Stimmung: müde aber :o)
Musik: Gigi d'Agostini: La Passion
Puh, endlich wieder da! Ich war ja gar nicht so lange weg, aber der Tag hatte es durchaus in sich - und der Bericht in seiner vollen Länge beweist das. Nur Mut, denn es wird keine Kurzfassung davon geben!
Der Tag begann heute schon mal gaaaanz toll: Der Wecker hat nicht geklingelt! Oder: ich habe ihn nicht gehört, weshalb ich um eine Stunde verschlafen habe: Ich wollte mich nämlich schon um 8:00 Uhr auf den Weg zum Hausverwalter machen.
Nein halt, der "Tag" begann eigentlich schon früher! Und zwar um 00:30 Uhr nachts, da hab ich mich nämlich ins Bett begeben. Um dann, ca. 1,5 Stunden später wieder rauszukriechen: ich könnte nämlich ums Verrecken nicht einschlafen. Dieses Mal wußte ich aber wenigstens warum: Mir gingen die aktuellen Mühseligkeiten noch immer im Kopf herum. Was habe ich also gemacht? Richtig: PC aufgedreht und Weblogs gelesen!

Was sonst? Um 3:00 Uhr hab ich es ein zweites Mal versucht und konnte dann auch endlich einschlafen.
Um 8:00 Uhr sprang ich also mit geröteten Augen und ziemlich unausgeschlafen aus dem Bett. Da ich aber zum Glück in der Früh ziemlich gut in Schwung komme, saß ich 20min später bereits in der Straßenbahn - in Richtung Norden, zur Hausverwaltung. /Vorher registrierte ich noch im Halbschlaf, dass die Bäume an der Hausvorderseite bis auf 2 alle umgeschnitten worden waren. Wer macht sowas?

/ Nach einem forschen Fußmarsch bei trübem Wetter näherte ich mich gegen 9:00 Uhr dem Zielgebiet und schoß auch gleich um 3 Häuser über selbiges hinaus. Also Kommando retour: Uff, besagtes Büro lag anscheinend in einem großen Wohnpark, in dem ich mich nach einigem Herumirren dann doch noch zurechtfand. Ah, da ein Haus, das aussieht wie ein Bürogebäude! Paßt! Hausnummer? Paßt auch! Namensschild? Paßt nicht! PASST NICHT? Nein. Ca. 10 Firmen gab es da abzulesen, aber meine gewünschte war nicht dabei. Also Telefon herausgekramt, Herrn von Hausverwaltung angerufen: "Grüß Gott, ich ruf an wegen der Wohnungsaufwandsbestätigung! Wie, die haben sie mir schon zweimal geschickt? Nein, ist nicht angekommen. Nein, sie brauchen sie mir nicht noch mal schicken, ich steh nämlich schon vor der Haustür! Gleich im Erdgeschoß rechts? Sehr gut, bin gleich da!" Es war dann tatsächlich so einfach - nach 3 Schritten stand ich schon im Büro. Da der Zettel grade aus dem Drucker kam, bin ich geneigt zu glauben, dass er mir wirklich schon mal geschickt wurde; fertig war er jedenfalls schon. Schneller als angenommen (war wohl nix mit Sitzstreik - dabei war ich so wild entschlossen!) war ich also schon wieder am Rückweg.
Oh, was erblickten meine müden Augen da? ... Eine Wiese mit einem Zaun drum herum. Breites weißes Elektroband! Mittendrin ein Gebäude, sieht nach Halle aus - REIThalle? Boah, es wird doch nicht... Da! PFERDE! Wow, mitten in Graz! Ich mache einen Haflinger aus, einen Schimmel... Ob ich da mal einen Sprung reinschauen kann, Pferdeluft schnuppern?
Beim Näherkommen war dann allerdings zu erkennen, dass die Pferdekoppel in einem größeren Gelände integriert war - eine Einrichtung für behinderte Kinder und Erwachsene, anscheinend mit Hippotherapiezentrum? Notiz: Unbedingt ausforschen, ob die Vermutung stimmt!
Nächster Programmpunkt: Quer durch die Stadt ins Stadtzentrum zum Wohnbeihilfenreferat, meine ganzen Unterlagen endlich abgeben. Jetzt, wo ich endlich den einen fehlenden Wisch in der Hand hatte! Aber dann! Aber dann habe ich in der Straßenbahn die Bestätigung mit dem Mietvertrag verglichen und mir in Erinnerung gerufen, wieviel ich monatlich überweise, und: es fehlten fast Euro 50,- Oh weh, oh graus! Das ließ nun drei Möglichkeiten offen: 1. ich zahle zu viel Miete, 2. die Bestätigung ist falsch oder 3. es gibt da irgend etwas, das ich nicht verstehe und es ist alles ok. Also schnell das Maxerl im Beihilfenreferat befragt, aber der konnte mir auch nicht helfen. Daher noch mal die Hausverwaltung angerufen und tatsächlich: Die Bestätigung war falsch!
[kein Kommentar]
"Oh, das tut mir leid, ich
schicke Ihnen die richtige nach!"

Ja.

Klar.

Sicher. NICHT. MIT. MIR! "Äh, nein,
bitte nicht! Ich bin grade im Referat, könnten Sie es einfach hierher faxen? Danke!" Das Beihilfen-Maxerl meinte dann noch: "Aber Sie müssen jetzt nicht extra warten, bis der Zettel ankommt, die restlichen Unterlagen passen ja!" "Danke, sehr lieb! Meine Telefonnummer haben Sie ja, falls der Wisch doch nicht kommt!"
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie noch heute...
Nun sollte mich mein Weg eigentlich zu meinem Bruder führen, um mit ihm unter anderem auch die Autofahren-Sache zu besprechen, aber er war leider grade nicht da und vertröstete mich auf Mittag. Da war es erst 10:00 Uhr (wow, ich lag ja wirklich sehr gut in der Zeit bisher!) - was also thun, Fisch? (Sorry, das mußte jetzt einfach sein.) Das Naheliegendste (wenn man es nicht grade räumlich betrachtet): ab in die Fahrschule! Ich hatte mich nämlich in meiner nächtlichen Wachphase entschlossen, eine Fahrstunde zu nehmen und auch gleich am besten den Termin für die Überprüfungsfahrt zu fixieren - sozusagen also zeitliches Korsett. Also wieder Richtung Norden - zum Hauptbahnhof. Na und da begann die Irrfahrt dann erst so richtig - ein schlechtes Omen? Vorne am Gebäude in großen Buchstaben: EINGANG UMS ECK! (inkl. grafischer Unterstützung) Ich ging also wie beschrieben ums Eck. Und dann ein Stückl gradeaus. Bis zu einer Glastür mit der Aufschrift "Fahrschule". Doch der Weg war versperrt! Beziehungsweise: die Tür war zu. Hmmm... Zum Glück schickten mir die Götter eine Dame, die zwar auch so planlos war wie ich (aber längst noch nicht so entmutigt) - und der ich einfach hinterherdackeln konnte. Also zuerst wieder 10m retour, dann beim Eingang vom Supermarkt rein, rechts in eine Nische zum Lift. Hoch in den ersten Stock. Wow, geschafft! Hehehe, denkste! Eine Menge Schilder, die den Weg nach links oder rechts weisen, aber kein Fahrschulschild. *heul* Dame wendet sich kurz entschlossen nach links, geradeaus, rechts, wieder links, keine Ahnung... Dann, tatsächlich, die Fahrschule! Seltsamerweise kam hilfreiche Dame grade jetzt ins Wanken - warum jetzt, dem Ziel so nahe? Gemeinsam schafften wir es doch, aber das Abenteuer war noch nicht zu Ende. Wirklich abenteuerlich war nämlich die Einrichtung: der Empfangsbereich wie eine urige Bar mit Hockern davor, und das Highlight: eine ferngesteuerte langgezogen-sechseckige Metalltür-Einstiegsluke ins Büro. Wow. Das könnte glatt so eine Spielerei von mir sein (wer erinnert sich nicht gerne an meine *swisch* automatische Raumschifftür in meinem *swisch* Zimmer?), nur halt professioneller. Äh ja, warum war ich nochmal hier? Ach ja, Termine! Ich hab jetzt einen Termin für eine Fahrstunde. Ich sag aber nicht wann.

Böse, böse. Glaubt nur ja nicht, dass ihr euch in Sicherheit bringen könnt, bätsch! Wenn ich leide, dann können auch alle anderen leiden!
Zurück zum heutigen Tag (nur noch ein wenig durchhalten, wir nähern uns dem Ende): Erst 10:30 Uhr, noch eine Stunde totzuschlagen. Oh, da muss ich ja direkt noch was erklären: Es ist nämlich so, dass ich mir gestern um exakt 14:20 Uhr eine 24-Stundenkarte angestempelt hatte, weshalb ich nun möglichst viele Straßenbahnkilometer in diese Zeit reinquetschen mußte. Daher das dicht gedrängte Programm der letzten Stunden... So, trotzdem bin ich aber zu Fuß in Richtung "Bruders Heim" gegangen - wieder quer durch die Stadt ins Zentrum und noch ein wenig südlicher. Der übliche Spießrutenlauf: Hätte ich nicht inzwischen Scheuklappen, wäre ich jetzt Besitzer von 5 - 7 Ausgaben "
Megaphon" (Obdachlosenzeitung, die in Graz an jeder Ecke verkauft wird), Sponsor von amnesty international und Pate von mind. ein paar km² Urwald und dem einen oder anderen Wal.
Schließlich konnte ich mich bis zu meines Bruders Wohnung durchkämpfen und meine schnellwachsende Nichte bewundern, bekam ein schmackhaftes Mittagessen vorgesetzt und führte äußerst interessante und erhellende Gespräche (meinen Bruder betreffend, nicht das Autofahren). Um exakt 14:27 verließ ich - bei strahlendem Sonnenschein - die Straßenbahn an meiner Heimathaltestelle, was bedeutet, dass ich ganze 7min lang Schwarzfahrer war. Ich weiß ja nicht, wie andere Leute das machen, aber das kostet mich echt Nerven. Ich Hasenfuß ich.
So, das war der langen Geschichte glückliches Ende... Ah! Nein! Hab ich doch glatt das Wichtigste vergessen: NOWA hat angerufen! Ich darf zum Kurs, ich darf zum Kurs!

Also ganz wahrscheinlich zumindest. Wenn sie sich nicht mehr meldet. Hat sie gesagt: Sie ruft jetzt gleich beim AMS an, und wenn sie sich nicht mehr meldet, dann geht das ok. Das ist immerhin schon 3 Stunden her. Ich würde sagen: Das geht. Oder?
Nun aber wirklich Ende! Danke für die Aufmerksamkeit!
Claudia