Stimmung: hm... ausgeschlafen?
Da ich zur Zeit ein wenig in Erinnerungen schwelge, möchte ich nun den Rest der Welt auch teilhaben lassen. Es gibt bestimmt in jedermanns/jederfraus Kindheit und Jugendzeit bestimmte Geschichten, die großen Eindruck hinterlassen haben. Oft erinnert man sich nur noch bruchstückhaft daran und man fragt sich, ob die Faszination nicht vor allem in der nachträglichen Verklärung liegt.
Nun, ich habe zwei solche Geschichten wieder in die Gegenwart zurückgeholt - und davon möchte ich euch erzählen:
1. Das Haus der Krokodile
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Es gab eine Zeit, da hatte ich schon an meinem Verstand gezweifelt. Ich hatte dieses Buch mehrmals gelesen und für extrem gruselig befunden. Aber dann war es weg - und kein Mensch ausser mir konnte sich dran erinnern. Niemand! Egal, wem ich davon erzählte: verständnisloser Blick. Hatte ich mir das Ganze am Ende nur eingebildet?
Internet sei dank konnte ich vor einiger Zeit feststellen, dass mich meine Erinnerung doch nicht getrogen hatte: Es gab nicht nur dieses Buch, sondern sogar eine TV-Serie! Und nun endlich halte ich es wieder in Händen! Zwar ist es eine Taschenbuchausgabe und nicht die schöne, smaragdgrün gebundene von damals, und anscheinend sind auch die Illustrationen nicht drinnen, an die ich mich zu erinnern meine, aber immerhin: Besser als nichts, oder?
Ich bin schon sehr gespannt, ob die wenigen Details, an die ich mich erinnere, tatsächlich so passieren:
- Da ist ein kleiner Junge, der eines Tages allein zu Hause ist und plötzlich im Spiegel hinter sich eine Gestalt sieht. Kaum dreht er sich um, ist sie weg. *grusel*
- Außerdem kommen Stoffkrokodile vor, deren Augen nicht aus billigem Glas sondern aus Edelsteinen sind, die irgendjemand irgendwann auf diese Weise versteckt hat.
- Und dann ist da noch Cäcilie: sie war eine Cousine/Vorfahrin(?) des Jungen und war vor langer als kleines Mädchen noch bei einem Sturz vom Treppengeländer umgekommen. Der Junge will herausfinden, warum es damals zu dem Unglück kam. Als er versucht, die Szene nachzustellen und sich dabei rücklings über das Geländer beugt, erwischt ihn eine Tante (?), die beinah zu Tode erschrickt, weil es mit Cäcilie damals genau so war. Anscheinend konnte man nur in dieser Position irgend etwas sehen, das verräterisch war. Wurde Cäcilie damals geschubst? An dieser Stelle hatte ich mich echt gefürchtet, es war so unheimlich! (Und ich habe als Kind nicht übertrieben schnell Angst bekommen; vor allem nicht beim Lesen oder Fernsehen!)
Ja, das sind die wenigen Bruchstücke. Bin schon total gespannt aufs Lesen...
2. Flussfahrt mit Huhn
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Ich meine mich zu erinnern, dass es damals im ORF ein TV-Serie war. Nun habe ich eine DVD gefunden - die Geschichte als Kinderfilm. Kann sein, dass meine Erinnerung trügt, möglicherweise hat aber auch der ORF tatsächlich einen Mehrteiler daraus gemacht.
An den Inhalt kann ich mich kaum mehr erinnern - bei dieser Geschichte überwiegt vor allem das Lebensgefühl, das ich dazu hatte: von zuhause abhauen, Vorräte einpacken und einfach drauf los - immer der Nase nach! Warum das Huhn eigentlich dabei war, wußte ich nicht, ich vermutete: wegen der Eier. Das war auch schon alles, keine Details dazu in der Erinnerung.
Tatsächlich gab es eine Zeit, da wollte ich unbedingt von zuhause abhauen und herumzigeunern, nur: ich hatte nie wirklich Grund dazu...
Ich habe mir die DVD inzwischen angesehen:
Ein paar Kinder klauen das Boot des Großvaters, um die "Nordwestpassage" zu entdecken - eine neue Verbindung zum Meer. Die Eltern sind verreist, der Großvater soll auf die Rasselbande aufpassen. Natürlich beichtet er nicht den Eltern, dass die Kinder verschwunden sind, sondern versucht auf eigene Faust, sie zu finden. Er verfolgt sie per Boot, Fahrrad, Bahn,... doch immer wieder entwischen sie ihm. Natürlich geht die Geschichte am Ende gut aus, sogar die Passage zum Meer wird entdeckt, die Kinder hatten aufregende Ferien und der mißmutige Großvater kommt auch ein wenig auf Trab. Ach ja: und das Huhn sollte - irgendeiner Tradition zufolge - als Schutz gegen den Klabautermann dienen.
Es ist seltsam, diese Geschichte (aus dem Jahr 1984) heute anzusehen. Man ist es nicht (mehr) gewohnt, dass Geschichten so langsam aufgebaut werden, dass die Abenteuer recht gewöhnlicher Natur sind und dass die Kinder unterschiedlichen Alters so unbeaufsichtigt die Möglichkeit hatten, zwar alltägliche, aber doch gefährliche Ideen zum Zeitvertreib zu entwickeln. Am meisten gestutzt habe ich bei folgender Szene: das Mädchen wird auch in den Geheimbund "Blauer Punkt" aufgenommen - zu diesem Zweck sticht ihr ein Bub mit einer Nadel in den Finger, verreibt dann blaue Tinte darüber und "tätowiert" sie dadurch. Mein erster Gedanke war: "Na bravo, das machen die Kinder dann nach und erkranken an Blutvergiftung!"
Ist doch so: heute denkt man so, oder nicht? Anscheinend fanden das die Eltern damals aber nicht so dramatisch, zumindest kann ich mich nicht erinnern, jemals irgendein Bemerkung dazu gehört zu haben...
Das erinnert mich doch glatt an diese "Wir Kinder der 70er/80er - Texte", die im WWW herumgeistern...
*seufz*
Jaja, die gute alte Zeit!
Claudia