Es ist ja nichts Neues. Nicht wirklich. Aber jetzt hab ich es sogar schriftlich.

Am Seminar letztes Wochenende haben wir verschiedene Persönlichkeitstests gemacht - das Ergebnis war nicht wirklich neu für mich, aber interessant. Kennt jemand den STAB - Test? Man beantwortet zahlreiche Fragen und bekommt dann nach einigem Herumrechnen und Listen-Schauen für jeden Bereich eine Zahl zwischen 0 und 100 heraus, wobei 100 eine volle Ausprägung bedeutet und 0 so gut wie keine. Meine Ergebnisse:
|
inneres
Selbst
|
projiziertes
Bild
|
"Im Lichte
der Umwelt" |
| S (strukturorieniert) |
92 |
92 |
90 |
T (traditionelle Orientierung)
|
86 |
18 |
45 |
| A (aktionsorieniert) |
75 |
84 |
78 |
B (beziehungsorientiert)
|
0 |
10 |
0 |
Dem geneigten Leser fällt hier vermutlich vor allem die letzte Zeile ins Auge.

Ähm. Tja. Was soll ich da noch groß sagen. Immerhin hab ich 10 Punkte in der Rubrik "projiziertes Bild" (= was ich nach außen lebe) erreicht, was so viel bedeutet wie "ich bemüh mich ja"...
Natürlich soll man seine Lebensphilosophie nicht nach solchen Tests ausrichten, denn kein Test kann die gesamte Persönlichkeit wirklich erfassen, außerdem spielen beim Beantworten der Fragen so viele verschiedene Faktoren mit, aber eine Tendenz ist zumindest schon erkennbar. Vor allem bei einem so eindeutigen Ergebnis. Immerhin finde ich mich in den Beschreibungen auch durchaus wieder. Was bedeutet das nun für mich? Keine Ahnung. Egal.
Ah, nein! Ein paar Fragen hätte ich dann doch noch. Wenn zum Beispiel meine Kollegin, die mit mir gemeinsam Schlußdienst macht, schon 90min vor der "Sperrstunde" anfängt, alle möglichen Sachen wegzuräumen (die wir natürlich noch brauchen) und zu putzen, dann aber - wenn wir 10min zu früh fertig sind - wartet mit Ausstempeln (jede Minute bringt Geld!): liegt es an meinem mangelnden Menschenverständnis, dass ich mich frage ob...

Oder wie?
Und dass bei unserem astronomisch hohen Gehalt! Da zahlt sich jede Minute aus! Lasst uns also eine kleine Rechnung anstellen:
Für die Nachtstunde bekommen wir brutto € 6,19 + € 2,00 - insgesamt also € 8,19. Das macht netto ca. € 6,67 pro Stunde, ergo für 10min: € 1,11. Na immerhin! Dafür lohnt es sich doch zu warten, oder?
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich überlegt habe, meinen Lohnzettel einzuscannen und der Öffentlichkeit zum Ergötzen zur Verfügung zu stellen. Stattdessen tippe ich ein paar relevante Zeilen ab:
| Lohnart |
Einheiten
|
Satz
|
gesamt brutto
|
gesamt netto |
| Stundenlohn |
151,55 |
6,19 |
938,09
|
764,54 |
| Nachtzulage |
35,59 |
2,00 |
71,18
|
58,01 |
| Abzug
Essen |
|
|
|
- 12,80 |
Abzug
E-Card-Service
|
|
|
|
- 10,00 |
| Monatslohn netto |
|
|
|
799,75 |
Vermutlich hab ich mich jetzt grade strafbar gemacht. Da aber im Dienstvertrag nirgendwo steht, dass der Lohn vertraulich zu behandeln ist... Abgesehen davon flattern die Lohnzettel bei uns auch in der Arbeit offen rum, also was solls. Verdienen ja eh alle gleich.
Hat jemand Lust, bei McDonalds zu arbeiten?
Eine Frage hätte ich dann auch noch an die sozial begabteren unter uns. Folgendes Szenario:
Nach dem Schlußdienst ziehe ich mich schnell um, marschiere los und bin max. 50min nach Dienstschluß zuhause. WENN ich alleine gehe. Meistens jedoch begleitet mich besagte Arbeitskollegin, die in der Nähe wohnt. Das ist natürlich nicht nur unterhaltsamer sondern auch sicherer - mitten in der Nacht. ABER: es nervt mich manchmal maßlos, dass sie sich nicht nur unendlich Zeit läßt beim Anziehen, sondern auch erst mal gemütlich eine raucht, bevor wir dann lostrotten. Ich bin dann 70 - 80min nach Dienstschluß zuhause. Egal, könnte man meinen: es ist sowieso mitten in der Nacht und eigentlich viel zu spät - wofür auch immer. Trotzdem. Es nervt mich. Warum?
Oh, ich glaube, ich habe mir die Antwort gerade selbst gegeben: Nach 7 - 8 Stunden unter Menschenmassen und einer Geräuschkulissen, die meine Schmerzgrenze immer wieder überschreitet, lechze ich nach der Einsamkeit und Stille meiner kleinen Wohnung. Es zieht mich förmlich nach Hause, und wie! Und was macht meine Mitmarschiererin den ganzen Heimweg über? Versucht mir einzureden, mir einen Freund zu suchen, denn es könne ja nicht sein, dass zuhause nur eine Katze auf mich wartet...

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Es grüßt euch eure asoziale
Claudia
PS.: Noch einmal arbeiten bis zum Beratungstermin...