Birch Tree

16.03.2010 um 05:57 Uhr

In drei Monaten...

Ist es vorbei. Ist sie aus und vorbei. Vergangen. Überstanden. Einfach vorbei. Ausgepustet und nie wieder gekehrt. Die Schulzeit.

Dann gibt es keinen vertrauten Heimweg mehr. Keinen Herrn Longus, der auf den Gängen hüpft. Beauty tritt aus meinem täglichen Leben, und andere, auch Mary und Sri wahrscheinlich. Ich sehe auf die Uhr und sage: 09:10, die zweite Stunde wäre jetzt zu Ende. An einem Dienstag dieses Jahres wäre das Deutsch gewesen. (Keine Scheiß Interpretationen von diversem Geschreibsel mehr.)

Und dann bin ich frei. Frei, zu tun, was mir am Herzen liegt. Meinen Drachen steigen zu lassen. Zu schwimmen und zu reiten und zu lesen ohne jegliche Vorgabe außer durch mich selbst. Durch Wälder zu streichen und auf einen Baum zu klettern, falls mir danach ist. Dienste zu machen. Klavier zu spielen und Gitarre. Nüsse zu knacken. Durch die Nacht zu laufen. Nach Mittelerde zu reisen. Oder in dieser Welt hin und her. Spanisch zu lernen. Und was noch alles.

 

Das hier wird nicht jeder verstehen. So genannte „Erwachsene“ zum Beispiel, die das lange hinter sich haben. Die sagen, wir Jungen, wir werden schon noch sehen, was jetzt kommt. Raus aus dem geschützten Bereich der Schule, da kommt erst mal das „Maturaloch“, und dann schließlich das richtige Leben, wir werden uns zurück sehnen.

 

Soll sie kommen, die richtige Welt. Ich hab genug vom geschützten Bereich.

11.03.2010 um 22:36 Uhr

frisch bejackt und so

Ich ging zu Mittag mit Cona heim, weil meine Kla4stunde ausfiel. Wir vereinbarten viertel nach eins bei ihr, um das allerletzte Protokoll für Philosophie mit Ethikschwerpunkt zu schreiben. So war ich also daheim und drehte das Radio auf, und sie spielten mir Beautiful Day. Dann rief Cona an, ob ich nicht in zehn Minuten kommen möchte, wir schreiben gleich das Protokoll und essen danach von der Lasagne, die ihre Mutter um halb zwei fertig hat. Im Grunde bin ich auch gern Selbstversorgerin, aber ich freute mich doch. Conas Mutter hatte dienstags letzte Woche einen Unfall, sie wurde von einem Auto angefahren. Ein Riesenglück, hauptsächlich eine Platzwunde am Kopf, Gehirnerschütterung und natürlich sonst Verletzungen, nach zwei Tagen konnte sie das Krankenhaus verlassen. Sie kann sich kaum an etwas erinnern, aber der hauptberufliche Sanitäter an diesem Tag im Dienst am RTW hat zufällig den gleichen Nachnamen wie sie, das merkte sie sich und ich war gebeten, ihm liebe Grüße und Dank auszurichten. Das Ethikprotokoll war nicht schwer, und das gemeinsame Mittagessen war nett, wir redeten, auch über Ecuador und freiwillig im Krankenhaus und so. Zurück daheim telefonierte ich mit meinem Ausbildungsleiter und fuhr danach raus zur Dienststelle, denn besagter Hauptamtliche, der Conas Mutter rettete, ist auch für die Uniformen zuständig und hatte heute wieder Dienst am RTW. Ich sprach ihn also auf den Unfall an, mit bestem Dank, und dann gingen wir auf den Dachboden, und ich probierte meine beiden neuen Jacken. Hehe, jetzt ist nämlich Schluss mit Unlustig. Jetzt bin ich richtige Sani und damit eigenjackenberechtigt. Sowohl Winter als auch Softgel. Und da es meine Größe lagernd gab, fuhr ich dreibejackt weiter zum Eurospar. Die beiden roten ließ ich aber im Auto, als ich nach frischem Kopfsalat suchte. Am Heimweg telefonierte ich zum ersten Mal während des Autofahrens. Nein, ich bin nicht besonders stolz darauf. Aber ich stelle fest, dass es ging. Scheint mir nämlich in Gedanken nicht so logisch, ich fahre ja normalerweise mit beiden Händen Auto. Zurück daheim, es war schon spät, stellte ich aus dem Entwurf meines allerletzten Englischreferates das vierseitige Handout zusammen, das morgen abzugeben ist. Bin positiv davon überrascht. Konnte mich zur Abwechslung auch mal konzentrieren. Übers Wochenende wird der Rest dann noch bearbeitet. Morgen Abend oder Samstagmorgen werden für die Zeitung Fotos von den neuen Freiwilligen gemacht. Eigentlich mag ich Fotos nicht, aber für die Sani-Sache geht das natürlich in Ordnung. Vielleicht auch mit neuer Softgel-Jacke, mal sehen.

 

Eigentlich wollte ich mal einen Eintrag machen, der hätte „Bilder einer Ausbildung“ geheißen. Mit Auszügen aus meinem Ausbildungsheft, Fotos von meiner Uniform und der Theoriemappe, von dem Matchbox-Notarztwagen (mit rausfahrbarer Trage!), den Mary mir geschenkt hat, vielleicht auch von einem unerkenntlich gemachten echten Auto meiner Dienststelle und so. Es scheiterte schon am Fotographieren. Aber es stört mich kaum, denn ich weiß, was ich gesehen und erlebt habe.

 

Es ist übrigens erfreulich, mich Leben lernen zu sehen.

09.03.2010 um 21:10 Uhr

Kein Problem...

Heute die allerallerletzte Englischschularbeit geschrieben. Arbeite gerade an meinem letzten Referat. Englisch, aber Wahlpflicht. Kernfach hab ich seit zwei Wochen hinter mir. Bei den Spezialgebieten ist höchste Eisenbahn, wirklich, absolut, das Warnsystem fängt schon an zu blinken. Nein, Läutwerk, es bimmelt – ist das eigentlich Hochdeutsch, bimbim? – die Schranken gehen zu, oje, kommen wir noch drüber? Abgesehen davon, ja, es ist ja schon längst Zeit, es muss ein Ende haben! Wenn wir auf November zurückdrehen, schreib ich die Spezialgebiete schneller? Das glaub ich nicht, das hätt ich mir noch nie bewiesen. So aber ist es bedrohlich, ja, und doch bald vorbei, das solls ja sein. Und ich hege die Hoffnung, nämlich, dass es halb so wild ist. Bevor Englisch, schriftlich, ein Problem wird, wird die Sani-Sache ein Problem – und erwiesenermaßen war die kein Problem. Für Deutsch muss ich mir halt mal anschauen, wie man die Interpretationen schreibt. Die Autoren, ein bisschen literaturgeschichtlicher Hintergrund, daran darf es einfach nicht scheitern. Latein, da muss sich die kleine Rían wirklich mal zusammenreißen und endlich etwas tun! Ich kann es ja lernen, ich muss mich nur mal damit beschäftigen. Ist alles eine Frage der Übung. Und Mathe, ja, da auch gewissermaßen. Die Mathematik hat meine Liebe selten erwidert. Wobei ich auch nicht sagen kann, dass es immer nur Liebe von meiner Seite her gab. Mathe kann mir richtig gut gefallen, aber auch nicht, und selbst wenn es mir gut geht, wenn ich mich nicht bemühe, dann wird das sicher nichts. Doch wenn ich will, dann hab ich eine Chance. Und die muss ich nutzen. Das also alles, schriftlich. Und dann, mündlich. Wenn die Spezialgebiete erst geschafft sind, und sie müssen geschafft sein, welche andere Option bleibt sonst? Wenn dann also auch die Schriftliche aus ist und vorbei. Dann hab ich ja für Latein schon was getan. Dann werde ich es in Mathe auch an der Tafel können müssen. Und Psycho werd ich einfach lernen. Dieses Spezialgebiet ist längst erarbeitet, die psychische Betreuung von Patienten im Rettungsdienst. Der Rest wird dann schon noch seine Zeit finden. Als größte Sorge also Latein und Mathe. Latein Spezial ist Melanchthon, Mathe Spezial Winkelfunktionen: Kurvendiskussion und Additionstheoreme. Es muss, irgendwie. Ich weiß nur noch nicht... Franz, der von der Christine Nöstlinger, der würde hier Bauchweh kriegen, glaub ich. Ich hab seit Jahren kein Franz-Buch mehr gelesen, drum bin ich mir nicht sicher. Aber irgendwie hab ich so das Gefühl, Franz kriegt Bauchweh, wenn er (Schul-)Sorgen hat. Auch wenn das vielleicht nie beschrieben wird, ich bin mir sicher, dass es so ist. Wenn das alles hier vorbei ist, dann will ich mal wieder ein Franz-Buch lesen. Das mit dem Tintenkiller, zum Beispiel. Oder das, wo er auf Urlaub dieses Mädchen trifft, und einen Rekord aufstellen soll im Kaugummistehlen – so ein böses Mädchen – gut, dass er daheim die Gabi hat. Doch, ich glaub, es wird öfters erwähnt, das Schulbauchweh. Ich hatte immer wieder viel Bauchweh, aber noch nie wegen der Schule.

 

 

 

Raphaels Mama erwartet für Anfang Oktober ein Kind.

 

06.03.2010 um 18:58 Uhr

Großmutti

Du warst heute das Glück meines Tages. Ich sage nicht: Du hast mir Glück beschert. Nein, du selbst, du bist das Glück. Ich hab dich lieb, so lieb. Das weiß ich schon lang, aber heute hab ichs besonders gespürt. Ich lebe in einer anderen Welt, weil ich jünger bin, und weil ich nicht du bin, sondern eben ich. Und dennoch oder gerade deshalb ist es so wunderschön, eine Brücke zu sehen zwischen diesen beiden Seelen. Wie heute, zwischen uns, die wir beide alleine sind. Ein ungleiches Paar, doch eines, das es öfter geben sollte. Es ist gut, dass du so nahe wohnst. Meine Oma, es ist schön, dass es dich gibt.

05.03.2010 um 21:36 Uhr

In Ruhe Weiterspinnen

Da kam am Mittwoch eine unerwartete Einladung:
„hallo r.!
ich hätt eine frage an dich und zwar: hättest du lust und zeit am sonntag, den 07.03.10, von 19.00-06.00 (also nachtdienst) als einschuler am rtw mitzufahren??! (ich bräuchte nämlich einen einschuler)
falls es nicht geht, ist es natürlich auch kein problem :)
schönen tag und lg v.“

„Hallo V.,
Sonntag Nacht müsste sich ausgehen. Ich bin nur seit gestern keine Einschulerin mehr, weil ich bei der Zivi-Prüfung mitgemacht hab, also kann ich mich nicht mehr selbst als Dritte eintragen. Aber ich ruf morgen an und lass mich dazuschreiben.
Bis bald, liebe Grüße,
R.“
Das lass ich mir freilich nicht entgehen :-)

Zur Feier des Erfolges hab ich auch beschlossen, mir eine Stunde fröhliches Reiten verdient zu haben – Sonntag zu Mittag mit Pheli. Morgen um die Zeit bin ich bei meiner Oma zum Essen eingeladen, das ist eine sonst nicht vorhandene, aber feine Sache, die auch gut zum im letzten Eintrag beschriebenen Erfolg passt. Ich erkläre diese Begebenheiten zu Feiern, weil es am Dienstag nicht so sehr eine erleichterte und ganz besonders stolze Freude gab. Es war eben ein langsames, mühsames Geschehen, bei dem von Anfang bis Ende allmählich Einser auf dem Laufzettel vermerkt wurden (was ja an sich gut und erwünscht ist). Mir kam die Idee, besonders als Beauty danach fragte, ob Cona und ich kommen, diesen Freitag (heute also) im C. Club zu feiern. Doch dahin ginge ich zu Fuß und nächtens wieder zurück, und dagegen sprach die heutige Schnee- und Wetterlage ganz massiv. Ich kann auch nur sagen, ich freute mich stattdessen über den gewonnen Abend, den ich nicht als Gast in jener Welt verbringen muss. Mal ein bisschen Ruhe kann auch ganz wohltuend sein. Nachmittags schlief ich fast eine Stunde mit kleinen Unterbrechungen, das war schon dringend notwendig. Dennoch bin ich jetzt sehr müde und genieße es, nicht gestört zu werden. Morgen schon sollte viel kommuniziert werden. Auch die Schulsachen werden nicht vergessen. Meine Eltern genießen Urlaub auf Sylt (kenn ich nur von daher, klingt aber wirklich schön) und auch ich kann die Freiheit nutzen.

[Wenn das mit der Matura endlich auch erledigt ist, vielleicht hab ich dann wieder mehr mitzuteilen...]

02.03.2010 um 22:07 Uhr

Lassen Sie mich durch, ich bin Sanitäterin!

Stimmung: nicht sehr gefühlvoll, hauptsächlich erschöpft obwohl die meiste Zeit heute fad herumgesessen.
Musik: vorhin Queen: It's A Hard Life; im Kopf Gives You Hell

Zuallererst legten L. und ich eine grandiose Reanimation hin. Prüfer: „Obwohl ich noch so genau geschaut habe, konnte ich keinen Fehler finden.“ Ich hatte meine Scheu längst abgelegt und der gute Start machte auch meinen Prüfungspartner lockerer. Großunfall wurde uns auch nicht schwer gemacht. Bei der Trauma-Praxisstation forderte zwar keiner von uns den NAW nach, aber unsere ansonsten fehlerfreie Darbietung dürfte recht überzeugend gewesen sein. So richtig mühsam war das Warten zwischen den fünf Teilprüfungen. Auch das Arztgespräch wurde im Team geführt, aber wir konnten unser großes Wissen gar nicht anbringen. Der Gerätelehreteil bei meinem Ausbildungsleiter war geradezu enttäuschend (warum lässt er mich von allen notärztlichen Maßnahmen ausgerechnet ein doofes Medikament im Verhältnis eins zu neun aufziehen?), und beim zweiten Teil bekam ich Blutdruckmessung. Ich verwendete erst ein paar einfache Fachbegriffe und durfte dann feststellen, dass der Prüfer 130 zu 80 hat. Danach wurde, wie auch dazwischen gewartet und gewartet und gewartet. Die Situation war nicht angespannt, sondern äußerst unspektakulär zäh. Besser so als anders. Nach ewig Erscheinendem Gezähe wurden die vier Freiwilligen meiner Dienstelle noch zum Essen eingeladen und am Heimweg kam kurz die Freude über den siegreichen Tag in mein Bewusstsein. Ich sehe die Sache mittlerweile etwas anders – ich könnte mir durchaus vorstellen, auch bald mal mit einem guten Fahrer zu zweit Dienste zu machen. Nur leider bin ich ja momentan nicht in der besten körperlichen Verfassung – kein Wunder, immer nur blöd in der Schule rumsitzen und daheim dann noch mehr von dem theoretischen Zeugs. Und mit meinen siebzehneinhalb Jahren bin ich natürlich doch noch relativ jung und dementsprechend weniger allgemeine Lebenserfahrung habe ich. Aber ich hab auch schon was drauf als Sanitäterin, das brauch ich gar nicht abstreiten. Bei den nächsten Einsätzen will ich jedenfalls keinen Atem-Kreislauf-Stillstand. Ich hab die letzten zwei Wochen genug reanimiert für die nächsten acht Wochen. Und lasst mich bloß kein Medikament mehr aufziehen, sonst werd ich aggressiv und die Ampullen fliegen durch die Gegend. Aber einen Venflon öffnete ich heute Abend dann doch noch – wir haben zufällig zwei abgelaufene daheim. Ich wickelte ein Stück Mullbinde um eine Erste-Hilfe-Zotter-Schokolade und befestigte Marys Beatmungsmaske, indem ich den Venflon durch den Ring steckte und mit einem Stückchen PehaHaft festklebte. Das Ergebnis gefällt mir unheimlich gut :-)) Worauf ich schrieb, was ich Mary nochmals klarmachen will, ist ein Ausschnitt einer Kopie meiner Ausbildungsbestätigung. Auf deren Rückseite steht nun:

„Liebe Mary,
die Ausbildung zur Rettungssanitäterin bereitete mir im vergangenen halben Jahr viel Freude und wird bestimmt auch weiterhin zu positiven und lehrreichen Erfahrungen führen. Ohne dich wäre es dazu nicht gekommen. Ich hab diese Ausbildung selbst, freiwillig und gern gemacht, aber du warst es, die mir den entscheidenden Schubs dazu gegeben hat.
Fühle dich durch den abrupten Abschluss der offiziellen Lernphase von mir auf keinen Fall links überholt. In Wirklichkeit ist das Sanitäterinnen-Dasein ein jahrelanger Lernprozess. Eine gute Helferin wird man nicht von heute auf morgen, und schon gar nicht durch ein Zeugnis.
Nichtsdestotrotz freue ich mich freilich über den erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung, an deren Anfang neben allen dafür sprechenden Gründen ganz besonders du standest. Ich finde es schön, dass wir Kolleginnen beim Roten Kreuz sind. So möchte ich dir nochmals meinen Dank dafür ausdrücken und dir alles Gute für deine Zukunft als Sanitäterin wünschen – Danke und alles Gute!“

 

So beende ich einen kurzen Bericht über einen anstrengenden Tag mit ein paar für die Prüfung relevanten Auszüge aus dem Mitteilungsspeicher meines Mobiltelefons. Einfach so an Stelle eigenen Ausdrucks spezieller Freude.

Gestern Abend an den Meister:

Werde morgen mein bestes für das ziel (die sani-sache) geben. Es ist richtig, darauf zu vertrauen.

 

Gestern nachts von Beauty:

Hey....sorry, dass ich so spät noch schreibe...wirds mei sms wahrscheinli erst morgen lesen(eigantli scho heute…egal) kann nämlich grad ned schlafen und da hab i an di gedacht und mia is eingefallen, dasd ja morgen die prüfung hasd...also drück i da fest de daumen :-) wirsd sehen des schaffds sicherlich weil i glaub des is anfoch des richtige fia di :-D naja also viel glück und i hoff mal i hab di ned aufgweckt :-) bussi --- Danke judith! Das ist wirklich lieb, ich freu mich :-) Jetzt schlaf mal, werd gesund. Gute nacht, R.

 

Heute früh von Mary: Guten Morgen! Alles gute und viel glück bei der sani prüfung. Du schaffst das! Glg mary --- Heute Früh an Mary: Danke! Werd mein bestes geben.

 

Heute nach der letzten Teilprüfung an meine Therapeutin: Sie können aufhören, an mich zu denken! Ich habs geschafft. Möchte mich beizeiten nochmal bei ihnen melden… Liebe Grüße! R. --- Hab recht an sie gedacht worum gehts denn? --- Rettungssanitäterprüfung :-) --- Gratuliere! --- Danke! Ich hoffe sie hatten nicht mehr erwartet. Ist was ganz wichtiges für mich. --- Ich weiß wie bedeutend es für sie ist und freue mich! --- Wollte nur sichergehen! Unabhängig davon will ich gern wieder mit ihnen reden – ich rufe sie an. Danke für ihre unterstützung.

 

Nach den Prüfungen an den Meister: Lieber M., es lief wie erwartet.

 

Nach den Prüfungen an verschiedene: Hallo (…). Es läuft wie erwartet, wir warten schon auf die zeugnisse. Ich hoffe, ihr habt einen schönen tag! Liebe grüße, R.

 

Beauty: Hey :-) hasd des du hosd as gschaffd? ?? Bussi --- Ja :-) --- He supi :-) freu mi fia di !!! Naja dann mach da nu an schönen tag und dua brav feiern :-) bussi (…)

 

Mary: Ich drück dir ganz fest die Daumen! --- Brauchst du nicht mehr! Sind schon fertig. Ist wirklich nichts zum fürchten.

 

Um drei an meine Eltern: Und warten und warten und warten... Wir haben alle lauter einser aber die kommission kommissiert und die zeugnisse sind noch nicht verteilt... Um dreiviertel vier an meinen Vater: Wir fahrn jetzt erstmal essen :-)

 

An meine Schwestern abends am Heimweg: Huhu liebste schwestern, habt ihrs schon gehört? Ich bin ausgezeichnete rettungssanitäterin, jawohl! --- Waaaaah! Super! Gratuliere ganz herzlich und bin voll stolz auf dich! Hab dir den ganzen vormittag gedanklich die daumen gedrückt! Bussiii

 

 

Nachdem so viele gemeint hatten, sie seien sich sicher, dass ich es schaffe, wunderte es mich, dass manchen mit „Es lief wie erwartet“ nicht sofort klar war, dass ich damit meine, dass ich es geschafft habe.

 

Vor lauter geschafft und durstig Sein und Zugang in Schokolade Stechen kam ich noch gar nicht zu Feiern und Freude.

01.03.2010 um 18:43 Uhr

Don't Stop Me Now

Stimmung: gut
Musik: Queen!

Glücklich und zuversichtlich für morgen. So fuhr ich von der Dienststelle nach Hause, als obendrein noch der Zweiundsechziger vor mir von der Krankenhausausfahrt auf die Straße Richtung Ortsstelle K bog und ich ihm fast den ganzen Weg heim nachfuhr. Gut, dass ich heute den Clio haben und mich gleich nach der Schule nochmal mit L. treffen konnte. Wir gingen die beiden Praxisstationen durch und vereinbarten, wer was macht. Beim Trauma hab ich die meiner Meinung nach schwierigere Rolle. Erstens wegen des Stifnecks, vor dem ich nach wie vor großen Respekt habe, und zweitens hängt dadurch auch der ganze Traumacheck sowie Sauerstoff, RR-Messung, MDS-Schema und natürlich Patientenbetreuung an mir. Aber wir können es. Wenn es bei der Prüfung so hinhaut wie heute, dann steht uns nichts mehr im Wege. Ich war locker, und das merkten auch die Hauptberuflichen, mit denen ich dann kurz sprach. Bei der Gelegenheit besorgte ich auch einen „Ambu LifeKey“, also ein in einen Schlüsselanhänger verpacktes Beatmungstuch für unterwegs, als Geschenk für Mary. Ich hoffe nur, dass unser Wiedersehen am Mittwoch ein freudiges sein wird. Heute muss ich mich noch in Großunfall vertiefen und sonst noch einige Dinge festigen. Nach Möglichkeit gehe ich früh schlafen, morgen um sieben fahren Cona und ich mit ihrer Mutter Richtung Dienststelle. Bin heute extra nach sechs nochmal zum Spar gefahren, um mir Müsliriegel zu kaufen. Nicht, dass es womöglich an fehlender Kraft zum Scheitern kommt. Am Heimweg auf der kurzen 70er-Strecke fiel mir auf, wie selten ich das Ortsgebiet verlasse. Immer nur Dienststelle und wieder zurück, manchmal vielleicht mit meiner Oma in die Stadt... Wird Zeit, dass ich mal wieder ein Stückchen weiter raus komme. Das nur so nebenbei. Mein Vater kommt, glaub ich, grad heim. Wird wohl einen Salat machen. Da lass ich mich gleich mal blicken.

Nachtrag um halb acht:
Und ich bleibe aber dabei: Es wird vielleicht nicht so gut wie nötig, und wenn es so ist, dann ist das auch okay.