Birch Tree

30.05.2008 um 23:14 Uhr

An ein Versprechen gebunden

Stimmung: ruhig außen, stürmisch innen
Musik: Howard Shore

Gestern hat mich der Wolf an ein Versprechen gebunden. Dieses bedeutet mir sehr viel. Ein Schwur, ein Eid. Der nicht gebrochen werden darf. Versprechen mit mir selbst hab ich noch selten gehalten. Versprechen mit dem Wolf sind etwas anderes. Warum konnte mich niemals jemand an ein Versprechen binden? Wo es mir doch so viel bedeutet. Wieder etwas, das ich nicht verstehe.

Draußen stürmt es. Drinnen nicht. Ich genieße die Stille. Wie immer, wenn ich alleine bin. Obwohl ich heute nichts gegen Gesellschaft hätte. Nette junge Leute, mit denen man Spaß haben kann. Auch wenn es nichts zu feiern gibt. Morgen schon. Aber ich werde nicht lang bleiben. Nicht über Nacht. Soziale Kontakte können auch später gepflegt werden. Das Leben genießen. Nicht an die Folgen denken. Vielleicht schon bald. Denn ich habe noch so viel vor.

Ich wünsche eine gute Nacht.

Was heißt Sonnenuntergang auf Finnisch?

29.05.2008 um 20:38 Uhr

Zwiegespräch: Die Abmachung

Hatten wir nicht eine Abmachung?
Mit dir hab ich gar keine Abmachungen.
Das sehe ich anders.
Es ist mir egal, wie du das siehst.
Es gibt etwas, das dir egal ist?
Es gibt tausend Sachen, die mir egal sind.
Aber ich gehöre nicht zu diesen Sachen.
Nein…
Du nicht.
Und deshalb wirst du dich an die Abmachung halten.
Es gibt keine Abmachung!
Du hast mit kaum jemandem Abmachungen.
Aber mit mir schon.
Ich will jetzt nicht mit dir reden.
Das wiederum ist mir egal.
Ich habe meinen Teil der Abmachung erfüllt.
Gar nichts hast du erfüllt.
Du bist heute ziemlich stur.
Weil ich Recht habe.
Es wird Zeit, dass du deinen Teil der Abmachung erfüllst.
Es gibt…
Du hörst mir jetzt mal zu.
Es gibt eine Abmachung, und das weißt du sehr genau.
Es geht darum, dich da raus zu bringen.
Aber wenn du nicht willst, dann eben nicht.
Dann verstecke dich weiterhin hinter deinem Lächeln.
Wenn du nur später nicht sagst, es hätte dir keiner helfen wollen.
Es ist deine Entscheidung.
...
aber vielleicht bist du einfach zu stolz dazu.
Ich bin nicht stolz.
Das weiß ich.
Also reiß dich zusammen.
Das ist nicht so leicht.
Auch das weiß ich.
Aber du weißt, was du zu tun hast.

28.05.2008 um 20:35 Uhr

Narben

Musik: Bad (U2)

Feine weiße Linien an meinem linken Unterarm. Nur zu erkennen, wenn man von ihnen weiß. Wie ein kleiner Schwarm Fische. Mir gefallen sie. Das sollte nicht sein. Aber sie gefallen mir. Ich bereue es nicht.

Es war ganz einfach, aufzuhören. Jetzt kostet es doch ein wenig Kraft, nicht wieder anzufangen. Ich spiele mich, ich provoziere mich. Aber ich lasse es nicht so weit kommen. Es bleibt wie es ist. Versprochen.

27.05.2008 um 19:33 Uhr

Cambridge ESOL FCE

Stimmung: sonnig
Musik: U2

Es hätte viel schlimmer sein können. Wir waren pünktlich in der Landeshauptstadt, obwohl der Anschlusszug Verspätung hatte. Die examiner waren sehr freundlich und haben immer so getan, als wäre das ganz was Großartiges, was wir da tun. Fast alle von uns bekamen einen Gesprächspartner, den sie schon kannten: V mit L, J mit A, C mit S. Alle außer mir. Was aber vielleicht auch gar nicht mal so schlecht war. Denn ich wurde mit einem gewissen Christian in den Prüfungsraum gebeten. (Einem sehr gut aussehenden und sympathischen Christian, nebenbei bemerkt.) Er hat mir sehr geholfen, denn während ich, obgleich nicht nervös, doch ziemlich unsicher war, war er zwar nervös, aber sehr selbstsicher. Hat beispielsweise bei der discussion das Gespräch begonnen, nach einem guten Einstieg mir das Wort gegeben und immer weitergemacht, wenn ich nicht wusste, was ich noch sagen könnte. Wir waren eigentlich immer derselben Meinung, was die Sache nicht besonders leicht gemacht hat, denn so wird die Diskussion nicht besonders belebt, es war mehr ein Herumgeschiebe von That's how I feel about it too, You’ve got a good point there und ähnlichem. Ich denke, dass bei solchen Prüfungen fast immer einer besser abschneidet als der andere. Diesmal wars eben Christian, und das finde ich gut und gerecht. Ich hab nicht wirklich zeigen können, was ich kann, aber es wird schon in Ordnung gewesen sein. Mein examiner hat gesagt, wir sollen the rest of the day genießen, so bin ich also mit meinen Leuten bald wieder zurück in die Statutarstadt gefahren – zum Anschlusszug mussten wir wieder mal rennen, Gruß an die ÖBB – und nach einer kurzen Diskussion waren wir uns einig, dass wir für heute vom Unterricht freigestellt sind. Um halb zwölf hat uns also in Wasserau die Sonne begrüßt, wir sind aber gleich nach Hause gegangen, ohne unseren Kollegen einen Besuch im Physiksaal abzustatten. Wir haben die Mündliche jedenfalls recht gut überstanden, die 280 schriftlichen Minuten liegen noch vor uns. Aber da können wir uns noch vorbereiten, und bis wir in zehn Wochen dann die Ergebnisse haben, brauchen wir uns ja wirklich kaum Gedanken darüber machen.

[Und jetzt muss ich gerade über mich selbst lächeln, weil ich ziemlich intensiv an diesen Christian denke. ;)]

26.05.2008 um 21:59 Uhr

Gut, dass morgen schon morgen ist

Stimmung: sosolala
Musik: U2: All That You Can't Leave Behind

Dann ist es wenigstens bald vorbei. Ich hätte mich besser vorbereiten sollen, aber jetzt kann ich eh nicht mehr viel machen. Mr. M. hat sich heute optimistisch gegeben. Nunja, wir werden ja sehen, was dabei rauskommt. Ich bin die Ruhe selbst. Und ich bin froh, dass wir das gemeinsam durchziehn. Vielleicht hab ich ja sogar das Glück und krieg einen von meinen Leuten als Gesprächspartner. Würde die Sache natürlich viel einfacher machen. Was auch immer dabei rauskommt, eine Erfahrung ist es allemal. Wenn wir nicht durchkommen werden wir wahrscheinlich von Mr. M. persönlich geteert und gefedert. Auch eine Erfahrung. Vielleicht gehe ich heute mal zu einer für Mitteleuropäer üblichen Zeit schlafen, dann bin ich morgen munterer. Traubenzucker ist eingepackt, timetable und passport werden auch nicht vergessen. Was soll schon schief gehen. Ist ja nur eine FCE-Prüfung.

25.05.2008 um 18:55 Uhr

Zwiegespräch: Herausforderung

Musik: Kite (U2)

Lass mich gehen.
Nein.
Bitte… lass mich gehen.
Nein.
Lass mich sofort raus.
Wenn du mich nicht rauslässt, schrei ich!
Würdest du das wirklich tun?
Nein…
Eben.
Und davon abgesehen, würde dich auch keiner hören.
Warum lässt du mich nicht gehen?
Ich will sehen, was du machst.
Ich will sehen, wie stark du wirklich bist.
Ob du kämpfen wirst…
Wenn du die Gelegenheit bekommst.
Ich kann nicht kämpfen.
Weißt du das denn?
Hast du es jemals probiert?
Ich kann es nicht.
Du hast es also schon versucht?
Nein…
Aber ich weiß, dass ich es nicht kann.
Kämpfe! Dann kannst du gehen.
Ich will nicht kämpfen.
Was willst du denn?
Ich weiß es nicht…
Willst du dich dein Leben lang hier verstecken?
Nein.
Du willst also raus?
Ja.
Du wirst also kämpfen?
Ich…
Wirst du?
Ja…
I
ch werds versuchen…
Gut.
Du weißt, was du zu tun hast.

24.05.2008 um 22:27 Uhr

Sie glaubt sie kennt mich

Stimmung: verärgert, aber nur ein bisschen
Musik: R.E.M.

Meine Schwester glaubt, sie kennt mich. Glaubt, dass sie weiß, was ich denke, was ich will, und was ich den ganzen Tag mache. Denkt, sie weiß, was meine Hobbys sind. Dabei hat sie so überhaupt keine Ahnung von mir. Kommt gelegentlich mal übers Wochenende und glaubt tatsächlich, sie kennt mich. Und gibt dazu auch noch ihre Kommentare ab. Das erste, was sie gesagt hat, als sie das letzte Mal da war, war nicht etwa Hallo liebe Schwester und Wie geht es dir, sondern ob ich zum Goth mutiert sei, oder zum Emo, oder keine Ahnung, was sie mir damit eigentlich sagen wollte. Weiß auch nicht, warum sie mich nicht einfach in Ruhe lassen kann, wenn sie nichts Nettes über die Lippen bringt. Wobei ich gerechterweise sagen muss, in letzter Zeit war sie auch wirklich manchmal ganz nett. Hat mich am Donnerstag sogar gelobt. Du hast Stil, sagte sie. Das meinte sie wohl als Kompliment. Aber dass sie mich kennt, das braucht sie wirklich nicht glauben. Hat ja keine Ahnung, was ich eigentlich mache, wer ich bin, was mich bewegt und was in mir vorgeht.

24.05.2008 um 22:03 Uhr

Hab dich lieb, Baronin

Stimmung: recht gut
Musik: R.E.M.

Vier Stunden Reiterhof haben mir heute wirklich gut getan. Hab mich sehr wohl gefühlt, lag sicher auch am tollen Wetter. Heute wars eher lustig, die Reitstunde war weniger erfolgreich als beim letzten Mal. Aber trotzdem ganz gut. Doch, ich hab sie wirklich sehr gern, die Trixi, wir kommen auch einigermaßen miteinander zurecht. Naja, beim F und beim C hat sie mir immer eine Szene gemacht, weil es ihr zu gatschig war. Ich bin untröstlich, Fräulein Baronin von Trixelshausen, dass zu unserem Landsitz kein Fünf-Sterne-Reitplatz gehört, bei dem täglich fünf Diener beschäftigt sind, um ihn vor Vernässung zu bewahren. Aber wenn Fräulein Baronin es wünschen, bemühe ich mich freilich gerne um die Errichtung einer solchen Anlage. Ich bin ohne Zweifel, der Graf wird diesem Gesuch ehebaldigst nachkommen.
Hab dich lieb, Stute. Lieber als mir lieb ist.

2 Bilder von der Baronin

23.05.2008 um 02:20 Uhr

Die Sterne sind da, auch wenn ich sie nicht sehen kann.

Stimmung: Ruhig, nachdenklich, ein wenig traurig, aber auch hoffnungsvoll. Es ist nicht schlimm, eher sogar schön.
Musik: Howard Shore

Seit Elenas Tod steht in meinem Zimmer ein Teelicht. Es hat oft für sie gebrannt, später auch für Kalinka, Raphael, meinen Großvater, Astrid Lindgren, die Leute in Myanmar und viele andere. Heute brennt sie für mich. Ich liebe das Feuer, und das Gefühl, wenn ich mir an der Kerze die Finger verbrenne. Aber damit habe ich bekanntlich aufgehört, und heute Abend fange ich nicht wieder damit an.

Es ist fast drei Jahre her. Elenas Tod, meine ich. Ich vermisse sie heute noch genauso wie damals. Mira ist kein Ersatz für sie. Sie ist eine Katze, die ich gern habe. Und dennoch habe ich von Anfang an versucht, mich vor ihr zu verschließen. Wollte sie nicht in mein Herz lassen. Ich hatte Angst. Angst, mich dadurch zu verletzen. Und ich hatte auch das Gefühl, Elena untreu zu sein, wenn ich eine gute Beziehung zu Mira aufbaue. Selbst heute ist das noch ein wenig so. Aber nach allem, was in meinem Kopf passiert ist, und nachdem ich über uns geschrieben habe, kamen wir uns immer näher. Ich hab Mira sehr gern, auch wenn ich sie nicht immer ganz verstehe. Mich verstehe ich ja auch nicht. Sie ist in der Früh die erste, die mich begrüßt. Na gut, das ist nicht schwer, wenn sonst keiner da ist… Aber die Nähe zu ihr, besonders wenn wir nebeneinander oder aufeinander schlafen, ist schön, auch wenn sie tatsächlich ein wenig wehtut. Selbst jetzt, nach drei Jahren.

Sternenschein hat mal geschrieben, dass es keinen Sinn hat, abends über Probleme nachzudenken. Ich denke trotzdem meistens abends. Wenn ich meine Ruhe habe, alleine bin mit der Katze, meine Musik dazu hören kann. Obwohl ich jetzt natürlich entweder schlafen oder etwas anderes schreiben sollte. Aber das hier zu schreiben kommt mir viel sinnvoller vor als jemandem, den es gar nicht gibt, auf Englisch Rat bei irgendeinem Problem zu geben. Das wäre eine von den Aufgaben, die ich momentan zu erledigen hätte. Aber ich lasse mich selten unter Druck setzen. Auch jetzt nicht. Es ging mir nie darum, Erwartungen zu erfüllen. Im Gegensatz zu manchen anderen weiß ich nämlich, dass ich ich bin. Wer auch immer das ist. Eigentlich hab ich fast immer gemacht, was ich wollte. Jetzt weiß ich nicht genau, was ich will. Aber ich werde meinen Weg finden. Meine Vorstellungen. Nicht die anderer.

Ich werde mich wohl irgendwie über die nächsten Tage retten und dann, wenn wir aus London zurückkommen und zumindest in der Schule alles mal so weit gelaufen ist, egal wie, dann werde ich mich und meinen Weg suchen. In den Sommerferien viel fürs Leben lernen und das abschließen, was schon lange abgeschlossen gehört. Und wenn ich sechzehn bin, weiß ich dann vielleicht sogar ungefähr, wer ich bin und was ich will. Das ist vorläufig das, worauf ich warte. Bis dahin heißt es Augen zu und durch, auch wenn es mir anders viel lieber wäre. Ich weiß, dass ich selbst etwas ändern muss. Aber das kann ich erst dann, wenn beginne ich mich selbst zu finden. Und das braucht Zeit, die ich hoffentlich bald haben werde.

Ich denke auch, dass ich jetzt ungefähr weiß, was mir fehlt. Ein Wort, das ich sonst kaum verwende: Geborgenheit. Bis ich dies wieder gänzlich fühlen kann, habe ich meine Inseln. Die heutige Reitstunde war großartig. Ich will nicht weiter ins Detail gehen, nur so viel, dass ich sie sehr gern hab, die Trix. Sie ist ein tolles Pferd. Wenn auch ungefähr genauso kompliziert wie Mira und ich. Nicht, dass das jetzt so klingt als wären mir meine Menschenfreunde nicht wichtig. Eine von ihnen hatte heute, oder eigentlich gestern, es ist ja schon fast halb drei, Geburtstag. Alles Gute nochmals, falls du das hier liest, denn du weißt ja von diesem Weblog. Gefeiert wird aber erst am 31. Ich habe keine Zeit, aber ich werde da sein. Wie versprochen. Noch viel mehr da sein muss ich jetzt aber für jemand anderen. Denn seit mehr als zehn Jahren waren wir füreinander da, und auch wenn sie von meinen Problemen wenig weiß, verstehe ich dennoch einige von den ihren. Und so werde ich da sein, wann auch immer sie mich braucht.

Eins gibt es noch, worüber ich heute Nacht schreiben will. Wenn mein Großvater von all dem hier wüsste, würde er mich nicht umarmen. Er würde vielleicht meine Hand halten, aber es wären die Worte, auf die es ankommt. Er würde reden. Und wahrscheinlich würde er mich wirklich verstehen. Er hat nie Erwartungen gestellt. Sah mich als die, die ich bin. Wer auch immer das ist. Und motiviert mich dennoch oder gerade deshalb, zu lernen. Fürs Leben, nicht für die Schule. Er hat so viel erlebt, so viel erfahren. Selbst auch ein wenig davon zu lernen, dazu konnte er mich motivieren. Ich bin ihm so dankbar für alles, was er mir gegeben hat.

Die Sterne sind da, auch wenn ich sie nicht sehen kann. Mira und ich, des Nachts bei Kerzenschein und unglaublich guter Musik. Aber jetzt gehen wir schlafen.

19.05.2008 um 20:27 Uhr

Traurigkeit

Stimmung: traurig
Musik: Des Wolfs Playlist für Leute denen es nicht so prickelnd geht...

Ich dachte mal, ich darf eigentlich nicht traurig sein, weil es mir ja ziemlich gut geht hier. Aber jetzt denke ich, jeder darf traurig sein. Man kann traurig sein, auch wenn man fast alles hat was man braucht. Auch ich. Und so bin ich traurig. Ich würde das gern alles mal ordentlich abschließen, diese dunklen Gedanken und den ganzen Rest, denn es wird nie mehr wie es früher war, und entweder lebe ich damit oder nicht. Aber vielleicht könnte mir ja mal jemand erklären, wie das weitergehen soll in dieser Nebelsuppe, die sich mein Leben schimpft, damit wäre mir schon sehr geholfen. Nur werden die Sterne, in denen dies geschrieben steht, des nachts von einer Wolkendecke verborgen. Wenn sich nicht bald grundlegend etwas ändert, weiß ich nicht, wie lang ich noch mithalten kann. Wobei von mithalten ohnehin schon lang nicht mehr die Rede sein kann. Er sagte, er sei stolz auf mich. Ganz besonders auf mich. Wahrscheinlich wäre er jetzt sehr enttäuscht von mir.

Es wird nie mehr wie es war.

14.05.2008 um 20:50 Uhr

Es brennt

Stimmung: gestresst. versuchen, ruhig zu bleiben. ängstlich.
Musik: ich brauch was ruhiges. ich brauch dringend was sehr, sehr ruhiges.

Es brennt, und zwar ganz fürchterlich. An so viel will ich denken, muss ich denken, aber die Zeit wird allmählich knapp. Allmählich? Nein, ganz plötzlich. Ich finde es ja wirklich sehr nett, dass wir die Termine für die FCE-Prüfungen heute schon erfahren haben. Also noch 12 Tage Zeit bis zur Mündlichen. Schön, dass sie es uns nicht erst am Vortag gesagt haben. So wissen wir ja schon im Vorhinein, dass wir um die gleiche Zeit drei Schularbeiten, drei Tests, eine MAK und ein paar andere schöne Beschäftigungen haben. Noch eine ganze Doppelstunde Vorbereitung. Na, das geht sich ja alles wunderschön aus. Jetzt hab ich wenigstens was zu tun, wenn ich abends nicht schlafen gehe. Wann, ich frage, wann soll ich das alles lernen? Ich muss wohl meine Aktivitäten hier etwas einschränken. Ich muss alle Aktivitäten einschränken, und zwar nicht nur ein wenig. So viel, über das ich schreiben wollte. So viele halb gedachte Gedanken. Wir sehn uns, oder auch nicht.

 

Ich habe Angst. Vor dem was auf mich zukommt. Weil ich nicht weiß, wie ich das schaffen soll.

 

(Ich weiß, dass dieser Eintrag nicht von hoher sprachlicher Qualität ist. Aber ich bin momentan nicht in der Lage, ihn in irgendeiner Form zu verbessern.)

13.05.2008 um 17:53 Uhr

Darf ich mich vorstellen?

Stimmung: ganz gut
Musik: Concerning Hobbits

Ich bin ein Hobbitmädchen vom Stamm der Harfüße, wohnhaft in einem Smial in Wasserau am See. Ich habe noch nie Boden östlich von Bockland oder südlich von Langgrund betreten. Sobald ich dreiunddreißig bin, will ich aber nach Edoras gehen um für einige Zeit dem König von Rohan zu dienen. Bis dahin widme ich mich der Kunst des Pfeifenkrautrauchens, mit einer Spezialisierung auf Langgrundblatt und Alten Tobi. Weiters interessiere ich mich für Bier und gutes Essen, sehe der Natur gern beim Wachsen zu und treffe abends meine Freunde im Gasthof zum Grünen Drachen.

 

So viel erstmal zu meiner Person.

 

(Aber das entstand ziemlich spontan. Also ist es vielleicht morgen schon wieder ganz anders. Die Welt ist im Wandel…)

11.05.2008 um 21:29 Uhr

Anonym und Pseudonym

Musik: Led Zeppelin

Bei meinem Anfang hier, mit meinem alten Blog, hab ich darauf geachtet, anonym zu bleiben. Den Namen Rochallor habe ich gewählt, weil ich nicht erwarte, damit in Verbindung gebracht zu werden, er klingt so ganz und gar nicht nach mir. (Das einzige, was mich damit verbindet ist, dass es ein Name aus Tolkiens Welt ist.) Sonst versuche ich aber, mein Tagebuch möglichst persönlich zu führen. Und langsam aber stetig beginnt meine Anonymität durchsichtig zu werden. Ich bin mir sicher, dass einige wenige stille Leser hier mich besser kennen als es den Anschein hat; den einen oder anderen könnte ich wohl auch beim Namen nennen. Das finde ich in Ordnung, es ist mir klar, dass ich hier öffentlich schreibe. [Aber ihr könntet euch auch gerne mal zu erkennen geben, finde ich. Ihr solltet eigentlich wissen, dass ich nur bei Vollmond beiße.] Ich habe hier trotzdem über Dinge geschrieben, die ich nicht unbedingt herumerzählt hätte. Eigentlich stehe ich zu dem, was ich denke, sage und mache. Aber manche Personen müssen mache Sachen nicht unbedingt wissen. Ich meine nicht, dass zum Beispiel meine Schwester hier dreihundert neue Gründe findet, mich zu verletzen, denn sie hatte schon früher mindestens genauso viele. Aber das Internet ist leider kein Ponyhof. Ich will daher bei Gelegenheit mal ein paar Spuren verwischen und mich wieder in den Mantel der Initialen, Pseudonyme, Kürzel und Spitznamen hüllen. Auch mein Wohnort und ähnliche Hinweise auf meine Person werden getilgt. An die Zukunft denkend.

10.05.2008 um 23:34 Uhr

Nachtgesang

Stimmung: durcheinander
Musik: Bruce Springsteen

Momentan ist mir nicht nach Bloggen. Es ist nicht einfach, dieser Übergang von Von meinen Gedanken kontrolliert werden zu Meine Gedanken kontrollieren. Ich versuche, meine Gedanken in bestimmte Richtungen zu lenken. Und was dabei herauskommt, ist nicht für ein öffentliches Tagebuch geeignet. Sondern nur für den, der diese Veränderung begonnen hat. Er ist jetzt nicht da, aber das macht nichts. Denn ich bin noch lang nicht fertig mit dem Denken. Dies ist ein Eintrag voller Gedanken. Unverständlich wohl für die meisten Außenstehenden. Es ist mein Tagebuch. Auch wenn so mancher Eintrag in der Nacht entsteht. Ich bin müde, so unendlich müde. Heute ist mir nicht nach Gesellschaft. Dabei ist Samstag. Ich muss gerade lächeln, bei dem Gedanken daran, was einige Freunde wahrscheinlich heute Abend machen. Ich bin schon ziemlich anders… Aber manche Gedanken sind nicht für dieses Weblog gedacht. Noch nicht.

Wer bis zum Ende gelesen hat, sollte etwas für seine Arbeit bekommen:

 

Fisches Nachtgesang

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∪      ∪
−      −      −
∪      ∪      ∪      ∪
−      −      −
∪      ∪      ∪      ∪
−      −      −
∪      ∪      ∪      ∪
−      −      −
∪      ∪      ∪      ∪
−      −      −
∪      ∪
−

(Christian Morgenstern)

10.05.2008 um 21:38 Uhr

Erdäpfel im Barriquefass

Stimmung: ganz gut
Musik: U2

Wie war das mit im April pflanzen, dann „kumm i wann i wü“ und im Mai „kumm i glei“ und so? Keine Ahnung, warum wir trotzdem immer im April die Erdäpfel einsetzten, aber ok, Dad, du bist der Chef, du wirst schon wissen was wir da tun.

 

Und ein Blick ins Barriquefass bestätigt den ersten positiven Eindruck:

 

Erdäpfelpflanzen im Barriquefass

Es wächst und gedeiht. Sehr schön. Dieses Jahr sogar eichenfassgereift. Was für ein Luxus.

06.05.2008 um 20:42 Uhr

Der gläserne Schüler

Stimmung: geht so
Musik: Oasis

Also, so ganz verstehe ich das ja nicht.
Nicht selten höre ich empörte Rufe, wenn es um die Installierung von Überwachungskameras an diversen öffentlichen Plätzen geht:
„Der gläserne Mensch!“
„Verletzung der Privatsphäre!“
„Überwachungsstaat!“
Aber Kameras an Schulen, die sind in Ordnung, oder?
Schüler kann man überwachen, die brauchen ja keine Privatsphäre.
Es ist ja nur zu unser aller Sicherheit.
(Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr bei der Arbeit gefilmt werdet?)

Mir doch egal, macht mit euren Kameras, was ihr wollt.
Ich kanns eh nicht ändern.
Meinetwegen könnt ihr uns ja auch gleich Nummern geben und Protokoll führen, über unsere Tätigkeiten.
So in etwa:

Schülerin RY-327-wf betritt um 6:47 neben Schülerin CK-221-uk das Gebäude; gehen direkt in Raum K-13; dort Tafel nicht gelöscht und Sessel nicht raufgestellt; Schülerin RY-327-wf behält ihre Jacke an
!!!VERDÄCHTIG!!! könnte Waffe darunter verbergen!; unterhält sich mit Schülerin CK-221-uk; lachen !!!VERDÄCHTIG!!! könnte rassistischer Witz gewesen sein!; drei weitere Schüler betreten um 6:52 Raum K-13; werden freudig begrüßt; Schüler JJ-812-sp und Schülerin RY-327-wf schlagen Mathehefte auf !!!VERDÄCHTIG!!! könnten Hausübung abschreiben!; Schülerin KF-416-gu entsorgt eine Getränkedose
!!!VERDÄCHTIG!!! könnte Alkohol enthalten haben!; …

05.05.2008 um 22:17 Uhr

Wie es nicht geht

Stimmung: Die gewohnte Niedergeschlagenheit der Abendstunden macht sich in meinem Kopf breit und verdrängt die kürzlich eingeführte Heiterkeit
Musik: R.E.M.

Im letzten halben Jahr hab ich gelernt, wie es nicht geht. Wie ich nicht weiterkomme. Zwischen zwölf und zwei schlafen gehen, morgens schon beim Aufwachen müde sein. So tun als ginge es mir richtig gut. Es verlangt unheimlich viel Energie, den ganzen halben Tag zu scherzen und zu lachen. Dann am Nachmittag nach Hause kommen, am liebsten allein sein, ein wenig ausruhen. Die Augen brennen, vom Rücken will ich ja gar nicht schreiben. Viel zu tun, aber es geht nichts weiter. Die Gedanken sind nicht dort, wo sie sein sollten, aber ich kann sie nicht richtig lenken. Einsparungen bei sozialen Kontakten und Hobbys. Besonders zum Abend hin Niedergeschlagenheit, die mich nicht schlafen lässt. Die Frage nach dem Ausweg.

Es ist das Gegenteil von meiner eigentlichen Lebenseinstellung. Denn ich habe Wege, die es zu begehen, Ziele, die es zu erreichen gilt. Es geht um die Stärke, die ich brauche, um weiterzukommen. Und die, denke ich, kann ich aufbringen. Heute und gestern, und die Abende davor, sollen die letzten solcher Art gewesen sein. Ich will wieder weiter, will in die Zukunft blicken, weniger in die Vergangenheit. Doch, natürlich gehts mir gut. Jeden Tag zwischen dreiviertel sieben ante und dreiviertel neun post meridiem. Aber auch die letzten Stunden des Tages sollte ich bald wieder genießen können. Ich bin optimistisch. Nur eben jetzt gerade nicht.

05.05.2008 um 00:14 Uhr

Vielleicht sollte ich mal schlafen

Musik: Das Schnurren einer scheinbar sehr entspannten Katze

Ich hab mir sagen lassen, es soll Leute geben, die schlafen in der Nacht. So richtig mit geschlossenen Augen und unkontrollierten Gedanken, die im Fachjargon „Träume“ heißen. Es soll so richtig in Mode gekommen sein, in letzter Zeit. Immer mehr Leute schließen sich dieser alternativen Bewegung an und legen sich dafür eigens ins Bett.

Normalerweise bin ich keine Mitläuferin bei solch abstrusen Ideen. Aber es soll angeblich gut für Körper und Seele sein. So spiele ich jetzt mit dem Gedanken, dieses Schlafen auch einmal zu probieren. Denn vielleicht ist ja was dran an diesem Gerede.

[Morgen werde ich mich fragen, warum ich nicht schlafen gegangen bin. Und ich werde mir sagen, Ich wusste gestern schon, dass ich mich das heute fragen würde, und ich hätte jederzeit schlafen gehen können. Also nicht jammern, sondern versuchen, das Beste draus zu machen. (Aber es schreibt sich schwer, wenn man eine Katze auf der Tastatur liegen hat, die der Meinung ist, ein Text könne ruhig nur aus "qw"s bestehen.)]

[Hab ich eigentlich schonmal erwähnt, dass die Katze wieder da ist? (Ja, ich glaub ich hab ganz dezent darauf hingewiesen.)]

03.05.2008 um 22:00 Uhr

SIE IST WIEDER DA

Stimmung: erfreut

Die Katze ist wieder da. So oft hab ich mir in den letzten Tagen eingebildet, sie säße wieder vor der Tür. Sodass ich es gar nicht glauben wollte, als ich sie gerade eben wirklich sah.
Aber sie ist wieder da, und es geht ihr gut. Sie ist viel leichter, und man sieht ihr auch an, dass sie wenig gegessen hat. Ein wenig dreckiger ist sie auch. Aber sie lebt und ist gesund.

Ich hab sie ja schon oft gierig fressen gesehen, aber so hektisch war sie wirklich noch nie. Und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass sie sich freut, wenn sie von mir gestreichelt wird.
Ich frage mich, wo sie war, aber eigentlich ist es ja egal. Sie ist ganz offensichtlich froh, wieder zu Hause zu sein. Und hier ist auch der Beweis, dass sie wieder bei uns frisst:

Mira frisst wieder

Ich hab dich vermisst, Mira. Und ich bin froh, dass du wieder da bist.

03.05.2008 um 18:57 Uhr

Er ist bei mir

Stimmung: Weiß nicht. Ich habe Tränen in den Augen, aber ich finde es auch irgendwie schön.
Musik: Make It All Ok (R.E.M.)

Es gibt ein Video mit Aufnahmen aus der Kindheit der Kinder meiner Eltern. Vom ganz normalen Familienalltag über Geburtstagspartys, Weihnachten, bis hin zu Vorspielabenden und Jonglierauftritten. Vom ersten Lebensjahr meiner ältesten Schwester bis so ungefähr zu meinem achten Lebensjahr. Früher war dieses Video für mich eben genau das, nämlich ein Video. Durch Zufall habe ich gestern wieder einen kurzen Teil davon gesehen, und da wurde es mir bewusst:

All diese Aufnahmen hat früher mein Großvater gemacht. Er war immer dabei, bei allen Momenten, die darauf festgehalten sind. Die er festgehalten hat. Er ist nicht zu sehen, aber er ist da. Er hält die Kamera und sieht alles. Ohne ihn gäbe es keine dieser Aufnahmen. Er sieht alles, und manchmal spricht er sogar.

Und ich stelle mir vor, nur mal angenommen, es ist auch jetzt noch so. Dass er irgendwo alles sieht, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Und dass ich ihn vielleicht sogar irgendwann hören kann. Dass ich irgendwann beginne, Dinge zu verstehen, die mir lange Zeit verborgen waren.

Denn ich bin sicher, er hat mich verstanden. Nur hab ich viel zu wenig mit ihm darüber gesprochen. Denn so viele Dinge sind mir erst allmählich bewusst geworden. Ich war zu langsam, und viele Worte bleiben ungesagt.

Aber eines Tages will ich da stehen, und mir vorstellen, er könnte mich sehen. Und dann werde ich sagen, "Sieh mal. Sieh mal, wo ich jetzt bin. Ich habe es geschafft." Und ich werde wissen, er wäre stolz auf mich.