Stimmung: verwirrt
Musik: Gregorians

Irgendwie habe ich mir heute um kurz vor 11:00 Uhr eine Pechsträhne angelacht. Ich weiß nicht, wo mich die angefallen hat. Oder es war die gerechte Strafe - allerdings bin ich nicht sicher wofür.
Heute hatten wir ja Kurszeit von 09:00 bis 13:00 Uhr. Zuerst haben wir in Kleingruppen etwas ausgearbeitet, das kurz vorgestellt und besprochen. Um ca. 10:45 Uhr hieß es dann: Wir bekommen eine Wochenaufgabe. Bis nächsten Dienstag sollen wir uns einen Beruf aussuchen (am besten den, den wir gerne ergreifen würden; oder einen anderen, wenn wir noch keinen wissen), über den wir dann möglichst genau recherchieren sollen: Berufsbild, derzeitiger Arbeitsmarkt, vielleicht Berufsinterview mit "Betroffenen", Entlohnung, Ausbildungsmöglichkeiten,... Mit Präsentation am Dienstag. Damit hat man uns dann eigentlich "entlassen" - zur Recherche (am PC oder wo auch immer). Weil ich nicht wirklich eine Ahnung habe, was ich präsentieren möchte, gab's für mich auch nichts zu recherchieren. Also bin ich eine Weile planlos im Kreis gelaufen, einige Kolleginnen saßen an den PC's, viele waren wie vom Erdboden verschluckt; also dachte ich: gehe ich einfach nach Hause. Ich wollte sowieso zum Hausarzt wegen einer Bestätigung.
So geh ich also aus der NOWA raus zur Bushaltestelle und schau auf den Plan: Toll, ich hab den Bus um 1min verpaßt! Der nächste geht erst in 15min, also wähle ich den Fußweg zur Straßenbahnhaltestelle. Von weitem sehe ich die Straßenbahn daherkommen, ich laufe - erwische sie aber nicht mehr; sie fährt mir quasi vor der Nase davon. Da sehe ich auf der anderen Straßenseite den Bus - auf den ich vorher nicht warten wollte. Laufe rüber - fährt der mir auch davon!

Also doch mit der Straßenbahn. Sind ja nur 8min Wartezeit.
Als wir den Dietrichsteinplatz passieren, fällt mir ein, dass ich ein Kuvert für das Wohnbeihilfenreferat in der Jackentasche stecken habe, das ich gleich direkt abgeben könnte. Spart Zeit und Geld. Also springe ich noch schnell auf (so schnell das geht, wenn man vorher noch eine alte Frau aufscheuchen muss) - und verpasse den Ausstieg. Na, dann fahr ich halt eine Station weiter und gehe retour. Kummer bin ich heute ja schon gewöhnt.
Tatsächlich bin ich aus dem Wohnbeihilfenreferat schnell wieder draußen (ich mußte eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass ich tatsächlich nur Notstandshilfe beziehe und dass ich es sofort melde, wenn sich was ändert) und steige in die Straßenbahn Richtung Wohnung. Ein kurzer Einkauf zwischendurch verläuft ereignislos, allerdings stelle ich - schon fast zuhause - fest, dass es inzwischen knapp nach 12:00 Uhr ist, der Arzt aber nur bis 12:00 Uhr Ordination hat. Egal, da mir alle Welt gesagt hat, dass ich so einen Wisch eh gleich von der Ordinationshilfe bekomme, versuche ich es. Und wirklich: ich komme noch rein. Ha! Aber so einfach ist das alles dann doch wieder nicht, wäre ja auch gelacht. Sie verzieht das Gesicht (weil meine Erkrankung ja schon mehr als 2 Wochen her ist) und sagt, ich soll mich ins Wartezimmer setzen, ich muss zum Doktor rein. (Na bravo: ich hab Tiefkühlsachen in meinem Rucksack!) Also frage ich, ob sich das ausgeht, wenn ich noch schnell vorher nach Hause laufe (ist gleich ums Eck) und meine Sachen zu Hause ablade. Seltsamer Blick, aber es geht. Kurz drauf bin ich schon wieder dort - und warte 40min. Schnarch. Wegen so einem blöden Zettel. Nutzen wir die Wartezeit, um die Geschichte überhaupt mal zu erklären:

Als ich damals krank war, habe ich ja nur an einem Kurstag gefehlt, und das war der Freitag. Weil ich am Mittwoch zwar früher gegangen bin, aber als anwesend eingetragen war. Und Donnerstag sowieso kursfrei ist. Wir rekapitulieren: Ich wollte ja sogar am Freitag zum Arzt, aber der war grade an dem Tag ausnahmsweise nicht da. (Dramatische Details hier nachzulesen:
<KLICK>) Damals sagte man mir, dass ich für diesen einen Tag keine Krankschreibung brauche (erst ab 3 Tagen). Vorige Woche hieß es dann plötzlich: Nein, Krankschreibung brauch ich wirklich keine, aber eine Bestätigung schon. Bekommt man ohne Probleme, soll ich halt nachbringen. Häh? Eine was? Ich wußte gar nicht, dass es sowas gibt.
So, mittlerweile komme ich auch endlich dran, und so platze ich da rein mit der Erwartung, dass eh alles ganz einfach geht... Denkste! Krieg ich gleich eine Lektion in Sachen "Richtiges Verhalten bei Krankheit". Und die Lektion war genau so aufgebaut, wie ich es liebe: wir holen den Sünder (das bin in

dem Fall ich) rein, setzen einen möglichst traurig-dramatischen Blick auf und sagen: "Naja, aber das kann ich jetzt nicht mehr ausstellen, da hätten Sie gleich kommen müssen!" Als gut konditioniertes armes Hascherl erkläre ich blumenreich die Geschichte, merke an, dass ich eh zum Arzt wollte, er selbst aber ja nicht da war (!), streue noch das eine oder andere schuldbewußte "Oh, das wußte ich nicht" ein und sehe mich schließlich vor die gefürchtete Abschlußfrage über den Brillenrand gestellt:
"UND? WAS MACHEN WIR JETZT?" Worauf ich pflichtbewußt zerknirscht sage: "Naja, dann kann ich da nichts machen. Dann kann ich nur hoffen, dass mich das AMS nicht überprüft. Seufz." (Am zeitgerechten Einschießen von Tränenflüssigkeit muss ich noch arbeiten...) Woraufhin der Arzt dann seine Möglichkeit nutzt, doch nicht ganz als Unmensch dazustehen und einlenkt: "Na gut, dann stelle ich Ihnen das dieses Mal noch aus, ABER BEIM NÄCHSTEN MAL... *blitzunddonner* Sie wissen!" Als gut dressierter Bittsteller setze ich mein strahlendstes Lächeln auf und verabschiede mich natürlich unter Dankesbezeugungen.
Puh, es ist Schwerarbeit, so einen A5-großen Zettel zu organisieren, den vermutlich nie wieder jemand anschaut! Und ich HASSE es wirklich, wenn man glaubt, mir solche Lektionen erteilen zu müssen. Ich muss dann ganz stark den Drang unterdrücken, einfach mit den Worten "dann eben nicht" aufzustehen und zu gehen. Ist mir doch alles zu blöd, echt.

Zuhause dann noch eine Überraschung: Post vom Bundesrechenamt! Man könnte denken: Juchu, endlich Nachricht vom AMS bezüglich der Kurskostenübernahme. Der aufmerksame Leser erinnert sich aber vielleicht an folgenden Satz, der sich im 5. Absatz dieses Beitrags findet:
Tatsächlich bin ich aus dem Wohnbeihilfenreferat schnell wieder draußen
(ich mußte eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass ich tatsächlich
nur Notstandshilfe beziehe und dass ich es sofort melde, wenn sich was
ändert) und steige in die Straßenbahn Richtung Wohnung.
Was bedeutet: ich muss schon wieder zum Wohnbeihilfenreferat und die neue Bestätigung vom AMS abgeben... Hätte ich nur einen Tag gewartet, dann könnte ich das morgen alles auf einmal abgeben. Nein, jetzt renn ich da morgen wieder hin. Tiefer Seuzfer.
Zu dem Zeitpunkt schießt mir dann plötzlich die Frage ins Bewußtsein, ob wir vom Kurs eigentlich wirklich schon entlassen waren. Irgendwie war das... uneindeutig. Also ein 100% gutes Gefühl habe ich da jetzt auch nicht. Nicht mehr. Na immerhin, angerufen hat niemand.
... Ja, ihr habt Recht: es gibt tatsächlich Schlimmeres. Aber die Aneinanderreihung der Ereignisse in diesen 3 Stunden fasziniert mich dann doch...
Gut, dass wir uns gestern im Kurs eine DVD von Vera F. Birkenbihl zum Thema "Effizent

Ärgern" angesehen haben. Diese Frau ist echt ein Hammer, sie gibt solche Sachen von sich wie: "In Deutschlands Geschäften arbeiten nicht Verkäufer, sondern Warenbewacher!" Witzigerweise hat sie einige Bücher zitiert, die alle bei mir zuhause herumstehen (
René Egli: Das LOL2A-Prinzip ,
Byron Katie: The Work,
Anthony Robbins: Das Power-Prinzip) - und das, obwohl ich voriges Jahr einige Kisten mit Büchern weggegeben habe! Wie auch immer, die DVD war klasse, es gibt anscheinend noch mehr von ihr, die liegen in der NOWA herum und wir dürfen sie uns ausborgen und ansehen.
So, langer Rede kurzer Sinn: Ich bin froh, dass ich zuhause bin und werde auch nicht mehr rausgehen. Sicher ist sicher.
Habe ich schon erwähnt, wie meine Terminplanung für die kommende Woche aussieht?
Morgen, Mittwoch: Kurs bis 15:00 Uhr, danach HDR-Treffen in Graz (falls es zustande kommt)
Donnerstag: Kursfrei, also nach Wien zum Peergruppentreffen, am Abend wieder retour
Freitag: Recherchetag im Kurs (keine Anwesenheitspflicht)
12:00 - 13:00 Uhr Einzelberatung, 16:00 - 17:00 Uhr Fahrschule, danach mit einer Freundin mitfahren und Übersiedelung vorbereiten (Schränke demontieren)
Samstag: Übersiedeln helfen, vielleicht inzwischen kurz weg und das Auto meiner Eltern aus der Kurzparkzone wegstellen, am Abend zu meiner Schwester nach Hause
Sonntag: Tag mit meiner Schwester verbringen, eventuell am Abend wieder nach Graz oder...
Montag: ...in der Früh mit dem Bus nach Graz, danach ab 9:00 Uhr wieder Kurs. Ab 17:00 Uhr Hakomi-Termin bei einer Kollegin meiner Freundin aus Wien.
Ende.