Birch Tree

28.03.2009 um 05:43 Uhr

Halbzeit.

Stimmung: alles weh!!! und muede auch. aber wirklich nicht schlecht.
Musik: im kopf Queen, Fat Bottomed Girls. im ohr nichts.

E-Mail an meine Familie, heute Abend, Namen unkenntlich gemacht: 

Meine werte Frau Mutter! Rate mal, was ich heute in meiner rechten inneren Jackentasche gefunden hab. Wir spielen inzwischen Musik, damit du Zeit hast, ein wenig nachzudenken... Fertig? Ich frag mich, ob du draufgekommen bist: meinen Schuelerausweis, jawohl, und der sah nicht mehr gut aus, nach einem weiteren Waschvorgang. Ich mach ein Foto und schmeiss ihn dann weg, muss naemlich Masse und Volumen sparen, fuer den Rueckflug. Wollte dir nur deinen neuen Rekord im Mitwaschen persoenlich mitteilen. Schoen, dass das Handy nicht wieder dabei war. Bussi.

Liebe Familie!
Danke fuer eure zahlreichen E-Mails, man kommt ja gar nicht zum Antworten. Schneit es daheim noch immer? Hach, ist das schoen, bei uns lacht den ganzen Tag die Sonne; nachts leider nicht, da geht sie auch hier unter, schade. Wir waren heute in Carson City und Virginia City, war lustig und ich hab einen Haufen Fotos gemacht, hauptsaechlich unnoetige weil Wueste. Am Abend hatte die School Band ein Konzert, das hab ich mit ein paar von den Band-Leuten verbracht. Wir haben das Gebaeude erforscht, danach bin ich verloren gegangen, aber jetzt bin ich wieder da. Hab ich euch eigentlich schon erzaehlt - nein, hab ich sicher nicht, ich hab ja kein einziges Mal daheim angerufen und auch nicht sonderlich viel geschrieben, oder? Also, wisst ihr, wozu ich eigentlich da bin? In Wirklichkeit bin ich hier, um mir sagen zu lassen. 1) Mein Englisch ist very good (besser als das vieler Amerikaner). 2) Ich bin so smart, cute, pretty, nice, polite etc. 3) Meine Mum hier mag mich so much (und sie will nicht, dass ich wieder heim fahre). 4) U.v.m... - Deshalb bin ich hier, um das zu hoeren. Morgen macht SD. oesterreichische Pancakes, danach fahren wir nach Sacramento. Zwei Wochen sind zu kurz hier. Ich bleib trotzdem nicht, ich will wieder nach Hause. Es gibt hier ohnehin nicht viele fesche Amerikaner, hoechstens ein paar von den Musikern. Da fallt mir ein, meine lieben Eltern, ich hab mir naemlich die Gebrauchsanweisung nicht durchgelesen, sagt, was passiert, wenn ich zu viel Siralud nehme? Das Muskeldings mein ich; was passiert bei einer Ueberdosis? Also, die Ft. findet ja sowieso, ich sei den ganzen Tag high, weil ich unter staendigem Einfluss von Medikamenten stehe. Ja, liebe Kinder, es ist lustig hier. Gruesse und Bussis, gerecht an alle zu verteilen. Schoenen Tag auch.
R.

25.03.2009 um 05:53 Uhr

Re: am er i ka

Stimmung: nicht schlecht, muede, alles weh.

E-Mail an meine Eltern, heute Abend, leicht gekuerzt:

Salvete!
(...) Ist nicht schlecht hier, ich glaub, ich such mir einen feschen Amerikaner, ein kleines Haus und einen braven Hund und bleib hier in Nevada. Nur ein Scherz, nein, nicht ernst zu nehmen. Es ist ganz in Ordnung hier, aber ich finde, es reicht dann schon langsam. War ganz nett, aber wir koennen dann auch schon wieder aufhoeren. Noch kurz nach San Francisco zur Golden Gate Bridge und dann heim nach Wasserau, wo wir hingehoeren. Sagt, habt ihr da drueben jetzt Sommerzeit? Dann sind es nur noch 8 Stunden Zeitunterschied; hier war schon Sommerzeit wie ich angekommen bin. Schule ist okay, meine Gastfamilie ist sehr nett. Wir diskutieren z.B. ueber grosse Staedte und Essen und Seelen in Mensch und Tier, es ist ganz lustig - natuerlich nicht so lustig wie mit euch, versteht sich. Aber eben doch ertraeglich. Sonntagvormittag waren wir in der Kirche, das war toll. Am Wochenende hat es geschneit, das war eine bloede Idee, fand ich. Ich komm doch nicht aus Oesterreich um hier WIEDER Schnee zu sehen. Alles in Allem ist das Wetter aber ganz angenehm. Gestern war ich mit Kt.s Eltern und dem Hund im Park, oder was die hier eben als Park bezeichnen. Danke fuer Am.s Adresse, Gruesse an alle und speziell an Gm., guten Morgen und have a nice day! Werd dann auch bald schlafen gehen. Bussis aus Reno, Nevada, United States. Klingt gut, vielleicht bleibe ich doch noch ein paar Tage laenger. R.

19.03.2009 um 23:51 Uhr

„If I take one more step, it'll be the farthest away from home I've ever been.“

Stimmung: ruhig.
Musik: Stille.

Ich wollte ja schon lange mal in den Westen. Zwar werde ich nicht segeln, nein, aber fliegen werde ich. Das hat ja auch was, finde ich. München-Washington-Denver-Reno. In dreieinhalb Stunden bin ich weg.

 

„Are you frightened?“
„
Yes.“
„Not nearly frightened enough. I know what hunts you.“
 

Zumindest sind es bei mir keine Nazgûl.

18.03.2009 um 07:49 Uhr

„Die Sache mit Amerika“

Stimmung: übermüdet. verwirrt.
Musik: im ohr nichts. im kopf U2 - I'll Go Crazy If I Don't Go Crazy Tonight

Die Gefühlsebene ist es, sagt meine Therapeutin, die wir zu sehr vernachlässigen. Das ist der Fehler im System. Wir mussten VT versichern, dass sie in Österreich begraben wird, sollte sie in Amerika sterben. Es ist nicht der physische Tod, sagte ich daraufhin, vor dem ich so große Angst haben, sondern eher mehr der seelische. Du machst dir zu viele Gedanken! - wahrscheinlich hat sie Recht, LG; wie gern hätte ich es so leicht wie sie, und will dennoch nicht mit ihr tauschen. Die Gefühlsebene, ja, wem sagen Sie das! Ich habe keine Angst mehr davor. Schlimm wird es, doch ich sehe das Schöne in der Welt. Ich bin nicht allein; und Beauty kommt auch mit. Nur noch zwei Wochen, dann ist es vorbei. Ich bin doch nicht blöd, oder?

17.03.2009 um 19:32 Uhr

blogigo lebt!

Stimmung: besser
Musik: A Sort Of Homecoming (U2)

http://www.blogigo.de/news/Umstieg-auf-reCAPTCHA/110/

Sachen gibts... wer hätte das gedacht?

15.03.2009 um 21:33 Uhr

Running to Stand Still

Stimmung: unglücklich
Musik: U2 - Running To Stand Still

She said I gotta do something / About where we're going.

Step on a steam train / Step out of the driving rain, maybe

Run from the darkness in the night.

r

You gotta cry without weeping, talk without speaking,

scream without raising your voice!

r

 

She's running...

...running to stand still...

14.03.2009 um 20:45 Uhr

Den Grauen Männern zum Trotz

Musik: im kopf Stand Up Comedy. im ohr nichts.

Vorgestern wars, da fand ich durch Zufall ein Stöckchen, Nummer eins gefiel mir, und ich füllte es aus. Dann fiel mir wieder ein, dass ich eigentlich beschlossen hatte, stumm zu sein wie Steines Steines. Aber jetzt wird es den Grauen Männern zum Trotz veröffentlicht. Rein aus Prinzip. Auch wenns natürlich nicht mehr ganz aktuell ist.

1. Greife das Buch, welches Dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4:
„aedon, onis, f. (Ἀηδών ‚Sängerin’)
Nachtigall“
(Stowasser, Lateinwörterbuch ;) )

2. Strecke Deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was findest Du?
Den Käpt’n Glasauge

3. Was hast Du als letztes im Fernsehen gesehen?
Zeit im Bild, Sport Aktuell und teilweise Seitenblicke

4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst Du gerade hören?
Moment of Surrender (U2) sowie das Krachen, wenn ich ein Holunderblüten-Ricola zerbeiße.

5. Wann hast Du den letzten Schritt nach draußen getan?
War heute in der Therapie. Sonst nicht mehr viel, ich bin nämlich eigentlich krank und sollte außerdem Mathe lernen.

6. Was hast Du gerade getan, bevor Du diesen Fragebogen begonnen hast?
Versucht, Mathe zu lernen.

7. Was hast Du gerade an?
Einen blauen Kapuzenpulli und ein graue Trainingshose.

8. Hast Du letzte Nacht geträumt?
Wahrscheinlich schon, aber ich kann mich nicht mehr dran erinnern.

9. Wann hast Du zum letztenmal gelacht?
Vorhin, telefonierend mit meiner Freundin Cona.

10. Was befindet sich an den Wänden des Raumes, in dem Du dich gerade befindest?
Eine zwei-mal-zweivierzig Meter große Weltkarte, ein Aragorn-Poster, ein Bild von Elena, ein Lesezeichen-Kalender mit Bildern aus dem Herrn der Ringe, ein Kalender mit Schulterminen, ein Stundenplan und ein Thermometer.

11. Hast Du kürzlich etwas sonderbares gesehen?
Ja, mich, immer wieder; ich komm einfach nicht an mir vorbei.

12. Was hältst Du von diesem Quiz?
Fängt gut an und lässt dann nach.

13. Was war der letzte Film, den Du gesehen hast?
Weiß nicht mehr, ist lange her.

14. Was würdest Du kaufen, wenn Du plötzlich Multimillionär wärst?
MultimillionärIN, wenn ich bitten darf.
CDs das eine oder andere Buch, Energiesparlampen, eine Schneeschaufel und vieles mehr.

15. Sag mir etwas über Dich, was ich noch nicht wusste.
Ich bin bisexuell.
(Aber wer bist du?)

16. Wenn Du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?
Ich würde Beauty gesund machen und dafür sorgen, dass sie glücklich wird. Oder ich würde mich selbst so machen, wie ich sein will. Ich würde mich entscheiden, wenn es soweit ist.

17. Tanzt Du gerne?
Eigentlich schon, aber das braucht niemand wissen.

18. George Bush.
Das ist keine Frage, sondern allerhöchstens eine Antwort. Was soll ich dazu fragen?

19. Stell Dir vor, Dein erstes Kind wäre ein Mädchen. Wie würdest Du es nennen?
1) Welches Kind?
2) Ich hoffe eigentlich nicht, dass es ein Mädchen wird.
3) Auch das entscheide ich, wenn es so weit kommt.

20. Und einen Jungen?
Feanor, wenns recht ist. Ansonsten bin ich flexibel.

21. Würdest Du es in Erwägung ziehen, auszuwandern?
Ja, mach ich schon länger.

22. Was würdest Du Gott gerne sagen, wenn Du das Himmelstor erreichst?
„Also gibt es Sie doch.“

23. Zwei Leute, die das hier auch beantworten sollen.
Wie gesagt, ich bin flexibel.

Und ansonsten glaube ich, es wird langsam wieder besser.
Alles Gute, gute Nacht.

14.03.2009 um 00:52 Uhr

Und dann kam Momo. (II)

>>An manchen Abenden, wenn alle ihre Freunde nach Hause gegangen waren, saß sie noch lange allein in dem großen steinernen Rund des alten Theaters, über dem sich der sternenfunkelnde Himmel wölbte, und lauschte einfach auf die große Stille.

Dann kam es ihr so vor, als säße sie mitten in einer großen Ohrmuschel, die in die Sternenwelt hinaushorchte. Und es war ihr, als höre sie eine leise und doch gewaltige Musik, die ihr ganz seltsam zu Herzen ging.

In solchen Nächten hatte sie immer besonders schöne Träume.<<

 

(Aus Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte von Michael Ende, © 1973 by K. Thienemanns Verlag in Stuttgart – Wien)

 

Kalt ist es. Ich kann nicht schlafen, und doch nicht richtig munter sein.

13.03.2009 um 22:21 Uhr

Und dann kam Momo.

Musik: U2

>>Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, da kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte.

„Siehst du, Momo“, sagte er dann zum Beispiel, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, daß es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit er Angst, und zum Schluß ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt noch immer vor einem. So darf man es nicht machen.“<<

 

Aus Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte von Michael Ende, © 1973 by K. Thienemanns Verlag in Stuttgart – Wien

11.03.2009 um 21:27 Uhr

Stumm wie Steines Steines

Stimmung: leidigt

Bin beleidigt leidigt leidigt
alles meid ich meid ich meid ich
red kein Wort mehr keines keines
bin so stumm wie Steines Steines.

Das ist das beleidigste Gedicht,
das ein Nachfahre der Klabauter je gemacht hat.

(Pumuckl)

 

Die gemeinen Grauen Männer wollen mich nämlich immer noch über mein eigenes Weblog attackieren...

 

„Einsam sitz ich in der Schaukel, die Welt ist traurig und voll Gaukel.“

 

Pumuckl

07.03.2009 um 22:46 Uhr

carry on, carry on

Musik: Queen - Bohemian Rhapsody

Wie wichtig etwas ist,
wie weit ich gehen darf,
ob ich zu weit gegangen bin.
Eigentlich ist das alles nicht wichtig.
Ich weiß nicht genau, was nun wichtig ist.
Und wer entscheidet, was wichtig ist und was nicht.

Eigentlich, glaube ich, ist alles irgendwie egal.

MIR ABER NICHT.

And therefore...
Let me go!

[Nehmt euch sechs Minuten Zeit und gebt euch der Bohemian Rhapsody hin.
So lautet mein Tipp an diesem Wochenende.
Und schlaft gut.]

03.03.2009 um 22:20 Uhr

Vielleicht Das Nachster Zeit

Stimmung: nachdenklich, ein wenig verwirrt, nicht schlecht, aber auch nicht glücklich oder zufrieden
Musik: Rainbow – Vielleicht Das Nachster Zeit (Maybe Next Time)

Na, den hab ich heut wieder so richtig verhaut. Wird Zeit, dass ich mal wieder so einen Hab-ich-gut-gemacht-Tag zustande bringe. Ich kann es heute nicht mehr ändern, versuche es daher mit Zuversicht und gehe einfach schlafen.

 

Vielleicht träume ich von ihr, zu der meine Gedanken immer wieder zurück galoppieren. Wenn sie wüsste, was ich da fühle – dann könnte ich ihr wahrscheinlich nicht mehr in ihre schönen Augen sehen.

 

Und vielleicht leiste ich mir morgen ein bis zwei oder drei CDs, mit guter Musik drauf eingraviert.

01.03.2009 um 19:57 Uhr

Strider

Stimmung: leer
Musik: alles.

Und wieder gefangen...

 

Immer wieder, immer noch.

 

Ganz ähnlich wie hier und da und dort.

 

Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr so weitermachen.

 

Und keiner, dem ich es erklären könnte, die es verstehen würde.

 

Ich will doch immer eine Heldin sein. Aber jetzt würde ich mich auch retten lassen. Wenn jetzt jemand da wäre, der mir die Hand gibt, um mich da raus zu führen. Dann würde ich Hilfe annehmen...

Ich hab das schon einmal zuvor gemacht... Ich kann es wieder. Ich kann es noch besser. Nun erst recht, nachdem ich – ohne dass er es wusste – darin bestärkt wurde, es zu tun. Also, komm schon, Strider. Hilf mir. Zeig mir, dass du mich liebst. Du weißt, was du zu tun hast.

01.03.2009 um 16:57 Uhr

Ver: Aurea Aetas

Stimmung: nicht so lustig
Musik: Dio und Rainbow

Ich mag ihn,
den Frühling.
Irgendwie spürt man ihn.
Erinnerungen werden wach.
An letztes Jahr; aber auch an schöne Zeiten,
als ich ein Kind und die Welt in Ordnung war.
 

Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
Poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
Nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
Nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: Sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
(...)
Ver erat aeternum, placidique tepentibus auris
mulcebant Zephyri natos sine semine flores.
Mox etiam fruges tellus inarata ferebat,
nec renovatus ager gravidis canebat aristis.
Flumina iam lactis, iam flumina nectaris ibant
flavaque de viridi stillabant ilice mella.

Das heißt zu Deutsch:
Zuerst entstand ein goldenes Zeitalter, das durch keinen Richter,
freiwillig, ohne Gesetz Treue und Recht pflegte.
Strafe und Furcht gab es nicht, weder wurden drohende Worte
von angeschlagenen ehernen Gesetzestafeln gelesen, noch fürchtete
die flehende Schar das Antlitz ihres Richters, sondern sie war ohne
   Beschützer sicher.
Die gefällte Fichte war noch nicht von ihren Bergen zum
klaren Wasser herabgestiegen, um die fremde Welt zu sehen,
und die Menschen kannten keine Küsten außer der ihren.
Noch nicht umgaben abschüssige Gräben die Städte,
es gab keine geraden Kriegstrompeten, auch keine Hörner aus
   gekrümmtem Erz,
keine Helme und kein Schwert: Ohne Gebrauch von Soldaten
verbrachten die Völker sicher eine angenehme Freizeit.
(...)
Es war ewiger Frühling, und die sanften Westwinde streichelten
mit lauen Lüften die wild wachsenden Blumen.
Bald auch trug die ungepflügte Erde Feldfrüchte,
und der unbestellte Acker schimmerte silbern unter reifen Ähren.
Hier flossen Flüsse von Milch, dort Flüsse von Nektar,
und goldgelb tropfte Honig von der grünen Steineiche.
 

(Ovid, Metamorphosen, Erstes Buch) 

Und ich warte nun hier auf ein besseres Zeitalter...