Birch Tree

27.01.2010 um 20:21 Uhr

Beautys letztes Reading Diary

Beauty gibt mir ihre Reading Diaries zum Verbessern. Ich lese ihre Texte durch. Kontrolliere die Grammatik. Verändere die Zeiten. Setze Apostrophe. Schlage eine andere Wortwahl vor. Nur so, die groben, einfachen Fehler, die korrigiere ich. Das, was wirklich absolut unmöglich ist. Ich weiß dabei genau, dass das, was sie abgibt, noch immer nicht gut ist. Auch meine Texte sind nicht perfekt. Aber sie sind kein Vergleich zu Beautys. Denn Beauty kann sich nicht ausdrücken. Hat kein „Gefühl“ für die Sprache. Sie probiert es immer. Sie macht ihre Hausübungen, arbeitet die Reading Diaries aus, geht zur Schularbeit und schreibt die verlangten Texte. Es tut weh, das zu sehen. Wie Beauty immer und immer wieder etwas machen muss, was sie nicht kann. Meine Korrektur ist der bekannte winzig kleine Tropfen auf einen brennheißen Stein. Sie bringt fast gar nichts. Als würde ich einem Kind, das nicht laufen kann, in die Schuhe helfen. Ich weiß nicht, ob Beauty sich dessen so bewusst ist, wie ich. Mir jedenfalls ist es in manchen Momenten eine Qual. Wenn wir das alles endlich hinter uns haben, wenn wir zwei, und unsere Klasse, die Matura haben, wenn wir mit dieser Schule fertig sind, dann muss Beauty endlich keine opinion essays, compositions, summaries, discursive texts, articles, reports and what the hell there is schreiben. Das hoffe ich so sehr. Für Beauty und für mich.

21.12.2009 um 23:32 Uhr

beautiful day :-)

Stimmung: ausgeglichen. schön. gut. müde.
Musik: Fool's Garden: Pieces (http://www.youtube.com/watch?v=pqNyaUFwzYw)

Schön ist das. Dieser Seelenfrieden und so. Heut war echt kein schlechter Tag. Da hat sich das Jammern gestern ja wieder mal ausgezahlt. Wahnsinn, gehts mir gut. Gerade zu unheimlich.

[Und morgen schreib ich mein Reading Diary :-)]

20.12.2009 um 22:44 Uhr

einfach so

Stimmung: gut. lustlos in bezug auf meine arbeit. unruhig. müde.
Musik: im Kopfe "Human"

Und wieder will ich nicht schlafen gehen. Ahnend, was mich morgen in etwa erwartet bzw. auch Kaumerahntes erwartend. Hab ich schonmal erwähnt, wie gern ich nicht in die Schule gehen würde? Fatima hat mir heute aus Amerika geschrieben. Hab ihr ganz kurz geantwortet und hoffe, sie wird es bald lesen. Von sieben bis dreiviertel acht hatte ich heute einen sehr schönen Dienst. Konnte mir das Feld "Geburt/ gynäkologischer Notfall" unterschreiben lassen. In Realität konnten wir die Patientin rechtzeitig auf die Gyn bringen und machten, dass wir fortkamen. Sonst fuhren wir dreimal KTR, nichts Aufregendes. Die letzte Fahrt war um sieben, da hatte ich meinen Pager bereits abgelegt und meinem Vater gesagt, er könne mich jetzt abholen. Das wurde revidiert, denn mein Team wurde gewarnt, dass für den entsprechenden Patienten drei Sanis sinnvoll seien. Wie schon zuvor dachte ich mal wieder daran, nur für eine Stunde nach Hause zu fahren und noch den Nachtdienst dranzuhängen. Zu vieles sprach dagegen. Ich hätte auch sonst Fatimas Nachricht noch nicht beantwortet. Außerdem war es genug des Guten; mit dem RTW- und dem NAW-Team verbrachte ich heute schöne Momente, und dem Ausbildungsbeauftragten erzählte ich von meiner Nichtzulassung auf der Dienststelle K, woraufhin er, in dieser Angelegenheit nicht bevollmächtigt, sofort einen Änderungs-antrag an unseren Geschäftsführer sandte. Meine Schulsachen sind nicht so ganz erledigt. In den vergangenen drei Jahren verbrachte ich die Stunden (besonders die Nächte) vor Weihnachten damit, das "Reading Diary" für Mr.M., den unangenehmsten Englischlehrer, den ich jemals traf und treffen werde, mehr schlecht als recht zu schreiben. Setzen wir die Tradition also morgen und übermorgen fort. Zum allerletzten Mal. Am Mittwoch bin ich mit meinen Schwestern im Theater, das ist mein Weihnachtsgeschenk an sie und ich hoffe, es wird schön. Morgen will ich herausfinden, ob die Pferde am 26. Dezember Urlaub haben, oder ob ich mal wieder eine Stunde reiten kann. Vor dem Schiurlaub noch ein Nachtdienst wäre gut. Von 27. bis 31. nicht auf der Tauplitz, wie sonst, sondern diesmal im Lungau. Mein Opa kam aus dem Lungau, es freut mich, dort mal hinzufahren. Ins Hallenbad will ich auch bald wieder. Ist nur mit dem Zug ziemlich teuer: 5 Euro 40 hin und retour mit Vorteilscard, und dazu die Eineinhalbstundenkarte im Bad. Ich schreibe so locker dahin. Es geht mir ganz gut. Ich sollte mir Chemie durchlesen und dann schlafen gehen. Es ist saukalt und soll wärmer werden. Meinetwegen soll sogar tauen, ich hab lieber keine weißen Weihnachten, bevor ich frieren muss. Leo soll von meiner verbesserten Situation (von meiner Stärke) profitieren. Irgendwann will ich wieder die Zeit und Ruhe finden, ganz tiefe Gedanken aufzuschreiben. Wenn nicht hier, dann doch zumindest bei mir.

 

Nachtrag fünf Minuten später: Fatima hat mir geantwortet. Love you too und Don't worry about anything but you. Ich werde ihr bald wieder schreiben, wie versprochen. [Wow, ich hab ein Versprechen gegeben. Das passiert mir sonst eher selten...]

16.12.2009 um 22:47 Uhr

Meduzin

Stimmung: gespannt. (und müde)

Wäre irgendwie schon geil. Medizin. Ich studieren und so...

Meine Oma könnte jedenfalls ihre Seelenruhe finden, wenn ich es machen würde, da fiele ihr ein großer Stein vom Herzen :-) Und alle könnten sagen, sie hätten es schon immer gewusst, das freut sie dann sicher auch.

Aber ganz ehrlich, jetzt mal an mich denkend. Das wär doch was. Fühle mich gerade fast wie eine geborene Anästhesistin. Oder Kinder? Kinderkardiologie? Internistin also? Oder Gynäkologie? Psychiatrie? Chirurgie wohl eher nicht. Das hätte dann ja Zeit.

Nein, die ganze Angelegenheit hat Zeit. Ich meine ja nur, es wäre eine Möglichkeit. Mein Kontakt mit PatientInnen hört bei der Aufnahme im Krankenhaus auf. Mitten in der Geschichte. Ich würde schon gern mehr tun. Zumindest mal ein Venflon stechen... Und was da noch alles möglich wäre!

„Vier Liter Meduzin!“
Ja doch... Medizin gefällt mir gerade eben sehr.

[Muss lächeln, das klingt komisch: Fr. Dr. R. R., das wäre dann ich.]

15.12.2009 um 22:35 Uhr

noch eine Woche

Stimmung: hab ich hier schonmal erwähnt, dass ich müde bin?

Mittwoch Nacht fällt weg, denn als ich mich in unserem internetbasierten Dienstplan eintrug, kam eine Fehlermeldung, die Ortsstelle K ist für mich (noch) nicht zugelassen – oder ich nicht für sie, ich weiß nicht mehr genau. Mein Ausbildungsleiter hatte mir anderes gesagt, da muss ich mal ein Wort mit ihm reden, aber er hat gerade eine Woche sehr wohlverdienten Urlaub. Macht nichts, Mittwoch wär eh nur schwer gegangen. Ich kenne die Dienststelle K auch gar nicht; besser, wenn ich sie mir bei einem Tagdienst mal in aller Ruhe ansehe (z.B. bei einem Dialyse-Samstag mit A und F). Vielleicht lerne ich ja am Mittwoch Geschichte, wo wir freitags einen lästigen Test haben. (und wenn ich mich recht erinnere, sah schon mein letzter Test in diesem Fach nicht ganz so edel aus...) Dann kann ich am Donnerstag nach Schule und Kla4 mit dem Zug nach A fahren und das dortige Hallenbad erkunden. Darauf freu ich mich schon, ich hoffe nur sehr, dass es erfolgreich wird. Denn wenn ich nicht bald etwas für meinen Körper mache, geht es mir nicht gut. (Und wenn es mir nicht gut geht, kann ich nicht helfen, und helfen will ich, sonst hätte ich nicht hundert Wochenendstunden für einen Sani-Kurs beim Roten Kreuz geopfert.) Seit dem Sommer war ich kein einziges Mal schwimmen, und sonst auch war nicht viel drin. Das nächste Hallenbad ist eine halbe Stunde von hier, aber wenn ich den Zug nehme, kann ich ja die Reise auch nutzen. Vielleicht geht sich Freitagnachmittag oder Samstag auch noch eine Reitstunde aus. Am Sonntag hab ich jedenfalls Dienst, und wenn es ruhig ist und keiner zum Üben da ist (was an einem Sonntag durchaus sein könnte), dann sollte ich dringend an meinem „Reading Diary“ für Englisch arbeiten. Für den Biotest am Dienstag wär ich gern halbwegs vorbereitet, und dann, so glaube ich, wars das für dieses Jahr. Dann wird erstmal geweihnachtet. Ich hab mich schon seit Wochen, Monaten, so sehr auf Weihnachten gefreut. Jetzt ist die Zeit so schnell vergangen, ich bin gar nicht vorbereitet. Finde es ja übertrieben, dass wir noch am 23. Dezember Schulbetrieb haben. So kommt man echt zu gar nichts. Und dann Schiurlaub, und dann wieder jede Menge Arbeit. Wann soll ich mir denn meine Zukunft organisieren, wenn ich in der Gegenwart schon nicht mitkomme? Immer das gleiche. Und die Deutschschularbeit heute war ja auch nicht unbedingt aufbauend. Aber das heißt ja nicht, dass es mir schlecht geht. Es geht mal besser und mal schlechter.

 

Das hier ist für den Wolf: ES GEHT MIR GUT.

 

Denn ich lebe, ohja, und wie! Auch wenn ich momentan hier fast nur über die Schule und die Rettung schreibe – dahinter steckt so viel mehr. Ich hab mich unter Kontrolle. In einem Ausmaß, das vor einem Jahr unvorstellbar gewesen wäre. Vor einem Jahr begann ich meine Therapie. Ich bin stark, ich machte Fortschritte, ich ließ mir helfen, ich lernte und akzeptierte und was weiß ich, was noch alles. Ich hab so viel geschafft. Natürlich bin ich auch geschafft. Aber übermorgen geh ich ja schwimmen :-)

 

Und Branwen... (tiefes Atmen...) Wer hat gesagt, dass meine Liebe nichts mit Branwen zu tun hat? Schon gestern wurde mir wieder das Gegenteil bewiesen. Und heute Nachmittag, also, ich kann es ja hier nicht beschreiben, Branwen, meine Liebe, wenn du wüsstest, warum machst du das, ich liebe dich! Oje - achja, und natürlich gelten weiterhin die letzten zwei Verszeilen von „You’re Beautiful“.

 

Oje, gute Nacht!

 

(Ja, schlaf gut, meine Schöne...)

13.12.2009 um 22:55 Uhr

"RTW Wasserau von LEO kommen!"

Stimmung: ausgeglichen. erschöpft.

„LEO von RTW Wasserau, bitte kommen.“ – „Hier LEO, kommen.“ – „Ähm… wir bräuchten hier bitte einen NAW, kommen.“ – „Worum geht es, kommen?“ – „Patientin mit Rückenschmerzen, Schmerzen an der Brust, Atembeschwerden, Schmerzen strahlen auch in den linken Arm aus – Verdacht auf Herzinfarkt…“ – „Ok, NAW ist alarmiert, kommen.“ – „Habe verstanden, Ende.“

 

Nicht schlecht für mein erstes Funkgespräch, oder? Wurde auch sehr gelobt. Unreinheiten bzw. Fehler sind mir bewusst. Zugegeben, am anderen Ende der Welle war nicht unsere Leitstelle, sondern mein Ausbildungsleiter, und die Patientin war eine Ausbildungskollegin. Die Gruppe, die ich übrigens problemlos ohne weitere Anweisung einzustellen schaffte, gehörte auch nur zum Ordner „Schulung“. (Aber wenn ich groß bin, sprich, erfahrene Sanitäterin und führerscheinmäßig nicht mehr in der Probezeit, dann werd ich vielleicht noch mal Einsatzfahrerin. (und dann funk ich den ganzen Tag durch die Gegend))

Das TETRA-Funksystem wurde uns gestern nahe gebracht, danach hatten wir Geburt, nachmittags hauptsächlich Spezielle Notfälle. Freitagabend drei Stunden Großunfälle, heute Rechtliche Grundlagen und die Sandwich-Bergetechnik…

 

Ich kann kaum glauben, dass heute der dritte Advent gewesen sein soll – ich hab davon gar nichts mitgekriegt. Die Woche verging noch schneller als sonst. Montagvormittag war ich, da schulfrei, mit meiner Oma einkaufen, und nachmittags sechs Stunden als Lernsani beim Roten Kreuz. Dienstagnachmittag fuhren wir nach Wien, wo wir die CAE-Prüfungen (Cambridge Certificate of Advanced English) hatten. Die Ergebnisse gibts im Jänner, ein besonders gutes Gefühl hab ich nicht, es überwiegt die Freude, dass es vorbei ist. Ich finde nicht, dass ich das CAE haben muss. Donnerstags kam ich zurück und ging in den Nachtdienst als Lernsani beim Roten Kreuz. Ich will gar nicht schlafen gehen, weil ich weiß, dass ich nach dem Aufstehen wieder in die Schule muss. Dabei interessiert mich das nicht mehr. Ein halbes Jahr noch, dann ist es hoffentlich vorbei. Nichts wie raus hier, egal ob es besser wird oder schlechter.

 

Ich fühle sehr viel. Auch viel Liebe. (was nicht an „Branwen“ liegt) Und hauptsächlich Müdigkeit. Bin mir nicht sicher, ob ich von Mittwoch auf Donnerstag Nachtdienst in K – einer Ortsstelle von Wasserau – schaffe. Hab Mary heute, am letzten Kurstag, bei unserer vorläufig letzten Heimfahrt, vor ihrem Haus noch einen „Rettersport“ geschenkt. Ihr nochmal klar gemacht, welche Rolle sie in meiner Sani-Ausbildung spielte. Rettersport, das war meine Idee:

 

  

 

Gern beim Roten Kreuz :-)

Gutnacht.

29.11.2009 um 22:41 Uhr

weiter, weiter...

Stimmung: erschöpft
Musik: u2 - ultra violet (light my way)

Ich weiß noch, wie ich dem Meister schrieb „die nächsten zwei, drei Wochen werden noch hart“. Haha, welch schöne, hoffnungsvolle Illusion! Nix da, es geht weiter so, auch nach „zwei, drei“ Wochen. Und ich habe diesen Weg selbst gewählt. Ich habe nicht Marys Disziplin was (zumeist unnütze) Arbeit angeht, und so bleibt das, was an Kurswochenenden schulisch zu tun wäre, einfach auf der Strecke. In mancher Hinsicht schade, in anderer einfach nur eine lästige Nebenwirkung meiner Sani-Ausbildung.

 

Heute war ein wunderschöner Kurstag. Am Vormittagsprogramm standen drei Stunden Rechtliche Grundlagen und eine Stunde die „Sandwich“-Bergetechnik. Der Vortragende wurde aber krank, und so übernahm unser Ausbildungsleiter persönlich, mit seinem (und teils auch meinem) Lieblingsthema „Psychische Betreuung von Patienten“. Der Nachmittag war fast noch besser: Praxis ohne Patientenkontakt. Hilfeleistung bei Notärztlichen Maßnahmen, Notfallcheck und Reanimation bei Säuglingen und Kindern sowie Schienungstechniken. Ziemlich anstrengend. Aber gut.

 

Wie gestern und auch letztes Kurswochenende brachte ich KB, die am selben Berg wohnt wie ich, nach Hause und drehte dann um, um Mary in ihr Heimatkaff zu fahren. Am Rückweg R.E.M. hörend eine absolut fehlerfreie und sichere Reise, halbwegs ruhig und fast nicht zu schnell. Ich hab mir nämlich, aufgrund der großen Verantwortung hinter dem Steuer und ehrlicherweise hauptsächlich angesichts dessen, was im Verkehr schon so manches passiert ist, vorgenommen, vorsichtiger zu fahren.

 

Mary freut sich übrigens, das muss ich endlich hier erwähnen, jedes Mal alle beide Haxen aus, wenn ich sie nach Hause bringe. Ein Ausschnitt aus unserem Handy-Dialog nach unserem ersten Probelauf am Nationalfeiertag:

„Ich danke für diesen ausgezeichneten taxidienst! Empfehle gerne weiter wenn du das als 2tes Standbein ausbauen willst. Lg mary“ - „Frag mich grad, was eigentlich mein 1. standbein ist…“ - „Die antwort wird noch kommen … Wenn dir nichts anderes einfällt kannst du auch problemlos taxifahrerin werden. Meine empfehlung hast du sicher. Lg mary“ - „Danke für den guten zuspruch! Werde später daran denken. Unerwünschte nebenwirkungen (wie hws-verletzungen, sht [Schädel-Hirn-Trauma, Anm.] oder hämatothoraxdings) können bis zu 24 stunden nach der fahrt noch auftreten! Schlaf gut, gute nacht. R.“ - „Ich glaube nicht das deine fahrt nebenwirkungen oder spätfolgen hat. Danke noch mal! Gute nacht! Lg mary“

Mary bedankt sich pro Fahrt durchschnittlich mindestens 3 Mal und versichert mir, dass ich das nicht machen muss. Immer und immer wieder. Sie macht mir Komplimente, wie lieb ich bin und wie gut ich fahre. Aber ich glaube, sie hat schon längst verstanden, wie sehr es mich freut. Eigentlich sollte sie ja einen eigenen Eintrag kriegen. Sie, die mir die Ausbildung überhaupt erst ermöglicht hat. Denn allein wäre ich dort nicht hingegangen. Jetzt diskutieren wir in unserer Freizeit, ob der Oberschenkelhalsbruch der alten Dame, die ich letzten Sonntag ins Spital gebracht habe, eine Notarztindikation gewesen wäre. Und vieles mehr. Danke, „Mary“. Ich muss dir noch mal klarmachen, was das für mich bedeutet.

 

Nur noch ein Wochenende bleibt meinem Kurs. Gleich nach den CAE-Prüfungen. Freitag von sechs bis zehn, Samstag von acht bis fünf, Sonntag auch. Eine Art kleine Abschlussfeier soll es geben. Danach werden weiter fleißig Dienste gemacht, bis wir unsere 160 Stunden, sieben Krankheitsbilder/Verletzungsmuster und sämtliche Unterweisungen/erweiterte Maßnahmen haben und uns kompetent und sicher fühlen. Dann schreiten wir zur Prüfung, irgendwann in weitester Ferne. Und damit beginnt der Ernst unseres Sani-Daseins beim Roten Kreuz. Ich darf nur nicht, so wie dieses Wochenende, die Schule völlig ignorieren. Ein gutes halbes Jahr noch, bis ich dem österreichischen Bildungssystem endlich zu entkommen gedenke.

 

Zumindest für eine Weile. Gestern Abend nämlich schrieb ich eine E-Mail:

„Hallo B.,

wir kennen uns ein bisschen; du hast mich letztes Jahr an meine Therapeutin vermittelt. Das war eine unglaublich gute Idee, die Therapie hat mir sehr geholfen und war mit ein Grund weshalb ich im Sommer so glücklich war.

Im Sommer war es auch, dass ich endlich die Kraft hatte, ernsthaft über meine Zukunft nachzudenken. Seit September gehe ich in die 8. Klasse Gymnasium, und das einzige, wobei ich in jenen hellen Sommerwochen, als ich meinen Blick zeitlich in die Ferne schweifen ließ, ein gutes Gefühl hatte, war, eine zeitlang Freiwilligendienst zu leisten. Die vergangenen Wochen hab ich mich also ein bisschen im Internet umgesehen, hauptsächlich der Linkliste auf eurer Homepage folgend. Aber ich weiß nicht so recht, was ich eigentlich will und was ich kann. Vielleicht würde mir ein Gespräch helfen, die möglichen Wege etwas klarer zu sehen. Meinst du, das ginge vielleicht mal? Dass jemand vom J. [vom Jugendservice, bei dem sie arbeitet, Anm.] auf meine Gedanken eingeht und mich auf neue bringt? Oder vielleicht habt ihr auch zielführende Information zu dem Thema. (…)“

Und vielleicht wird ja was draus?

 

Gestern war es auch, dass meine Mum meinte, ich sollte mehr schlafen, ich hätte dunkle Ringe unter den Augen. Na, das fiel ihr aber früh, die hab ich doch schon lang. Aber ich gebe ihr auch Recht. Freitag nachts war ich nicht im C. Club. Warum ich nicht komme, fragte Beauty. „Keine Kraft“, so einfach war die Antwort. Es freut mich, dass ich gestern Abend im Kino nicht eingeschlafen bin. Zwei Karten hatte ich schon Mittwochs (als ich Nachtdienst hatte) reserviert, meine Oma lud uns ein (Herzlichen Dank dafür!), wäre schade, wenn ich was verpasst hätte. Die vergangenen zwei Nächte machte ich Progressive Muskelrelaxation. Ich schlief danach nicht schlecht, aber an meinen Verspannungen änderte es nichts. Wobei ich zugeben muss, dass meine Rückenschmerzen auch mit mangelnder Bewegung zusammenhängen könnten. Ich weiß einfach nicht, wann ich noch reiten, laufen, bogenschießen, drachensteigen, geschweige denn ins Hallenbad zum Schwimmen fahren sollte. Vielleicht am kommenden verlängerten Wochenende mal. Aber da ist viel zu tun, und Dienste will ich ja auch noch machen. Und so vieles bleibt ungeschrieben! Nach Deutschland, in die Schweiz, nach England und nach Amerika, und ganz besonders an meine Therapeutin.

 

Aber das alles hat auch etwas Gutes. Denn ich lebe zumindest. Es ist kaum zu vergleichen mit der Zeit davor. Auch wenn ich keine ordentlichen Einträge mehr zustande bringe. Das ist hier die Hauptsache: Es geht mir gut.

(nachtrag: ne, ich mach jetzt nicht die abstände zw. den absätzen kleiner und die formatierung richtig. ich les mir jetzt mal englisch durch, dann mach ich meine progressive muskelrelaxation und die augen zu. gute nacht.)

22.11.2009 um 22:08 Uhr

Ein Tag ohne Dienst...

 ...ist ein verlorener Tag.
(Ausnahmen stellen die Kurswochenenden dar.)

Ich weiß schon, dass ich es nicht ganz so sehe (-n darf). Aber es ist schon bezeichnend: Heute (Dienst von sieben bis sieben) war ein weitaus besserer Tag als gestern (kein Dienst).

 

 Aus Liebe zu mir selbst.

 

Wenn ich nur zwischen den Diensten nicht immer zur Schule gehen und Zeug für die Schule erledigen müsste!

10.11.2009 um 01:24 Uhr

unsterblich - verrückt - Verstand - Traumland - ...

Musik: Still Burnin’ (Queen + Paul Rodgers)

Seid gegrüßt, ihr Sterblichen, ihr, die ihr zum Leben des Todes Bruder, den Schlafe, braucht!

 

Wir, die Unsterblichen - die Verrückten? - wir ruhen nicht, wir rasten nicht.

 

Wir? Ich bin allein, so sieht es aus. Doch es gibt Meinesgleichen. Sie haben mich nur noch nicht gefunden.

 

Wir kennen die Angst, doch wir sind frei von ihr. Wir sind die Unsterblichen – die Verrückten?

 

Die Welt gehört uns nicht - auch wir gehören nicht der Welt!

 

Wenn wir nur wüssten, wer wir sind! Wir! Die Unsterblichen! Die Verrückten!

 

(Ja, ich weiß auch nicht. Ich gehöre dringend mal ins Traumland. Nachtdienste in Kombination mit Schulsachen schwächen den Sinn und relativieren...

Ach, was solls, vielleicht lösche ich den Eintrag bald wieder. Gute Nacht, ihr Sterblichen! Wir ruhen lange nicht!)

29.10.2009 um 16:53 Uhr

Verdammte Terminplanung.

Stimmung: nicht schlecht, leicht ängstlich gestresst, hoffnungsvoll, leicht enthusiastisch, erschöpft
Musik: Celso Machado - Despedida

Nein, ich beschwere mich gar nicht mehr über aufeinander treffende schulische Leistungsanforderungen. Ich schaffe es nicht einmal, meine Freizeit stressfrei zu planen.

 

Hatte einen Anruf in Abwesenheit, kam bei Rückruf zu meiner Dienststelle. Wurde mit meinem Ausbildungsbeauftragten verbunden, ich natürlich keine Ahnung, worum es überhaupt geht, und er auch nicht so recht. Nach einigem Herumgetelefoniere die Lösung: Sanitäterin am Samstag Vormittag kann nicht heben (Kreuzprobleme), sie bräuchten eine/n Lernsani, der am KTW mitfährt. Ich will ja sowieso Dienste machen, und wenn sie mich sogar fragen, weil sie mich brauchen – da kann ich unmöglich Nein sagen. Also bitte von sechs bis dreizehn Uhr, und auf jeden Fall pünktlich, weil wir um halb sieben schon Dialyse fahren. Ist gut, bin dabei.

 

Freitag Nacht Crystal Club mit Cona, Beauty und SD. Ich hab schon eine Karte, Beauty feiert ihren Geburtstag, ihr Freund kann nicht kommen und auch wenn ich eigentlich genau weiß, dass ich in diese Welt nicht wirklich passe, will ich unbedingt den Versuch wagen, Freude daran zu finden. Nur bin ich schon öfters übermüdet gefahren, aber noch nie unter Restalkoholeinfluss nach kaum Schlaf um halb sechs in einen Dienst als Lernsanitäterin. Mein gewissenhaftes Über-Ich wird mit der ängstlichen Hoffnung, dass ich am Samstag keinen Fehler mache, übergangen. Wenn der Dienst um eins vorbei und gut gelaufen ist, zünde ich eine Kerze an.

 

Ach nein, geht ja nicht, keine Zeit dazu. Um zwei kommt meine Annemarie mit ihren zwei kleinen Kindern. Fast unmittelbar nachdem mein Dienst ausgemacht war, rief ich sie schon an – ich könnte ab Samstag Nachmittag. Es war geplant, dass wir uns beizeiten mal treffen und, wenn das Wetter passt, auf den Hausberg meiner Heimatstadt gehen. Ich komme also aus dem Dienst, lege meine Uniform ab und umarme meine Schwester-Mutter-Freundin, die früher immer da war und dann nicht mehr und dann hatte sie Krebs aber jetzt ist sie wieder gesund und hat nach eigener Aussage eine Igelfrisur, weil ihre Haare allmählich wieder nachwachsen. Hoffentlich muss ich nicht weinen, das wäre nicht angebracht.

 

So viel zum Thema Planung.