Stimmung: sehr, sehr müde. gleichgültig, leicht nervös. ein bisschen depressiv.
Musik: John Lennon - Mind Games
Man kann verschiedene Dinge auf
verschiedene Weise betrachten und ihnen verschieden viel Gewicht zumessen. Ich
habe beschlossen, Latein in diesem Schuljahr als ein verrücktes Spiel zu sehen. Momentan habe ich keine Lust auf dieses Spiel, und keine Nerven, um
noch aktiv mitzuspielen. Ich habe andere Sorgen und werde meine verbliebene Kraft
nicht für Latein verschwenden.
Ich hatte nie viel Ahnung von Latein. Ich hab einfach gelegentlich so getan als
könnte ich es, und irgendwie hat es halbwegs funktioniert. Beim Europa-Modul
hatte ich einen Dreier auf Caesars Commentarii de Bello Callico. Beim
Mythos-Modul hatte ich einen Zweier auf Ovids Metamorphosen. Im Halbjahr hatte
ich einen Zweier. Sie kann mir also eigentlich nicht viel anhaben. Die Lage kann
nicht existenzbedrohend sein. Wie negativ die morgige Schularbeit auch sein
mag.
So hoffe ich zumindest. Ich habe keinen einzigen Strich getan. Mein Wissen und
Können geht kaum über die a-Deklination und die einfachsten Vokabeln hinaus. Ich
habe nichts gelernt, und ich werde heute Nacht auch nicht mehr lernen. Komme
was wolle. Meistens ging es auch in Latein irgendwie. Diesmal wird es eher
nicht gehen. Ich werde nicht daran sterben. Und wenn – dann bin ich tot.
Ein wenig unangenehm ist das Gefühl schon. Wenn es in Englisch oder Deutsch so
läuft, dann ist das reine Routine. In Latein gibt es wieder ungeheuren Ärger,
den ich vorausblickend vermeiden hätte können. Doch manchmal muss man einfach
konsequent handeln. Latein war egal. Latein bleibt egal.
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[Gestern schrieb ich:
Latein ist ein Spiel. Mathe hingegen ist mehr wie das Leben. Deshalb kann ich
in Latein lachen. In Mathe dagegen tut es einfach nur weh.]
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Meine Frau Klassenvorstand führte
heute ein 4-Augen-Gespräch mit mir. Lehrer hätten sie angesprochen. Es sei auch
ihr aufgefallen. Ich sei schon seit längerer Zeit sehr traurig. Hinter dem
Lachen könne man sehr viel verstecken. Ich sei nicht so selbstbewusst wie ich
mich manchmal gebe. Ob ich daheim gut aufgehoben sei? Ob sie mir irgendwie
helfen können? Ich könne jederzeit zu ihr kommen. Wir seien ihr nämlich nicht
egal.
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Depression ist gar nicht lustig.
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I see a red door and I want it
painted black!
No colours anymore, I want them to turn black!
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