Birch Tree

23.01.2009 um 23:59 Uhr

Filia Draconis

Stimmung: sehr müde, nachdenklich, hoffnungsvoll, auch ein wenig traurig
Musik: Meat Loaf (Bat Out Of Hell I - III)

Schade... dabei hatte der Tag gar nicht so schlecht begonnen; geradezu hell in meinen Augen. Es hätte so bleiben können, wenn es nach mir gegangen wäre; aber ich weiß ja, dass es das nicht tut. Ich will doch, ich komm ja immer wieder mit meiner positiven Einstellung daher, ich bemühe mich wirklich. Pff... aber irgendwie wird’s schon gehen, ich darf hier nur nicht aufgeben.

Let the end of the world come tumbling down
I'll be the last man standing on the ground
As long as hot blood runs through my veins
I'm still alive
(Meat Loaf, Alive)

Jaja, ich weiß schon, dass ich eine Frau bin. Pah, meistens sind es die Männer, die die großen Helden sein dürfen. Aber nicht mit mir.

Ich bin Rían, und ich bin eine Heldin. Das weiß noch kaum einer, ich weiß es selbst noch nicht. Doch es wird der Tag kommen, ihr werdet schon sehen. Ihr werdet eine Heldin sehen, und manche wird es überraschen. Ich jedoch werde wissen, dass diese Heldin schon lange auf den richtigen Zeitpunkt gewartet hat...

Ich lerne gerade, an mich zu glauben. Das ist schwierig, und ich lasse mich dabei nicht von jemandem aufhalten. Ich baue gerade etwas auf. Das ist mir wichtig, und das lasse ich mir von niemandem zerstören.

Auch nicht von Ihnen, Mr. M., schon gar nicht von Ihnen, von Ihnen zuallerletzt! Ich weiß, dass ich es kann, ich weiß, dass ich gewisser-
maßen gut bin. Und nichts was Sie sagen kann daran etwas ändern. Manche Menschen sind es nicht einmal wert, dass ich über sie schreibe. Sie haben es nicht verdient. Keines meiner Worte haben Sie verdient, und auch keine Emotion. Ich legen Sie in Zukunft auf Eis. Auf den Mars schieße ich Sie in Gedanken, nicht allzu sanft, auf dass Sie in der Kälte erfrieren. In einer Kälte, die Sie wohl sehr gut kennen, doch leider nur von der anderen Seite. Ich will, dass Sie das alles zurückbekommen. All das, was Sie ihren Schülerinnen und Schülern im Laufe vieler Jahre angetan haben. Ich will, dass Sie die Kälte spüren, den Hass und die Angst. Ich hasse Sie nicht, Sir. Ich fürchte Sie auch nicht. Ich wäre nicht die Einzige. Doch ich fühle es nicht; ich fühle kaum noch etwas für Sie. Und da ich nicht einmal Mitleid aufbringen kann, für eine Gestalt wie Sie, so will ich zumindest noch über Sie lachen. Ja, Sir. Ich lache Sie aus, spucke vor Ihnen auf den Boden und wünsche schlaflose Nächte.

Denn ich bin besser. Ich bin eine Heldin, die Sie niemals sehen werden. Selbst schuld, kein Mitleid. Wissen Sie denn überhaupt, was das ist? Mitleid? Sie versäumen was!

BLIND AS A BAT.

22.01.2009 um 23:11 Uhr

vielleicht... wieder gut?

Musik: im Ohr Stille und Heizungsrauschen; im Kopf Queen + Paul Rodgers - Say It's Not True

Wahnsinn, ist das ein Gefühl. Ein gutes Gefühl, wie ich es gar nicht mehr kannte. Ungewöhnlich. Aber gut.

Und vielleicht, vielleicht, wird ja „alles“ wieder gut.
Vielleicht gewinne ich den Kampf.
Vielleicht finde ich den Weg.
Vielleicht...
Leicht? Na, das wohl eher nicht. ;)

Geradezu unheimlich, wie mir die Therapie gut tut. Hätt ich mir auch vorher einfallen lassen können. Hätt ich früher draufkommen können, hätt ich schon vor einem Jahr damit anfangen können. Präventiv, bevor der ganze Mist Überhand gewinnt. Ich weiß natürlich, dass es so kommen musste. Dass dieser Mist notwendig war. Und ich glaub sogar, dass es gut war.

Mist and Shadow, so war es doch. Aber dann The Return of the King, und zum Schluss war alles wieder gut.

Irgendwie wiederholt es sich.
Das Gute wie das Schlechte.
Und doch anders.

Ich sollte dringend schlafen.

20.01.2009 um 21:59 Uhr

„Hier Ihr Ergebnis aus dem Selbstwertgefühl Test“

Stimmung: weißnicht
Musik: Bicycle Race (Queen) und Bad (U2) [klingt mir sehr nach Stimmungsschwankungen]

73 von 90 Punkten:
„Ihr Selbstwertgefühl und Ihr Selbstvertrauen sind sehr gering. Arbeiten Sie daran, Ihr Selbstwertgefühl zu stärken und Ihr Selbstvertrauen aufzubauen. Das ist enorm wichtig. Ein positives Selbstwertgefühl ist die Grundvoraussetzung für ein erfülltes Leben. Wenn Sie das alleine oder mit Unterstützung eines Buches wie dem Ratgeber - So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen - nicht schaffen, dann wenden Sie sich bitte an einen Psychotherapeuten.“

Ähm... ja... – Sláinte! Und gute Nacht.

Verschoben, da kranker Sohn Pflege braucht.
Ich mag meine Therapeutin ;) Ist eine gute Mutter.
Und die Vorfreude ist ja angeblich sowieso die beste von allen.

Die Operation war erfolgreich.
Die Schularbeit nicht.

SOKO Kitzbühel hat auch schon bessere Zeiten erlebt.
Aber der Kameramann war fesch.

I don’t wanna be the President of America!

r

Ich weiß nicht, bin ich gut drauf? Oder will ich wieder mal einfach nur schlafen, nichts als schlafen? Bogenschießen wäre jetzt gut. Oder ein Buch. Der Hobbit oder Blitz der schwarze Hengst. Oder die Galgenlieder von Christian Morgenstern. Aber, nein, ich muss ja die Entwicklungs-
psychologie und die Neurosen nach E. Ringel lernen :-/

r

Und wer übersetzt mir Ovids Metamorphosen? Ich packs nicht, ich kann ja eigentlich gar nicht Latein. Ich tu nur so, und die Frau Carbonara glaubts noch immer.

r

Das Internet lahmt.

19.01.2009 um 19:53 Uhr

No Line On The Horizon

Stimmung: recht gut, solange ich noch kann (bis morgen also, wahrscheinlich...)
Musik: Queen - Headlong

Heute morgen wurde ich ja von unserem Mainstream-Radiosender Ö3 gründlich enttäuscht. „Wir spielen die 80er, die 90er, und natürlich die Hits von heute!“. Während dieses abgedroschenen und nur wenig Wahrheit enthaltenen Spruches spielten sie A Kind Of Magic an. Ich wollte schon fast zu einem Freudensprung ansetzen, als sie Queen wieder abdrehten und, na was wohl?, mit einem der „Hits von heute“ daherkamen, wie hatte ich auch anderes hoffen können.
(Nichts aber gegen viele der „Hits von heute“ und der letzten Jahre.)

Nicht viel an Magie also heute Morgen für mich. Den Schultag hab ich dennoch sehr gut überstanden; um halb fünf kam ich heim und drehte, da ich allein und Mothers Of The Disappeared als schöner Abschluss eines gelungenen Albums von 1987 gerade zu Ende war, das Radio in der Küche auf. Nach den Ö3-Schlagzeilen, This Love und jeder Menge Werbung dann in etwa folgendes.

Nach vier Jahren ohne neues Album frage man sich, was haben „Bono & Co.“, U2 also, die ganze Zeit gemacht? Immer nur im Studio gewesen, das könne ja wohl nicht sein. Erwähnung der Vertigo Tour, zahlreicher Auszeichnungen, und natürlich des Auftritts in Washington D.C., für Herrn Obama, neben Bruce Springsteen, Stevie Wonder etc. (Sie spielten Pride und City Of Blinding Lights, falls es wen interessiert.); und dass sie am 21. Februar bei der ECHO-Verleihung in Deutschland spielen werden.

Dann ging es weiter über das neue Album, No Line On The Horizon, und die Single, Get On Your Boots, die heute ihre Premiere auf Ö3 hatte. Und sie spielen sie jetzt freundlicherweise nochmal, sagten sie, für alle, denen 9:15 Uhr zu früh war. (Zu früh?! Um die Zeit hab ich mich längst schon im Chemiesaal fadisiert.) „Get On Your Boots“, nun, was soll ich dazu sagen? Ich finde es nicht schlecht, nein, das nicht. Eines meiner Lieblingslieder wird es wohl eher nicht werden. Doch es macht mich sehr gespannt auf das übrige Album; dabei weiß ich ja noch gar nicht, ob ich es kaufen soll. Ich denke, ich werds mir leisten. Mal sehen.

 

Das hier nur so, weil diese Birke hier ja mein Tagebuch ist.
Hier gibt’s, wen’s ineressiert, die Single zu hören. Und wenn ich was Neues über U2 lesen will, dann übrigens am ehesten hier.

 

Wir schreiben morgen eine Schularbeit in Englisch, und ich hab mal wieder keine Ahnung von gar nichts, wie so oft.
Weiters ist morgen Therapie angesagt, das ist gut.

let me out of this cheap b movie,
hoop diddy diddy, hoop diddy do!

Aber, Scheiße, verdammte...
Raphael wird morgen an seinem kleinen Herzen operiert...

14.01.2009 um 22:11 Uhr

Was soll das?

Stimmung: müde, wie sonst auch
Musik: U2

Erklär mir das mal einer; sag mir mal eine, was das soll.
Ich hab mich mal über mich geärgert, fand, da will ich mich von der Oberflächlichkeit der anderen distanzieren, und dann kommt einer daher, mit diesen langen dunklen Haaren, und der gefällt mir viel zu gut. Aber, weh, wenns doch nur die Haare wären. Das wär ja noch in Ordnung, die hat er sich ja abgeschnitten, doch das hat nichts geändert. Diese Faszination, und diese Ambivalenz! Ich will so gar nicht in seiner Nähe sein, denn ich denke nicht, es tut mir gut. Und dann bin ich doch wieder gern bei ihm, ich find es schön, und ich möchte ihm öfter in die Augen sehen. Zu lange schon, ich mag nicht mehr. Warum kann er nicht einfach der Musiker sein und bleiben, ein Bekannter, den man gelegentlich trifft. Ein Mensch, mehr nicht, ein ganz normaler Mensch. Was ist schon so besonders, an diesem einen Mann.

12.01.2009 um 23:07 Uhr

gut gemacht

Stimmung: sehr müde, erschöpft, noch nicht ganz zufrieden. hoffnugsvoll.
Musik: U2

Ich weiß, dass mir die letzten Wochen und Monate noch lange nachhängen werden. Und ich weiß, dass es Rückfälle geben wird.

Aber ich weiß auch, dass ich es die ganze letze Woche ziemlich gut gemacht hab. Dass es richtig war. Und das fühlt sich gut an.

Und hiermit lobe ich mich ganz offiziell:
„Gut gemacht, liebe Rochallor. Weiter so.“

Das gehört nämlich auch manchmal dazu.

Und zur Belohnung darf ich jetzt noch ein oder zwei Kurven diskutieren, bevor ich versuche, bis fünf Uhr mit möglichst wenig Genickschmerzen zu schlafen.

Schön, dass Danny wieder da ist.

10.01.2009 um 22:24 Uhr

"Alles ist soweit okay."

Stimmung: recht gut
Musik: Queen

Das freut mich. Hier auch. Naja… zumindest hab ich jede Menge Hoffnung. Ich bin hundemüde, ich bin schon fast chronisch müde. Die Therapie ist recht gut bis jetzt. Eine Stunde ist kurz, aber auch ein wenig anstrengend. Manchmal versagt mir fast die Stimme, das finde ich ärgerlich. Endlich reden können, und dann doch wieder nicht reden können. Schreiben ist ja doch viel leichter. Schule ist zu ernst, wenn auch lustig. Die Uhr ist hin, die Batterie ist schwach. Der Sekunden-
zeiger kann nur noch uhrab laufen, nicht aber uhran. Man müsste sie immer mitdrehen, dann ginge es. Weil es aber nicht geht, richten sich die anderen Zeiger ununterbrochen. Sie suchen die Zeit, es ist ja eine Funkuhr, die muss schon richtig stimmen. Sie rennt und rennt, die falsche Zeit verfliegt so schnell. Dabei surrt sie leise, das kann einen ganz nervös machen. Aber sie bleibt, sie ist ja quasi unser Klassen-
hamster. Und unsere Zeit. Unser Zirkel ist außerdem ein Sinnbild der Loyalität, zumindest für mich. Wahnsinn, ich hab den ganzen Tag zu viele Gedanken. Beim Reiten fast die Finger abgefroren. Ha, aber ich war heut das erste Mal auf der Autobahn! Das heißt, ich war natürlich schon oft auf einer Autobahn. Aber diesmal bin ich selbst gefahren. Insgesamt heute 122 Kilometer, das sind 4,06periodisch Prozent der Gesamtstrecke. Wenns wahr ist, eine beachtliche Zahl. Und auch wenns im Allgemeinen in meinem Leben keine 130 km/h sind, so denke ich dennoch, ich gehe allmählich in Richtung richtigen Weg.

Rochallor, Herrin über die Schaummilch.

Übrigens:
(Von Christian Morgenstern:)

»Ich habe ein paar Blumen für dich nicht gepflückt,
um dir ihr - Leben mitzubringen.«
Das soll bitte mal einer zu mir sagen. Danke.

01.01.2009 um 21:23 Uhr

Abends auf Korsika

Musik: damals vielleicht Meat Loaf. jetzt Howard Shore - The Breaking of the Fellowship

Vor etwa einem halben Jahr war ich mit meiner Familie eine Woche lang auf Korsika. In ruhigen Minuten habe ich ein wenig geschrieben, unter anderem in Gedanken an M., auch wenn ich ihm nie etwas davon geschickt habe. Einen kleinen Teil, der eines Abends auf der Terrasse des Hauses entstanden ist, möchte ich hier online stellen; warum, das weiß ich selbst nicht so genau.

Wir schreiben den 16. Juni 2008, auf meiner Uhr leuchtet 21:52. Ich fühl mich gerade ein wenig verlassen hier. Es ist diese Leere, die sich über alles andere legt. Keine Traurigkeit, und auch kein physisches Alleinsein, denn die anderen sind ja alle da. Ich weiß nicht, was mir eigentlich fehlt, was ich will. Ich kann sie nicht mit Worten beschreiben, diese Leere, in der ich zu den Sternen sehe und mir wünsche, ich wäre irgendwo, weit fort...
Von der Küste blinkt der Leuchtturm zu mir her. Zweimal eine Sekunde lang, dann drei Sekunden Pause. In Wirklichkeit blinkt er natürlich für die Schiffe, nicht für mich. Es sieht aus, als wäre der Mond bald voll; sein Schein macht die Umgebung dämmrig und spiegelt sich im verhalten schimmernden Meer wider.
Kennst du das Gefühl, wenn du am Meer bist, es ist ganz ruhig, die Wellen rauschen zu deinen Füßen, und weit in der Ferne siehst du den Horizont, eine flache Linie, hinter der du wieder das Meer finden würdest, immer wieder, scheinbar ewig bis in die Unendlichkeit... Du hörst den Schrei einer Möwe, und sie fliegt, übers Meer hinaus, dem Horizont entgegen. Du siehst ihr nach, und du weißt, eines Tages wirst du ihr folgen, dein Schiff besteigen, alles zurücklassen, und in den Westen segeln, frei, zu gehen, wohin du willst. Kennst du dieses Gefühl? Ich nicht. Aber ich stelle es mir wunderschön vor. Wie die Elben, die Mittelerde verlassen und über den Geraden Weg nach Valinor reisen. Noch schöner wäre das Gefühl wahrscheinlich zusammen mit einem Menschen, den man liebt – aber jetzt gehe ich schlafen.
Die Lichter von Moriani-Plage funkeln an der Küste, ein Hund bellt in der Ferne, die Korsen vom Nachbarhaus werden immer leiser. Das Gefühl der Leere zieht sich langsam zurück, ich werde wieder ruhiger.
Morgen gehen wir zum Wasserfall.
Ich werde hier von Gelsen ausgetrunken.

01.01.2009 um 14:26 Uhr

respicio

Stimmung: nachdenklich, optimistisch
Musik: all das, was mich durch dieses jahr begleitet hat (alles auf shuffle)

Das alte Jahr ging vorüber, was soll ich dazu sagen? Es wurde langsam Zeit; ich bin es schon fast ein wenig Leid gewesen.

Wisst ihr, ich sag ja nicht, dass dieses Jahr schlecht war. Anders eben. Früher, da war ich halt ein Kind. Kein besonders dummes Kind, das würde ich so nicht behaupten. Aber eben auch keines, das so besonders viel nachgedacht hat. Und das hat sich eben geändert, ich habe mich verändert, wie so vieles. So manches ist geschehen, was nicht passieren hätte müssen, wenn es nach mir gegangen wäre.

2008 begann mit einem Riesenhaufen Sorgen und traurigen Gedanken. Ich hatte davor schon wochenlang „Star“ von Reamonn gehört, Kalinkas unscharfes Abbild in meinen Händen, Tränen in den Augen... Schwarzer Pferdekopf mit rotem Halfter auf braunem Grund. Stolzes tschechisches Warmblut. Sie musste gehen; damit begann das neue Jahr. Wer weiß, wo sie jetzt wohl ist, meine gute Stute...

Dasselbe Hirn versuchte gerade, mit dem baldigen Tod eines geliebten und geachteten Menschen fertig zu werden. Die Zukunft des kleinen Raphael war ungewiss. Böse Nachrichten aus aller Welt. Nichtstunkönnen. Flucht, Flucht aus der Realität, wie es oft schon gehandhabt worden war. Doch diesmal Flucht in die Gedanken. Gedanken, die wie Drogen sind. Abhängigkeit und Sucht. Ambivalenz. Ich habe gelacht, so unglaublich viel gelacht. Und innerlich geweint, geschrieen, aus Trauer und Wut und Hilflosigkeit.

Irgendwann erkennt die junge Frau ihre Neigung zur Selbstzerstörung. Sie sagt ihr den Kampf an, sie wird an ein Versprechen gebunden. Das war mir zuvor noch nie passiert, es bedurfte eines Wolfes, der handelt ohne vorher viel zu fragen.

Spätestens hier, doch eigentlich schon viel früher, erkannte ich auch den Wert dieser Plattform, blogigos unermesslichen Wert. Ich hatte ein weiteres Zuhause gefunden, außerhalb meiner Gedanken, einen Ort, an dem es auch um mich geht.

Das war gut und wichtig, denn ich habe viel verloren, zumindest in Gedanken. Vor allem verlor ich die Kontrolle, jegliche Struktur, den Rhythmus und Zyklus des Alltäglichen. Ich war schwach, viel zu schwach, ich war allein und unverstanden.

Doch da war die Musik, der Herr der Ringe, der Globus und die Erinnerung an meinen Großvater...

Ich habe viel gelernt, in diesem Jahr, viel über mich selbst, die wohl wichtigste Person in meinem Leben. Es fühlte sich an, als hätte ich viel verloren. Doch ich habe auch erhalten, von diesem vergangenen Jahr. All diese Gedanken, sie sind meistens eine Last. Aber ich bin nunmal anders, ich bin nicht ganz einfach, und damit muss ich mich abfinden. Ich versuche, einen Nutzen daraus zu ziehen, und ich stelle fest – Ich betrachte auch die Welt anders als so manche andere, öffne die Augen und sehe das Schöne in ihr.

Ich bin nicht allein, auch das habe ich längst erkannt. Ich werde sogar verstanden, im Großen und im Kleinen.

Und wie Aragorn im Herrn der Ringe tauchte aus Dunkelheit, Nebel und Rauch M. auf, um mich an der Hand zu nehmen und ein Stück des Weges mit mir zu gehen. Anfangs schien es surreal. Dass da draußen jemand ist, dem ich meine Worte schicke, die ungesagten Worte, „Worte die nur uns beide etwas angehen.“ Ich musste erst lernen, mich verstehen zu lassen. „Akzeptiere es. Da ist jemand, der dich versteht.“ Ich habe gelernt, was Vertrauen ist. Und langsam wurde es klarer.

Ja, es gab dunkle Momente, und ja, es war manchmal ziemlich anstrengend zu leben. Aber ich hatte ein paar wirklich gute Gedanken, und so einiges habe ich aufgeschrieben.

Und war nicht die Musik genial? Das Alte blieb, und vieles war neu – Meat Loaf, Jethro Tull, U2s Joshua Tree (endlich! jetzt fehlt dann noch Achtung Baby...), Queen + Paul Rodgers und einige mehr.

Ich hörte auf, die Mirakatze nur zu tolerieren und wusste sie allmählich sehr zu schätzen. Dann war sie auf einmal verschwunden, und es fehlte etwas in meinem Leben. Doch so leicht lässt sie sich nicht unterkriegen, die Katze kehrte zurück und jetzt ist es so, als hätte es diese zwei Wochen nie gegeben.

Wir flogen kurz nach London; this is a Southeastern Service, mind the gap between the platform and the train. Ich mag diese Stadt; im Dominion Theatre spielten sie We Will Rock You, und ich war dabei.

Im Sommer gab es einen Familienurlaub, den vermutlich letzten für lange Zeit. Ich war auf Korsika, in Frankreich, zum allerersten Mal; ich stellte fest, dass ich in Genua nicht wohnen will, und dass es in Bergamo hohe Mauern gibt.

Dann trat Herr Max in mein Leben. Der liebe imperfekte Max, eigensinnig und stur, doch auf seine ganz besondere Art freundlich. Liebenswürdig. Sein blondes Haar kurzgeschoren, aus Gründen der Gesundheit; anfangs tat er mir leid. Kaum älter als ich, hat er wohl schon so einiges mehr durchgemacht. Mann, hab ich den Herrn ins Herz geschlossen; ich sehe ihn doch viel zu selten.

Zugegeben, der Sommer `07 war besser, doch es stellte sich ein gutes Gefühl ein, als ob ich in etwa am richtigen Weg sei...

Ich wurde sechzehn und begann mit der Führerscheinausbildung; Autofahren ist eigentlich gar nicht so schwer.

Das Queen-Konzert am ersten November, ich werde es nicht vergessen. Ich habe gelernt, Gefühle zu speichern. Es war einmalig. „Hammer To Fall!“, welche geistreiche Aussage zu mir selbst.

Der Beschluss, mein Schweigen endlich zu brechen. Hilfe anzunehmen, wo ich Hilfe brauche.

Die höchst feierliche Verleihung der Cambridge-Zertifikate; ich hab ein A, ein „Very Good“, aber stolz macht es mich dennoch nicht.

Das erste Weihnachten ohne meinen Großvater. Die Sterne leuchten und der Globus dreht sich. Es wird schon gut sein, so wie es ist.

Nach drei wunderschönen Tauplitz-Tagen das Gefühl, mit der Karte das Richtige getan zu haben, als um 14:39 eine Antwort kam: „Hallo liebe r.! Danke für die nette karte. Ich wünsch dir auch einen guten rutsch ins jahr 2009, und vor allem glück und gesundheit. Ich denke oft an die schöne zeit, die ich mit euch verbracht hab. Ein gutes neues jahr, auch an den rest der family. Lg annemarie“. So kann ich diese schöne, wenn auch traurige Sache als abgeschlossen betrachten...

r

Ich dachte, ich sei stillgestanden. Doch es hat sich einiges bewegt. 2008 ist das erste Jahr, von dem ich mit Überzeugung sage, Es war ein wichtiges Jahr für mich. Und auch wenn ich in der Zukunft nichts als schemenhafte Gestalten im Nebel sehe, ich weiß jetzt zumindest in etwa, was ich will. Ich will stolz sein, zufrieden und sicher, und ich will sagen können, Sogar in mir steckt eine kleine Heldin.

 r

Ich danke allen, die da waren und mich ein Stück begleitet haben, durch dieses Jahr. Und ganz im Speziellen danke ich allen, die hier gelesen und geschrieben haben, auf diesem Blog Nummer 23101.

 r

betula crescit; die Welt ist im Wandel. Ich werde meinen Weg gehen, und irgendwann einen Ort finden, an dem es mir gefällt.

 r

„Schönheit ist empfundener Rhythmus. Rhythmus der Wellen, durch die uns alles Außen vermittelt wird. Oder auch: Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.“ (Christian Morgenstern, ein schönes Zitat)