Birch Tree

24.12.2008 um 16:07 Uhr

Zu viel.

Stimmung: sehne mich nach ruhe.
Musik: Queen

Zu viel für meinen armen kranken Kopf.
Ich bin überfordert, ich brauche Ruhe. Sämtliche Kommentare, PNs und derähnlichen werden bei Gelegenheit beantwortet. Das gilt ganz besonders für dich, „Meister M.“, aber auch für so manche andere.

 

Ich wünsche also frohsinnige Weihnachten, ob nun die schönsten in ganz Amerika oder wo auch immer auf der Welt. Dazu viel Spaß auf etwaigen Pisten, jede Menge Licht und Wärme, schöne Geschenke von Weihnachtsbär oder Christkind und natürlich Freude, so viel Freude wie nur geht, dass Wunder geschehen und Träume verwirklicht werden.

 

In Hoffnung auf Ruhe und Frieden,

Rochallor

23.12.2008 um 21:11 Uhr

Einfach nur fort von hier (/Meine Familie macht mich wahnsinnig)

Stimmung: verzweifelt, überfordert, unglücklich etc.
Musik: Stuck In A Moment You Can't Get Out Of (U2)

Meine Familie macht mich wahnsinnig.
Die meiste Zeit im Jahr bin ich allein mit meinen Gedanken, kann in aller Ruhe verwirrt sein, an mir selbst zweifeln, nicht wissen was ich will und wie ich es erreichen kann, meine Eltern gelegentlich lästig finden, von meinen Schwestern ziemlich ungestört.
Ich fand es anfangs gar nicht leicht, mich daran zu gewöhnen. Daran, dass ich meine Schwestern vermisse. Und auch daran, dass meine Schwestern die Großen sind, mit Studium und Wohnung und Führerschein, dass sich Verwandte und Bekannte bei gelegentlichem Anruf nur nach ihnen erkundigen, fragen, wie es ihnen denn so geht in ihren Großstädten, mit Studium und Wohnung und all den tollen Sachen, die sie als Erwachsene eben haben, während ich hier in Wasserau bei meinen Eltern wohne und zur Schule gehe, wen interessiert das schon. Ich war und bin die kleine Blöde, ich habs eingesehen, vielleicht wird sich daran auch nie was ändern. Ich bin gern allein, ich hab gern meine Ruhe.
Aber dann, manchmal, übers Jahr verteilt, dann kommen meine Schwestern beide nach Hause. Sie kommen und gehen wie sie wollen, klar, natürlich kann ich sie nicht bestellen und abbestellen, wie ich es gerne hätte. Aber wenn sie dann eben kommen, dann muss ich mich auf Abruf darüber freuen. Dann wird es laut und hektisch, und ich muss gut drauf sein, ich muss mich wohl fühlen, ich muss so sein wie meine Schwestern. Ich bin aber nicht wie meine Schwestern. Ich hab sie gern, aber ich kann nicht sein wie sie. Ich will auch gar nicht sein wie sie. Und ich kann mit diesen Situationen nicht umgehen.

Ich will weg, einfach nur weg. Ich will nach Irland. Ich will nach Rohan. Ich will galoppieren. Einfach nur galoppieren, die Bewegungen des Pferdes spüren, den regelmäßigen Hufschlag hören, Wind in meinem Haar, Kraft und Ausdauer und das Gefühl von Freiheit.

Return of the King

23.12.2008 um 20:56 Uhr

ICH BIN NICHT DA

Stimmung: :-(
Musik: U2, ganz laut, so laut, dass mir die Ohren wehtun

ICH BIN NICHT DA.
ICH BIN NICHT DA.
ICH BIN NICHT DA.

ICH SEHE NICHTS.
ICH HÖRE NICHTS.
ICH FÜHLE NICHTS.

ICH BIN NICHT DA.

LASST MICH ALLE EINFACH NUR IN RUHE.

(Das war an meine Familie, an sonst niemanden.)

I'M AT A PLACE CALLED VERTIGO.

22.12.2008 um 21:07 Uhr

ruhig

Stimmung: still. unkonzentriert, müde. optimistisch. leichte innere spannung.
Musik: Lennon Legend + meine Schwester, irgendwas am Kla4

Das Reading Diary ist in Arbeit, es gibt wohl eine weitere lange Nacht. Morgen noch Mathe, ein wichtiger Test. Eine Matrix von m-x-n-ter Dimension, multipliziert mit einem Vektor, n kreuz eins. Es ist nicht schwierig, eigentlich. Ich kann mich nur nicht konzentrieren.

Ich sitze hier am Küchentisch, der iPod lädt sich langsam auf. Meine Schwester und John Lennon machen abwechselnd Musik. Meine Mutter, Vanillekipferln backend, spricht mit meinem Vater über Finanzen. Es riecht nach warmem Zucker, viel zu stark. Ich öffne das Fenster. Vier rote Kerzen am Adventkranz, flackern leicht im Wind. Drinnen ist es hell, und draußen ist es dunkel. Der Vorhang weht über der Katze. Weißer Vorhang, schwarze Katze, weißes Fenster, schwarze Nacht. Schön sieht es aus, der Regen ganz leise, das Klavier vertraut und ruhig. Der Gedanke an Weihnachten ist leicht erträglich. Es ist anders, vieles ist anders, hat sich verändert, nach fünfzehn Jahren. Gut, dass es diesmal keine Geschenke geben muss. Der Baum ist ein Wipfel von 45 Zentimetern. Mein Vater konnte nicht Nein dazu sagen. Viel ist anders, das ist gut. „Love is asking to be loved“. (?)

Meine Mutter schließt das Fenster, meine Familie bricht die Ruhe.

(Sieh mal an, ich kann doch nicht stillhalten. Und übermorgen kommt der Weihnachtsbär.)

22.12.2008 um 16:29 Uhr

... und übermorgen kommt der Weihnachtsbär!

Stimmung: erfreut (aber müde & viel zu tun :-/ )
Musik: Geschirrspüler und irgendwas von meiner Schwester nebenan

Pah! Ja! Johoi!

Hehe... ;)

Tauplitzalm, ich komme.

27. bis 29. Dezember; drei Tage, zwei Nächte.

Abenteuerliches Quartier.

Und ich... ich freu mich.

Ich werde die Pisten unsicher machen, jawoll.

Wer hätte das gedacht?

morgen kommt der weihnachtsbär

Übermorgen kommt der Weihnachtsbär.

20.12.2008 um 22:16 Uhr

Ein Brief an meine Eltern

Stimmung: ganz gut, hoffnungsvoll, leicht durcheinander, müde, erschöpft, viel zu tun
Musik: meine geliebte playlist "Ruhiges von Howard Shore"

„Hey Mum, hi Harry.
Ich versuche, meinen Weg durch das Leben zu gehen und meinen Platz in der Welt zu finden, um eines schönen Tages sicher, zufrieden und stolz zu sein. Dabei scheint es mir nicht falsch oder verboten oder aus sonst irgendwelchen Gründen unratsam, Hilfe anzunehmen oder sogar darum zu bitten. Ich will immer die Heldin sein, aber auch Heldinnen müssen nicht alles selber schaffen. Da ich nicht hoffe oder erwarte, den Rat und die Unterstützung, die ich brauche, in meiner Familie oder bei Bekannten zu finden, hatte ich vor zwei Wochen ein Gespräch mit einer Sozialarbeiterin, und vorgestern eine Sitzung bei einer Psycho-
therapeutin. Es waren sehr wichtige Entscheidungen damit verbunden, und es tat mir unglaublich gut. Ich will daher in den nächsten Wochen die Therapie weiterführen, um zu sehen, ob ich damit die an mich gestellten Aufgaben besser meisterinnen und weitere Herausforderung suchen kann. Und auch wenn ihr euch noch so um mich sorgen solltet, so will ich das dennoch alleine und mit mir selbst ausmachen. Ich will nicht, dass meine Probleme zu euren werden, genauso wenig will ich aber, dass ihr eure Probleme zu meinen macht.
Für weitere Stellungnahme und Gespräche bin ich natürlich fast immer offen, aber aufschreiben ist eben doch viel leichter.
Grüße und Küsse,
R.“

Die von meinem Vater geschriebene Antwort lautete wie folgt:
„High R.!
Wo ist (wiegeartet) dein Problem? Kann man von uns keine Unterstützung erwarten, da wir Teil dieses Probl. sind? Darfst du den
Na(h)men der Therapeutin nennen? Entstehen dir Kosten, an denen wir uns beteiligen sollten?
Bussi.“

So ging ich also zu ihnen hin und erklärte manches. Gerade so, dass ich denke, es müsste reichen. Mein Vater ist überrascht, das überrascht mich nicht. Meine Mutter ist wohl beleidigt, auch wenn sie es nicht zugeben will; vielleicht kann sie es auch gar nicht zugeben. Verstehen werden sie es natürlich nicht. Manches wurde geklärt, das meiste wurde offen gelassen. Mit einer gewissen Eigenständigkeit ihrer Tochter müssen sich meine Eltern abfinden. Mal sehen, wie es weitergeht.

 

Es gibt viel zu tun, und daher wenig zu schreiben. Bis auf weiteres verhalte ich mich hier also still und wünsche allen ein schönes Wochenende, einen schönen Wochenbeginn, schöne Weihnachten und ein schönes neues Jahr. (Denn spätestens wenn das neue Jahr alt ist, werde ich mich wohl doch wieder gemeldet haben.)

Janosch - Hausmusik

14.12.2008 um 22:01 Uhr

?!

Bin irritiert.
Der Zähler tut wieder das, wozu er da ist - er zählt.
(Das heißt dann wahrscheinlich, er wurde von jemandem repariert.)

Sogar der Zähler schafft es also.
Nur ich bin unfähig, zu tun, was zu tun ist.
Das baut auf.
Und das war Ironie.

14.12.2008 um 21:57 Uhr

infirmitas

Stimmung: verzweifelt, michselbstnichtmögend, unzufrieden, verständnislos, fragend
Musik: im kopf U2 - When I Look At The World. im ohr alles durcheinander

„Du denkst, die andern wären glücklich,
weil du sie nie weinen siehst...“

Und wenn ich wenigstens sagen könnte, ich kann ja nichts dafür, ich gebe mein Bestes, ich tue alles, doch die Welt scheint etwas gegen mich zu haben, ich habe nie Glück, aber ich gebe nicht auf, sondern kämpfe weiter und halte an mir fest.
Doch so ist es nicht. Ich bin selber schuld. Ich schaff es nicht. Ich bin zu schwach. Ich kann mein Leben nicht bewältigen. Mein größtes Problem bin ich selber. Ich kann mit mir nicht umgehen. Und ich kann mit der Welt nicht umgehen.

Ich will doch nur ein wenig stolz auf mich sein.
Ich will mich doch nur lieben können.
Ich will stark sein.
Ich will froh darüber sein, dass es mich gibt.
Ich will sicher sein.
Ich will zufrieden mit mir selbst sein.
Ich will glücklich sein.
Weil ich getan habe, was ich konnte.
Weil ich die Heldin war.
Weil ich jederzeit wieder die Heldin sein könnte.

Éowyn, wie machst du das?

Warum kann ich nicht stark sein?

I can't wait any longer
I can't wait till I'm stronger
Can't wait any longer
To see what you see
When I look at the world

Tell me, tell me, what do you see?
Tell me, tell me, what’s wrong with me”

11.12.2008 um 22:58 Uhr

Sarahs kurzes Leben

Stimmung: unzufrieden mit mir selbst, aber nicht schlecht. ein wenig nachdenklich.
Musik: Meat Loaf

Ich wusste zuerst nicht, worüber der Film war, hatte wohl nicht besonders gut aufgepasst, zu Beginn der heutigen Psychologiestunde. Doch Sarahs Mutter, sie bekam meine ganze Aufmerksamkeit, als sie uns versicherte, dass sie sehr glücklich sind, sie und ihre Tochter. Es ist nicht leicht für die beiden, aber sie nutzen jeden Tag, sie leben für den Augenblick, denn sie wissen, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt. Sarah nämlich, die hat Progerie.

 

Ihre Geburt verlief ohne Probleme, doch als sie nach etwa einem halben Jahr nur noch sehr langsam wuchs und kaum noch zunahm, wurde sie genau untersucht. Ihre Mutter erfuhr die Diagnose, sie dachte sich wohl „Was bitte?“, denn sie hatte noch nie von der Krankheit gehört. Man hielt ihr Schwarzweißbilder von Progeriekindern vor die Nase, so wird ihre Tochter bald aussehen. Die Mutter ist geschockt. Sie hat gar nichts gefühlt, sagt sie. Man ist nicht traurig, auch nicht wütend, man fühlt einfach gar nichts mehr.

 

Aber sie konnte damit umgehen. Man sieht ein, dass es so ist, und man versucht, das Beste draus zu machen. Und genau das haben sie auch getan. Sarah sollte ganz normal aufwachsen, so wie die anderen Kinder eben. Ihre Mutter ist alleinerziehend, nur gering beschäftigt, macht manchmal Teilzeitjobs und geht ein wenig putzen. Einen Großteil ihrer Zeit will sie mit Sarah verbringen, intensiv mit ihr leben, auch wenn sie manchmal streiten.

 

Immer kann sie ihre Tochter ohnehin nicht in Anspruch nehmen, denn die hat ja auch Freunde, mit denen sie spielt, besonders ihre beste Freundin Ronja. Und nebenbei geht sie natürlich zur Schule, wie andere Zehnjährige auch. Sie ist in einer Integrationsklasse, und sie kann dem Unterricht problemlos folgen. Nur beim Schreiben kommt sie nicht immer ganz mit, denn von allen Altersbeschwerden machen ihr wohl ihre Hände am meisten zu schaffen. Ihre Finger kann sie nicht mehr ganz ausstrecken, und es tut auch von Tag zu Tag mehr weh.

 

Vom Sportunterricht lässt sie sich dennoch nicht abhalten, und die MitschülerInnen sind dabei sehr hilfsbereit, geradezu zu hilfsbereit, denn Sarah beweist lieber, dass sie es auch alleine schafft. Im Kochunterricht wird sie oft hochgehoben, sie ist ja um vieles kleiner als die anderen. Als sie sie zum ersten Mal sahen, dachten manche, sie sei ein Baby, und auch sonst unterscheidet sich Sarahs Aussehen sehr von dem der meisten Kinder. Doch mittlerweile kennen sie Sarah, und alle sind gut Freund miteinander.

 

Auch auf der übrigen weiten Welt hat sie Freunde, denn einmal jährlich findet ein internationales Progerietreffen statt. Leider kommt von denen, die beim ersten Mal dabei waren, außer Sarah nur noch Megan. Alle anderen sind bereits wegen der Krankheit gestorben. Die häufigsten Todesursachen bei Progerie sind Schlaganfall und Herzinfarkt, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12 bis 13 Jahren. Medikamente gibt es keine, nur Aspirin nimmt Sarah, um die Blutgerinnung zu senken.

 

Doch es wäre falsch zu sagen, abgesehen davon und von ihren Alterserscheinungen sei sie ein ganz gewöhnliches Kind. Ich wünschte, ich hätte mir alles gemerkt, von dem, was sie gesagt hat. Die meiste Zeit jedoch war ich so ergriffen von ihrer Art, dass ich nur noch innerlich lächeln und mich an ihr erfreuen konnte. Was Sarah einmal werden möchte? Friseurin. Warum? Weil sie ja selber keine Haare hat. Sie hat so einen Plastikkopf mit einer Perücke, dem macht sie auch immer wieder Frisuren. Aber selber trägt sie nie eine Perücke? Nein. Warum nicht? Das würde doch komisch aussehen! Da hat sie wohl Recht, eine Sarah mit Haarschopf, das wäre nicht so passend. Sarah ist so wie sie ist, und das ist gut.

 

Bestimmt gibt es Momente der Tränen, der Frage, warum bin ich so schwach und klein, warum muss ich so bald sterben, warum kann ich nicht Friseurin werden. Doch Sarah ist unglaublich lebensfroh, und ihre erfrischende Art steckt an. Sie glaubt ganz fest an ihre Schutzengel, Freunde, die im Himmel von Wolke zu Wolke hüpfen und auf sie aufpassen. Jeder hat einen Schutzengel. Auch die Tiere? Ja, sicher, natürlich auch die Tiere! Die bekommen von ihr auch immer was zu Weihnachten. Sarah liebt das Leben, und besonders liebt sie das Außergewöhnliche.

 

Am allermeisten aber interessiert sie sich wohl für Vulkane. Wenn sie davon erzählt, kommt sie ins Schwärmen, sie erklärt den Ausbruch, die Explosion, die wie ein Feuerwerk ist. Auch den Gefahren ist sie sich bewusst. Dann kommt die Lava, und die macht alles kaputt. Die Häuser und alles, und die Menschen sterben und die Tiere sterben, und die Pflanzen auch. Und die, die überleben, müssen dann die Stadt wieder aufbauen und die leben wieder dort, und die Tiere kommen wieder, und die Pflanzen. Zum Glück. Doch die Explosion selbst ist beeindruckend, wie ein großes Feuerwerk, auf das sie mehr als einmal zu sprechen kommt. Ihr größter Wunsch ist, selbst einmal dabei zu sein, einen aktiven Vulkan aus der Nähe zu sehen.

 

Dieser Wunsch wird ihr erfüllt, die Reise geht nach Italien, auf den Stromboli. Aus einem Reiseführer liest sie vor, der dreistündige Aufstieg zum Krater ist sehr anstrengend und ohne Führer höchst gefährlich. Sarah ist aufgeregt. Sie wird mit dem Hubschrauber fliegen, das wird laut sein, aber sie hat Ohrenstöpsel, also macht das nichts. Beim Start strahlen ihre Augen, das ganze Kind strahlt, endlich sieht sie das große Feuerwerk. Wunderschön ist es, das sieht man ihr an. Wie sie sich danach fühlt? Befreit. Befreit von einem Wunsch. Wenn sie sich etwas wünscht, dann fühlt sie sich immer so eingesperrt darin. Aber jetzt ist sie wieder befreit...

 

Das war 2003, als der Film gedreht wurde, damals war Sarah zehn Jahre alt. Mag sein, dass sie inzwischen gestorben ist. Vielleicht immer noch mit dem Gefühl der Befreiung, nach einem erfüllten Wunsch. Doch ihre Mutter meinte, Sarah wird nicht wirklich sterben. Ihr Körper ist tot, aber im Herzen lebt sie weiter. Mag sein, dass das so ist, ihre Mutter wird es wissen. Das Leben vieler anderer hat sie auf jeden Fall sehr bereichert. Manfred Corinne hat durch seinen Film viel dazu beigetragen. Ich habe versucht, Sarah zu beschreiben, doch es gelang mir nicht richtig. Man müsste sie gesehen haben, müsste sie erlebt haben, um zu verstehen, was an ihr so faszinierend ist.

 

Sarah im Hubschrauber zum Krater

07.12.2008 um 22:24 Uhr

Alles zerbrochen, was bleibt denn noch?

Stimmung: nicht todunglücklich, aber sehnsüchtig, traurig, fast ein wenig wütend, und verständnislos
Musik: The Go-Betweens (Oceans Apart)

Auf der Tauplitz war die Welt in Ordnung. Ich weiß natürlich, dass sie das nie wirklich war. Doch es schien so, und es fühlte sich gut an. Es war gut, denn es war richtig, und es tat mir weniger weh.

Familie weg, Zeit weg, Tauplitz weg.

Die Lifte werden sich weiterdrehen, so wie sie es immer taten, auf den letzten Bügel folgt der erste, immer weiter, bis zur Kontrollfahrt um 16:15. Am Schneiderkogel wird sich das Schneebrett lösen, und am Lawinenstein bläst der Wind, ganz so, als wäre alles wie immer. Die kleinen Schikurskinder werden ihre Bogen fahren, andere verabschieden sich, um ihre Spuren abseits der Piste zu ziehen. Manche werden im Schneesturm nach Hause fahren, nur die Hartnäckigsten bleiben, denn sie trotzen jedem Wetter.
Aber eine von ihnen, die mit der blauen Kapuze und den leuchtend gelben Fischer-Schiern, die wird dieses Jahr fehlen. Rochallor wird nicht dabei sein, denn sie hat diese Freiheit verloren. Kein Schiurlaub in dieser Saison. Keine Tauplitz, kein Hotel Hechl, kein Krallersee und keine Talabfahrt. Nicht einmal ein Kurvenlift, geschweige denn ein Ramsanger. Kein Wald, kein Tiefschnee, kein gar nichts, nichts davon.

Gehört auch das zum Erwachsenwerden?

Scheiß Erwachsenwerden!

Ich frage mich, was bleibt.

07.12.2008 um 21:18 Uhr

Weihnachten, das Fest der Liebe, Friedensfest, der Herr ist da. Und wir jauchzen, jubilieren, wer nicht will, ist selber schuld…

Stimmung: nicht besonders
Musik: U2

Ich sehe fern, von Super-G bis Wetter, und was ich sehe, sind glückliche Menschen. Lachend bewerfen sie sich gegenseitig mit Kunstschnee, fahren Schi, oder malen Engel an die Fensterscheibe. Ich weiß ja, das ist nicht wirklich, das machen sie für eybl, DM oder Milka, kriegen was dafür gezahlt. Ist alles nur gespielt. Kann natürlich sein, dass sie das Geld glücklich macht, oder das neue Snowboard vom eybl, die Milka-Schoko-Nikoläuse, und DM ja sowieso, denn hier sind sie Mensch, hier kaufen sie ein; was Goethe wohl dazu sagen würde.

Wahrscheinlich sind sie wirklich alle glücklich, denn es ist ja bald Weihnachten, freut uns das nicht? Kekse backen, Lieder singen, Lichterketten überall. Die Bäume gefällt, in Netze gepackt, herumgeführt, und schließlich verkauft. Lindor-Kugeln und Lametta, das Christkind hilft mit, wie’s sich gehört. Eine Tanne reist besonders weit, welch Ehre, sie kommt aus Österreich. Man stellt sie in den Vatikan, das ist doch eigentlich ziemlich blöd.

Rochallor, du Spielverderberin, wir haben uns lieb, was hast du dagegen? Es sind der Kommerz, das Fröhlichseinmüssen, das Jedermachtmit und das hinter der Fassade. Denn hinter jener Lieblichkeitsfassade ist die Welt doch so wie sonst auch. Es gibt ihn nicht, den Weihnachtsfrieden, wir tun nur so, wir hätten’s gern. In Griechenland hauen sie sich gegenseitig die Schädel ein; in Simbabwe sterben die Leute an Cholera; ich weiß nicht, wie ich Beauty helfen kann.

Wüsste ich nicht das Schöne in der Welt zu schätzen, ehrlich jetzt, ich wär wohl längst schon depressiv. Ich weiß nicht, wäre der Advent erträglich, ohne Mandarinen und Maronis, ohne den Kalender von Janosch, die Hoffnung aufs Reden und die Aussicht auf Ferien. Denn das Thema Schifahren scheint ja abgehandelt und erledigt. Und das Fernsehen spiegelt unsere Gesellschaft wider, und manchmal bin ich froh, dass ich immer schon anders war. Denn so kann ich mir zumindest einreden, dass manches nicht auf mich zutrifft.

Ich weihnachte heuer nicht mit...

04.12.2008 um 21:39 Uhr

endlich reden.

Stimmung: sehr müde, aber nicht schlecht und alles in allem recht hoffnungsvoll
Musik: Queen, U2 und The Beatles

Schön, wieder daheim zu sein :)
Schön auch, dass meine Birke wieder wachsen kann.
Denn selbst wenn ich ohnehin nicht viel schreiben würde, ist es gut zu wissen, dass ich jederzeit könnte, wenn ich nur wollte.

Ich hab es satt, das ewige Schweigen, bin es schon lange leid gewesen. Immer nur schreiben, immer angewiesen auf die Schrift. Will endlich reden, hab endlich den Mund geöffnet. Hatte doch ständig den Drang, mich mitzuteilen, wusste nur nicht, wo zu beginnen. Doch es geht, mit ein wenig Hilfe. So manches wurde gestern in der Schulbibliothek gesprochen, und viel habe ich über uns erfahren. Morgen ein Termin mit einer Person, die ich noch nie getroffen habe. Die übliche Nervosität wird übertroffen von einem guten Gefühl.
Das Schweigen soll gebrochen sein, wir sehn uns im Sonnenschein.

 

Liebe Beauty… werde ich dir jemals sagen, wie gern ich dich hab?

Und lieber Herr J. - glaubst du mir jetzt endlich, dass du mein Weblog niemals finden wirst, auch wenn du dir einbildest, mein krankes Gehirn gut genug zu kennen? Gib doch zu, dass du keine Ahnung hast. Morgen hast du die Wette verloren ;)