Birch Tree

28.02.2008 um 22:21 Uhr

Wie der Mensch die Welt verändert

Stimmung: nachdenklich
Musik: U2

Ich bin erst fünfzehn, aber ich merke es trotzdem, und es tut mir weh, wie sich die Welt verändert. Ich sehe, wie Trampelpfade verschwinden, neue Straßen entstehen, Grundstücke verkauft und darauf Häuser gebaut werden, und warum werden so viele Bäume gefällt… So viele Erinnerungen hingen an dem Wald, der eigentlich eher ein Dickicht war – aber wenn man klein ist, sind viele Dinge größer. Und die drei Bäume, die das Wurzellager gebildet haben – mussten die wirklich sterben? Was ist mit der Schmetterlingswiese, warum haben die das Recht, darauf drei Häuser zu bauen? Und brauchen wir wirklich Straßen überallhin? Was ich in meiner Umgebung sehe, ist nur ein ganz kleines Abbild von dem, was wirklich los ist.

„Where I grew up, there weren't many trees. Where there was we'd tear them down and use them on our enemies.“ (U2, Peace On Earth)

28.02.2008 um 21:34 Uhr

Maurer

Stimmung: nachdenklich

Ich hab nochmal über die Weisheit mit den Mauern und Segelschiffen nachgedacht. Und ich glaube, dass ich eher zu den Maurern gehöre, obwohl ich natürlich weiß, dass es andersrum viel besser wäre. Das muss ich lernen, denke ich. Den Wind zu nutzen. Ich hab schon damit angefangen. Ich sehe zum Beispiel das, was ich hier mache, als Vorbereitung für das, was ich später mal machen werde. Momentan ist nicht viel Sinn darin. Aber ich weiß, dass sich das ändern wird, und so gesehen hat es jetzt auch schon Sinn. Nein, das versteht jetzt keiner außer mir. Jedenfalls… ich mag Segelschiffe. Und wenn das Später, das ich mir vorstelle, ein Jetzt geworden ist, kann ich das vielleicht besser beschreiben.

28.02.2008 um 18:32 Uhr

"Kinderträume"

Musik: Imagine (John Lennon)

Der Beginn eines Projekts, das hoffentlich erfolgreich sein wird.

Die Idee gefällt mir sehr, sehr gut.

Der Rest steht hier:

Kinderträume

27.02.2008 um 19:51 Uhr

Versöhnung

Ich gehe da so, und wer läuft mir entgegen? Die Katze! Schnuppert und schmiegt sich an mich. Hey, Mira, ich dachte, wir mögen einander nicht? Was ist das? Eine Friedenserklärung, oder nur Waffenstillstand? Also gut, bring ich dich halt nach Hause. Wenns nach mir ginge, könnten wir ja auch Freunde sein. Liegt ganz an dir.

27.02.2008 um 15:40 Uhr

Da stimmt was nicht.

Stimmung: nachdenklich
Musik: Favoriten

Und dann macht man sich Sorgen, weil Österreich bei der PISA-Studie so schlecht abschneidet. Über sowas denkt man nach. Es geht um die Leistung. Ich meine… Hallo? Wie wäre es, mal zu überlegen, wie es uns geht? Was sind wir? Maschinen, Arbeitstiere oder eure Kinder?

Und wir sind es, die später mal die Welt in die Hand kriegen, um zu retten, was noch zu retten ist. Meint ihr nicht auch, dass es an der Zeit wäre, mit uns zu reden, statt nur über uns?

27.02.2008 um 15:21 Uhr

Unmenschliche Arbeitsbedingungen

Musik: Favoriten

Die Arbeitsbedingungen von SchülerInnen sind eigentlich unmenschlich.

Unmögliche Arbeitszeiten: pünktlich in die Schule, alle Stunden absitzen, und dann heim: Hausübung machen, für Tests, Schularbeiten und MAKs lernen, Bücher lesen, Referate schreiben, Projekte bearbeiten, sich für jedes einzelne Lernfach vorbereiten und so weiter.

Das ganze unter Leistungsdruck, und ohne Bezahlung.

Dazu kommt, dass der Arbeitsplatz einfach unmöglich ist: Ergonomisch völlig schwachsinnige Sesseln und Tische und so weiter.

Lehrer zeigen, dass sie die Regeln bestimmen, manchmal fühlt man sich machtlos, unwichtig, minderwertig. Man darf nur reden, wenn man gefragt wird, man muss tun, was gesagt wird. Die meisten Lehrer zeigen sich verständnislos und einige lassen auch ihre schlechte Laune an den Schülern aus.

Ich könnte noch einige solche Punkte nennen.

26.02.2008 um 21:23 Uhr

Gedankenwirrwar

Stimmung: recht gut
Musik: Favoriten

Ich war in den letzter Zeit sehr von mir und meinen Mitmenschen eingenommen und hatte nicht viel Gelegenheit, an die übrige Welt zu denken. Ich hoffe, dass sich das bald wieder ändern wird.

Und dann wartet ein Stapel National Geographics darauf, von mir gelesen zu werden, darauf freu ich mich schon.

Optimistisch sein ist das einzige was mir jetzt zu tun einfällt.

Morgen ist diese Matheschularbeit… Aber das Zeugs mit den Folgen und Reihen versteht keiner. Irgendwie ein komisches Gefühl, sich in Mathe nicht auszukennen. Bin ich gar nicht mehr gewöhnt.

 

Ich denke gerade an mindestens zehn verschiedene Sachen gleichzeitig und lerne dabei Mathe und schreibe eine Englischhausübung. Wenn ich nicht aufpasse, brennt mein Kopf irgendwann durch. (Kopfweh hab ich übrigens auch.)

 

Ja, irgendwie bin ich gerade so richtig optimistisch. Keine Ahnung, woher das kommt.

26.02.2008 um 18:05 Uhr

Chinesische Weisheit

"Wenn der Wind stärker bläst, bauen die einen Mauern, die anderen aber Segelschiffe."

Hab ich heute in der Schule gehört. Gefällt mir sehr gut.

26.02.2008 um 16:54 Uhr

"Augenarzt"

Musik: Favoriten

Augenarzt. Wieder dieses Wort, diesmal in Geschichte. Nicht ganz so direkt, nur erwähnt. Und ist trotzdem angekommen. Und hat etwas ausgelöst. Aber ich bin froh, dass mich dieses Wort immer an ihn erinnern wird.

Es war am Wochenende im Ybbstaler:

„Med.-Rat Dr. A. R., der bekannte und beliebte Augenarzt von Wasserau, ist (…) verstorben.“

Und fünfunddreißig Zeilen später:

„(…) Was Dr. R. im Besonderen auszeichnete, waren seine Liebe zum Beruf, seine bescheidene und ruhige Wesensart und seine Toleranz seinen Mitmenschen gegenüber. Was ihn noch auszeichnete, waren seine große Neugierde allem Neuen gegenüber und seine Wissbegier gerade im Bereich der Naturwissenschaften.
Mit Dr. R. verliert (…) Wasserau eine Persönlichkeit, der stets Respekt entgegengebracht wurde und die großes Ansehen in der Bevölkerung genoss.“

Wie gut oder schlecht der Text formuliert ist, ist eigentlich egal. Ich finde, dass der letzte Teil ihn recht gut beschreibt.

26.02.2008 um 14:27 Uhr

Und sower ist Psychiater.

Stimmung: war schon besser

Mit meiner Mutter kann man einfach nicht reden. Der Versuch (ihrerseits) hat mich nur aus einer relativ optimistischen Stimmung wieder völlig runter gezogen. Und sower ist Psychiater.

25.02.2008 um 20:14 Uhr

Auszeit

Stimmung: naja
Musik: U2

Auszeit...
beim Reiten.
beim Laufen.
beim Schreiben.
beim Lesen.
beim Träumen.
beim Lachen.

24.02.2008 um 19:56 Uhr

Ich komm nicht mehr mit!

Stimmung: verzweifelt, überfordert
Musik: Favoriten

Ich würde gern einfach mal ein paar Wochen Pause machen, warten, bis sich das alles von selber regelt, und dann erst wieder weiterleben. Ihr lauft mir nämlich alle viel zu schnell, ich komm nicht mehr mit.

Es ist kein schönes Gefühl, wenn man genau weiß, dass man nicht den Anforderungen entspricht. Es geht nichts weiter. Ich konzentriere mich nur darauf, am nächsten Tag wieder aufzustehen und weiterzumachen, wo ich vorher war. Weil ich dazu schon meine ganze Kraft brauche. Ich kann einfach nicht noch mehr machen.

Und ich hab dann auch noch ein schlechtes Gewissen, wenn ich eine zeitlang in meinen Träumen bleibe. Dabei glaub ich, dass ich diese Träume auch irgendwie brauche, um weiterzumachen. Sie tun mir gut. Aber mehr und mehr kommen sie mir wie eine Droge vor.

Und ich denke jetzt, es wäre wirklich einfacher, wenn ich einfach mal mit jemandem darüber reden würde, was ich so denke. Es wäre schon gut, wenn jemand, der mich kennt, hier lesen würde. Auch wenn hier nicht alles steht. Diese Person könnte mich dann darauf ansprechen, und vielleicht könnte ich dann endlich über mich reden. Das Problem dabei ist aber wieder, dass die Zeit auch nicht für ein Gespräch stillsteht. Sie rennt trotzdem weiter, genauso wie sie weiterrennt, wenn ich mich in meine Träume flüchte. Sie rennt auch jetzt, während ich hier schreibe.

Haltet doch mal alle still, ich kann nicht so schnell laufen. Ich komm einfach nicht mehr mit.

Und dabei würde ich hier so gerne mal wieder was Fröhliches schreiben.

23.02.2008 um 19:38 Uhr

Selbstverletzung (IV)

Ich sollte damit aufhören. Es ist ein Zeichen von Schwäche, und ich will nicht schwach sein. Und dann womöglich irgendwann eine Therapie machen müssen, oder sonstwas. Nein, da hör ich noch lieber selber auf.

22.02.2008 um 19:56 Uhr

Leben, um zu sterben

Stimmung: traurig und verzweifelt
Musik: Simon & Garfunkel

Wir sind nicht an diese Welt gebunden, und ich bin froh, dass wir alle einmal gehen dürfen.

Aber es kann doch nicht richtig sein, wenn ein kleiner Junge sterben muss, bevor er das Schöne in dieser Welt gesehen hat. Bevor er Liebe gespürt hat, bevor er weiß, was Freiheit bedeutet. Ich will, dass er barfuß über eine Wiese laufen kann, zusammen mit seinen Freunden, lachend. Ich will, dass er fühlt, was Glück ist, dass er erfährt, was es bedeutet, zu leben. Er kann doch nicht geboren werden, nur um zu sterben. Das macht doch keinen Sinn.

22.02.2008 um 19:46 Uhr

Intensivstation

Stimmung: verzweifelt
Musik: Simon & Garfunkel

Und Raphael liegt auf der Intensivstation.

21.02.2008 um 22:45 Uhr

Hakuna Matata...

Es ist ja nicht so, dass ich wirklich stolpern würde, dass ich still stehe und die Zeit ganz ohne mich läuft. Ich trabe ja eh brav weiter durch das Leben, sehe auch die etwas schöneren Dinge auf dieser Welt. Hab meinen Weg nicht ganz aus den Augen verloren, und weiß immer noch, wozu ich eigentlich hier bin. Ich bin optimistisch. Und ich weiß, dass es anderen Leuten noch viel schlechter geht als mir.

Und falls sich jemand beim letzten Satz angesprochen gefühlt hat...

21.02.2008 um 22:04 Uhr

Nicht gut

Stimmung: war schon besser
Musik: Meanwhile (Fool's Garden)

Nach außen hin bin ich wie früher meistens, ich lache in der Schule, gehe am Wochenende reiten und so weiter. Aber hinter dieser Fassade geht es mir nicht besonders gut. Ich bin überfordert und müde, mein Rücken und mein Genick tun mir immer noch weh,… In Wirklichkeit rennt mir die Zeit zu schnell. Ich bräuchte mehr Zeit zum Denken. Mein Kopf ist voll mit all den Dingen, die ich nicht loswerden kann. Ich bräuchte Überblick über das, was ich zu tun habe, und einen Punkt in der Zukunft, wo ich sagen kann, Jetzt hab ichs fürs erste geschafft. Aber stattdessen soll ich an immer mehr, und an ganz andere Sachen denken.

Der Nebel ist auch schön, aber noch lieber wäre es mir, wenn ich die Sterne sehen könnte. Sie sind mir in letzter Zeit sehr wichtig geworden, die Sterne. 

20.02.2008 um 21:51 Uhr

Sein altes Fernrohr

Stimmung: relativ gut, hundemüde
Musik: Fiery Nights (Lord of the Dance)

Ja, Mondfinsternis… Ist schon was tolles. Schade, dass ich mitten in einem anstrengenden Schuljahr bin und eigentlich schlafen sollte. Mein Großvater hätte wahrscheinlich auch gern nochmal eine Mondfinsternis gesehen. Sein altes Fernrohr steht im Wintergarten, und ich finde, es ist wirklich ein sehr, sehr gutes Fernrohr. Ja, vielleicht stehe ich doch in der Nacht auf, um noch einen Blick durch zu werfen. Für ihn. Weil es ihn sicher interessiert hätte.

20.02.2008 um 17:12 Uhr

Warum ich mit wem über was nicht rede

Stimmung: nachdenklich
Musik: U2

Mit meinen besten Freunden rede ich nicht über das, was ich denke, weil wir einander schon so lange kennen. Andere Sachen haben uns früher beschäftigt, wir sind es nicht gewohnt, über schwere Dinge zu sprechen. Natürlich hat sich unser Gesprächsstoff in den letzten Jahren verändert, wäre ja traurig, wenn nicht. Aber viel reden wir nicht über Probleme und Sorgen. Die Zeit, die wir  miteinander verbringen können, ist auch viel zu kurz, um sie für persönliche Therapiestunden zu verwenden.

Mit anderen Freunden rede ich nicht über das, was ich denke, weil wir uns nicht so gut kennen, dass ich ihnen das alles anvertrauen würde.

Mit meiner Schwester rede ich nicht über das, was ich denke, weil so masochistisch bin ich auch wieder nicht. Sie hat mich einfach immer wieder zurückgewiesen, alles kritisiert, mich fertig gemacht… Ich konnte mir einer Sache noch so sicher sein – wenn sie ihren Kommentar dazu abgegeben hat, hab ich wieder an allem gezweifelt. Nein, sie ist die letzte, mit der ich über meine Probleme reden würde.

Mit meiner anderen Schwester rede ich nicht über das, was ich denke, weil ich nicht will, dass sie sich damit beschäftigt. Sie hat mich schon so oft getröstet, als ich kleiner war. Sie hat wirklich besseres zu tun, als sich um die Probleme ihrer kleinen Schwester zu kümmern. Ich will nicht, dass sie sich mit mir belasten muss.

Mit dem Max rede ich nicht über das, was ich denke, weil ich nicht will, dass er mein „engster Vertrauter“ wird. Ich weiß nicht, warum er mir überhaupt Beachtung schenkt, warum er mich scheinbar sehr gut versteht. Darüber freue ich mich natürlich, aber mehr sollte da nicht sein, und mehr will ich auch gar nicht. Er ist ja nicht mein Bruder, auch wenn mir das sehr recht wäre.

Mit meiner Mutter rede ich nicht über das, was ich denke, weil sie mir sowieso nicht helfen könnte, selbst wenn sie es versucht. Irgendwie lustig, wenn ich daran denke, dass sie eigentlich Psychiaterin ist.

Mit meinem Vater rede ich nicht über das, was ich denke, weil… keine Ahnung, warum. Er hat nicht so besonders viel Zeit, aber die würde er sich für mich nehmen, wenn ich ihn darum bitten würde. Es gibt sicher Dinge, über die eine 15jährige Tochter mit ihrem Vater nunmal nicht redet. Und sonst weiß ich nicht, warum ich nicht mit ihm über mich spreche.

Es stimmt wahrscheinlich, dass es leichter ist, wenn man über seine Sorgen reden kann.
Aber auch wenn ich noch so viel über mich rede, mit meinem eigenen Leben muss ich doch selber klarkommen, meine Probleme muss ich selber lösen.

20.02.2008 um 16:37 Uhr

Schlag von hinten

Stimmung: geht so

Es war wie ein Schlag von hinten. Ich war nicht darauf gefasst, dass sowas in Gesundheitslehre passieren würde. Und es war ja auch nicht Absicht, sie weiß ja gar nicht, was sie da gesagt hat. Sie hat gesagt, In Wasserau gibt es nur einen einzigen Augenarzt. Das war alles. Das war genug. Es gab mal einen anderen Augenarzt in Wasserau. Er war ein sehr bekannter und angesehener Arzt. Er hat vielen Leuten geholfen. Aber diesen Augenarzt gibt es jetzt nicht mehr. Er war mein Großvater.

Ich frage mich, ob ich mein Leben lang beim Wort „Augenarzt“ an ihn denken werde?