) gebrauchen zu muessen.
Ihr seht, die Nahrungsaufnahme schlaegt sich auf meine Geldboerse - gluecklicherweise (noch) nicht auf meinen Magen...

Karin Fr旦hlich

11.08.2007 um 14:20 Uhr

Sprachschule Bournemouth - Woche 1...

... ist schneller vergangen und besser verlaufen, als ich mir das in meiner Vorstellung zusammengereimt hatte. Daher ist es wohl an der Zeit, ein Resume ueber mein bisheriges "Insel-Leben" zu ziehen.

Bournemouth Zentrum: Die Stadt hat viel zu bieten - vorausgesetzt man hat im Lotto gewonnen und braucht sich keine Gedanken ueber seinen Kontostand zu machen. Fröhlich
Ansonsten bietet es sich jetzt grad an, beim Sommerschlussverkauf sein Preis-Glueck zu finden, denn was in England "Angebot" heisst, entspricht wenigstens unserem Normalpreis...

Strand&Meer: Der Strand mit seinen Sonnenanbetern und Wasserratten zieht sich die ganze Kueste entlang und das Meer scheint soweit zu reichen, als wuerde es nie enden... Das Wasser ist fuer meine Verhaeltnisse zu kalt, aber es ist ohnehin gemuetlicher (und weniger bis gar nicht anstrengend) im Liegestuhl zu sitzen und den traumhaften Anblick zu geniessen.

Schule: In der "EF International Language School" treffen Nationen (und somit Kulturen und Sprachen) der ganzen Welt aufeinander. Die Schule an sich ist klein und unspektakulaer, das Lernniveau aber hoch - genauso wie die Anzahl an angebotenen Freizeitaktivitaeten. 
Fröhlich
 

Wetter: Regen, Regen, Regen. Ja, das WAERE typisch englisch, doch tatsaechlich trifft das genaue Gegenteil zu. Flip Flops, aermellose Tops und Bikini gehoeren zu meinem Tagesoutfit und manchmal kann man sogar regelrecht von Momenten der >Hitze< sprechen! (und von Temperaturen, die die oesterreichischen uebersteigen... natuerlich empfind ich da jetzt gar keine Schadenfreude...) Fröhlich

Fazit: Der Mensch ist nunmal ein Gewohnheitstier.
Und nach 7 Tagen Toastbroat, Burger und sonstigem Essen fuer Leute ohne Gebiss,
nach tagtaeglichen Laufveranstaltungen durch die Stadt, zum Bus, zur Schule und wieder zurueck mit folglichen Schmerzen in den Beinen,
nach Pounds-in-Euro-Umrechnungen, die mich immer wieder zum selben Entschluss kommen lassen, naemlich - zu teuer! - kann ich feststellen:
Ja, ich hab mich halbwegs an die Situation hier angepasst! Fröhlich

Eure Karin,
an einem Ort, an dem sich - zu meiner Verwunderung - jeden Tag wieder die Sonne in all ihrer Pracht zeigt...

02.08.2007 um 21:21 Uhr

Auf nach England...

Am 5. 8. 2007 geht's für mich ab in den Süden Englands. Nach einem vierwöchigen Aufenthalt in Bournemouth, wo ich eine internationale Sprachschule besuchen werde, begebe ich mich in die Kleinstadt Bovington, um dort bei einer Familie mit vier Kindern als Au-Pair zu arbeiten und zu leben.

In diesem Forum möchte ich von Zeit zu Zeit von meinen Erlebnissen und Eindrücken berichten, damit ich euch einen Eindruck von meinem Leben in Großbritannien vermitteln kann! Fröhlich

Also dann,

auf nach England... Fröhlich