Birch Tree

24.11.2007 um 17:54 Uhr

Kalinka muss weg (III)

Stimmung: traurig. hoffnungsvoll
Musik: Star (Reamonn)

Ich hab mich heute von der Kalinka verabschiedet. Zuerst ist etwas passiert, über das ich nicht schreiben kann, weil es Leute gibt, die das nicht wissen sollten. Die R. hat dann Pheli, C. und mir Stangen aufgelegt und Cavalettis aufgestellt und wir sind getrabt und galoppiert und gesprungen. Mit und ohne Zügel. Ich kann es nicht richtig beschreiben, aber es war irgendwie richtig toll... Mir sind dabei hundert Gedanken durch den Kopf gegangen... Ich hatte das Gefühl, die Kalinka vertraut mir, und ich ihr auch. Und ich hab daran gedacht, vielleicht bleibt sie noch da bis dieser Offenstall fertig ist, und dann geht es ihr dort wenigstens gut. Irgendwie war ich glücklich bei diesem Gedanken.

Am fünfundzwanzigsten Februar bin ich sie das erste Mal geritten. Und wenn das heute das letzte Mal gewesen sein soll, dann war es wenigstens schön. Dieser Tag ein Leben. Ich werde sie vermissen, aber ich kann mich wenigstens an solche Tage erinnern, wenn ich an sie denke.

Ich hab eine kleine Haarsträhne von ihr. Mir hätte auch der Gedanke gefallen, ein paar Schweifhaare von ihr mit einer Haarsträhne von mir zu verflechten. Aber ich hab das Gefühl, ich darf nicht so einen Anspruch auf die Kalinka erheben.

Kalinka

23.11.2007 um 15:45 Uhr

Kalinka muss weg (II)

Stimmung: traurig. verzweifelt
Musik: Star (Reamonn)

Wenn die Kalinka verkauft wird, werde ich sie nie wieder sehen. Das ist, als ob sie sterben würde. Ich werde sie in dieser Welt nie wieder sehen. Dort, wo sie hinkommt, stirbt sie vielleicht bald. Und ich werde es nicht einmal erfahren. Die Kalinka ist doch ein gutes Pferd. Sie wird sich bessern, wenn wir ihr eine Chance geben. Eine letzte Chance. Über den Winter. In ihrem Herzen ist sie gut. Das weiß ich doch, das spürt man doch. Vielleicht hat sie sich noch nicht richtig eingewöhnt. Vielleicht sollte sie auf eine andere Koppel, in einen anderen Stall. Und weniger gehen im Schulbetrieb. Ich verspreche, ich werde sie nicht mehr reiten, wenn ich sie dafür nur jede Woche sehen darf, wissend, dass sie auch nächstes Mal noch da sein wird. Ich stelle mir vor, wie die Kalinka in einen Hänger geladen wird, wie sie sich sträubt und den Kampf verliert. Wie ich einfach nur zusehen kann und wie ich es nicht glauben kann, dass sie wirklich werggeschickt wird. Wie ich gehen will, weglaufen, nicht sehen, wie das letzte, was sie bei uns erlebt, ist, in einen Hänger gesperrt zu werden. Aber ich bleibe, weil ich genau weiß, dass es die letzte Möglichkeit ist, sie zu sehen. Und kurz darauf sehe ich sie dann wirklich zum letzten Mal. Ich stelle mir vor, wie ich ihre Kruppe und ihre Mähne sehe, und ihre Ohren, wie sich ihr Umriss dunkel von der hinaufgeklappten Ladefläche des Hängers abhebt und langsam alles zu einem Punkt in der Ferne verschmilzt, wenn das Auto die Straße hinunterfährt. Du kannst sie nicht einfach wegschicken, M.! Das kannst du nicht machen. Gib ihr eine Chance!

Kalinka

21.11.2007 um 22:34 Uhr

Die Sache mit Finn

Fünf Gründe, warum man dieses Buch lesen muss:
  1. weil es lustig ist
  2. weil es traurig ist
  3. weil ein blöder ausgestopfter Otter plattgemacht wird (aber mit einem umweltfreundlichen Backstein)
  4. weil man es gleich noch einmal lesen will
  5. darum

Dieser Klappentext triffts genau.
Auf „Die Sache mit Finn“ (Original: „The Thing with Finn“) von Tom Kelly bin ich in der Bücherecke aufmerksam geworden, weil ich auf alles aufmerksam werde, was „Finn“ im Titel hat; und weil das Cover so gut gestaltet ist.
J
edenfalls… Man kann nicht wirklich sagen, worum es geht, weil man das Buch am besten liest, ohne zu wissen, was auf einen zukommen wird. Man findet dann schon selber heraus, worum es eigentlich geht.
Deshalb nur ganz ungefähr: Der zehnjährige Danny läuft von zu Hause weg, nachdem er dem alten Grundy einen Backstein mit drei Löchern drin durchs Fenster geworfen hat. Warum? Wegen der Sache mit Finn…
Danny erzählt ganz genau so, wie ein Zehnjähriger eben erzählen würde, aber es stecken auch unheimlich kluge und philosophische Aussagen in dem Buch.
Am besten ist es, man liest die Geschichte selbst und lässt sie ganz einfach auf sich wirken.

Die Sache mit Finn

19.11.2007 um 18:43 Uhr

Kalinka muss weg

Stimmung: traurig. völlig verstört
Musik: Star (Reamonn)

Pheli hat mir eine sms geschrieben, dass die Kalinka verkauft wird. Das darf nicht sein. Das kann ich einfach nicht glauben. M., das kannst du nicht tun! Sie ist doch ein gutes Pferd. Sie hat jetzt vielleicht eine schwierige Zeit, vielleicht ist ihr der Schulbetrieb zu viel geworden. Du kannst sie nicht verkaufen. An niemanden in dieser Welt. Es geht ihr doch gut bei dir. Der Reiterhof hier ist wahrscheinlich der erste Ort, an dem es ihr gut geht. Du kannst ihr ihr Leben nicht einfach wieder wegnehmen, nachdem du es ihr gegeben hast. Du kannst sie nicht verkaufen. Bitte. Lass sie ein bisschen weniger gehen, gib ihr über die Wintermonate Ruhe. Sie wird sich bessern, ganz bestimmt. Gib ihr noch eine Chance! Du kannst sie nicht einfach abschieben, du kannst ihr nicht ihre Zukunft nehmen! Wenn du sie verkaufst, werde ich sie nie wieder sehen! Und die B., und die L. und alle! Verkauf die Falbala, wenn es sein muss. Aber nimm uns nicht unsere Kalinka wieder weg, nach so kurzer Zeit. Das kannst du nicht machen! Verkauf sie nicht! Bitte!

Kalinka

14.11.2007 um 21:56 Uhr

Sehnsucht nach Mittelerde

Stimmung: nachdenklich
Musik: Concerning Hobbits (The Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring)

Ich hatte heute wieder große Sehnsucht nach einer anderen Welt, nach Mittelerde. Deshalb wollte ich mir eigentlich ein paar Szenen von den Gefährten anschauen, hab dann aber doch die erste Special-DVD genommen. Das letzte, was ich gesehen hab, war über die Rüstungen, Waffen und Kostüme, und da hab ich dann plötzlich gewusst, was ich als nächstes tun will. (Ich hab also meinem limbischen System statt meinem Frontallappen gehorcht und intuitiv gedacht.) Meine grüne Fließweste mit der Kapuze angezogen, darüber die schwarze Fließweste, deren Ärmel bis zu den Handknöcheln gehen und Löcher für die Daumen haben. Trinkhorn ausgewaschen (Angst vor Spinnen, auch vor toten) und an den schwarz geflochtenen Ledergürtel gehängt. Dazu altes (und leider unscharfes) Messer in die Lederscheide. Köcher aus Stoff mit alten Pfeilen auf dem Rücken, Haselnuss-Bogen in der Hand (hab nichts Besseres). Undichte Schuhe an, Haare zusammengebunden, Kapuze auf. Licht für die Einbrecher aufgedreht, Türe abgesperrt, Schlüssel mitgenommen. Hinaus in die Nacht. Es hat geschnien (ich weiß, dass es eigentlich geschneit heißt) und es war finster und sehr still.

So gegen dreiviertel neun bin ich losgegangen, die Straße ungefähr Richtung Westen. Es war ziemlich kalt, aber außer an den Händen hab ich davon nichts bemerkt. Ich war zu vernünftig, um in den Wald zu gehen, bin bei der Straße geblieben. Aber wo eins war, bin ich am Blankett oder am Parkett gegangen, wie der nicht asphaltierte Streifen nun auch immer heißt. Dort ist ein bisschen Schnee gelegen und das Geräusch und das Gefühl wie ich dort gegangen bin, das war schön. Meine Haare waren nicht ganz ordentlich zusammengebunden, ein paar Strähnen waren nicht oder nur halb unter der Kapuze, und das war auch wunderbar. Das muss einfach sein, Haare, eventuell nass, die ins Gesicht hängen. Wie Aragorn im Tänzelnden Pony die Kapuze abnimmt, schreibt Tolkien auch von seinen „verstrubbelten Haaren“, so nennt er es, glaub ich.

Wie mir die Nase zu rinnen begonnen hat, hab ich mich zuerst ein bisschen geärgert, dann ist mir eingefallen, dass ich zufällig ein Taschentuch mithatte und dann wollte ich keines mehr. Man kann nicht immer ein Taschentuch dabeihaben, denke man nur zum Beispiel an Bilbo, wie er im Hobbit so plötzlich aufbrechen muss.

Ich bin also dann beim Kabergkreuz gestanden und hab ein bisschen heftiger geatmet als ich eigentlich hätte müssen, weil es war ja gar nicht wirklich anstrengend. Aber das gehört eben auch dazu, finde ich.

Ich hab in die Nacht geschaut, aber die Scheinwerfer, die das Kreuz beleuchten, haben geblendet, und die Lichter von der Stadt haben mich zu sehr an die Welt erinnert, in der ich lebe. So bin ich weiter gegangen am Parkett oder Blankett, oder in der Wiese.

Auf der Waldstraße war ein richtiger Sturm, und ich hätte natürlich den ersten Weg nach rechts runter nehmen können, wo wir immer gerodelt sind, dort ist es nämlich windstiller. Aber ich hab daran gedacht, dass es am Caradhras noch viel windiger und noch viel schneeiger und noch viel kälter wäre und ich dort auch nicht einfach weggehen könnte. Den Kopf gesenkt und gegen den Wind gestemmt und weitergegangen.

Einmal ist mir ein Auto im Weg gestanden und ich hätte mich schon fast wieder geärgert. Aber der gerade Weg ist nicht immer der kürzeste, auch das lernt man bei Tolkien.

Beim zweiten Weg bin ich dann nach rechts hinunter. Ich wollte besonders aufpassen, dass ich ihn in der Dunkelheit nicht übersehe, hab dann nicht besonders aufgepasst und ihn trotzdem nicht übersehen. Leider steht dort bei der Hälfte eine Straßenlaterne und – nein, ich hab mich nicht geärgert! Wenn man mal daran vorbei ist und im Halbschatten steht, dann kann man mit ein bisschen Fantasie das Gefühl haben, dass man in Mittelerde ist, auch wenn das Licht eigentlich künstlich ist.

Ich bin weiter und fast wollte ich dort, wo der Weg eine Rechtsbiegung macht, geradeaus weitergehen. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass sich die Wiese bei Regen oder Schnee in einen Sumpf verwandelt, deshalb bin ich doch am Weg geblieben und zur Straße runter und dann links. Dann hab ich nicht mehr gewusst, wohin ich gehen will. Zurück wollte ich nicht (ich drehe nicht um, wenn es sich vermeiden lässt), an unserem Haus vorbei und den Berg hinunter wollte ich auch nicht (dann hätte ich später wieder umdrehen müssen) und für den Wald war ich ja zu vernünftig. Ich bin also wieder Richtung nach Hause, obwohl ich gerne noch draußen geblieben wäre. Es war aber noch sehr schön, ich bin nämlich über die Räuberwiese gegangen, Schnee ist gelegen, es ist nass durch die Schuhe gegangen, der Wind hat geweht…

Ich bin also dann doch heim, obwohl ich statt unserem Haus viel lieber Meduseld vorgefunden hätte, oder Caras Galadhon, oder sonst einen Ort in Mittelerde. Immerhin war meine Kleidung schön nass, ich aber nur ein bisschen. Ich bin rein und hab mir die Schuhe ausgezogen, die Kapuze aber noch aufgelassen. Mir ist eingefallen, dass ich eigentlich noch nie in meinem Leben ein Messer geschliffen hatte, und klar, was ich dann gemacht hab – mein Messer geschliffen. Das hat ein bisschen gedauert, weil ich mich die ganze Zeit nicht so recht entscheiden konnte, ob es mir schon scharf genug war, aber irgendwann hab ich dann aufgehört.

Dann hab ich meine Kapuze abgenommen und mir die Haare aufgemacht und festgestellt, dass sie schön zerstrubbelt waren, wenn auch nicht ganz so schön wie die von Éomer.

Dann ist mir wieder eingefallen, dass heute Astrid Lindgren Geburtstag hat, und der Prince of Wales übrigens auch. Und dass ich schon Ewigkeiten nicht mehr im Tolkienforum war. Und dann, dass ich die Welt, in der ich wirklich lebe, nicht mag. Die Art, wie ich lebe, nicht mein Leben lang aushalten kann. Dass es verständlich ist, wenn ich nach Mittelerde will. Ich will König Théoden dienen, mit Éomer in die Schlacht ziehen, neben Aragorn bis zum Ende kämpfen. Irgendwann will ich sterben, mit dem Wissen, getan zu haben, was möglich war und mit dem Gefühl, dass es nicht umsonst war.

Ich hab dann zweimal das Stück von The Breaking of the Fellowship am Klavier gespielt, das ich ungefähr kann (Noten hab ich ja keine). Und dann hab ich normale Dinge gemacht, die in diese Welt gehören. Den Teppich, den die Katze beim Spielen verschoben hat gerade gerichtet, den Geschirrspüler eingeräumt (eine Häferl ohne Tee und eine Schüssel ohne Griesbrei) und eine Milchpackung weggeschmissen und was halt so notwendig war.

Aber das gehört nicht zu Mittelerde. Das alles gehört nicht zu Mittelerde, denn die Welt gibt es nicht. Es gibt die Welt, in der ich lebe. Und ich muss das Beste daraus machen.

Éomer

08.11.2007 um 05:58 Uhr

Guten Morgen.

Stimmung: bäh.
Musik: Mein Wecker (Bruce Springsteen – Born to Run)

Also, ich weiß ja nicht, wie’s euch so geht, aber ich bin müde. Und mir ist kalt. Ich mag Regen, aber nur wenn ich gut drauf bin.

Der Tag ist ja echt toll. Wer Administrator ist und die Schüler quälen will, sollte ungefähr so einen Stundenplan erstellen wie wir ihn heute haben. Es beginnt mit Latein, Physik, danach Zeichnen, Zeichnen. Bio ist ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber dann geht es weiter mit Englisch, halbe Freistunde, Psycho, halbe Freistunde, zwei Stunden Englisch Begabtenförderung (ich bevorzuge die Bezeichnung „Englischkurs“).

Meine Eltern schlafen ausnahmsweise mal noch. Ich werd also wohl runtergehen, einen Tee machen, die Katze füttern… Hoffentlich geht’s der Cona besser. Bäh.

02.11.2007 um 16:54 Uhr

Finn ist der Allerbeste

Stimmung: gut
Musik: Bruce Springsteen

Wir sind gestern erst relativ spät weggefahren, aber um halb zwei war ich dann doch am Sattelplatz. C. hat gerade den Felleg geputzt und gemeint, dass die M. wahrscheinlich im Stüberl ist. Und das war auch so, weil der Boss ist vor der Türe gelegen. Ich hab ihn nur ein bisschen gestreichelt, damit ich ihn nicht „zu Ungehorsam verleite“ (die M. hat mal gesagt, ich soll das nicht machen, aber ich glaub, sie hats eh nicht ganz ernst gemeint). „Hallo, wen reit ich?“ – „Finn“ – „Super danke“ und will los. – „Warte, ich hol ihn dir von der Koppel“. Ich hab mich kurz gefragt, ob vielleicht was passiert ist, dass die Armida beißt wenn man auf die Koppel geht oder sonstwas. Aber es war dann doch nur, weil die Koppel gatschig war und die M. Stiefel anhatte. Der Finn ist aber eh am Zaun gestanden, also hab ich ihn von außen führen können, während die M. den Einar und den Tibor aus dem Gatsch holen hat müssen. Ich hab den Finn also am Putzplatz angebunden. Dort ist am Rand, neben den Sägespänen, ein einsamer, aber sehr saftig grüner Grashalm aus dem Boden gewachsen. Und der Finn hat sich gebückt und den Halm ganz liebevoll ausgerupft und genüsslich verspeist. Das sind die kleinen Freuden am Tag, hab ich mir gedacht. Ich hab den Finn also dann geputzt, oder eigentlich massiert, weil er war sowieso sauber. Der Einar war genau das Gegenteil. Völlig vergatscht, ein einziger Dreckpatzen von vorn bis hinten. Weil niemand gekommen ist um sich um ihn zu kümmern, hab ich mich dann mit Eisenstriegel und Kardätsche an seine Sattellage gemacht. Dem Finn seine Steigbügel passen absolut überhaupt nicht mehr zusammen. Wenn ich den linken Riemen um die gleiche Anzahl länger mach wie den rechten, dann ist der Rechte kürzer. Wenn ich dann den rechten Riemen um noch ein Loch länger mach ist er wieder zu lang. Kurz bevor ich fertig war ist dann doch M. auf ihrem Rad gekommen. Ich glaub, sie kommt alle ein bis zwei Wochen und geht dann meistens am Einar ausreiten. Irgendwann sind wir dann jedenfalls weggekommen – meine Gerte lag natürlich wieder oben in der Reithalle, aber ich hab eh keine gebraucht – und losgeritten Richtung B.-hof. Es war sehr schön, wir haben gequatscht und so, und ich hab das Reiten genossen. Wir sind um acht Minuten zu spät zurückgekommen. Der Finn hat (unter anderem) einen Maiskeimring gekriegt, wir haben noch ein bisschen geredet, dann bin ich leider schon ziemlich bald abgeholt worden. Naja… jedenfalls… der Finn ist der Beste von allen. Die R. hat unlängst mal gesagt, wir passen gut zusammen, und ich hoffe, sie hat das ernst gemeint. Für den Finn bin ich wahrscheinlich einfach nur eine Reitschülerin, vielleicht eine recht angenehme. Aber mehr nicht. Und ich hab ihn trotzdem gern. Er ist nämlich für mich nicht nur eines von den Schulpferden am Stritzlhof, sondern etwas ganz Besonderes.

  

PS: Word kennt die Worte Gatsch, gatschig und vergatscht nicht…

01.11.2007 um 19:57 Uhr

Keine Fjordpferde, nur ein Panda

Stimmung: gut

Ich hab vorher mit der M. telefoniert, sie hat keine Fjordpferde gekauft, weil sie sich mit dem Preis nicht einig geworden sind. Schade. Dafür geh ich morgen um zwei ausreiten. Pheli ist nicht da, ist wieder mal in Wien. Ich pass derweil auf die Hasen auf. Was sie ihn Wien macht, werd ich gelegentlich gefragt. Wohnen. Seit sie diese Eigentumswohnung geerbt haben, fahren sie ziemlich oft nach Wien. Die Pheli war dieses Jahr schon dreimal im Tiergarten Schönbrunn. Apropos Tiergarten. Der kleine Pandabär heißt jetzt Fu Long. Nicht, dass das mich oder die Welternährungssituation so betreffen würde, aber das Tier hat glaub ich schon öfters Schlagzeilen gemacht als damals die Vogelgrippe, und das will was heißen.

Fu Long

Ach ja... Von Allerheiligen hab ich dieses Jahr nicht viel mitbekommen. Die Mil  hat vorher gerade gesagt, am Friedhof gehts zu wie am Wiener Westbahnhof. Toller Vergleich. Guten Abend.

01.11.2007 um 17:20 Uhr

Mist and Shadow

Stimmung: nachdenklich
Musik: The Lord of the Rings – The Return of the King – The Steward of Gondor

Wolken über Waidhofen 

In letzter Zeit hatte ich wieder öfters so ein Gefühl, als ob ich ein Schatten wäre. Also, ich frag daheim etwas, aber ich bekomme keine Antwort. Nächster Versuch. Wieder nichts. Irgendwann mache ich heftiger auf mich aufmerksam, zum Beispiel durch Pfeifen oder lautes Rufen oder Ärmelzupfen. Oder ich gebe ganz einfach auf und widme mich anderen Dingen. Wenn ich etwas sagen will, mache ich es auf eine ähnliche Art. Um die Anzahl der Niederlagen möglichst gering zu halten, frage ich oft vorher, ob ich etwas fragen darf. Oder sagen. Aber weil auch das oft genug überhört wird sag ich gelegentlich ganz einfach von Vornherein nichts. Auch wenn ich etwas ausrichten soll oder wenn ich irgendwo einen Fehler bemerkt hab oder so. Wenn ich sowieso nicht gehört werde… Ich verstehe ja, dass meine Eltern sich nur auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren können. Ich bin sehr nachsichtig, wenn mein Vater gerade am Computer tätig ist oder wenn sie gerade selbst miteinander reden. Aber manchmal ist ganz einfach klar, dass ich jetzt mit dem Reden dran sein sollte. Wenn ich zum Beispiel nach meiner Meinung gefragt wurde und antworten will. Oder wenn ich es schon geschafft habe, ein Gespräch zu beginnen. Ich sehe nicht ein, warum ich selbst dann nicht gehört werde. Warum darf ich unterbrochen werden, wenn ich doch selbst immer warten und hoffen muss, dass mich jemand hört? Liegt es daran, dass ich die Jüngste in der Familie bin? Wenn meine Mutter gerade mit mir spricht und meine Schwester sagt etwas, warum redet meine Mutter dann mit ihr weiter statt mit mir? Warum ist es zu Hause ein Problem, mit mir zu reden? In der Schule hört man mich und am Reiterhof hört man mich und überall hört man mich, aber warum nicht daheim? Warum rede ich zu Hause angeblich zu schnell, warum versteht man mich nicht? Keiner meiner Freunde hat mich jemals nicht verstanden, weil ich zu schnell geredet hätte. Denkt meine Familie so langsam?
Und überhaupt. Bin ich wirklich so unwichtig für meine Familie? Am Reiterhof ist jeder ungefähr gleichberechtigt, jeder ist wichtig. Aber zu Hause… Wenn meine Oma anruft und mit meiner Mutter telefoniert kommt ein „Wie geht es der Val in Wien?“ und danach ein „Wie geht es der Mil in Graz?“. Wie es mir in Wasserau geht interessiert niemanden. Liegt das daran, dass ich noch nicht studiere? Oh, Entschuldigung, ich wäre natürlich gerne vier Jahre zu früh in die Schule gegangen statt nur einem. Aber ihr hättet mich ja ein bisschen mehr fördern können, dann hätte ich vielleicht ein paar Jahre übersprungen. Wenn es das ist, worauf es euch ankommt. Dass man studiert und eine eigene Wohnung hat und was meine Schwestern sonst noch alles Tolles machen und ich nicht.
Ist doch wahr. Man hat es nicht leicht als Jüngste von Dreien.

 

01.11.2007 um 15:39 Uhr

Geburtstage

Stimmung: recht gut
Musik: Wieder Schandmaul

Meine Mutter hatte natürlich Geburtstag und wir haben gefeiert und es war ganz nett.

Ich hatte auch Geburtstag, aber fünfzehn ist keine besonders schöne Zahl, finde ich. Vierzehn hat mir besser gefallen. 1515151515... nein, damit kann ich mich irgendwie nicht abfinden. Es war trotzdem ganz nett. Wir haben gefeiert und die Kronis sind auch rübergekommen. Das war ein bisschen kurios, weil was ich davor zuletzt von Lovi gehört hatte war nichts besonders Nettes (es war ja die Sache im Michelhaus), aber egal. Sie hat ein bisschen so getan als wäre nichts gewesen, aber viel hab ich nicht mit ihr geredet. Ich frag mich, ob ich die ganzen Geschenke verdient hab... Also, ich mein hauptsächlich das furchtbar viele Geld, das ich auch bekommen hab. Sonst hab ich nicht gefeiert, aber fünfzehn Jahre ist ja auch nichts so Besonderes.

Geburtstagsgeschenke

Viel besonderer ist sechzehn, so alt ist die Cona jetzt. Ich hab ihr das Herr der Ringe Maxi Date Book 2008 (oder ganz einfach: einen Kalender) in der Bücherecke bestellt und ihr ganz mühsam eine Karte in Mallornblattform gebastelt, aus grün und gold und so und ich hab mich richtig bemüht. Und dazu zwei Twix und ich glaub, sie hat sich gefreut, wie ich rübergekommen bin. Sonst hat sie nur mit ihrer Familie gefeiert, also keine Party oder so. Wir haben gequatscht und Kuchen gegessen und später Orksjagen gespielt und so. Mit der Lovi, und dann haben wir das zwischen uns endlich mal geklärt. Oder eigentlich nicht geklärt, sondern nur darüber gesprochen und dann eben Schwamm drüber. Ich finde, es ist absolut überhaupt gar nicht richtig gewesen, wie wir das gemacht haben, weil ich immer noch nicht einsehe, was ich falsch gemacht hätte und weil ich es ziemlich bescheuert finde, dass es Wochen dauert und die Cona richtig anschieben muss, bis die Lovi endlich mal ein Wort darüber verliert. Aber ich sehe es so quasi als ein Zeichen meiner Freundschaft, dass ich einfach sag, vergeben und vergessen und wir reden nicht mehr drüber. Oder so irgendwie, jedenfalls wird das jetzt nicht mehr näher ausgeführt. Der Cona ihr Geburtstag war jedenfalls toll, finde ich.

Viel absolut weniger toll war der Geburtstag von meiner Schwester, weil achtzehn ist etwas noch viel besondereres als sechzehn, aber wir haben so fast überhaupt nicht gefeiert und die Val hat so absolut überhaupt nicht glücklich gewirkt und überhauptst. Und den Tag fand ich bescheuert, um das mal klargestellt zu haben.

Nächstes Jahr werd ich selbst sechzehn, das gefällt mir besser als fünfzehn, wenn auch nicht ganz so gut wie vierzehn. Und dann kann ich ja vielleicht in den Sommerferien im Michelhaus feiern, oder vielleicht lässt sich sogar am Reiterhof was machen, wer weiß?
Und übernächstes Jahr werd ich dann siebzehn, und das gefällt mir sogar besser als vierzehn.
Und dann mach ich die Matura und dann werd ich achtzehn - das gefällt mir wieder gar nicht - und dann werd ich wohl was studieren und so weiter, aber daran will ich gar nicht so genau denken.

01.11.2007 um 11:39 Uhr

Die letzten paar Wochen

Stimmung: gut
Musik: Bohrmaschine und Staubsauger (meine Eltern heimwerken gerade)

Gestern war Halloween, aber da mach ich ja nicht mehr mit. Vor zwei Jahren waren wir (die Kronis und ich) eine ziemlich tolle Partie, aber die Leute machen ja nicht mehr die Türe auf, weil sie Angst haben. Ich finde es ziemlich bescheuert, dass die, die Halloween zum Randalieren missbrauchen, uns den Spaß verderben. Letztes Jahr sind wir dann gar nicht mehr herumgegangen sondern haben uns einfach nur so amüsiert. Und dieses Jahr haben wir es überhaupt bleiben lassen. Heute hab ich im Radio gehört, dass diesmal gar nicht so viel passiert ist, und da dachte ich mir, Na bitte, geht ja doch auch ohne Autos Anzünden oder Eier an die Wand Werfen oder weiß der Teufel was noch alles.

 

Herr J. hat die ganzen Sommerferien Latein gelernt, auf seine Nachprüfung mündlich und schriftlich einen Einser und übersetzt jetzt einen Satz nach dem ersten oder zweiten Mal hinschauen richtig… Wir sind jetzt mit 17 SchülerInnen die zweitkleinste Klasse, und deshalb haben sie uns wieder in den Keller geschickt. Im Gegensatz zu den anderen mag ich die Kellerklasse ja, aber ich finde es arg, dass sie es uns so quasi mit Euch brauchen wir nicht! gesagt haben. Der Direx hat zwar gesagt, wir haben jetzt dafür Privilegien, aber ich nehm mal an, das sagt er nur, damit wir Ruhe geben. Wenn sich aber jetzt wer über unser Radio oder sonstwas aufregt können wir sagen, dass das eines unser Privilegien ist. Dieses Jahr hab ich noch so ziemlich gar nichts für die Schule gemacht. Ein Einser aufs Lateinreferat und den Biotest, ein zur Hälfte erschummeltes „Optime“ auf den Lateintest, einen schlechten Dreier (mit 31 Punkten) auf die Matheschularbeit und einen guten Zweier auf Deutsch (10 Punkte, keine Fehler). Englisch haben wir noch nicht zurück, bis auf den Text wars aber ein kompletter Reinfall (hatte nichts gelernt). Ich hab beschlossen, dass ich jetzt endlich ein bisschen in der Schule nachlassen werde, weil wenn man immer das tut, was von einem erwartet wird, dann wird das ewig so bleiben.

 

Klavierstunden machen wie immer Spaß, Tanzkurs ist so in Ordnung.

 

Am Reiterhof ist alles so halbwegs in Ordnung. Die Kalinka beißt jetzt nicht nur bestimmte Personen, sondern eigentlich jeden. Keine Ahnung, was sie hat, vielleicht kommt ja mal der Guru und kann da was dagegen machen. Beim Reiten ist sie aber richtig brav, sie ist dabei, Vorhandwendungen zu lernen. Die Homepage geht jetzt wieder, ist aber noch in Bearbeitung. Am Sonntag war die M. Fjordpferde einkaufen, ich hoffe, sie hat so viele wie sie gesagt hat, nämlich „höchstens einen Hänger voll“, also zwei. Zu der M. ihrem Geburtstag planen wir was richtig Tolles, ich hoffe es funktioniert und beschreib das dann ein anderes Mal. Den Boss hab ich richtig gern. Unlängst sind wir im Stüberl gesessen und ich hab mit dem Boss gespielt und ihn gestreichelt. Pheli, er hätte mich ins Herz geschlossen. Ich hab geantwortet, dass ich ihn ins Herz geschlossen hab. Und jemand, der zufällig auch da war, hat gesagt, dazu gehören immer zwei. Da hab ich mir gedacht, vielleicht mag mich der Boss ja wirklich? Eigentlich wäre ich davon ausgegangen, dass es ihm egal ist, wer sich mit ihm beschäftigt, aber andererseits… Vielleicht spürt er ja, dass ich ihn gern hab und freut sich, wenn ich da bin? Die M. sieht es, glaub ich, nicht besonders gern wenn ich mit dem Boss spiel. Er ist ja immer noch ein Wachhund, kein Spiel- und Schmusehund. Und vielleicht denkt sie dabei auch an die Xena.

Boss

Naja, das Leben geht halt so dahin und ich denke ziemlich viel in letzter Zeit. Aber das schreib ich dann ein anderes Mal auf. Schönes Wochenende.