Burgenland

18.06.2007 um 16:50 Uhr

Melinda Esterhazy und ihre Vorfahren

Das Haus Esterhazy

Die ungarische Magnatenfamilie ist 1238 erstmals belegt. Benedikt Esterhazy heiratete um 1526 Helene von Bessenyey de Galantha. Den ungarischen Freiherrenstand erhielten die Esterhazy 1613, Grafen von Forchtenstein wurden sie 1626. Sie wurden 8.12.1687 in den Fürstenstand erhoben (ad personam); die Familie war und ist im nördlichen Burgenland reich begütert (1648 Erwerb von Eisenstadt). Am 23.03.1712 wurde der Reichsfürstenstand mit „Hochgeboren“ auf den Erstgeborenen, am 21.07.1783 auf alle Nachkommen ausgedehnt. Am 22.05.1804 erwarb das Haus die am 17.12.1804 zur erblichen Grafschaft erhobene ehemalige Abtei Edelstetten, wurde aber nicht mehr in den Reichsfürstenrat aufgenommen. Dem kaiserlichen Feldmarschall Nikolaus IV. (1765-1833) bot Napoleon vergeblich die ungarische Königskrone an. Das Prädikat „Durchlaucht“ erhielten die Esterhazy 1825.

Bedeutende Vertreter:

  • Anton Graf von Esterhazy (†1722), Feldherr;
  • Nikolaus Joseph Fürst von Esterhazy (1714-1790), kaiserlicher Feldmarschall und Mäzen Joseph Haydns;
  • Nikolaus Fürst von Esterhazy (1765-1833), dem Napoleon 1809 die ungarische Königskrone anbot.
  • Peter Graf Esterhazy de Galantha (*1950), Schriftsteller (2004 Friedenspreis des Börsenvereins des deutschen Buchhandels).

Der Chef des Hauses führte den Titel Fürst Esterhazy von Galantha, gefürsteter Graf zu Edelstetten, Graf von Forchtenstein. Er war Erbobergepan des Komitats Ödenburg und erbliches Mitglied des ungarischen Oberhauses. Die Nachgeborenen führen den Titel Prinz und Prinzessin Esterhazy von Galantha. Daneben gibt es noch ein gräfliches Haus Esterhazy von Galantha.

Fürst Anton II. (*1936) lebt mit seiner Familie in München, besitzt in Budapest nur eine 2-Zimmer-Wohnung und hat vom Verkauf des Wiener Palais Esterhazy bloß 305.000 € bekommen. Die Fürstin Melinda (*1920), Alleinerbin des letzten Majoratsherrn Paul V. Esterhazy (1901-1989) und mit einem Vermögen von 1,1 Milliarden € eine der reichsten Österreicherinnen, hat Antons Mitgliedschaft im Familienbeirat sistiert und sämtliche Zahlungen an ihn ausgesetzt (2002).

 Den sagenhaften Reichtum hatte weiland Fürst Paul V. Esterhazy bei seinem Tod 1989 hinterlassen. Fürstin Melinda verwaltete das Ererbte und richtete schließlich eine Privatstiftung zur Versorgung des Familienverbandes ein. Die Oberaufsicht hat ihr Neffe Stefan Ottrubay. Fürst Anton II. hat lediglich repräsentative Angelegenheiten der Familie wahrzunehmen.

Zahlreiche Mitglieder der weitverzweigten Familie waren in Ungarn geblieben, wurden aber in der Volksrepublik nicht durch Reichtum oder Skandale bekannt. Mathias Benedek Graf Esterhazy de Galantha, der zum zweiten Haus des ersten Zweiges des zweiten Astes der ersten Linie gehört, hatte durch die Enteignung sein ganzes Vermögen verloren. Zunächst konnte er sich noch als Übersetzer und nicht-politischer Journalist über Wasser halten, bis auch er nach Hort umgesiedelt wurde und seine wachsende Familie als Feldarbeiter und Melonenzüchter ernähren mußte. Dafür wurden zwei seiner Söhne sogar über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Martin stieg zu einem gefeierten Fußballstar auf; sein älterer Bruder Peter studierte Mathematik und wurde einer der bekanntesten Schriftsteller Ungarns. 2004 wurde er mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenmilica@theessink.com schreibt am 26.10.2008 um 15:52 Uhr:ich würde gerne mehr über Fürstin Melinda Esterhazy erfahren.
    gibt es eine biographie über sie ?? wo wurde sie geboren etc
    mit freundlichen grüßen
    milica theessink
  2. zitierenDr.Marina Koselack schreibt am 18.02.2009 um 06:44 Uhr:Hallo,es gibt ein interessantes Buch "Greif und Rose"von Hanna Molden über Fürst Esterhazy und seine Frau Melinda!
    YNFFZ

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