Birch Tree

14.06.2009 um 11:23 Uhr

Veränderung

Vor genau einem Jahr war ich in London. Ich spüre es noch, wenn ich mich daran zurück erinnere. So, wie ich mich nach Korsika fühlen kann, ins Freibad oder in den Biologiesaal.
Ich dachte damals, und nahm es mir auch fest vor, dass nun alles besser wird. Mein Leben, ich, die Zukunft. Alles wird gut, daran glaubte ich.
Natürlich hatte ich meine Zweifel, war auch skeptisch, in mancherlei Hinsicht. Doch Die Welt ist im Wandel pflegte ich zu sagen. Und so war es auch.

Ich sehe der Veränderung zu, lasse sie zu, weil ich keine andere Wahl habe und auch keine bessere Wahl treffen könnte.
Aber etwas in mir weigert sich, die Veränderung als das einzig Beständige anzuerkennen. Ein Teil von mir kämpft dagegen an und sagt Wir sind genauso beständig. Ein Kampf gegen die Veränderung, ein Kampf, den ich nicht gewinnen kann, und auch nicht gewinnen will.

Ich muss aufhören, den statischen Charakter zu tragen. Meine Rolle ist eine andere. Diesmal will ich es schaffen. Ich kann es.

07.06.2009 um 21:16 Uhr

Eines Tages über mich:

Stimmung: müde, depressiv
Musik: Simon & Garfunkel: A Most Peculiar Man

And all the people said:
"What a shame that she's dead. But wasn't she a most peculiar girl?"

03.06.2009 um 22:59 Uhr

Paint It Black

Stimmung: sehr, sehr müde. gleichgültig, leicht nervös. ein bisschen depressiv.
Musik: John Lennon - Mind Games

Man kann verschiedene Dinge auf verschiedene Weise betrachten und ihnen verschieden viel Gewicht zumessen. Ich habe beschlossen, Latein in diesem Schuljahr als ein verrücktes Spiel zu sehen. Momentan habe ich keine Lust auf dieses Spiel, und keine Nerven, um noch aktiv mitzuspielen. Ich habe andere Sorgen und werde meine verbliebene Kraft nicht für Latein verschwenden.
Ich hatte nie viel Ahnung von Latein. Ich hab einfach gelegentlich so getan als könnte ich es, und irgendwie hat es halbwegs funktioniert. Beim Europa-Modul hatte ich einen Dreier auf Caesars Commentarii de Bello Callico. Beim Mythos-Modul hatte ich einen Zweier auf Ovids Metamorphosen. Im Halbjahr hatte ich einen Zweier. Sie kann mir also eigentlich nicht viel anhaben. Die Lage kann nicht existenzbedrohend sein. Wie negativ die morgige Schularbeit auch sein mag.
So hoffe ich zumindest. Ich habe keinen einzigen Strich getan. Mein Wissen und Können geht kaum über die a-Deklination und die einfachsten Vokabeln hinaus. Ich habe nichts gelernt, und ich werde heute Nacht auch nicht mehr lernen. Komme was wolle. Meistens ging es auch in Latein irgendwie. Diesmal wird es eher nicht gehen. Ich werde nicht daran sterben. Und wenn – dann bin ich tot.
Ein wenig unangenehm ist das Gefühl schon. Wenn es in Englisch oder Deutsch so läuft, dann ist das reine Routine. In Latein gibt es wieder ungeheuren Ärger, den ich vorausblickend vermeiden hätte können. Doch manchmal muss man einfach konsequent handeln. Latein war egal. Latein bleibt egal.

 

[Gestern schrieb ich:
Latein ist ein Spiel. Mathe hingegen ist mehr wie das Leben. Deshalb kann ich in Latein lachen. In Mathe dagegen tut es einfach nur weh.]

 

Meine Frau Klassenvorstand führte heute ein 4-Augen-Gespräch mit mir. Lehrer hätten sie angesprochen. Es sei auch ihr aufgefallen. Ich sei schon seit längerer Zeit sehr traurig. Hinter dem Lachen könne man sehr viel verstecken. Ich sei nicht so selbstbewusst wie ich mich manchmal gebe. Ob ich daheim gut aufgehoben sei? Ob sie mir irgendwie helfen können? Ich könne jederzeit zu ihr kommen. Wir seien ihr nämlich nicht egal.

 

Depression ist gar nicht lustig.

 

 

I see a red door and I want it painted black!
No colours anymore, I want them to turn black!

 

02.06.2009 um 14:19 Uhr

Life is a Lemon

Musik: Life Is A Lemon And I Want My Money Back (Meat Loaf)

 

Life is a lemon and I want my money back.