Birch Tree

24.02.2009 um 21:39 Uhr

Landslide

Stimmung: alles.
Musik: im kopf bohemian rhapsody. im ohr nichts.

Is this the real life?

Is this just fantasy?

Caught in a landslide.

No escape from reality!

(Queen, Bohemian Rhapsody)

18.02.2009 um 21:02 Uhr

Warum auch immer

Stimmung: besser als gestern. aber wahrscheinlich auch besser als morgen.
Musik: R.E.M.

Rían sprach im Morgen:
Der Sinn ist keiner oder unergründlich. Wir werden es nie wissen.
Aber sie glaubte schon im Gestern, dass es einen Sinn gab und geben wird. Und heute denkt sie, dass sie gar nicht immer einen Sinn zu wissen braucht. Wenn sie, zum Beispiel, sicher ist, dass es gut und richtig ist, auch wenn ihr der eine oder andere Grund einfällt, von dem sie nicht sicher ist, ob es einer ist. So ist es eben. Oder eben nicht.

13.02.2009 um 22:23 Uhr

Procain

Stimmung: ruhig. gemischte gefühle
Musik: Green Day

Irgendwie nah, und doch so fern. So viel geschehen, so viel Bedeutungsvolles, in mir, und damit auch in meinem Leben.

Manchmal, da wünsche ich so sehr, er wäre in meinem Kopf. Er wüsste, was in mir vorgeht, und es käme nicht die rote Fehlermeldung, wenn er versucht, bei uns vorbeizuschauen.

Immer wieder stehe ich auf und lass mich nicht unterkriegen und laufe weiter, so gut ich kann. Und ich wünschte, er könnte noch einmal stolz auf mich sein.

„Freitag der 13.“, sagen sie alle nur. Mir doch völlig egal, ob es ein Freitag ist, oder, wie letztes Jahr, ein Mittwoch, und ob es vielleicht nächstes Jahr ein Sonntag werden könnte. 

Ich will den ganzen Mist des letzten Jahres einfach nur zurücklassen. Nicht vergessen, aber so tun, als wäre alles gut. Und irgendwie ging es ja doch immer.

Seit der Urnenbeisetzung war ich nicht am Friedhof, auch heute nicht. Ich hab lieber den Globus und das Fernrohr und das Zelt, die Sterne, das Rätselbuch und das Wort „freilich“. Wie ich zum letzten Mal seine Hand gehalten habe. All das, und vieles mehr.

Ich denke an Dich. So, wie ich an einen Opa wie Dich nur denken kann. Irgendwie lebst Du immer in meinem Kopf. Auch wenn das manchmal ziemlich weh tun kann.

Alter gelber Briefkasten, von meinem Opa gebaut

Und den Briefkasten, usw...

08.02.2009 um 18:13 Uhr

Draußen

Stimmung: nachdenklich, so mittel
Musik: U2

Jetzt bin ich endgültig draußen. Ich bat um Löschung meines Accounts, denn ich konnte nicht mehr zurück. Zwei Stunden später sah ich nach, aber es gab nichts mehr zu sehen. Natürlich nicht, darum ging es ja. Es gibt mich nicht mehr, ich wurde gelöscht, einfach so ohne ein weiteres Wort. Das ist schon klar, ich hatte auch nichts anderes erwartet. Ich hatte schon lange daran gedacht und war mir sicher, dass ich es so wollte. Ein wenig seltsam ist es schon, zum Beispiel die roten Fehler-
meldungen, denn ich darf ja nicht mehr rein. Aber ich bin froh, es nun endlich abgeschlossen zu haben. Das ist gut. So wollte ich es ja.

 

Interessant, wie wenig man darf, wenn man nicht mehr dabei ist. So ähnlich, denke ich, muss es wohl nach dem Leben sein. Viel größer eben, denn die Welt ist wohl mehr als ein Forum im Internet. Aber im Prinzip ist es doch so, wenn man gestorben ist, dann ist man tot. Dann gehört man nicht mehr dazu, zu den Lebenden. Die denken vielleicht noch manchmal an dich, und es bleiben von dir Dinge, die du nicht mitnehmen kannst, in den Tod. Aber wenn man erst einmal gegangen ist, dann hat man nichts mehr zu sagen. Vielleicht aber, wenn es doch im Forum auch so ist, können doch die Toten noch ein wenig sehen, von dem, was auf der Welt passiert. Vielleicht sind sie nicht so ganz gegangen und kriegen von außen noch ein wenig mit, vom Leben. Nur rein dürfen sie nicht, dann kommt eine rote Fehlermeldung, denn dazu sind sie nicht mehr berechtigt. Ich mein ja nur, es könnte ja sein.

06.02.2009 um 22:22 Uhr

veiling of the sun

Stimmung: müde.
Musik: U2 (ein paar von den ruhigeren songs. nicht gerade unbedingt Vertigo oder was auch immer)

Manchmal, wenn es zu viel wird, dann brauche ich sie. Die Melancholie. Die damit verbundene Ruhe. Und auch ein wenig Traurigkeit. Man muss nicht immer fröhlich sein. Schon gerade ich darf besonders nichtlachen. Die Welt tut so weh. Doch es wird schon gut sein, so wie es ist.

I Still Haven’t Found What I’m Looking For... spielten sie heute Vormittag auf Ö3. Was war ich ihnen dankbar.

There were nights when the wind was so cold that my body froze in bed if I just listened to it right outside the window

06.02.2009 um 18:13 Uhr

Rejoice

Stimmung: Müde. Hoffnungsvoll. Auch ein wenig traurig. Doch ich gebe mir Mühe.
Musik: Greenday, U2

Vielleicht hätte ich schon früher genauer zuhören sollen, und vielleicht sollte ich dann mal anfangen, es zu glauben und mich damit abzufinden.

„And what am I to do?
Just tell me what am I supposed to say?
I can't change the world
But I can change the world in me.
I rejoice.“
(U2, Rejoice)

Dabei würd ich doch so gerne die Welt retten. Gleich nachdem ich mich selbst gerettet habe. Was ja wohl nicht mein ganzes Leben lang dauern wird. Hoffe ich zumindest. Also mach ich da gleich weiter, mit einer schönen kleinen Liste:

r

Was ich an mir mag
(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und nicht gereiht nach Priorität) 

  • Meine Hände, meine Füße, meine grünen Augen, meine Haare
  • Meine Einfühlsamkeit (auch wenn das ein seltsames Wort ist)
  • Meine Toleranz, meinen Respekt
  • Meine Demut (nur davon bitte nicht zu viel)
  • Meine Loyalität
  • Meine Aufrichtigkeit in manchen Situationen, in denen manche andere lügen würden
  • Meine Einstellung zu Versprechen
  • Mein Streben nach Verständnis
  • Meinen Humor, meinen Optimismus, meine Freude an Kleinigkeiten
  • Meine Fähigkeit zu Enthusiasmus
  • Meine Autonomie in manchen Situationen
  • Meine Vernunft (in manchen Situationen)
  • Einige meiner Gedanken
  • Meine Phantasie

Und ich kann mir vorstellen, dass es noch ein bis zwei so Sachen gäbe.

Nur, die andere Seite lassen wir lieber weg, sonst wird es nämlich unangenehm :-/

„You can be anything you want to be
Just turn yourself into anything you think that you could ever be
Be free with your tempo, be free, be free
Surrender your ego, be free, be free to yourself”

(Queen, Innuendo)

Ich bin Rían die Tapfere, und wers nicht glaubt, der hat noch nicht meinen Tapferkeitsbären gesehen. Das kann er dann hier nachholen.

05.02.2009 um 17:46 Uhr

Sweetheart... you're so cruel

Musik: im ohr nichts. im kopf Say It's Not True (Queen + Paul Rodgers)

Als Antwort auf einen Brief, den sie mir Sonntagabend vor meine Zimmertüre gelegt hat, schrieb ich meiner Schwester heute das hier. (Den Namen natürlich geändert.)

Val, sei doch bitte so gut und lies das.
Glaub nicht, dass du die einzige bist, die versucht hat, das zwischen uns zu klären. In deinem Brief machst du es dir ja leicht. So ziemlich den gesamten Inhalt könnte man umdrehen, ich hätte es fast genauso schreiben können. Du gehst in die Defensive, du nimmst die Rolle der armen Verletzten an, die nicht versteht, warum sie so schlecht behandelt wird. Ich zeige dir die kalte Schulter, dabei willst du ja nur geliebt werden, nein, nicht einmal das, du bist genügsam, du willst doch nur ein wenig Respekt. Den hast du, übrigens. Ich hab so einen unheimlichen Respekt vor dir, dass es manchmal schon an Angst grenzt. Wundert mich, wenn dir das nicht aufgefallen ist. Ich habe mich dir untergeordnet. Nun gut, das ist nichts Außergewöhnliches, mein Selbstwertgefühl und -vertrauen sind ja auch nicht gerade herausragend gut – woran du ein gutes Stück Teilschuld dein Eigen nennen kannst. Bei dir war es dann auch immer besonders schlimm. Und jetzt schreibst du, wie sehr dir das alles wehtut, wie verletzt du bist. Ganz ehrlich, das finde ich feig. Das kann jeder, das ist einfach, sogar ich hätte das so schreiben können. Dann erzählst du, dass ich die einzige Person bin, die dich jemals an dir selber zweifeln ließ. Kommst du dir, wenn du daran denkst, eigentlich arm vor? Ich weiß nicht, ob du irgendeine Ahnung davon hast, was Selbstzweifel wirklich sind. Das, wonach es bei dir klingt, so ein bisschen überlegen, ob man nicht etwas an sich anders, besser, machen könnte, das ist gar nichts, verglichen mit dem, was ich lange genug tagtäglich durchgemacht habe. Ich glaube sogar, so ein wenig nachdenken, über sich und sein Handeln, kann auch ganz gut sein, gelegentlich. Nur eben nicht zu viel, und nicht sich selbst nicht leiden können, so wie bei mir, das ist nicht schön und sicher auch nicht gesund. Ich kann und will auch gar nicht dich dafür verantwortlich machen, dass ich mich lange Zeit für so schlecht hielt und nicht viel Vertrauen in mich habe. Aber wenn du fragst, warum ich dir scheinbar die kalte Schulter zeige etc., dann versuche ich, dir eine Erklärung zu geben. Du hast mich konditioniert. Ich wurde zu oft zurückgewiesen. Zu oft erfuhr ich Eiseskälte, wenn ich auf laue Wärme gehofft hatte. Zu oft verbrannte ich mich, wenn ich erwartet hatte, dass alles schon längst wieder abgekühlt sein müsste. Zu oft war falsch, was ich für richtig gehalten hatte. Zu oft war ich nicht gut genug. Zu oft wurde ich herabgewürdigt. Zu oft fragte ich mich, warum du mich nicht einfach wirklich einmal schlägst. Ich denke nicht, dass du das gesehen hast. Denn ich denke nicht, dass du mir wehtun wolltest. Ich bin sicher, du wolltest nicht, dass ich daran zerbreche. Du hast es nicht so gemeint. Doch jetzt im Nachhinein ändert das gar nichts mehr. „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer.“ Oder: „Wer sich ständig schlagen lässt, schlägt irgendwann zurück“. Ich versuchte, mich zu schützen, aber ich habe eine hohe Vulnerabilität. Ich handle nicht aus Bosheit. Es stimmt, dass ich dir Dinge beweisen will, die du nie verlangt hast. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich manchmal abblocke, und sogar, dass du den Eindruck hast, ich zeige dir die kalte Schulter. Wenn du auch nur den Mund aufgemacht hast, habe ich schon oft auf Abwehr geschaltet. Du hast mich konditioniert. Ich will doch nur mich selber schützen. Ich wäre fast daran kaputtgegangen. Ich hatte mit mir selbst das größte Problem. Ich mochte mich nicht, ich glaubte nicht an mich, ich erkannte nicht meinen eigenen Wert. Mein Kopf ist ein Schlachtfeld, auf dem täglich gekämpft wird. Um mich, aber oft genug auch gegen mich. Du kannst jetzt gern ein schlechtes Gewissen haben, oder eben nicht, mir ist es mittlerweile egal. Mittlerweile, glaube ich, ist mir das meiste egal, von dem, was da irgendwann einmal war. Ich weiß jetzt in etwa, wo mein Weg liegt. Ich weiß jetzt, dass ich nichts dafür kann. Ich weiß jetzt, was ich wert bin, und dass ich um nichts schlechter bin als du oder sonstwer. Ich entschuldige mich nicht mehr dafür, dass ich bin, wer ich bin. Ich verbiege mich nicht mehr, für niemanden. Ich lerne, an mich selbst zu glauben. Denn ich bin ich, und das ist gut so. Wer das infrage stellt, hats nicht verstanden. Ich habe keine Schuldgefühle. Du willst also gar nicht geliebt werden, das finde ich ziemlich schade. Ich liebe dich nämlich, weil du meine tolle große Schwester bist. Und ich gebe ganz ehrlich zu, ich würde auch gerne von dir geliebt werden. Weil ich nämlich deine kleine Schwester bin, sieh mal an, wer hätte das gedacht. Ich habe nie behauptet, dass du lieber wer anderer sein solltest, oder dass ich dich nicht gern hab, so wie du bist. Das war deine Interpretation von meiner Abwehr. So wie ich interpretiert habe, dass ich schlecht und wertlos, nur verachtenswert, bin. Und nach all dem hier verbleibe ich mit nur einem großen Wunsch. Ich wünschte, auch du könntest mich akzeptieren, respektieren. Ich wünschte, ich wäre genug wert um auch von dir geliebt zu werden. Ich wünschte, ich würde dir nicht auf die Nerven gehen und könnte an dich denken, ohne dass mir dabei die Tränen kommen.
R. 

Ich wollte ursprünglich noch viel mehr schreiben. Ich wollte die Psychotherapie erwähnen, die Selbstverletzung, und einige Dinge bzw. Aktionen von ihr, die mich besonders fertig gemacht haben. Aber es war so mühsam, und zu viel auf einmal wollte ich ihr auch nicht zumuten. Wer liest das schon gerne.

Reaktion hab ich noch keine, und ich hoffe, das bleibt auch so.

Guten Abend.

02.02.2009 um 19:12 Uhr

ich bin ich und das ist gut so

Musik: Die Ärzte und U2

Ich werde mich nicht mehr für mich entschuldigen. Es wird mir nicht mehr Leid tun, dass ich bin, wer ich bin. Wenn jemand ein Problem mit mir hat, dann wird das nicht mehr mein Problem sein. Ich werde mich nicht mehr unterordnen, denn ich bin genauso viel wert wie alle anderen. Ich begegne ihnen mit Respekt, aber auch sie sollen mich respektieren. Ich werde andere achten, doch auch auf mich werde ich dabei Acht geben. Ich werde tun, was ich für richtig halte. Um sicher, zufrieden und stolz zu sein. Ich bin so wie ich bin, und das ist gut so.

r

„Ich war nicht mehr ich selbst, es wurde gefährlich;
tat, was andre verlangten, war zu mir selbst nicht ehrlich.
Wer Wahrheit simuliert, wird nur kurz akzeptiert.
Ich machte es allen recht, alle sollten mich lieben;
sah nicht die Dämonen, die mich dazu trieben.
War gefangen und nicht mehr frei, und ich ging kaputt dabei.“
(Die Ärzte, Lied vom Scheitern)

01.02.2009 um 20:14 Uhr

geschlagen

Stimmung: traurig, niedergeschlagen, verständnislos
Musik: U2

Heute hat sie es wieder geschafft. Heute hat mich meine Schwester wieder mit ihren Worten geschlagen. So fest, dass es wehtut. Ganz ohne für mich erkennbaren Grund. Und das Schlimmste daran ist, ich verstehe es nicht. Ich verstehe nicht, warum sie das tut. Immer und immer wieder. Ich bin doch ihre kleine Schwester. Wie fühlt sie sich dabei? Geht es wirklich darum, ihre Macht zu demonstrieren? Es reicht doch schon, ich weiß schon, dass sie größer, besser, stärker ist. Schrei nach Liebe... Ich liebe meine Schwester. Sie zeigt mir ja, wie schlecht ich bin. Ich wünschte, ich wäre für sie liebenswert. Aber was ich auch mache, es ist sehr oft nicht gut genug. Ich weiß jetzt, dass ich nichts dafür kann. Doch macht es das nicht verständlicher, macht es nicht leichter, macht mich nicht stärker gegen ihre Worte.

„Val“ - Wenn du das hier liest:
W
arum haust du mir nicht einfach mal wirklich eine runter?

Verdammt... jetzt will ich wieder zum Messer greifen. Will einen Teil des psychischen Schmerzes, ein wenig von der Spannung, auf meinen armen Körper übertragen. Will das rote Blut sehen, will es meiner Schwester zeigen, will sagen, Sieh mal, Liebste, was du mir angetan hast. Natürlich würde ich es ihr nicht zeigen. Aber warum darf ich nicht schneiden, einfach nur für mich?

Sweetheart... you’re so cruel.
(U2, So Cruel)