... die Herumtreiberin ...

13.08.2007 um 20:30 Uhr

Emergency Entry

von: Gadabout   Kategorie: *argh*

Mein PC ist putt. Traurig Jetzt hab ich das Betriebssystem komplett neu aufgesetzt und immerhin schon mal erfolgreich eine Internetverbindung hergestellt. 

Gleich werde ich meine externe Festplatte anschließen und die ganze grausame Wahrheit der verlorenen Daten (die Andromeda-Downloads der letzten 2 Wochen, vermute ich) sichten. Zum Glück habe ich vor wenigen Wochen eine Menge Daten gesichert. Als ob ichs gewußt hätte.

Also bis dann... Irgendwann.

Seufz.

21.06.2007 um 20:37 Uhr

Tropisches Klima?

von: Gadabout   Kategorie: *argh*



So, da bin ich wieder. Ganz schön geschafft nach diesem heißen, schwülen, arbeitsreichen  Tag! Das mit der "Desert" stimmt jetzt nicht mehr ganz, da es endlich mal geregnet hat (wenn auch nicht lange) - aber es hat zum Glück ein wenig abgekühlt.


Die Bus-Geschichte von gestern erhält übrigens anscheinend eine Fortsetzung: Heute - auf dem Weg zur Arbeit - hat der Fahrer den Bus bei einer Station ungefähr auf halber Strecke abgestellt, dann ist ein anderer Fahrer, der auch dort mit seinem Gefährt wartete, dazugekommen, und die beiden haben sich genüßlich unterhalten. 2 Minuten, 3 Minuten, 5 Minuten, 6 Minuten... Ok, das ist keine wirklich lange Zeit, aber es waren grade die paar Minuten, die ich dann zu spät zur Arbeit kam. Wütend Und am Heimweg? Da hatte ich doch tatsächlich jenen Fahrer, der uns in der Früh aufgehalten hatte, als Chauffeur. Und er blieb wieder an derselben Stelle stehen, stieg aus, lief zum anderen Bus und tratschte wieder ein paar Minuten! Halloooo? Fahrpläne? Abfahrtszeiten? Wobei mir das am Heimweg ja eher noch wurscht ist - was sind da schon ein paar Minuten...

So, und nun eine Warnung: Ich muss ein wenig Dampf ablassen bezüglich meine Arbeit beim Tischler - MitleserInnen, die sich ärgern oder sorgen könnten, mögen ab hier bitte nicht weiterlesen - bzw. erst nach den Trennstrichen wieder anfangen. Und wer sich nicht für die Verwaltungsstruktur in Tischlereien interessiert, folge bitte diesem Beispiel...

* - - - - - - - - - - - - - - - *

Ich fang noch mal ganz von vorne an:

Im Feber habe ich mich auf die Suche nach einem Job gemacht, den ich neben dem NOWA-Kurs machen kann (zu max. € 340,-) - gefunden habe ich jenen Tischler, bei dem ich (nach einigen Verzögerungen seinerseits) seit Anfang April arbeite (für € 170,-). Hintergrund war folgender: Der Betrieb besteht aus 2 Tischlergesellen, dem Senior- und dem Juniorchef und der Sekretärin, die 20 Stunden pro Woche arbeitet. Und dabei mit der Rechnungslegung überhaupt nicht zurande kommt - es liegen noch nicht abgerechnete Aufträge aus den Jahren 2003 - 2006 herum! Ich konnte mir das kaum vorstellen, habe ich doch 2,5 Jahre lang als Sekretärin in einer Tischlerei mit 4x soviel Personal gearbeitet, dabei auch noch Pläne gezeichnet und mich trotzdem gelangweilt.

Ich habe dann schnell gemerkt, wo es da hakt: der Chef ist wahnsinnig pingelig und dabei auch noch ein echter Kontrollfreak, was dann folgendermaßen aussieht: Die Tischler müssen jede einzelne Schraube notieren (kein Scherz!) und jeden Zentimeter Schleifpapier - und die Sekretärin muss auch jeden dieser Artikel einzeln verrechnen. Die Produktdatenbank dieser Winzlings-Firma ist genauso detailliert aufgebaut, wie jene bei meiner vorigen Arbeitsstelle: Holzgroßhandelsfirma mit mehr als 30 Filialen in ganz Europa! Und dass, wo die Datenbank vom Schwager programmiert worden war und ... wie sag ich's diplomatisch ... nicht besonders ausgereift ist. Kein Wunder: Der "Programmierer" hatte keine Ahnung, wie die Anforderungen einer Tischlerei sind, während der Tischler null Ahnung von PC, geschweige denn Datenbanken, hat. Da kann nichts Effizientes rauskommen!

Weil die Datenbank zwar mit ausgesprochen vielen Daten gefüttert wird, diese aber nicht wirklich sinnvoll ausgeworfen werden (einziger Zweck: Rechnungslegung), führt die arme Sekretärin parallel eine händische "Datenbank", wobei auch gleich noch ein System, das eine Beratungsfirma vor einiger Zeit extra empfohlen hatte, ad absurdum geführt wird.

Ich war also ziemlich engagiert, habe in der Anfangszeit zuhause Verbesserungsvorschläge notiert und skizziert, mir echt was überlegt und mit der Sekretärin besprochen,... Die dann nach einer Woche prompt krank wurde, weshalb fast 2 Wochen komplett Sendepause war, denn um alleine was zu machen, war ich nach 8 Stunden Einschulung noch nicht versiert genug.

Gegen Ende April kam doch wieder Schwung in die Sache, da wurde es dann schon stressig, weil ich ja zeitgleich auch schon beim Praktikum war. Zwei neue Arbeitsstellen zur gleichen Zeit - das schlaucht ganz schön. Hinzu kommt noch das Handicap, dass die Sekretärin das aktuelle System praktisch mit aufgebaut hat, was bedeutet: es ist total auf sie zugeschnitten und für mich teilweise schwer nachvollziehbar, sprich: ich suche manches an den völlig falschen Stellen und wäre nie drauf gekommen, da zu suchen, wo sie es hingetan hat. Dazu kommt noch, dass sie vom PC wirklich nur grade so viel Ahnung hat, wie sie unbedingt braucht - und daher manches entsprechend ... eigenartig ... gelöst hat.

Es gab dann eine große Besprechung, wo ich einige Verbesserungsvorschläge angesprochen habe (u.a. die Datenbank), und einiges wurde zustimmend aufgenommen.

Zum Beispiel die "Lohnt sich das - Frage". Als lebendes Beispiel hatte ich eine Rechnung dabei, die Cheffe mich noch mal schreiben ließ, weil ich beim Material zu großzügig Verschnitt berechnet hatte, was im Endeffekt eine Änderung von € 2,50 zur Folge hatte (bei einer Gesamtrechnungssumme von mehr als € 1.400,-).
Da sowas eigentlich laufend vorkommt, fand ich es eine gute Idee, vor solchen Änderungen zu überlegen, ob sich der ganze Aufwand eigentlich lohnt. Der Vorschlag wurde angenommen, geändert hat sich bisher nichts.

Überhaupt habe ich versucht aufzuzeigen, dass die Materialverwaltung unheimlich viel Zeit frißt (jeder Artikel wird einzeln angelegt und der Preis gewartet) und im Vergleich meist grade mal 1/5 der Rechnungssumme ausmacht (die Arbeitszeit ist nun mal der größere Brocken, das ist unbestritten)... Was also liegt näher, als die Materialberechnung nicht ganz so detailliert zu machen? Der Aha-Effekt war groß, denn anscheinend hatte man sich darüber noch gar keine gemacht, Vorschläge gab es mehrere: Pauschalen, "Allgemein-Artikelnummern", Daumen mal Pi,... Passiert ist: nichts.

Datenbank: Obwohl alle Daten (Kundenname + Details, Arbeitsstunden, Material, Auftragstext) in die EDV eingegeben werden müssen, gibt es keine vernünftigen Suchabfragen. Wenn ich also wissen will, welche und wieviele Aufträge der Kunde A im Zeitraum X hatte, dann kann ich mich höchstens "zu Fuss" durch alle Aufträge klicken, aber es gibt keine Suchabfrage dafür, die einfach eine Liste als Ergebnis ausspuckt. Daher schreibt die Sekretärin das alles händisch auf, damit sie - falls danach gefragt wird - auch was findet.
Ich habe mich extra im EDV-Kurs informiert, wie schwierig bzw. aufwendig es wäre, da was dran zu machen, und die Antwort war: nicht schwer. Ich habe diese Anregung weitergegeben in Kombination mit der Aussicht, dass dann die 60cm lange Registerablage auf 20cm schrumpfen könnte (und in dem kleinen Büro zählt jeder Millimeter!) - das Problem wurde verstanden, aber der programmierende Schwager hat eigentlich nicht wirklich Lust, das zu machen, denn es ist schon Jahre her, dass er die Datenbank programmiert hat und er müßte sich da neu reindenken...

Kleines Kuriosum am Rande: Eine Beratungsfirma hat vor ein paar Jahren ein Hängeregistersystem eingeführt, um das Chaos am Schreibtisch einzudämmen: die aktuellen Auftragszetteln sollten in Auftragsmappen gelagert und abgehängt werden, um nicht lose in der Gegend herumzufliegen. Was ist daraus geworden? Da Werkstatt und Büro in verschiedenen Stadtteilen liegen, kommen die Auftragszettel erst nach Fertigstellung ins Büro. Dann wird eine Mappe gemacht, alle Kundendaten draufgeschrieben und abgehängt - LEER, denn der fertige Auftrag wandert ja nach der Verrechnung in einen eigenen Ordner für erledigte Aufträge! Das bedeutet: Es gibt eine 60cm lange Hängeregisterablage mit 90% leeren Mappen!!! So kann man ein an sich vernünftiges System ad absurdum führen, faszinierend!

Wie auch immer. Da das Abrechnungssystem so kompliziert ist und ohnehin nie wirklich alles paßt, haben wir uns bei der Besprechung darauf geeinigt, dass ich in der noch verbleibenden Zeit (bis Ende Juli) nur mehr Sachen mache, die nicht nachkontrolliert oder nachgebessert werden müssen, damit ich die Sekretärin nicht auch noch unnötig aufhalte. Soweit, so gut. In den letzten beiden Wochen habe ich gemerkt, dass der Frust auf seiten des Chefs gestiegen ist (weil ich seiner Meinung nach viel zu wenig selbständig mache), während die Sekretärin mit der Entwicklung ganz zufrieden war (ich mache vor allem die Dinge, zu denen sie nicht kommt und die liegen bleiben, weil sie nicht ganz so dringlich sind).

Heute gab's dann einige Hin- und Her-Telefonate zwischen mir und der Sekretärin (weil der Chef schon wieder was zu bemängeln hatte, weil ich - wie vereinbart und protokolliert - die Rechnungen nur vorbereitet, aber nicht fertig gemacht hatte), sodass ich am Abend ein Gespräch mit der Chefin gesucht habe. Dabei haben wir festgestellt, dass beide Seiten eher frustriert sind und das Gefühl haben, dass das Ganze nur wenig bringt, weshalb wir das Dienstverhältnis nun doch schon Anfang Juli lösen.

Erst mal bin ich echt froh, weil grade die ersten drei Juliwochen mit dem Englischkurs ohnehin sehr stressig werden, aber ich gleichzeitig auch echt frustriert, weil ich das Gefühl habe, dass das alles irgendwie völlig sinnlos war.
Alles, was ich vorgeschlagen habe, wurde eigentlich gut aufgenommen, aber nicht umgesetzt. Die Erwartung an mich, dass ich mit meinen wenigen Anwesenheitsstunden (in 3 Monaten bisher grade mal 48!!!) alles besser mache als die Sekretärin, die 7 Jahre lang mit"gewachsen" ist, konnte ich doch niemals erfüllen. Das, was ich sinnvollerweise machen könnte (zB den Katalog hernehmen und die Preise in einem Rutsch aktualisieren), will der Chef mich nicht machen lassen, weil er das nicht für wichtig erachtet - seiner Meinung nach kann man das doch locker nebenbei machen!

Mein Selbstvertrauen ist ein wenig angeknackst, weil ich im anderen Job auch das Gefühl habe, gar nichts zu kapieren. Seufz. Jammer.


* - - - - - - - - - - - - - - - *

So sieht es also aus. Und aus reiner Nächstenliebe gegenüber der armen Sekretärin werde ich morgen einen billigen USB-Stick kaufen, die 30 Seiten lange (händisch geschriebene) Adressenliste am Wochenende in eine Exceltabelle tippen und ihr den Stick schenken, damit wenigstens sie eine Erleichterung für die Zukunft hat.

Vermutlich ist das mein längster Eintrag ever, und wahrscheinlich hat ihn kein Mensch gelesen, aber wenigstens ich kann's später mal nachlesen, falls mir danach ist...


Und so fühle ich mich grade:


Gute Nacht!


 

20.06.2007 um 18:44 Uhr

Bus kaputt. Eine Epidemie? (*)

von: Gadabout   Kategorie: *argh*


 Heute hab ich mir endlich eine Fahrkarte gekauft. Für den Bus. Es ist nämlich so, dass meine Arbeitsstelle genau um eine Station zu weit "draußen" liegt, weshalb ich eine zweite Zone dazukaufen müßte. Oder eben zu Fuss gehen. Was ich bisher auch gemacht habe. Es ist nicht weit (8min), aber leider gibt es keinen Gehweg, und so muss ich da direkt an der Freilandstraße entlang. Gruselig. Außerdem gehen mir dann 2x8min Arbeitszeit ab... Und der Countdown läuft - jede Minute zählt!

So. Ich hab mir heute also eine Fahrkarte gekauft. Und was macht der Bus? Gibt den Geist auf. Zum Glück war ein Großteil der Strecke schon bewältigt, als uns der Fahrer nach etlichen erfolglosen Startversuchen endlich rausgeschmissen hat."15min auf den nächsten warten!" hieß es - und ich dachte: "Lieber in sengender Hitze 15min zu Fuss gehen als hier 15min warten." Gedacht - getan. Ich kam dann punktgenau mit dem Bus in Andritz an - und hab doch noch meine 15min-Spazierengehen abbekommen. Bin gespannt, was dann morgen passiert.

Jetzt geh ich noch einen Kalender basteln, während auf VOX perfekt dinniert wird, danach kommt "Cold Case" auf Pro7 und dann... ja dann... wer weiß es? Richtig: Mittwoch - Andromeda-Tag!
Ich hab übrigens schon 14 Folgen runtergeladen (von 110). Noch 6-7 Monate, dann hab ich sie alle! Fröhlich Aber dieses Tempo ist ok, da komm ich wenigstens mit Anschauen auch gleich hinterher...

Schönen Abend noch - auf dass es bald abkühle! *schwitz*

(*) Das ist ein Insider... Fröhlich

05.02.2007 um 12:34 Uhr

"MA 2412" wie es leibt und lebt!

von: Gadabout   Kategorie: *argh*

Stimmung: *zähnefletsch* + *Schaum vorm Mund"
Musik: Chris Isaak - Wicked Game


Amtsschimmel und Behördenfrust, die Zweite!

Teil 1 gibt's <<hier >> nachzulesen! Fröhlich

Ja, heute war es also soweit, ich mußte zur Bundespolizeidirektion Graz - wegen dieser unsäglichen Führerscheinsache. Parteienverkehr 8:00 bis 13:00 Uhr, aber laut Auskunft des Polizisten, der mir vor ein paar Tagen das Schreiben überreicht hat: Anstellen am besten noch früher. Na toll... Also bin ich heute um 6:00 Uhr aus den Federn gekrochen und habe mich dann auch bald auf den Weg gemacht. Folgendes Foto beweist zweierlei Dinge:



1. In Graz gibt es nicht nur Sonnenunter-, sondern auch -aufgänge (ist die Zeichensetzung hier richtig?)! Auf Fotos optisch allerdings nicht zu unterscheiden...

2. Eigentlich wollte ich damit belegen: Dass ich bereits um kurz nach 7:05 Uhr an Ort und Stelle war. Nun leider zeigt das Foto vor allem eins: dass nämlich die Uhr auf der Kamera um 15min nachgeht... Wütend

Um 7:05 war ich also da, vor mir schon 3 Leute, die vor der verschlossenen Tür warteten. "Einlass" war um 7:30 Uhr, bis dahin wuchs die Anzahl auf geschätzte 10 - 12 Wartende. Und dann ereignete sich wieder ein Phänomen, das ich bisher nur in Graz regelmäßig erlebe: Anstatt der Reihe nach - der Wartezeit entsprechend - zum Automaten zu gehen und Nummern zu ziehen, wurde munter reingedrängelt, und so ergatterte ich schließlich die Nr. 8, obwohl ich doch eigentlich als 4. dort war und mir 25min in der Kälte die Finger und Zehen abgefroren hatte. Was soll das denn? Auch beim Ein- und Aussteigen in die bzw. aus der Straßenbahn dasselbe Bild: null Disziplin! So nett Graz als Stadt auch ist, an "den Grazer an und für sich" werde ich mich wohl nie gewöhnen...

So, nun war es also halb acht und ich konnte die weitere Wartezeit wenigstens im Warmen verbringen. Schon bald gab es ein weiteres seltsames Schauspiel zu beobachten. Nr. 1 und ein paar Minuten später Nr. 2 betraten den Raum mit den (drei) geöffneten Schaltern. Nr. 1 kam ca. 10min später wieder raus, ging quer durch den Wartesaal zu einem anderen Schalter mit der Aufschrift "Zahlstelle" und reihte sich dort in eine Schlange ein. Danach führte ihn der Weg wieder zurück in den "Schalterraum", den er 3 - 5 min später wieder verließ. Dasselbe Schicksal erlitten fast alle: Rein - raus zur Zahlstelle - wieder rein. Manche waren dann anscheinend fertig und gingen heim, während sich manch anderer ein drittes Mal anstellte - bei Schalter "19", der Führerscheinausgabe. Kurioserweise schwindelten sich zwischendurch auch immer wieder Menschen hinein, die es anscheinend nicht nötig hatten, eine Nummer zu ziehen.

Um ca. 9:00 Uhr kam ich auch endlich dran, wurde dann aber vom Schalter 17 gleich in ein Hinterzimmer geführt, wo ich mein Anliegen vortrug (Verlängerung der Probezeit bzw. "Rückgabe" des Führerscheins). Ich sollte dann vor der Tür Platz nehmen und auf den Chef warten. Wütend Kein Problem, ich warte gerne! Während der 15minütigen Wartezeit dufte ich noch das eine oder andere Kuriosum erleben (Menschen, die hin- und hergeschickt wurden; Auskünfte, die angeblich vor 3 Jahren ganz sicher erteilt wurden, aber nirgends schriftlich nachzulesen waren; alte wie auch junge Menschen, die unsere Bürokratie verfluchen...)
Dann endlich: Der Boss naht! Er erklärte mir dann ganz genau, wie das nun wirklich weitergehen würde mit meinem Führerschein, wir stellten fest, dass die Frist nun doch nicht am 21. Februar, sondern erst am 01. April enden würde (er konnte sich aber auch nich erklären, warum), wunderten uns, dass die Wohnsitzänderung, die ich Anfang September bekanntgegeben hatte, erst Mitte Jänner in den Akten vermerkt wurde (auch dass konnte er sich nicht erklären) und vereinbarten dann, dass wir nun also nur die Probezeitverlängerung vornehmen würden. Ob ich denn ein Passfoto mithätte? Passfoto? PASSFOTO? Natürlich hatte ich keines. Glücklicherweise gibt es einen Automaten direkt im Wartesaal, der sofort für mich in Aktion treten mußte. Ich weiß jetzt auch endlich, warum ich zum ersten Mal seit Monaten (!) wieder Pickel am Kinn habe - nur wegen dieser blöden Fotos! Ja, das macht Sinn - wäre doch gelacht, wenn ich mal auf einem Foto nicht irgendwie enstellt wäre (zugeschwollenes Auge, Fieberbläschen,...).
Ich durfte zum Glück gleich wieder ins Büro rein und mußte nur 5min warten, dann wurde das endlich erledigt. Fast wäre mir noch zum Verhängnis geworden, dass ich meinen Meldezettel nicht dabei hatte (wie, ihr habt nicht ständig den Meldezettel im Rucksack?) - aber zum Glück hat's der Reisepass auch getan. Den hab ich nämlich tatsächlich fast immer dabei. Gebranntes Kind... - ihr wißt schon. (Natürlich hätte die Behörde Zugriff auf die ganzen Daten, aber püh, das wäre doch zu einfach, oder?)

Zumindest war die Dame einigermaßen nett, und so plauderten wir ein wenig, während der Drucker meinen "vorläufigen Führerschein" ausdrucken mußte (ich krieg demnächst nämlich einen in Scheckkartenformat zugestellt!):

Sekretärin (S): Einen Moment dauert's noch. Wie lange warten Sie denn schon?
Claudia (C): Seit kurz nach sieben!
S: *großeaugen* So lange? Haben Sie eine Nummer gezogen?
C: Ja sicher! *mirschwantgrausames*
S: Ach, das hätten Sie aber nicht müssen!
C: *ruhigbleiben*
C: *durchatmen*
C: *nichtweinen*
C: *wirdschonwieder*
...

Meine Schwester und ihre Freundinnen haben ein neues "Hobby": Sie filmen sich gegenseitig mit dem Handy, wie sie gegen Wände laufen und dann zu Boden gehen. Eine macht dabei mit den Händen ein klatschendes Geräusch, damit es echter wirkt. Ich werde sowas von mir auch bald machen. Bis dahin muss der da herhalten:

Traurig Traurig Traurig Traurig Traurig

Um kurz nach 10:00 Uhr war ich dann endlich draußen. Nicht beweiskräftiges Beweisfoto:



Der Platz heißt vermutlich deshalb so, weil die Menschen, die aus dieser Behörde wieder rauskommen, erst einmal daran erinnert werden müssen, dass es besser ist, sich mit dem Leben auszusöhnen, anstatt sich gleich vor's nächste Auto zu werfen... Warum muss ich jetzt an Asterix denken und an die Geschichte mit dem "Haus, das Verrückte macht"?


Ich bin so müde. Warum ist Leben so kompliziert und anstrengend? Ich überlege, ob eine Einweisung in eine Klapsmühle nicht doch die befriedigendere Alternative wäre. Ein Vorbild habe ich ja schon lange: "Howling Mad" Murdock ...

Grüße,

Claudia


PS an die nicht-österreichischen Leser: "MA 2412" ("Weihnachtsreferat") bezieht sich auf eine Comedy-Serie mit österreichischen Kabarettisten, die das Wiener Amtswesen durch den Kakao zieht. WIKIPEDIA weiß es genau!

03.02.2007 um 14:03 Uhr

Manchmal, ja manchmal...

von: Gadabout   Kategorie: *argh*

Stimmung: *zähnefletsch*


...hasse ich "die Menschen" so richtig. Besonders die Gruppe der männlichen Artgenossen zwischen 12 und 20 Jahren.

Eigentlich wollte ich einen "Reisebericht" über meinen gestrigen Ausflug nach Fürstenfeld hier hinterlassen, aber erstens gibt's eh keine wirklich guten Bilder, und außerdem beschäftigt mich derzeit eine Begebenheit heute in der Straßenbahn viel mehr:

Eine Gruppe männlicher Jugendlicher im "gefährlichen" Alter sitzt nahe der Tür. Ich steige ein, scanne das Terrain und mein Instinkt sagt mir: Abstand halten! Was ich dann auch mache. Zwei Stationen später stehen die Jungs auf, drapieren sich um den nächsten Ausgang und warten, bis die Straßenbahn hält. Sie steigen langsam nacheinander aus, und als die Türen schon fast wieder schließen, greift sich der letzte der Gruppe die Tasche einer Frau, die neben der Tür sitzt. Die Jungs rennen los, die Frau brüllt "Gib das wieder her, du Arsch!", springt im letzten Moment ebenfalls raus und läuft diesen Idioten hinterher. Da sie eher klein und von rundlicher Statur war, nehme ich nicht an, dass sie sie noch gekriegt hat. Keiner der anderen Fahrgäste hatte ein Chance zu helfen. Das alles ging viel zu schnell: bis ich kapiert hatte, was passiert war, waren die Türen schon geschlossen und die Straßenbahn wieder in Bewegung.

Warum sind Menschen so ... ? Argh! Mir fehlen die Worte, ich kann diese Eigenschaft noch nicht einmal in Worte fassen. Und diese dämlichen Geschöpfe sitzen jetzt vermutlich beisammen, beglückwünschen sich zur mutigen Tat und lachen sich krumm; und haben die "Beute" vermutlich längst im nächsten Mülleimer entsorgt, weil sie den Krempel sowieso nicht gebrauchen können. Während die arme Frau heute herumläuft und sich zu Tode ärgert oder vielleicht auch sehr traurig ist; ich weiß ja nicht, was ihr da überhaupt entwendet wurde.

Wie kann "Mensch" nur so sein? Wie kann man sich in der Welt entspannt und friedlich bewegen, wenn solche Trottel überall herumlaufen? Und wenn man das jemandem erzählt, dann bekommt man noch zur Antwort: dann pass halt besser auf dein Zeug auf! Hallo? Ist es so schwierig, zwischen "mein" und "dein" zu unterscheiden? Ist es männlichen Artgenossen im besagten Alter nicht möglich, sich halbwegs zivilisiert aufzuführen, besonders wenn sie im Rudel auftreten? Angeblich soll es inzwischen ja auch Mädchengangs geben, die sich ähnlich verhalten, die sind mir aber bisher noch nicht untergekommen.

Eins weiß ich: mit solchen Jugendlichen könnte ich nicht arbeiten... es würde mich verzweifeln lassen oder aber mich zum Gewalttäter machen.

Trotzdem schönes Wochenende!

Claudia


PS.: Ich weiß, ich habe ausufernd verallgemeinert. Mir war danach. Fröhlich

02.01.2007 um 02:01 Uhr

Es is wieder mal so weit...

von: Gadabout   Kategorie: *argh*

Stimmung: grmpf


In regelmäßigen Abständen sucht es mich heim - zuletzt vor etwas mehr als einem Jahr. Wovon ich "spreche"? Vom alles beherrschenden Drang, mich allein zu Hause einzusperren und von keiner Menschenseele etwas zu sehen und zu hören. Verantwortlich dieses Mal sind unter anderem die vielen Spätdienste, die mir gemütliche Abende allein zuhaus unmöglich machen. Aber auch die Weihnachtsfeiertage, die so voll sind mit gesellschaftlichen Ereignissen und zahlreichen "kommst du auch?", "treffen wir uns?", "hast du Zeit?"... Gestern - Silvester - war es zum erstem Mal so weit, dass ich wider besseres Wissen zur Silvesterfeier gegangen bin. Grund waren einige drängende Anrufe meines Bruders, denen ich schließlich nachgegeben habe.
Heute war es wieder ähnlich: die Arbeitskollegen haben sich nach der Arbeit noch verabredet, und ich hatte schon gehofft, dass man mich nicht fragen würde. Tja, sie haben es doch getan. 1x, 2x, 3x, 4x,... Ich war dieses Mal zwar standhaft, aber mit jeder Absage fühlte ich mich mieser. Das ist jedes Mal so: es ist dann im Endeffekt schon egal, ob ich mitgehe oder mich nach Hause verkrümle, ich fühle mich sowieso schon besch...[ZENSUR]. Irgendwie - undankbar? Und dann kommen die Gedanken: Die glauben wahrscheinlich, ich bin was Besseres, dass ich mich mit ihnen nicht abgeben will. Oder so irgendwas.

Dabei ist es ganz anders. Ich halte diesen Lärm nicht mehr aus! Es hört nicht auf! Warum müssen Menschen ständig Lärm machen? Ganz besonders: meine Arbeitskollegen! Ich mag meine türkischen KollegInnen, aber warum zu Kuckuck müssen sie SO LAUT sein? Wenn endlich die Tür zugesperrt wird und die Kunden draußen sind, die verschiedenen Grills und Friteusen mit ihren Alarmtönen verstummen, dann... ja dann wird das Handy aufgedreht, türkische Musik scheppert aus den nicht besonders soundstarken Mikros und 1-2 männliche Stimmen grölen lauthals mit. ARGH! Unterbrochen wird diese Beschallung durch inhaltlich wertvolle Gespräche, die ungefähr so verlaufen:

M: K-laudia, isch liebe dich!
C: Aha.
M: Weißt du, wenn S. da, ich liebe S. mehr. Aber S. schon weg, jetzt ich liebe dich.
C: Sehr schön, danke.
M: K-laudia, liebst du mich mehr oder A.?
C: (augenverdreh)
M: K-laudia, du brichst mein Herz.
C: Ich weiß, ich bin bösartig und gemein!
M: Nein, du bist so lieb! Warum ich liebe dich so sehr?
...

(Man kann sich ungefähr vorstellen, wie das weitergeht, oder?)

Noch mal: Eigentlich sind sie alle sehr nett, ich mag sie, aber können sie nicht einfach mal DEN MUND HALTEN?!

ICH Traurig HALT Traurig DAS Traurig NICHT Traurig MEHR Traurig AUS!


= = = = = = = = = =

Themenwechsel:

Heute bin ich auf "Phönix" hängengeblieben, da lief den ganzen Tag über eine (nicht mehr ganz neue) Doku-Serie "100 Jahre" - die Geschichte des letzten Jahrhunderts in kleinen Häppchen gereicht. Ich bin irgendwann in der Zwischenkriegszeit eingestiegen, mußte dann nach dem 2. WK zur Arbeit, habe den weiteren Verlauf auf Video aufgezeichnet und kam in den 90ern wieder nach Hause. Jetzt schau ich mir grad die Nachkriegsjahre an... Sehr spannend. Ein wenig schade für mich, dass es eine deutsche Doku ist und daher spezifisch österreichische Ereignisse ganz fehlen.

Link: 100 Jahre

= = = = = = = = = =

Heutiger Sonnenuntergang:


So, wieder mal Zeit, ins Bett zu gehen...

Gute Nacht!


01.01.2007 um 02:32 Uhr

Ich bin überglücklich...

von: Gadabout   Kategorie: *argh*

Stimmung: ich beruhige mich langsam wieder
Musik: Stille. Schlicht und ergreifend: Stille. Wie wohltuend!


...dass die Feiertage nun endlich vorbei sind! Ginge das noch ein paar Tage/Wochen so weiter, ich würde endgültig zum Menschenhasser! Jawohl! Das mußte jetzt einfach mal raus!

Obwohl ich mir eigentlich einen gemütlichen Abend zuhause vorgestellt hatte (endlich mal wieder, seit Wochen!), habe ich mich von meinem Bruder überreden lassen, bei ihm zu feiern. Schon auf der Fahrt in die Stadt die erste unangenehme Begegnung: Ein Betrunkener setzte sich in der Straßenbahn zu mir und laberte mich die ganze Strecke über voll. Kennt ihr diese Menschen, die einen ständig beim Sprechen irgendwo anfassen müssen? Am Unterarm, Ellbogen...? Ich HASSE das! Ich bin dann sogar eine Station zu früh ausgestiegen (unabsichtlich), so dringend wollte ich weg aus der Situation.

Ich war vorher (weil ich ja sowieso raus in die weite Welt mußte) noch im Kino und kam dann erst um 20:00 Uhr zur Feier - nach einem Spießrutenlauf um Knaller und Raketen herum. Da waren dann manche Anwesende schon nicht mehr ganz nüchtern. Es war dann ganz lustig, wir haben gegessen (und getrunken), gequatscht, Wachs gegossen (das ist umweltfreundlicher als Bleigießen Fröhlich), verunglückte Eispalatschinken gegessen, den Countdown verpaßt, im Wohnzimmer Walzer getanzt und uns natürlich "Alles Gute fürs Neue Jahr" gewünscht...
Um ca. 01:00 Uhr haben wir uns dann auf den Weg in die Stadt gemacht, was mir sehr entgegenkam, weil ich von da aus mit der Straßenbahn nach Hause wollte. Leider waren die Schießereien immer noch in vollem Gange, was mich echt fertigmacht. Ich vertrag schon das Geräusch von platzenden Luftballons nicht, und dann diese gräßlichen Kracher, die man ja am besten irgendwelche Leuten zwischen die Beine wirft. Spaß muss sein, oder? Am Hauptplatz gabs dann vor allem laute Musik (Griechischer Wein, Irgendwann bleib ich dann dort, 99 Luftballons,...) und Drängeleien, bei jedem Schritt knirschte zerbrochenes Glas unter den Schuhen.

Nach 10min war das Event für mich vorbei, denn ich bin zur Straßenbahnstation gelaufen. Dort noch einmal ein Höhepunkt: Am lustigsten ist es offensichtlich, Kracher an Haltestellen fallen zu lassen, denn da stehen natürlich besonders viele Menschen auf engem Raum zusammen! Toll! Mir klingeln immer noch die Ohren, dabei war ich eh die ganze Zeit nur auf der Hut/Flucht vor dieses Deppen. Und hier genau schließt sich der Kreis zum Anfang meines Beitrags: Ich hasse, hasse, hasse das! Ist das besonders witzig, toll, mutig? Ich versteh ja schon den Spaß an der Knallerei generell nicht wirklich, aber warum muss man das Zeug auch noch unter Menschen werfen? Genau da hört mein Menschenverständnis endgültig auf, und ich danke dem Himmel, dass ich nun zu Hause sitzen und meine Ruhe haben kann... Zumindest 14 Stunden lang, denn dann muss ich eh schon wieder arbeiten. Unter Menschen also. AAAAAAAARGH!

Ich weiß jetzt wieder, warum ich eigentlich nicht in der Stadt wohnen wollte...

Trotz allem Gute Nacht, es kann nur besser werden!

Claudia


04.12.2006 um 13:44 Uhr

Amtsschimmel und Behördenfrust

von: Gadabout   Kategorie: *argh*

Stimmung: besser nicht fragen...


Wie ich hier berichtet habe, war ich ja vor 2 Wochen mal für ein paar Tage krankgeschrieben. Bisher kannte ich das weitere Vorgehen so: Man bekommt vom Arzt einen Zettel mit der Bestätigung und gibt diesen beim Arbeitgeber ab. Punkt. Fertig. Dieses Mal hat mir Chefin den Zettel wieder zurückgegeben mit dem Hinweis, das ich den irgendwohin bringen muss. Ich habe mich durchgefragt und schließlich erfahren: ich soll mit dem Wisch zur Gebietskrankenkasse pilgern und mir dort eine Bestätigung abholen. Habe ich heute gemacht: Man stellt sich in der Schlange an, gibt den einen Zettel hin und bekommt einen anderen zurück - den wiederum kann man dann dem Arbeitgeber aushändigen. Ich weiß nicht, ob das eine Neuerung ist oder in diesem Bundesland so üblich, aber ich kapiere überhaupt nicht, wozu das gut sein soll? Arbeitsplatzbeschaffung? (Immerhin hatten dort 5 Schalter offen mit Angestellten, die nichts anderes machen als Zettel entgegennehmen, Nummer in PC tippen, Zettel ausdrucken und hergeben.) Krankenstands-Abschreckung? (Wer bleibt schon zuhause, wenn man für die Bürokratie danach einen ganzen Vormittag aufwenden muss?) Keine Ahnung - sachdienliche Hinweise bitte an mich!

Mein nächster Punkt auf der Tagesordnung: Mein Führerschein.
Dazu muss ich kurz ausholen. Ich habe vor 1,5 Jahren die Führerscheinprüfung gemacht (besser spät als nie!) - da war das "Zweiphasenmodell" schon in Kraft. Was bedeutet: in Phase 1 sind die Fahrschulstunden und die Prüfung zu absolvieren und in Phase zwei eine 1. Überprüfungsfahrt, ein Fahrsicherheitstraining und die 2. Überprüfungsfahrt - und das alles innerhalb eines Jahres nach Ausstellung des Führerscheins. Ich habe die 1. Überprüfungsfahrt absolviert, der Rest der Phase 2 fehlt aber noch. Da ich seither kein einziges Mal mehr gefahren und außerdem ein echter Angsthase bin, habe ich nun von der Behörde ein "Mahnschreiben" erhalten. Man kann die Phase 2 innerhalb einer bestimmten Frist nachholen, ansonsten droht Führerscheinentzug. Interessanterweise habe ich das Schreiben von der Behörde in Niederösterreich erhalten, obwohl ich vor 2 Monaten bei der Polizei in Graz war und meine Wohnsitzänderung gemeldet habe. Schon allein dieser Vorgang ist ein paar Zeilen wert:

Zuerst habe ich die Bezirkshauptmannschaft meiner alten Heimatgemeinde kontaktiert, um die Änderung bekanntzugeben. Dort wurde mir gesagt, ich müsse das beim Meldeamt in der neuen Gemeinde tun, das würde dann automatisch weitergeleitet. Also habe ich das Meldeamt hier in meinem Grazer Bezirk angerufen, wo man mich wiederum an die Bezirkshauptmannschaft Graz (Umgebung) weitergeschickt hat. Also habe ich dort angerufen; und wieder wurde ich weiterverwiesen: nämlich an die Führerscheinstelle der Polizei in Graz. Ich bin am nächsten Tag dahingefahren, hatte alle Unterlagen dabei und war im ersten Moment ein wenig geschockt: Ein Hinweisschild sagte mir, dass ich eine Nummer ziehen müsse, um zum Schalter gehen zu dürfen; dass aber an diesem Tag keine Nummern mehr vergeben würden - ich solle am nächsten Tag wiederkommen (da war es 10:00 Uhr vormittags, Amtsstunde war bis 13:00 oder 14:00 Uhr). Also bin ich zum Infoschalter in der Hoffnung, dass ich wegen der Adressänderung allein nicht so lange warten müßte. Tatsächlich wurden mir dann das Formular, der Führerschein und Meldezettel abgenommen und ein paar Minuten später mit den Worten "ist erledigt" wieder ausgehändigt. Tja, denkste. Ich weiß ja nicht, was der werte Herr dort mit meinen Unterlagen gemacht hat, aber nach meinem heutigen Telefonat weiß ich, dass definitiv keine Adressänderung vermerkt wurde.

Was mich wieder zum heutigen Tag zurückbringt: Auf dem "Mahnschreiben" bezüglich Phase 2 steht, dass ich unverzüglich meinen Führerschein vorbeibringen muss, damit die Verlängerung der Probezeit vermerkt werden kann. Da meine Ummeldung offensichtlich nicht bis zur Führerscheinstelle durchgedrungen war, müßte ich das in der niederösterreichischen Behörde erledigen. Sehr lustig, wirklich. Also habe ich heute da angerufen, und der Herr war zwar sehr nett, konnte mir aber auch nicht weiterhelfen; und meinte nur, dann müsse ich eben zur Grazer Behörde. Dieses Mal habe ich mir den Rundruf erspart und bin gleich zur Polizei. Wieder dasselbe Spiel: Das Schild mit den Nummern und der Hinweis, dass es heute keine mehr gibt. Also stellte ich mich gleich wieder zum "Schnellabfertigungsschalter". Allerdings standen da auch schon einige herum, und ich habe mitbekommen, dass tatsächlich jemand heimgeschickt wurde mit den Worten, er solle bitte morgen früh wiederkommen und sich eine Nummer holen. Schon ziemlich gereizt habe ich ca. 15min gewartet - und bin dann gegangen. Ich habe die Nase voll. Ich brauch diesen blöden Schein nicht, ich fahre sowieso kein Auto, was kümmert es mich, ob da drinnensteht, dass meine Probezeit verlängert wird.
Ich verstehe einfach nicht, wie es sowas geben kann. Wie kann man eine Behörde (Führerscheinstelle: dort holt man v.a. die Führerscheine nach absolvierter Prüfung ab) derart schwach besetzen (19 Schalter sind vorgesehen, 2 oder 3 waren besetzt!), dass man sich als normaler Mensch 3 Tage frei nehmen muss, um mal dranzukommen? Am besten ab 7:00 Uhr morgens vor der Tür campieren, damit man als erster reinkommt? Und dann noch Verwaltungsgebühren bezahlen muss für die Bearbeitung!? Ja hallo, bin ich im falschen Film? Da wird herumgejammert, dass es so viele Arbeitslose gibt - 3 bis 5 freie Stellen würden mir da auf Anhieb einfallen!
Ich denke wieder einmal daran auszuwandern. Am besten irgendwohin, wo noch altertümliche Zustände herrschen und man sich nicht einen beträchtlichen Teil der Zeit aufwenden muss, um den Papierkram zu erledigen. Boah, ich bin so wütend, ich kann es kaum in Worte fassen.

Wütend Wütend Traurig

Zum Glück kann ich aber auch noch was Positives berichten. Seit Tagen schon bin ich auf der Suche nach einem Beratungszentrum für Ausbildung/Weiterbildung, am besten mit dem Schwerpunkt Frauen, und gestern habe ich endlich eines in Graz gefunden - es gibt genug Stellen, wenn man weiß, wo man suchen muss! Ich habe für nächste Woche einen Termin bekommen und verspreche mir zumindest einige hilfreiche Ansätze. Bevor ich hier noch ganz verzweifle...

Schönen Tag noch!

Claudia

30.10.2006 um 14:40 Uhr

"Heiliger" Zorn...?

von: Gadabout   Kategorie: *argh*

Stimmung: eigentlich gut, solange ich über gewisse Dinge nicht nachdenke...
Musik: Eminem - Like Toy Soldiers


...was ich gerade wieder tue. Grrrrrr. Es ist nämlich so, dass ich soeben mit einem Ex-Arbeitskollegen telefoniert habe, und wir sind auf mein momentanes Reizthema Nr. 1 zu sprechen gekommen: Lohn.

Warum sind die Löhne für diverse Arbeiten so unterschiedlich? Wie kann es sein, dass ein Mensch 40 Stunden pro Woche arbeitet und mit dem Geld, dass er dafür bekommt, kaum über die Runden kommen kann?
Ist die Lebenszeit eines Menschen nichts wert? Ich sehe das so, dass ich als Arbeitnehmer meine Lebenszeit und Arbeitskraft zur Verfügung stelle. Bin ich weniger oder mehr wert als mein Nachbar? Vor allem: können und dürfen die Unterschiede so beträchtlich ausfallen? Es ist einzusehen, dass es für besondere Verantwortung (Arzt, Pilot), für Nachtarbeit, Wochenendarbeit, körperlich besonders schwere Arbeit oder andere ungewöhnliche Arbeitsbedingungen auch besondere Vergütungen geben sollte. Aber muss das so ohne Maß und Ziel und ungerecht ausfallen?
Was ich mich auch frage: Warum verdienen Menschen mit "höherer Bildung" automatisch mehr als Menschen, die schwer körperlich arbeiten? Ich bin ja selber viele Jahre in die Schule gegangen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich dafür "entschädigt" werden müßte - immerhin war es nun wirklich keine Strafe für mich! Ganz im Gegenteil: niemals hätte ich mit 14 Jahren schon in eine Lehre gehen wollen, ich war noch ein "Kind"! Auch die ganzen Studenten kann ich nicht wirklich bemitleiden für das "schwere Los", das sie gewählt haben - jahrelang auf der Universität zu verbringen! Bitte nicht falsch verstehen: Ich habe natürlich nichts gegen "höhere Bildung", ganz im Gegenteil, aber ich verstehe die Kluft nicht ganz, die sich dadurch auftut. Jeder hat doch seine Talente und Schwächen, warum ist deshalb einer mehr wert als der andere?

Es macht mich so wütend und hilflos! Wie kann es sein, dass so viele Menschen so wenig Geld für ihre Arbeitszeit bekommen? Wie kann es sein, dass einige wenige so über die Maßen viel verdienen?

Ist es nicht verständlich, dass so manch einer aufgibt, wenn er fürs Arbeit kaum mehr Geld bekommt als fürs Zuhause-Bleiben?

"Fast jeder, der Arbeit finden möchte, findet auch irgendeine Arbeit!"
Dieser Satz klingt so schön, hat aber 2 Haken - wie ich ja schon hervorgehoben habe. Es gibt natürlich auch Menschen, die aufgrund fehlender Ausbildung, sozialem Hintergrund, Vorgeschichte, Alter,... einfach wirklich durch den Rost fallen. Der nächste Punkt ist aber noch viel heikler: Irgendeine Arbeit! Ich meine damit gar nicht, dass sich jemand zu schade ist für "schmutzige" Arbeit oder Tätigkeiten, die "unter jemandes Würde" sind. Ich frage mich viel eher: Ist es nicht in Wahrheit unter jedermanns Würde, für Geld arbeiten zu gehen (= seine Lebenszeit zur Verfügung zu stellen), von dem man nicht leben kann?

Mir war das noch nie so bewußt wie jetzt, wo ich selber versucht habe, im "Niedriglohnbereich" unterzukommen - ich wußte nicht, dass so viele Menschen in alltäglichen Berufen (VeräuferInnnen zB, aber auch Handwerker und viele viele andere!) eigentlich am Existenzminimum herumkrebsen - trotz Fleiß und Zeit, die sie täglich investieren!

Und dabei müssen wir noch dankbar sein, hier im "gelobten Land" zu leben - wer weiß, wie es erst anderswo zugeht!

Frustrierte Grüße,

Claudia