... die Herumtreiberin ...

07.10.2007 um 03:40 Uhr

I amar prestar aen...

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch



So, bin wohlbehalten zurück. Was ich aber nicht den Grazer Verkehrsbetrieben zu verdanken habe. Wie kann ein Nachtbus mehr als 10min Verspätung haben? Am Stau oder an der "Roten-Ampel-Welle" kann's wohl nicht liegen, oder? Bin also wieder mal zu Fuss gegangen, als Reminiszenz an die gute alte Mäcci-Zeit. Muss wohl von Zeit zu Zeit so sein... Fröhlich

Triplefeature war toll, wenn es auch ein wenig irritierend war, die Filme nach langem wieder in der kürzeren Kinofassung und in deutscher Sprache zu sehen. Wirklich vermisst habe ich nur die "Houses of Healing"-Szene, aber die habe ich grade auf Youtube nachgeholt: <KLICK>

War irgendwie witzig, die Filme mal im Kreise von Gleichgesinnten zu sehen und über die gleichen Szenen abzulästern, sich totzulachen ("Eine rote Sonne geht auf..." oder noch besser: "Die Sterne sind verhüllt...") oder ein "Zitate-Best-Of" zu erstellen.

Besonders der Soundtrack bzw. die Soundeffekte sind im Kino schon weitaus imposanter als im Patschenkino. Wenn die Erde bebt beim Einsturz in Moria oder wenn die Olifanten herangaloppieren. Oh, und ich hatte ganz vergessen, wie genial die Nazgul gerade im ersten Teil rüberkommen. Zum Fürchten.

Hier meine persönliche Best Of - Zitatesammlung - ganz bestimmt nicht vollständig:

It's a dangerous business, Frodo, going out your door. You step onto the road, and if you don't keep your feet, there's no knowing where you might be swept off to.

Frodo:
It's a pity Bilbo didn't kill him when he had the chance!

Gandalf:
Pity? It was pity that stayed Bilbo's hand. Many that live deserve death, and some that die deserve life. Can you give it to them, Frodo? Do not be too eager to deal out death and judgement. Even the very wise can not see all ends. My heart tells me that Gollum has some part to play yet, for good or ill, before this is over. The pity of Bilbo may rule the fate of many.

Frodo:
I wish the Ring had never come to me. I wish none of this had happened.

Gandalf:
So do all that come to see such times, but that is not for them to decide. All we have to decide is what to do with the time that is given to us. There are other forces at work in this world, Frodo, besides the will of evil.

Aragorn:
What do you fear, my lady?

Éowyn:
A cage. To stay behind bars until use and old age accept them and all chance of valor has gone beyond recall or desire.

Aragorn:
You are a daughter of kings. A shieldmaiden of Rohan. I do not think that would be your fate.

Frodo:
I can‘t do this, Sam.

Sam:
I know. It‘s all wrong. By rights we shouldn't even be here. But we are. It's like in the great stories, Mr. Frodo. The ones that really mattered. Full of darkness and danger they were. And sometimes you didn't want to know the end. Because how could the end be happy? How could the world go back to the way it was when so much bad had happened? But in the end, it's only a passing thing, this shadow. Even darkness must pass. A new day will come. And when the sun shines it will shine out the clearer. Those were the stories that stayed with you. That meant something. Even if you were too small to understand why. But I think, Mr. Frodo, I do understand. I know now. Folk in those stories had lots of chances of turning back only they didn't. Because they were holding on to something.

Frodo:
What are we holding on to, Sam?

Sam:
There's some good in this world, Mr. Frodo. And it's worth fighting for.

Pippin:
I didn't think it would end this way.

Gandalf:
End? No, the journey doesn't end here. Death is just another path, one that we all must take. The grey rain curtain of this world rolls back and all turns to silver glass... (to himself) ...and then you see it...

Pippin:
What, Gandalf? See what?

Gandalf:
White shores. And beyond... a far green country under a swift sunrise.

Pippin:
Well, that isn't so bad.

Gandalf:
No... No, it isn't.

Frodo(voiceover):
How do you pick up the threads of an old life? How do you go on, when in your heart you begin to understand there is no going back? There are some things that time cannot mend. Some hurts that go too deep. That have taken hold.


Und einige echt witzige Stellen haben wir auch gefunden:


Frodo (beim Betreten von Kankras Höhle):
"Jetzt, da ich hier bin, glaube ich nicht, daß ich das möchte."
→ Das sag' ich am Montag, wenn ich ins Büro komme... Sonstige

Sam:
Benutze den Ring, Herr Frodo. Nur dieses Mal. Setz ihn auf. Werde unsichtbar.

Frodo:
Ich kann nicht. Du hattest Recht, Sam. Du wolltest mich warnen, aber... Es tut mir leid. Der Ring ergreift Besitz von mir, Sam. Wenn ich ihn aufsetze, findet Er mich. Er sieht es.
→ Das stelle man sich bitte einfach mal bildlich vor... Sonstige2

Jetzt aber: Gute Nacht!

17.09.2007 um 21:56 Uhr

Panik!

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


 Der Telekabel-Techniker ist um 11:15 Uhr gekommen - dann hat allerdings mit der Anmeldung und Freischaltung etwas nicht geklappt, daher war er geschlagene 1,5 Stunden da. Danach bin ich tatsächlich noch in die Firma gefahren.

Was ich nicht wußte: Da ich jetzt digitales Telekabel habe, empfange ich fast doppelt so viele Programme wie vorher, darunter auch den SciFi-Channel. Als ob ich mit Andromeda, DS9 und meinen Videokassetten nicht schon genug Stress hätte...  Ich kann das doch unmöglich alles zur gleichen Zeit! Das geht doch nicht! Zu Hilfe!
 

03.09.2007 um 11:35 Uhr

Film ab!

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


So, da bin ich wieder. Ich habe drei Tage fast Non-Stop-Filme-schauen mit meiner "kleinen" Schwester hinter mir und habe ihr versprochen, die Filme noch mal kurz Revue passieren zu lassen. War wohl doch etwas viel auf einmal. Fröhlich Naja, einmal im Leben muss man sowas auch gemacht haben...

Hintergrund der Aktion war: Sie kennt die ganzen Filme nicht, die für mich persönlich "Klassiker" sind. Und da hab ich mir gedacht: diese Bildungslücken muss man unbedingt schließen. War echt spaßig, ich hatte viele der Filme schon lange nicht mehr gesehen, und ich glaube, ihr haben sie auch gefallen.

Zur besseren Erinnerung habe ich zu jedem Film ein Youtube-Video (Trailer oder Musikvideo) rausgesucht (Klick auf das Kamera-Symbol). Also los:

Keine halben Sachen I und II
 - Oz im Auto   - Oz und die Schiebetür   - Getränkedose
Bruce Willis als Ex-Kopfgeldjäger und Matthew Perry als sein argloser Nachbar "Oz". Schräg und witzig. Kein weiterer Kommentar, den muss man einfach gesehen haben.

Harry Potter und der Feuerkelch
 Ok, das ist kein Klassiker, und natürlich kannte sie den schon. Aber weil wir grade dabei waren...

Dirty Dancing
  Man kann von dem Film halten, was man will, aber zumindest gesehen haben sollte man ihn, oder? Baby und Johnny tanzen durch den Sommer. Nette Geschichte mit etwas altmodisch gekleideten Protagonisten.

Don Juan de Marco
 Johnny Depp als Jüngling, der sich einbildet, Don Juan zu sein und mit seiner hinreissenden Erzählung sogar den Psychiater in seinen Bann zieht. Selten eine so entzückende Geschichte gesehen. Und je öfter ich mir den Film anschaue, um so mehr schmelze ich dahin...

Moulin Rouge
  Der Film ist zwar noch nicht wirklich alt, aber anscheinend unbekannt bei der "jüngeren Generation". Ewan McGregor und Nicole Kidman in Paris um die Jahrhundertwende. Genialer Soundtrack, tolle Schauspieler, faszinierend umgesetzt. 10 von 10 Punkten für diesen Film von mir. Ich glaube, ich habe keinen Film so oft gesehen (und gehört) wie diesen. Meiner Schwester hat er auch gefallen.

Dance!
 Antonio Banderas tanzt mit "Gangsterkids" durch den Film. Ich hab den Film damals im Kino gesehen, er ist auch sehenswert, aber irgend etwas fehlt. Vor allem, wenn man ihn sich unmittelbar nach Moulin Rouge reinzieht.

The Rock
 Sean Connery und Nicolas Cage befreien Geiseln aus Alcatraz und retten San Francisco vor einem Giftgasanschlag. Genialer Film, legendärer Soundtrack.

Matrix
 Teil I ist unbestritten ein Klassiker. Über Teil II und III scheiden sich die Geister. Thomas A. Anderson alias "Neo" (Keanu Reeves in seiner Glanzrolle) rettet die Welt (was sonst?). Vielleicht hätten wir es bei Teil I belassen sollen und nicht gleich Teil II und III auszugsweise (Special Effects) noch nachschießen sollen. Also Schwesterherz: schau dir den ersten Teil noch mal in Ruhe an - irgendwann!

James Bond - Casino Royal
 Über den Film habe ich ja schon mehr als genug geschrieben, zum Beispiel hier: Review. Daniel Craig, meiner bescheidenen Meinung nach der beste Bond ever!

In & Out
 Kevin Kline und Tom Selleck. Ein Literaturprofessor in einer Kleinstadt wird als schwul geoutet - was er bis dahin selbst nicht wußte. Eine geniale Komödie, die ich bestimmt schon 10x gesehen habe (mindestens). Einfach zum Schießen!

The Game
 Michael Douglas nimmt an einem mysteriösen Spiel teil, und nach und nach gerät sein Leben völlig aus den Fugen. Als er alles verloren glaubt, kommt es zur überraschenden Wende... Ich liebe diesen Film.

Momo
 Der Film zum Buch von Michael Ende. Graue Männer, die den Menschen die Zeit stehlen und nur ein kleines Mädchen, das sie aufhalten kann. Leider fehlte das Ende, aber zum Glück haben wir ja das Buch zum Nachlesen da. Fröhlich

Ich hoffe, ich hab keinen vergessen. Zwischendurch haben wir noch eine Folge "Monk" und eine Folge "Crossing Jordan" geguckt.

Würde mich mal interessieren, zu den einzelnen Filmen kurze Kommentare von dir zu hören, Schwester! Hier oder per email oder Telefon oder wie zu willst. Kannst mir auch einen Brief schreiben. Fröhlich

29.07.2007 um 22:14 Uhr

Harry Potter and the Deathly Hallows, wieder einmal...

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


 Uffz. Geschafft. Ich habe meine Drohung wahrgemacht und tatsächlich zwei Texte geschrieben. Und dass, obwohl "Fanfiction" ja nicht grade so meins ist; ich hab auch noch keine einzige gelesen und werd's vermutlich auch nicht machen.

Nr. 1 ist das sogenannte "Lost Chapter"- jenes Kapitel, dass ich VOR dem "19 Years later" - Epilog gerne gelesen hätte. Mit Sicherheit wäre es literarisch wertvoller und ausgefeilter geraten, hätte Frau Rowling es selber geschrieben, aber zumindest ist inhaltlich so ziemlich alles drin, was mir am Ende noch gefehlt hat.
Der Text ist hier zum Downloaden: LostChapter.pdf - sollte der link nicht funktionieren, spinnt home.pages.at wieder mal herum, das kommt vor. Einfach später noch mal probieren!

Nr. 2 ist überhaupt ein alternatives Ende. Es setzt da an, wo Harry im Wald von Voldemort niedergestreckt wird. Danach gehts dann ein wenig anders weiter als im Original. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit dem Text nicht was illegales gemacht habe - ich habe nämlich viele Textpassagen übersetzt bzw. sinngemäß übernommen und in einem anderen Zusammenhang verwendet - zum Beispiel Dumbledores Erklärungen im Kapitel "Kings Cross". Da ich mir einen Rechtsstreit mit Frau Rowling nicht leisten kann, werde ich den Text im Zweifelsfall also ohne Diskussion entfernen und erwähne hier schon mal vorsichtshalber, dass ich kein Copyright verletzen wollte und so...
Zum leichteren Einstieg habe ich die Hälfte des Kapitels "The Forest Again" übersetzt, und danach erst selber weitergeschrieben. Ach ja, eines ist noch wichtig: In meiner Version ist Tonks NICHT tot. Das wäre zu beachten, wenn ihr das lest.
Also, bitteschön: AlternativesEnde.pdf


Noch eine Information vorweg:

1. Wer Tippfehler findet, kann mir diese gerne mitteilen, ebenso wie Logikfehler, falsche Übersetzungen oder Konflikte mit dem "Potterversum". Ich hab zwar seitenweise die alten Bücher gewälzt, aber es kann sein, dass mir Fehler unterlaufen sind.

2. Wer die Texte bescheuert findet, peinlich, blöd, wasauchimmer: behaltets für euch. Kommentare, die in diese Richtung zielen, lösche ich kommentarlos. Ich habe das geschrieben, weil mir danach war und ich Spaß dabei hatte - und nicht, weil ich Schriftstellerin werden möchte oder gar mir anmaßen, ich könne mit J.K. Rowling konkurrieren.

3. Wem's gefällt: immer her mit Lobpreisungen, Huldigungen,... Sowas hört man doch immer gern. Fröhlich

Viel Spaß!

24.07.2007 um 23:43 Uhr

Harry Potter and the Deathly Hallows - seeehr ausführliche Betrachtung ;-)

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


So, liebe Leute. Da ich ja in meiner Arbeit genug Zeit für solche Späße habe, schreibe ich nun doch eine detaillierte „Rezension" über den siebten und letzten Harry Potter, auch auf die Gefahr hin, dass so lange Texte kein Mensch liest. Für mich war die Auseinandersetzung in der Form noch einmal wichtig. Ich habe den elendslangen Text in 5 Teile gesplittet, das dürfte auch einfacher zum Lesen sein. Damit sich nur ja niemand beschwert, unbeabsichtigt verspoilert worden zu sein - auch wenn mittlerweile die meisten ohnehin schon fertiggelesen haben - warne ich hiermit noch einmal: Bitte den links NICHT folgen, wenn ihr spoilerfrei bleiben wollt!

Bevor ich nun loslege, muss ich aber unbedingt noch mal anmerken, wie geil (ja, wirklich!) ist das finde, dass ich mit meinem Englisch so gut durchgekommen bin. Ich meine: wirklich gut! Wenn ich dran denke, wie sehr ich mich durch Band 5 gequält und die Details alle nicht mitbekommen habe. Ich habe am Samstag beim Lesen so etwa bei Seite 100 einmal kurz innegehalten und mir echt gedacht: „Wow, das ist echt englisch, und ich habe es seit Stunden schon gar nicht mehr bemerkt! Es war wirklich ein Lesevergnügen und nicht nur ein „ich muss das jetzt lesen, weil ich will ja wissen, wie es ausgeht" - Zwang." Danke Andromeda, danke Wifi-Kurs! Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Also los:

Teil 1 Teil 2 Teil 3
Teil 4
Teil 5

24.07.2007 um 23:39 Uhr

Harry Potter and the Deathly Hallows, Part I

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


ACHTUNG - SPOILER!!!

In gewohnter Weise schließt das Buch da an, wo der sechste Band aufgehört hat: Harry befindet sich ein letztes Mal in seinen Sommerferien bei den Dursleys, Dumbledore ist immer noch tot und Voldemort drauf und dran, endgültig die Macht zu übernehmen. Da Harry sein einziges Hindernis auf dem Weg zum Sieg zu sein scheint, setzt er natürlich alles daran, ihn zu eliminieren.
Daher ist es notwendig, Harry vor seinem 17. Geburtstag vom Privet Drive wegzuholen, da an diesem Tag der magische Schutz erlischt. Natürlich sind auch die Dursleys danach stark gefährdet, weshalb auch sie evakuiert werden. Hier erleben wir die erste echte Überraschung: Dudley hat anscheinend kapiert, dass der Abschied wirklich bevorsteht und bedankt sich bei Harry für dir Rettung vor den Dementoren. Die Verabschiedung ist versöhnlich und fällt fast rührend aus, es ist auch für den Leser tatsächlich das letzte Mal, dass er vom Schicksal dieser schrecklichen Familie hört.
Kurz danach wird auch Harry abgeholt: Ein großes Aufgebot an Kollegen, Freunden und Mitgliedern des Ordens erscheint, der Plan lautet: mit Hilfe des Polyjuice Potion werden 7 Harrys mit je 1 Begleitung den Privet Drive verlassen in der Hoffnung, dass zumindest dem echten Harry die erfolgreiche Flucht gelingt. Doch der Orden wurde verraten: Eine Überzahl an Death Eatern wartet schon, und so kann Harry tatsächlich nur knapp entkommen - denn er wird enttarnt, und so greift sogar Voldemort höchstpersönlich in den Kampf ein. Doch es gibt Opfer zu beklagen: Hedwig überlebt die Flucht nicht, Mad-Eye Moody wird getötet und George Weasley wird von einem Fluch gestreift, der ihm das Ohr „weggeschossen" hat.

Hui, da geht es rund, bereits im 4. Kapitel! Da ich ja - das ganze Buch hindurch - überzeugt war, dass einige wichtige Charaktere sterben würden (auch aus der „ersten Reihe"), habe ich bereits hier mit Hagrids Tod gerechnet, nachdem das fliegende Motorrad abgestürzt war. Doch in diesem Fall wurde ich eines besseren belehrt. Der Tod von Moody hat mich nicht sonderlich mitgenommen, vor allem auch deshalb, weil ich diesem Charakter nie sonderlich nahe stand.
Georges Verletzung ist natürlich tragisch und makaber, aber dass er selbst darüber Scherze macht, trotzdem sehr passend. Die Zwillinge haben über Jahre hinweg einen außergewöhnlichen Humor bewiesen, warum nicht auch in so einer Situation - auch wenn es „nur" Galgenhumor ist. Abgesehen davon haben die Briten und Amerikaner angeblich ohnehin ein anderes Verständnis von Humor als wir im deutschsprachigen Raum.
<<Humor in den USA>>

Nun sind sie also doch sicher im Fuchsbau angekommen, wo bereits die Hochzeitsvorbereitungen für Bill und Fleur auf Hochtouren laufen. Hermine, Ron und Harry bereiten indessen - von Mutter Weasley besorgt beobachtet - ihre Mission vor: die restlichen Horcruxe zu finden und zu zerstören. Sie sind sich einig, dass sie für ihr siebtes Schuljahr nicht nach Hogwarts zurückkehren werden. Hermine hat dafür ein großes Opfer gebracht: Sie hat ihre Eltern mit einem Vergessenszauber belegt und weit weg nach Australien geschickt, damit sie in Sicherheit sind, falls jemand nach ihr sucht.

Dass sie tatsächlich nicht nach Hogwarts zurückkehren, war für mich ein wenig überraschend, auch wenn es nahe liegend ist. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ein Harry Potter - Buch abseits von Hogwarts funktionieren würde - aber es hat im Großen und Ganzen geklappt. Besonders tragisch, was aber beim Lesen gar nicht so richtig rauskommt: Hermine, die ihre Eltern vergessen lässt, dass sie eine Tochter haben. Das ist wirklich bitter und ein großes Opfer - fast wird es nur ein wenig beiläufig erwähnt, was ich bedauerlich finde.
Überraschend war auch, dass die drei zwar Hilfe von Papa Weasley und den älteren Brüdern bekommen haben, was ihr Vorhaben angeht, selbst aber wirklich kein Wort davon verraten haben, was denn nun genau Inhalt und Ziel ihrer Mission ist. Immer wieder drängen die verschiedenen Mitglieder des Ordens darauf, doch sie halten dicht. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich ernsthaft, wie sie das denn schaffen wollen. Wie sich herausstellt, sind sie der Herausforderung in Wahrheit nicht wirklich gewachsen, sondern kommen oft nur mit viel Glück und unerwarteter Hilfe weiter. Aber sie lernen dazu, und man erlebt besonders bei diesen dreien eine echte Weiterentwicklung im Lauf des Buches.

Einen Tag vor der Hochzeit wird Harrys wichtiger 17. Geburtstag gefeiert - doch mitten hinein platzt der Zaubereiminister Scrimgeour, der den Nachlass von Albus Dumbledore dabei hat: Für Ron einen Deluminator, für Hermine ein Buch über Zauberermärchen und für Harry den ersten Golden Snitch, den er gefangen hat. Außerdem sollte er auch Gryffindors Schwert bekommen, doch dieses hat das Ministerium konfisziert und dem neuen Schulleiter von Hogwarts übergeben. Die Geschenke sind ebenso rührend wie unverständlich, hatten die drei doch gehofft, Hinweise und Hilfe für ihre Mission zu erhalten. Der Snitch trägt die mysteriöse Aufschrift „I open at the close" und hilft zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht weiter, weil er sich nicht öffnen lässt.

Endlich ist der Tag der Hochzeit da, das Wetter ist schön, viele Freunde sind gekommen, Harry darf nur verdeckt mitmachen, und die Stimmung ist - besonders bei Harry - nicht besonders gut. Er erfährt auf dieser Hochzeit einige unschöne Details aus Dumbledores Vergangenheit, die an der makellosen Fassade gewaltige Risse zu hinterlassen scheinen, jedoch sind die Quellen äußerst zweifelhaft (Rita Skeeter) und die Andeutungen zu vage, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Zweifel und Misstrauen sind gesät, und damit nicht genug, erscheint plötzlich Kingsley Shacklebolts sprechender Patrons und verkündet unheilvoll: „The Ministry has fallen. Scrimgeour is dead. They are coming." (S. 133)

Hermine, Ron und Harry flüchten gemeinsam, werden aber - kaum zur Ruhe gekommen - erneut von Death Eatern aufgespürt. Mit Ach und Krach gelingt abermals die Flucht, und trotz aller Vorbehalte und Befürchtungen beschließen sie, sich im Haus am Grimmauld Place zu verstecken. Tatsächlich scheint es noch immer sicher zu sein, denn dort bleiben sie unbehelligt. Natürlich war Hermine auf eine überhastete Flucht vorbereitet und hatte alle wichtigen Sachen dabei - in einer kleinen verzauberten Tasche, in die allerlei Zeug reinpaßt.
Es wird viel darüber gerätselt, warum die Death Eater die drei so schnell finden konnten - dies wird jedoch im Buch erst viel später geklärt: Voldemorts Name wurde mit einem Tabu belegt, sodass jeder, der den Namen benutzt, sofort aufgespürt werden kann.

Harry, der seit einiger Zeit wieder von seiner schmerzenden Narbe und Gedankenfetzen von „You know who" geplagt wird, erlebt hier seine erste wirklich starke „Vision", die er vor Hermine zu verheimlichen versucht, weil sie darauf besteht, dass er seine Bemühungen verstärkt, seinen Geist davor zu verschließen. Gut, dass er dieses Mal nicht auf sie hört, denn diese Einblicke in das Denken und Tun Voldemorts liefern nicht nur wichtige Hinweise für die eigene Mission, sondern ermöglichen auch eine regelmäßige Information darüber, wo Voldemort sich gerade befindet und was er macht. Vor allem als „Annäherungswarnung" sind sie mehrmals nützlich, ganz besonders, da Harry im Lauf der Zeit lernt, diese Visionen einigermaßen unter Kontrolle zu halten.

Ein wenig verwunderlich für mich: dass Voldemort - ähnlich wie zu Beginn in Buch Nr. 5 - davon gar nichts mitbekommt. Im „Halbblutprinzen" gibt Dumbledore darüber eine Erklärung ab, die mir leider momentan entfallen ist. Trotzdem ist es doch ein wenig unvorsichtig vom Dunklen Lord, der eigentlich in der Lage sein sollte, seine Gedanken besser unter Kontrolle zu halten. Aber wie wir im Laufe des Buches herausfinden, gibt es so einiges, was der gute Mann nicht weiß. Interessanterweise veränderte sich beim Lesen für mich die Person des Voldemort tatsächlich von einem monströsen mächtigen Zauberer in einen „Mann", einen gewöhnlichen Zauberer mit viel Wissen und Macht und einem Hang zur Grausamkeit. Trotzdem wird er weniger unheimlich und mysteriös. Sogar Harry nennt ihn am Ende nur mehr bei seinem menschlichen Namen „Tom Riddle".

Beim Herumstreifen im Haus entdecken Harry, Ron und Hermine nicht nur endlich, was R.A.B. bedeutet (wie 90% der Fans vermutet haben, handelt es sich dabei um Sirius' Bruder Regulus), sondern finden auch einen Brief, den Lily, Harrys Mutter, einst an Sirius geschrieben hatte, und ein Foto von Klein-Harry auf seinem ersten Spielzeugbesen.
Schließlich wird Kreacher herbeigerufen, der endlich die Geschichte um den gestohlenen Horcrux und den Tod seinen ehemaligen Masters Regulus enthüllt: Als Voldemort seinerzeit Kreacher als Versuchsobjekt für seine magische Abwehr benutzte und ihn dann sterben lassen wollte, erkannte Regulus endlich, dass er auf der falschen Seite gestanden hatte und so beschloss er, den Horcrux zu stehlen. Er nahm Kreacher mit und schickte ihn mit dem Horcrux - Slytherins Medaillon - und dem Auftrag weg, es zu zerstören. Er selbst starb bei dieser Aktion in der Höhle. Schließlich wurde das Medaillon von Mundungus Fletcher geklaut, und so schickt Harry Kreacher los, den Dieb zu holen.
Die Wartezeit im Haus ist unerträglich, aber schließlich erscheint Remus Lupin im Grimmauld Place und bittet Harry, die drei begleiten zu dürfen, aber da seit wenigen Tagen bekannt ist, dass Remus und Tonks ein Kind erwarten, schickt Harry Remus mit harten Worten nach Hause.
Schließlich taucht Kreacher tatsächlich mit Mundungus im Schlepptau auf, welcher erzählt, dass ihm Dolores Umbridge das Medaillon abgenommen hat. Und so vergehen mehrere Wochen, in denen Harry, Hermine und Ron einen Plan schmieden, ins Ministerium einzudringen und das Medaillon zu holen.

Im Haus gibt es einige nette Szenen: zum Beispiel als Harry Sirius Zimmer durchsucht und dabei den Brief seiner Mutter und vor allem das Bild des kleinen Harry auf den Spielzeugbesen findet.
Etwas verwirrend ist, dass Kreacher Harry so schnell als neuen Master akzeptiert, nachdem sich dieser die Zeit nimmt und ihm zuhört und ihn ernst nimmt (und ihm Regulus' falsches Medaillon schenkt), aber auch wenn es vielleicht eine etwas idealistische Darstellung ist, gefällt mir die Aussage im Prinzip ganz gut. Hätte Sirius den Hauselfen mal etwas netter behandelt, wer weiß...
Auch die Auflösung von Regulus' Geschichte ist rührend: auch er war kein schlechter Mensch, sondern ist in die falsche Gesellschaft geraten, hat seinen Fehler erkannt und bitter dafür gebüßt.

weiterlesen:
Teil 2

24.07.2007 um 23:38 Uhr

Harry Potter and the Deathly Hallows, Part II

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


ACHTUNG - SPOILER!!!


Schließlich ist es soweit, ins Ministerium einzudringen, doch schnell wird klar, dass der Plan doch nicht so durchdacht ist, wie ursprünglich vermutet. Die drei werden getrennt, Hermine dazu verdonnert, der Kommission zur Registration der Muggelgeborenen teilzunehmen, aber Harry gelingt es, in Umbridges Büro einzudringen, wo er das Medaillon natürlich nicht findet. Während Ron mit eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, versucht Harry, Hermine aus ihrem Dilemma zu befreien. Unter seinem Tarnumhang versteckt, entdeckt er das Medaillon um Umbridges Hals. Zwar gelingt es ihnen, ihr den Horcrux unbemerkt abzunehmen und es gegen ein Duplikat zu tauschen, aber die Flucht wird ein Desaster: Sie versuchen, auch all die Muggelgeborenen zu retten und ihnen zu erklären, dass sie sich aus dem Staub machen sollen, und im allgemeinen Chaos schaffen sie es, gemeinsam zu entkommen. Allerdings wird dabei ihre Zuflucht im Grimmauld Place entdeckt und Ron schwer verletzt. So landen sie schließlich in einem Wald, wo sie ihr Zelt aufbauen, das für die nächsten Monate ihr Zuhause sein wird, und den Platz mit allen erdenklichen Schutzzaubern absichern. Ron erholt sich langsam, während sie alle paar Tage den Platz wechseln, jedoch kommen sie in ihrem Plan, den einen Horcrux zu zerstören und die anderen zu finden, keinen Schritt näher. Ganz im Gegenteil, die Stimmung sinkt langsam in den Keller, woran nicht zuletzt der Horcrux schuld ist, der eine schwächende, deprimierende Wirkung auf seinen Träger ausübt.

Hier gefällt mir die Darstellung der Ereignisse sehr gut. Ich habe mich vorher oft gefragt (und im „Vermutungenbeitrag" sogar laut geäußert), wie die drei Nachwuchszauber es anstellen wollen, diese Aufgabe zu bewältigen, und die Antwort lautet: mehr schlecht als Recht. Die Flucht aus dem Ministerium verlief katastrophal, es gibt keinen Plan, wie es denn weitergehen soll, und so ist es nur verständlich, dass die Stimmung immer schlechter wird. Die Vorbereitung Harrys durch Dumbledore war mehr als nur kryptisch, und auch Hermine ist nicht in der Lage, Antworten zu finden. Ron, der am allermeisten auf die anderen angewiesen ist, schon immer in deren Schatten stand und ihnen vertrauen muss, trifft es hier am härtesten. Auch ich wurde beim Lesen immer mutloser und habe mich gefragt, wie um Himmels willen denn das jemals klappen sollte - wenn sie nicht jemanden um Hilfe bitten. Tragisch auch diese Abgeschnittenheit vom Rest der Welt. Wie geht es Ginny, Neville, Luna und den anderen, die nun wieder in Hogwarts sind, unter einem Schulleiter Snape, und unter der „Fahne" Voldemorts? Wie geht es den Ordensmitgliedern? Wer lebt noch, wer musste sterben? Immer wieder gibt es kurze Kontaktmöglichkeiten mit der Außenwelt (über das Porträt von Phineas Nigellus Black, übers Radio, durch das Belauschen von anderen flüchtigen Zauberern), die geschickt eingeflochten werden, aber im Großen und Ganzen fühlt man sich gemeinsam mit Ron, Hermine und Harry ziemlich isoliert und ratlos.

Als sie drei flüchtige Zauberer (unter anderem Dean Thomas und Tonks Vater) und zwei Kobolde belauschen, erfahren sie, dass Ginny, zusammen mit einigen ehemaligen Mitgliedern der DA, Gryffindors Schwert aus Snapes Büro stehlen wollte und das Schwert nun sicher in einem Verlies in der Gringotts Bank verstaut ist. Allerdings verrät der Kobold Griphook schließlich, dass das Schwert nur eine Fälschung sei, was er den Death Eatern aber nicht gesagt hätte. In diesem Zusammenhang begreifen die drei auch, dass das Schwert imstande ist, Horcruxe zu vernichten. Zwar ist dies ein kleiner Lichtblick, aber es ist auch klar, dass niemand eine Ahnung hat, wo sich das echte Schwert befindet. Daraus entbrennt ein Streit, in dessen Verlauf Ron seine Freunde verlässt. Hermine ist untröstlich, doch das Thema wird von den beiden Zurückgelassenen nicht weiter besprochen. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir es noch nicht, aber Ron hatte eigentlich nur vor, kurz zu verschwinden um zu schmollen, aber er wurde von "Snatchern" gefangen, selbständig agierenden Söldnertruppen, die gegen eine Belohnung Muggelgeborene aufgreifen und ausliefern. Und so konnte er später Hermine und Harry nicht mehr wieder finden.
Der Winter zieht ins Land, aber Harry und Hermine kommen nicht weiter. Harry erfährt durch seine regelmäßig auftretenden Visionen, dass Voldemort auf der Suche nach etwas ist, wofür er unter anderem Ollivander entführt und gefoltert hat und danach Gregorovitch ausfindig gemacht hat, der den begehrten Gegenstand aber auch nicht mehr hatte, weil er vor geraumer Zeit von einem jungen Mann geklaut worden war. Harry meint, das Gesicht schon mal gesehen zu haben, erinnert sich aber nicht an den Namen. Hermine entdeckt indessen ein mysteriöses Symbol in dem Buch, dass sie von Dumbledore bekommen hat, allerdings werden sie auch daraus nicht schlau. Schließlich beschließen die beiden, trotz aller Gefahren, doch nach Godrics Hollow zu gehen, um dort von Bathilda Bagshot, die sowohl Harrys Eltern als auch Dumbledore von Jugend an kannte, mehr zu erfahren.
Als sie in Godrics Hollow ankommen, liegt das Dorf unter einer Schneedecke begraben, man hört Gesang aus der Kirche, ein friedlicher Abend: es ist Heiliger Abend, wie sie feststellen. Zuerst besuchen die beiden das Grab von Harrys Eltern und entdecken ganz in der Nähe ein uraltes Grab, auf dessen Grabstein dasselbe geheimnisvolle Symbol zu sehen ist wie in dem Buch. Auf dem Weg zu Bathilda Bagshot kommen sie am Haus von Harrys Eltern vorbei, das - für Muggelaugen verborgen - im ursprünglichen zerstörten Zustand belassen wurde - als Mahnmal, Gedenkstätte und als "Pilgerstätte" für "The Boy Who Lived". Da treffen sie auf Bathilds Bagshot und begleiten sie zum Haus, wo jedoch wieder einmal alles schief geht: die echte Bathilda ist seit Wochen tot, die Leiche von Nagini besetzt, die über Harry herfällt, während sie Voldemort herbeiruft. Nur knapp können Harry und Hermine entkommen, doch dabei geht Harrys Zauberstab in die Brüche, was dessen Laune auch nicht unbedingt hebt.

Wieder einmal erleben wir hier, dass wie gefährlich das Leben von jungen Zauberern in Zeit wie diesen eigentlich ist. Überall lauern Gefahren, und im offenen Kampf sind die "alten Hasen" auf jeden Fall weit überlegen. So bleibt hier auch wieder nur eines zu tun: das Heil in der Flucht zu suchen.
Dabei hatte es so schön angefangen: die Szene am Friedhof war sehr rührend, und ich hatte wirklich Hoffnung, dass in Godrics Hollow endlich etwas gefunden wird, das die Handlung vorantreibt, die Suche in eine Richtung lenken wird. Der Tod ist allgegenwärtig - auf dem Grabspruch der Potters sind folgende Worte zu lesen: "The last enemy that shall be destroyed is death." ... A horrible thought came to him [Harry], and with it a kind of panic. "Isn't that a Death Eater idea? Why is that there?" "It doesn't mean defeating death in the way the Death Eaters mean it, Harry," said Hermione, her voice gentle. "It means ... you know ...living beyond death. Living after death." (S. 269)
Mittlerweile ist die Hälfte des Buches vorbei, und noch immer wurde kein einziger Horcrux zerstört. Wie soll sich das nur jemals ausgehen?

Hermine hat bei der Flucht aus Godrics Hollow eine Ausgabe von Rita Skeeters neuestem Bestseller "The Life and Lies of Albus Dumbledore" mitgehen lassen, und beim Durchblättern finden sie ein Bild, das Dumbledore in jungen Jahren mit einem Freund zeigt: Gellert Grindlewald, ein mächtiger Zauberer, den Dumbledore vor langer Zeit in einem Duell besiegte - und den Harry als den Mann wieder erkennt, den er als Dieb in Voldemorts Vision gesehen hat. Das Buch verstärkt die Zweifel noch: Warum war Dumbledore einst mit so einem bösen Zauberer befreundet? War er früher selbst einmal den Dunklen Künsten zugewandt? Hat er gar am Tod seiner kleinen Schwester schuld, die angeblich ein Squib war und deshalb vor der Öffentlichkeit versteckt werden musste? War gar die ganze Familie voller Muggelhasser, wo doch Dumbledores Vater ins Gefängnis wanderte, nachdem er ein paar Muggel angegriffen hatte?
Als Harry eines Nachts verzweifelt und demotiviert Wache schiebt, taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein durchsichtig-silbriges Reh auf, das ihn in den Wald lockt. Etwas Vertrautes geht von ihm aus, und so folgt Harry ohne Bedenken. Das Reh führt ihn an einen zugefrorenen Teich, auf dessen Grund Gryffindors Schwert liegt. Da er es durch Zauberei nicht holen kann, springt Harry in den See - vergisst jedoch, das Medaillon abzunehmen, was ihm beinahe das Leben kostet - würde nicht plötzlich Ron auftauchen und ihn retten. Gemeinsam zerstören sie den Horcrux: Harry spricht Parsel und öffnet das Amulett, Ron schwingt das Schwert und beendet das Werk. Vorher jedoch zeigt ihm das Medaillon noch seine größten Ängste und Zweifel: dass Hermine in Harry verliebt ist und ihn nicht will, ja mehr noch, ihn verhöhnt und fertig macht. Sehr schön danach, wie Harry versucht, Ron zu trösten: "After you left," he said in a low voice, grateful for the fact that Ron's face was hidden, "she cried for a week, probably longer, only she didn't want me to see. There were loads of nights when we never even spoke to each other. With you gone..." He could not finish; it was only now that Ron was here again that Harry fully realised how much this absence had cost them. "She's like my sister," he went on. "I love her like a sister and I reckon she feels the same way about me. It's always been like that. I thought you knew." Ron did not respond, but turned his face away from Harry and wiped his nose noisily on his sleeve. (S. 308)

Hermine ist zuerst nicht so erfreut über Rons Erscheinen, sondern lässt ihre über Wochen angestaute Wut an ihm aus, doch als er schließlich erzählt, dass auch er es nicht einfach hatte, sondern die ganze Zeit über versucht hatte, zurückzukommen, beruhigt sich die Lage wieder. Schlussendlich war es Dumbledores Deluminator zu verdanken, dass Ron zurückkehren konnte, was Ron wiederum dazu veranlasst, Dumbledore erneut zu vertrauen. "He knew what he was doing when he gave me the Deluminator, didn't he? He - well," Ron's ears turned bright red and he became engrossed in a tuft of grass at his feet, which he prodded with his toe, "he must've known I'd run out on you." "No," Harry corrected him. "He must've known you'd always want to come back." (S. 317)
Da sich alles um das mysteriöse Zeichen zu drehen scheint, beschließen die wieder vereinten Freunde, Luna Lovegoods Vater Xenophilius zu besuchen, da er dieses Zeichen auf Bills Hochzeit bei sich trug. Irgendetwas scheint seltsam zu sein im Hause Lovegood, denn Luna ist nicht da, ihr Zimmer mit einer Staubschicht bedeckt und Papa Lovegood mehr als seltsam. Trotzdem ist er sehr redefreudig und erklärt, was es mit dem Symbol - den "Deathly Hallows" auf sich hat: Ein Märchen beschreibt drei Gegenstände: ein Stein, mit dem man Tote zurückholen kann, der mächtigste Zauberstab aller Zeiten und ein Tarnumhang, mit dem man sich vor dem Tod unsichtbar machen kann. Besitzt man alle drei Deathly Hallows, sei man "Master of Death" und damit wohl unsterblich. Dumbledore und Grindlewald waren damals auf der Suche nach den drei Gegenständen, aber das erfahren unsere drei Freunde erst später.
Der Aufenthalt bei Xenophilius ist kurz, denn plötzlich stehen Death Eater vor der Tür, alarmiert von Xenophilius, der mit der Entführung seiner Tochter erpresst und so vom glühenden Verehrer zum Verräter wurde. Wieder einmal gelingt die Flucht nur knapp und dank Hermines Geschick - doch ob sich das Risiko gelohnt hat, ist mehr als fraglich. Während Harry spekuliert, dass der Besitz der drei Gegenstände das Vernichten der Horcruxe vielleicht unnötig macht, ist Hermine überzeugt, dass das alles nur ein Märchen sei und ohne jegliche Bedeutung. Harry vermutet sogar, dass der Stein im dem Ring, dessen Zerstörung Dumbledores Hand verletzt hat, eben dieser verlorene Stein sein könnte und sein eigener Tarnumhang das zweite "Deathly Hallow". Weiters liegt die Vermutung nahe, dass sich im Golden Snitch besagter Ring befindet! Da geht ihm auch ein Licht auf, wonach Voldemort die ganze Zeit sucht: besagten mächtigen "Elder Wand", den angeblich unbesiegbaren Zauberstab!

Ich muss sagen, dadurch, dass die drei immer wieder nur "grade noch" entkommen, wird diese Suche für mich glaubwürdig. Da ich zu dem Zeitpunkt immer noch glaubte, Hermine oder Ron würden sterben, war es wirklich jedes mal wieder sehr spannend, auch wenn man langsam ein Muster zu erkennen glaubt. Interessant nun auch, dass jetzt noch drei verzauberte Gegenstände ins Spiel kommen, die gesucht werden wollen. Horcruxe oder Deathly Hallows, das ist hier die Frage! Harry entscheidet sich schlussendlich für die Horcruxe, was auch der Grund ist, dass er am Ende gewinnen kann, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Typisch natürlich Hermine, die diesem "übernatürlichen Quatsch" nichts abgewinnen kann und sich nur auf die Horcruxe konzentrieren will.

weiterlesen:
Teil 3

24.07.2007 um 23:37 Uhr

Harry Potter and the Deathly Hallows, Part III

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


ACHTUNG - SPOILER!!!


Ron gelingt es nun endlich, den Piratensender und die Sendung "Potterwatch" zu empfangen, die vom Schulkollegen Lee Jordan geleitet wird. Dort erfahren sie auch, dass Ted, der Vater von Tonks, umgekommen ist, während Dean Thomas und Griphook anscheinend überlebt haben. Auch Xenophilius Lovegood hat den Angriff der Death Eater überstanden, ist jedoch im Gefängnis gelandet, während Hagrid inzwischen auf der Flucht ist.
Die Freude über diesen seltenen Kontakt mit der Außenwelt währt nicht lange, denn Harry benutzt unbeabsichtigt Voldemorts Namen, und Sekunden später ist das Zelt von einer Snatcher Gang, angeführt von Fenrir Greyback, umstellt. Hermine hext Harry noch rasch einen Fluch auf den Hals, der ihn unkenntlich macht, danach werden die drei gefangen genommen und zusammen mit Dean Thomas und dem flüchtigen Griphook ins Haus der Malfoys gebracht. Hermine und Ron werden rasch enttarnt, aber bei Harry ist man sich unsicher, weshalb man ihn lieber richtig identifizieren will, bevor man Lord Voldemort umsonst herbeiruft. Außerdem fragt man sich, woher das Schwert plötzlich kommt - wird es doch eigentlich im Verlies von Bellatrix Lestrange vermutet. Selbige ist persönlich anwesend, und es bereit ihr ein diebisches Vergnügen, Hermine zu foltern, während die anderen ins Verlies gesteckt werden, wo sie unerwartet Luna Lovegood und Herrn Ollivander vorfinden. Auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit zieht Harry in seiner Verzweiflung den Spiegel hervor, den auch er seinerzeit von Sirius bekommen hatte, und kurz darauf taucht plötzlich wie aus dem Nichts die Hauselfe Dobby auf. Während Dobby Luna, Dean und Ollivander ins Haus zu Bill und Fleur bringt, locken Harry und Ron Peter Pettigrew alias Wurmschwanz ins Verlies. Peter löst nun seine Schuld ein, indem er Harry am Leben lässt, büßt aber umgehend dafür, als seine magische - von Lord Voldemort hergestellte - Hand ihn tötet. Durch den entstandenen Lärm geht auch dieser Fluchtplan nicht ganz optimal auf, und Harry und Ron stürmen die Halle, um Hermine zu befreien. Im Kampfgetümmel nimmt Harry Draco den Zauberstab ab, während seine schmerzende Narbe ihm verrät, dass Voldemort jeden Augenblick eintreffen wird. Im letzten Moment taucht Dobby erneut auf und appariert mit Hermine, Ron und Harry zum Shell Cottage. Doch während die drei Freunde gerettet sind, stirbt Dobby in Harrys Armen, tödlich getroffen von Bellatrix' Messer.

Uff, wieder mal geht es hoch her, und langsam ist ein Muster erkennbar. Jedes Mal, wenn man glaubt, einen Sieg errungen und sich eine Pause verdient zu haben, einen Moment des Glücks zu genießen, kommt PENGG!!! - die nächste Katastrophe. Dieses Mal ist es besonders schlimm, Dobby ist der erste Tote, um den ich wirklich trauere. Vor allem nimmt sich J.K. Rowling dieses eine Mal auch endlich die Zeit, die Trauer sickern zu lassen. Harry schaufelt im folgenden Kapitel eigenhändig ein Grab, schließlich helfen ihm auch Ron und Dean dabei, es gibt eine Trauerfeier, bei der Luna ein kleine Rede hält, und auf dem Grabstein steht schließlich: "Here lies Dobby, a Free Elf." (S. 389) Schnüff.
Davor aber noch der Hammer: Hermine wird gefoltert, Harry und Ron müssen tatenlos zuhören, was wirklich sehr mitreißend ist durch Rons panisches Geschrei. Ein Kapitel, in dem die Bedrohung real und nahe ist wie nie zuvor. Und wieder gibt es nur deshalb ein Entkommen, weil von unerwarteter Seite Hilfe kommt. Allerdings wird Hermines schreckliches Erlebnis anschließend gar nicht mehr thematisiert, was auch etwas seltsam erscheint.
Peter Pettigrews Tod finde ich in der Situation passend - er hat einen Moment der Gnade gezeigt, auch wenn er damit "nur" ein Versprechen eingelöst hat, aber Voldemort kennt keine Gnade. Die Hand erwürgt Peter, fast könnte man sagen: Der Herr hat's gegeben, der hat's genommen.

Harry weiß nun, was er zu tun hat: er lässt die Idee fallen, den Elder Wand zu suchen und beschließt, sich auf die Horcruxe zu konzentrieren. Aus Bellatrix' panischem Verhalten, als sie glaubt, das Schwert sei aus dem Verlies gestohlen, schließt er, dass sich dort ein weiterer Horcrux befinden muss. Der Kobold Griphook, der Harry als etwas Besonderes betrachtet, weil er - obwohl er ein Zauberer ist - Elfen und Kobolde genauso respektvoll behandelt wie andere Lebewesen, wird in den Plan einbezogen, ins Verlies einzubrechen, doch der Deal lautet: das Schwert Gryffindors, das einst von Kobolden hergestellt wurde, geht in den Besitz Griphooks über. Bill warnt Harry darüber hinaus eindringlich davor, einem Kobold sein Vertrauen zu schenken. Bevor der Plan in die Tat umgesetzt wird, gibt es auch noch ein Gespräch mit Ollivander über mächtige Zauberstäbe und wie es dazu kommt, dass selbige den Besitzer wechseln. Er erfährt von Ollivander unter anderem auch, dass Dracos Zauberstab nun wirklich in seinen Besitz übergegangen ist, weil er diesen im Kampf besiegt hat.
Die Narbe schmerzt inzwischen wieder sehr, und nun sieht und versteht Harry, wo Voldemorts nächste Schritte hinführen werden: Nach Hogwarts, denn der letzte Besitzer des Elder Wand war Albus Dumbledore, der diesen vor langer Gellert Grindlewald abgenommen hatte, als er ihn besiegt und damit eine Schreckensherrschaft verhindert hatte. Harry jedoch weiß: er wird Voldemort nicht aufhalten, sondern den Plan umsetzen, die Horcruxe zu vernichten.
Bevor sie Shell Cottage verlassen, um ins Verlies einzubrechen, erreicht sie noch eine wundervolle Nachricht: Lupin und Tonks haben einen Sohn bekommen, Teddy Remus Lupin - und Harry soll der Pate werden. Lupin hat Harry nicht nur verziehen für seine harten Worte, sondern ist ihm über alles dankbar, dass er ihn auf den "rechten Weg" zurückgeführt hat, sich zu seiner Familie zu bekennen.

Ich bekam beim Lesen hier erstmals das Gefühl, dass Harry nun langsam wirklich ein Zauberer wird, der weiß, was er tut. Dobbys Opfer hat ihn wachgerüttelt und ihm geholfen, Prioritäten zu setzen und seinen Weg zu gehen. Die Zweifel über Dumbledore und den "Masterplan" sind zwar nicht verstummt, aber nicht mehr wirklich wichtig, von nun an wird nach vorne geschaut und gehandelt; es gilt, keine Zeit mehr zu verschwenden.

Schließlich ist es soweit: Hermine, mittels Polyjuice Potion in Bellatrix Lestrange verwandelt, Ron mit kleineren magischen Veränderungen und Harry und Griphook, beide unter dem Tarnumhang verborgen, brechen auf in die Winkelgasse. Sie gelangen trotz kleinerer und größerer Schwierigkeiten, die mittels Einsatz des "Imperius"-Fluchs bewältigt werden, bis zum Verlies von Bellatrix, doch die Suche nach dem Gegenstand, der sich als Horcrux entpuppen könnte, gestaltet sich schwieriger als erhofft, und es dauert auch nicht lange, bis der Einbruch entdeckt wird. Schließlich findet Harry doch die kleine Tasse aus dem Hause Hufflepuff, doch die Kobolde und Death Eater sind bereits da, und so unternehmen die drei Freunde einen verzweifelten Fluchtversuch auf dem Rücken des Drachen, der das Verlies bewacht. Auch dieses Mal gelingt der wahnwitzige Plan, doch leider geht Gryffindors Schwert durch Griphooks Betrug verloren. Ein Horcrux ist gewonnen, aber die Möglichkeit verloren, ihn zu zerstören. Auch dieses Mal gibt es keine Verschnaufpause. Kaum abgesetzt am Ufer eines Sees, kann Harry mit ansehen, wie Voldemort herausfindet, dass seine Horcruxe in Gefahr sind. Ein wenig Zeit bleibt noch, da Voldemort den einen Horcrux, der in Hogwarts versteckt ist, sicher glaubt und deshalb beschließt, zuerst alle anderen aufzusuchen. Und so machen sich die drei auf den Weg nach Hogsmeade, ohne Plan aber in großer Eile, um von dort aus ins Schloss zu gelangen.

Oh mein Gott, die Ereignisse überschlagen sich. Plötzlich habe ich wirklich das Gefühl, die Zeit läuft davon. So viele Monate verschwendet mit "Camping all over Britain", und nun reicht es einfach nicht. Die Spannung ist nun wirklich greifbar, mir fiel überhaupt nicht mehr auf, dass ich eigentlich in Englisch(!) las, ich fand noch nicht mal die Flucht mit dem Drachen überzogen, mich überraschte zu dem Zeitpunkt wirklich nichts mehr. "All's allowed in love and war." - richtig? Wenn ich mich recht erinnere, sagt sogar Ron diesen Satz irgendwo.

Zum Glück apparieren sie unter dem Tarnumhang nach Hogsmeade, denn dort werden sie bereits von Death Eatern und Dementoren erwartet. Dank Dumbledores Bruder Aberforth können sie abermals entkommen, und hier erfährt Harry, dass sie es Aberforth - der das Gegenstück zu Harrys Spiegel besitzt - zu verdanken haben, dass Dobby ihnen zu Hilfe kam. Außerdem bringt Aberforth ein wenig Licht in die Geschichte um Grindelwald, Albus und Ariana, die getötete Schwester, und Harry versteht endlich. Aberforth klagt an: "And Albus was free, wasn't he? Free of the burden of his sister, free to become the greatest wizard of the-" "He was never free," said Harry. "I beg your pardon?" said Aberforth. "Never," said Harry. (S. 457)

Endlich akzeptierte Aberforth, dass Harry nicht davon abzubringen ist, von Dumbledores Plan abzuweichen und zu fliehen, und so verständigt er Neville, der die drei Freunde über einen geheimen Eingang ins Schloss geleitet. Dort gibt es ein freudiges Wiedersehen mit vielen Freunden und Mitgliedern der wieder auferstandenen DA, die teilweise im Untergrund leben und den unerwünschten neuen Lehrern das Leben schwer machen, wo es nur geht. Harry will seinen Freunden klar machen, dass er, Hermine und Ron nun alleine weitermachen werden, was wie zu erwarten auf starken Widerstand stößt. Endlich ist ER zurück, der, für den sie die ganzen Strapazen auf sich genommen haben! Bevor die Diskussion richtig losgeht, öffnet sich das Loch in der Wand erneut, und Luna und Dean, kurz danach Ginny, Fred, George, Lee Jordan, Cho Chang und Michael Corner klettern heraus. Die drei Freunde werden überzeugt, dass sie Hilfe gut gebrauchen können, und so begleitet Luna Harry in den Ravenclaw-Gemeinschaftsraum, um das Diadem von Rowena Ravenclaw zu suchen, das vermutlich zum letzten unbekannten Horcrux wurde.
Bei dieser Aktion treffen sie auf Amycus und Alecto Carrow, die beiden von Voldemort gesandten Lehrer, aber auch auf Professor McGonagall, die sich sofort auf Harry Seite schlägt und beschließt, den Widerstand nun offiziell ins Leben zu rufen, als sie hört, dass sich Voldemort der Schule nähert. Unter dem Schutz des gesamten Lehrkörpers kann die Suche nach dem Diadem losgehen, und so hetzen Luna und Harry wieder zurück in den Room of Requirement. Unterwegs stoßen sie auf zahlreiche Lehrer, unter anderem auch auf Snape, der sich durch einen Sprung aus dem Fenster rettet und das Schloss vorerst verlässt. Im Room of Requirement eine weitere Überraschung: der halbe Orden ist anwesend, die gesamt Weasley-Familie, sogar Percy taucht reumütig auf, ehemalige Schulkollegen wie Oliver Wood, Katie Bell und Angelina Johnson sind da und noch einige andere.

Ganz offensichtlich nutzt J.K. Rowling diese Gelegenheit, vor dem großen Finale noch einmal so gut wie allen Protagonisten die Ehre zu geben, was zwar ein wenig konstruiert wirkt (vor allem Percys Auftauchen), aber doch irgendwie nett ausgedacht ist. Ich bin gespannt, ob diese Szene auch im Film verarbeitet wird - das wäre ein großartiges Wiedersehen, ein "Familientreffen" der besonderen Art. Lustig auch, wie Aberforth sich beschwert, dass es in seinem Lokal mittlerweile zugeht wie auf einem Bahnhof.
Besonders gefreut hat mich aber das Wiedersehen mit Neville, denn wir erfahren hier auch, dass er beinahe Harrys Platz auf Hogwarts eingenommen hat und gemeinsam mit Ginny und Luna - und nach deren Verschwinden alleine - die DA und das Andenken an Dumbledore hochgehalten hat. Wie hat sich dieser unsichere, tollpatschige Bursche entwickelt! Schade, dass wir im Buch nicht mehr von im sehen.
Sehr schön übrigens die Szene, als sich Harry, zu dem Zeitpunkt noch unter dem Tarnumhang verborgen, Professor McGonagall offenbart.
Amycus moved forwards until he was offensively close to Professor McGonagall, his face within inches of hers. [...] "It's not a case of what you'll permit, Minerva McGonagall. Your time's over. It's us what's in charge here now, and you'll back me up or you'll pay the price." And he spat in her face.
Harry pulled the Cloak off himself, raised his wand an said, "You shouldn't have done that." As Amycus spun round, Harry shouted, "Crucio!" [...] "I see what Bellatrix meant," said Harry, the blood thundering through his brain, "you need to really mean it."
"Potter!" whispered Professor McGonagall. [...] "Potter, that was foolish!" "He spat at you," said Harry. "Potter, I - that was very - very gallant of you - but don't you realise -?" "Yeah, I do," Harry assured her. [...] "Professor McGonagall, Voldemort's on the way."
"Oh, are we allowed to say the name now?" asked Luna with an air of interest. [...] "I don't think it makes any difference what we call him," Harry told Luna, "he already knows where I am." (S. 477 f.)

Luna ist hier mal wieder das Goldstück der Szene, sogar in diesem Moment noch bringt sie mich zum Lachen. Hier verwendet Harry bereits den zweiten Unverzeihlichen Fluch - nach dem Imperius in der Bank nun sogar den Cruciatus-Fluch; und niemand scheint sich daran zu stören, was ich, trotz des Ernstes der Lage, nicht ganz nachvollziehen kann.

weiterlesen:
Teil 4

24.07.2007 um 23:36 Uhr

Harry Potter and the Deathly Hallows, Part IV

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


ACHTUNG - SPOILER!!!


Nun überstürzen sich die Ereignisse, die Evakuierung der jüngeren Schüler wird geplant, die älteren für den Kampf gerüstet, sogar die Geister werden mobilisiert, Hogwarts wird mit allen Schutzzaubern belegt, die es gibt, und Harry, der immer noch keine Ahnung hat, wo er das seit Jahrhunderten verschollene Diadem finden soll, stellt plötzlich fest, dass zu allem Überfluss auch noch Ron und Hermine verschwunden sind. Bei seiner hektischen Suche trifft er auf Hagrid und seinen Bruder Grawp, als ihm durch Zufall plötzlich ein Geistesblitz kommt: er hat das Diadem schon einmal gesehen, sogar berührt - damals, als er das Potions-Buch des Halbblutprinzen im Room of Requirement versteckt hatte!
Auf dem Weg dorthin stoßen auch Ron und Hermine wieder dazu, die geistesgegenwärtig das Chamber of Secrets aufgesucht haben, um Zähne des Basilisken zu holen - eine weitere Waffe, um Horcruxe zu zerstören. Hermine und Ron finden endlich zueinander, sie fallen einander mitten im Schlachtgetümmel in die Arme und küssen sich, es wäre zu schön gewesen, hätte dieses Mal alles nach Wunsch geklappt, aber mittlerweile wissen wir, dass es so einfach nicht gehen wird. Crabbe, Goyle und Draco Malfoy tauchen im Room of Requirement auf, und Crabbe löst eine Feuersbrunst aus, die seinen eigenen Tod verursacht, und Ron, Hermine und Harry kommen wieder einmal nur knapp davon, Harry mit dem Horcrux, der durch das verfluchte Feuer zerstört wurde und mit Draco im Schlepptau. Auch Goyle wird trotz Rons Protest gerettet ("If we die for them, I'll kill you, Harry!"), doch der nächste Schock lässt nicht lange auf sich warten. Kaum dem Tode entronnen, reißt eine riesige Explosion ein Loch in eine Wand, und Fred Weasley liegt plötzlich tot auf dem Boden. And Percy was shaking his brother, an Ron was kneeling beside them, and Fred's eyes stared without seeing, the ghost of his last laugh still etched upon his face. (S. 512)

Trotz des Schocks zwingen sich Harry, Hermine und Ron, weiterzumachen und Nagini, den letzten Horcrux zu finden. Dieses Mal ist es Hermine, die Harry dazu anleitet, sich mit Voldemort zu verbinden, da Nagini sich mit Sicherheit in seiner Nähe aufhält. Und Harry bekommt mit, dass sich Voldemort in der Heulenden Hütte aufhält und nach Snape schickt, denn: "There is a - service - I require from him." (S. 516)
Durch den Gang unter der Peitschenden Weide gelangen die drei Freunde rasch zur Heulenden Hütte (unterwegs retten sie Draco noch mal das Leben), wo sie Zeuge davon werden, wie Voldemort Snape tötet. Der Grund: Voldemort glaubt, dass der Elder Wand ihm deshalb nicht richtig gehorcht, weil der letzte rechtmäßige Besitzer Snape, der ja Dumbledore getötet hat, noch am Leben ist. Einem Impuls folgend, zeigt sich Harry dem sterbenden Snape, der ihm eine Erinnerung überlässt und schließlich mit den Worten "Look ... at ... me ..." stirbt. "The green eyes found the black, but after a second something in the depths of the dark pair seemed to vanish, leaving them fixed, blank and empty."(S. 528)

Puh, gleich zwei Tote innerhalb weniger Seiten, wieder einmal kommt man kaum zum Durchschnaufen oder gar dazu, sich über die Vernichtung des einen Horcruxes zu freuen. Dass es Fred erwischt, ist besonders bitter, waren die Zwillinge doch alle sieben Bände hindurch nicht nur Garanten für viele Lacher, sondern auch stets gute Freunde für Harry. Trotzdem, durch das ganze Gehetze und das Überschlagen der Ereignisse kam ich beim Lesen nicht dazu, auch nur ein wenig zu trauern. Ähnlich bei Snapes Tod, der besonders grausam und auch sinnlos ist, wie wir später feststellen werden. Auch hier überdeckt meine Neugier, was wir denn nun in dieser Erinnerung sehen werden, den Schock über das plötzliche und unspektakuläre Ableben dieses Charakters, dem ich zwar nie viel abgewinnen konnte, den ich aber doch bis zuletzt als "Dumbledores's Man" angesehen hatte, trotz - oder gerade weil? - er Dumbledore getötet hat.

Während sich die drei wieder auf den Rückweg ins Schloss machen, unterbricht Voldemort den Kampf und gibt den Widerstand leistenden Zauberern eine Stunde Zeit, Harry Potter auszuliefern und so das Blutvergießen zu beenden. Während sie die Große Halle durchqueren, wird das Ausmaß der Verwüstung und der Tragödie deutlich: nicht nur Fred ist tot, auch Tonks und Remus liegen leblos auf dem Boden. Während sich Hermine und Ron der Familie anschließen, kennt Harry trotz des Schocks und der Trauer nur ein Ziel: das Büro des Direktors und das Denkarium, das ihm Snapes "Vermächtnis" offenbaren wird.

Wieder mal eine kleine Verschnaufpause im Geschehen, zum Glück. Mittlerweile passiert auf so wenigen Zeilen so vieles, dass ich emotional total überfordert bin. Tonks und Lupin tot, und das nur mit einem Satz erwähnt. Und schon geht es weiter. Ich weiß ja, im Kampfgetümmel ist keine Zeit für Sentimentalitäten, aber leider ist es so, dass keiner dieser Tode mich wirklich traurig macht. Weil einfach keine Zeit dazu ist. Ich weiß schon: J.K. Rowling lässt ihre "Helden" tendenziell eher unspektakulär sterben, was ich auch in Ordnung finde - es entspricht einfach eher der Realität als der Heldentod. Aber dass sie mir die Möglichkeit nicht gibt, wirklich traurig zu sein, das kann ich ihr nicht ganz verzeihen.

Harry landet also in Snapes Erinnerung und erfährt vor allem eines: Snape kannte Harrys Mutter Lily schon von Kindesbeinen an, die beiden waren lange Zeit gut befreundet, Snape sogar unsterblich verliebt, doch diese Liebe wurde nicht erwidert, schlimmer noch: sie entschied sich für den verhassten James Potter! - und so fristete Snape ein unglückliches, einsames Leben. Es war der Moment, als Voldemort beschloss, die Potters zu töten, als sich Snape Dumbledore anvertraute und zum Spion wurde; und später zu Harrys Beschützer - aus Liebe zu Lily. Ebenso erfahren wir, dass es tatsächlich den "Masterplan" gab, dass Snape Dumbledore nicht böswillig getötet hat, sondern auf dessen Wunsch, weil Dumbledore aufgrund der schweren Verletzung sowieso dem Tode geweiht war - und um Draco davor zu bewahren, sein Leben wegzuwerfen. Endlich wird auch das Geheimnis um das geheimnisvolle Reh gelüftet - es war Snapes Patronus, der Harry zum Schwert Gryffindors geführt hat - das Reh, das Lilys Patronus gleicht. "For him?" shouted Snape. "Expecto Patronum!" From the tip of his wand burst the silver doe; she landed on the office floor, bounded once across the office and soared out of the window. Dumbledore watched her fly away, and as her silvery glow faded he turned back to Snape, and his eyes were full of tears. "After all this time?" "Always," said Snape. (S. 551 f.)

Hier muss ich wieder eine Pause einlegen. Die wenigen Seiten dieses Kapitels sind so voll mit rührenden, bedrückenden, nennenswerten Erkenntnissen, dass man kaum dazu kommt, es sacken zu lassen. Endlich die Erlösung: Es gab tatsächlich einen Plan, Dumbledore wurde nicht betrogen, Snape stand auf der Seite der Guten - und wir erfahren auch endlich, warum. Weil er es Voldemort (und sich selbst) nie verzeihen konnte, dass Lily Potter sterben musste. Und obwohl ihn ihr Sohn stets an den verhassten James erinnerte, setzte er sein Leben dafür ein, ihn zu retten. Es war ein Moment der Erleichterung für mich, denn ich konnte eines niemals glauben: dass Dumbledore wirklich nur ein alter, vertrauensseliger Dummkopf sein sollte, der reingelegt wurde. Snape wird damit natürlich zur tragischsten Figur der ganzen Geschichte, und ich glaube fast, dass der Tod eine echte Erlösung für ihn war.

Leider geht dieser Teil der Geschichte aber dadurch unter, dass Harry etwas erfährt, das ihn verständlicherweise viel mehr entsetzt und beschäftigt:
Dumbledore vermutet, dass in der Nacht, als Harrys Eltern starben und Harry überlebte, ein Teil von Voldemorts desolater Seele auf Harry überging, dass Harry sozusagen der siebte Horcrux wurde, und dass Voldemort nicht zu besiegen wäre, solange Harry am Leben wäre.
"So the boy ... the boy must die?" asked Snape, quite calmly. "And Voldemort himself must do it, Severus. That is essential." (S. 551)

Puh, das ist natürlich der stärkste Hammer. Ich hatte immer gehofft, dass die Harry = Horcrux - Theorie, die zahlreiche Fans hatten, nicht wahr wäre, weil ich dieses "ich muss mich opfern" nicht wollte. Nun ja, genau so kam es dann also.
Harry sitzt also alleine im Büro und muss verarbeiten, was er gesehen hat. Plötzlich scheint im sein Leben wertvoller denn je, und doch - alles, was er im vergangenen Jahr erlebt hat, hat ihn darauf vorbereitet, was nun folgen würde. Neither would live, neither could survive. (S. 554)

Und so tritt er seinen letzten, den schwersten Gang an - und er vermeidet es, seine Freunde noch ein letztes Mal zu sehen aus Angst, dass er sich dann nicht von ihnen würde trennen können. Draußen läuft er Neville über den Weg, dem er - seinem Instinkt folgend - einbläut, dass die Schlange vernichtet werden muss. Er sieht auch Ginny ein letztes Mal, zeigt sich ihr aber nicht. Als er schließlich allein im dunklen Wald steht, begreift er plötzlich, was "I open at the close" bedeutet - er holt den Snitch hervor und öffnet ihn mit den Worten "I m about to die." (S. 559). Er steckt sich den Ring an den Finger, und da hat er sie alle um sich: seine Mutter, seinen Vater, Sirius und Remus.
Lily's smile was widest of all. She pushed her long hair back as she drew close to him, and her green eyes, so like his, searched his face hungrily as though she would never be able to look to him enough. "You've been so brave."
He could not speak. His eyes feasted on her, and he thought that he would like to stand and look at her forever, and that would be enough.
"You are nearly there," said James. "Very close. We are ... so proud of you."
"Does it hurt?" The childish question had fallen from Harry's lips before he could stop it.
"Dying? Not at all," said Sirius. "Quicker and easier than falling asleep."
"And he will want it to be quick. He wants it over," said Lupin. [...]
"You'll stay with me?" "Until the very end," said James. (S. 560 f.)
Schluck, also das ist wirklich heftig. Dieser "letzte Gang" ist die Stelle im Buch, die mich am meisten mitgerissen hat. Hier ist die Veränderung, die Harry durchgemacht hat, beinahe greifbar. Sowohl seine Angst ist glaubhaft, ebenso wie die Entschlossenheit, bis zum Ende zu gehen. Ich kann es nicht glauben, dass sie das wirklich geschrieben hat - es ist wohl das heftigste, das man einem Buchcharakter zumuten kann - noch dazu einem, der noch nicht mal 18 Jahre alt ist und sein Leben lang ums Überleben kämpfen musste. Tröstlich, dass er wenigstens Menschen um sich hat, die ihn lieben, wenn er schon Ron und Hermine ohne Abschied zurücklassen musste. Allerdings drängt sich mir hier der Gedanke auf, dass Lupin vor allem deshalb sterben musste, damit er in dieser Szene wieder auftauchen und das Quartett vollenden kann. Wie auch immer: grausam, dass Dumbledore es die ganze Zeit über wusste und dass er das einem anderen Menschen abverlangt.
Schließlich erreicht er, den Zauberstab außer Reichweite seiner Hände in die Hose gesteckt, die Lichtung, auf der Voldemort mit seinen Death Eatern bereits wartet. Auch Hagrid ist hier, an einen Baum gebunden - am Leben! Schließlich ist es soweit: Voldemort has raised his wand. His head was still tilted to one side, like a curious child, wondering what would happen if he proceeded. Harry looked back into the red eyes, and wanted it to happen now, quickly, while he could still stand, before he lost control, before he betrayed fear -
He saw the mouth move and a flesh of green light, and everything was gone. (S. 564)

Wow, sie hat es also tatsächlich getan, sie hat Harry getötet. Allerdings hält der Schock nicht lange an - leider - , denn bereits einige Zeilen später erfährt man, dass Harry doch nicht tot ist, sondern in einer Art Zwischenwelt, und dort trifft er... Dumbledore! Ein letztes Mal gibt es das obligatorische "Abschlussgespräch" zwischen Harry und Dumbledore, wie wir es bereits seit Buch Nr. 1 gewohnt sind. Nett, dass J.K. Rowling trotz allem diese Tradition aufrechterhalten hat. Leider erinnert das ganze Ambiente sehr stark an Matrix - sowohl die Opferung des Helden als auch das "Aufwachen" in der Train Station. Naja, was solls. Gut geklaut ist halb gewonnen.

Dumbledore erklärt Harry, was es mit den Deathly Hallows auf sich hat und mit dem Elder Wand, was damals wirklich geschehen ist, als seine Schwester starb, und warum Harry nun hier ist und nicht wirklich tot. Die Passage mit dem "Blut, das nun auch in Voldemort" fließt, habe ich nicht wirklich kapiert, aber mir gefällt die "Deathly Hallows"-Theorie, die jemand aus dem Forum hatte, ohnehin besser: Dumbledore bezeichnet Harry als den "True Master of Death", und zwar weil er der rechtmäßige Besitzer aller drei Deathly Hallows ist: den Umhang hat er geerbt, den Ring von Dumbledore bekommen und umsichtig verwendet, und den Elder Wand rechtmäßig erworben, als er Draco besiegte, der in Wahrheit der nächste Besitzer nach Dumbledore war. "You are the true master of death, because the true master does not seek to run away from Death. He accepts that he must die, and understands that there are far, far worse things in the living world than dying." (S. 577)
Und aus diesem Grund konnte Harry wählen, ob er sterben oder zurückkehren würde - und er entschied sich für das Leben und den letzten großen Kampf. Dumbledore wurde in dieser Szene für mich noch sympathischer, menschlicher: Als junger Mann ein wenig größenwahnsinnig, hat er früh erlebt, was passieren kann, wenn man mit seiner Macht nicht sorgsam umgeht. Daraus hat er gelernt und zum Beispiel das Amt des Ministers immer gemieden aus Angst, von der Macht korrumpiert zu werden. Zeit seines Lebens hat er sich nicht verziehen, was damals passiert ist, und man kann sich nun gut vorstellen, was er damals im Spiegel Erised gesehen hat... Er hat Vertrauen in seine Schützlinge, verlangt aber auch sehr viel von ihnen, wenn es dem höheren Gut dient (Snape, Harry), auch wenn er sich letztendlich doch nicht immer sicher ist, ob er das richtige tut. Ein weiser alter Mann, der durch die Kratzer an der makellosen Oberfläche noch sympathischer geworden ist. Ich kann Harry verstehen: Dumbledore pattet Harry's hand, and Harry looked up at the old man and smiled; he could not help himself. How could he remain angry with Dumbledore now? (S. 577)

weiterlesen:
Teil 5

24.07.2007 um 23:35 Uhr

Harry Potter and the Deathly Hallows, Part V

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


ACHTUNG - SPOILER!!!

Und so kehrt Harry zurück ins Leben, zurück in diese Welt, obwohl "he knew that he was heading back to pain and the fear of more loss." (S. 579) Eine letzte Frage aber hat er noch an Dumbledore: "Is this real? Or has this been happening inside my head?" [...] "Of course it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it is not real?" (S. 579) Das ist wieder eine typische Dumbledore-Antwort, und ich liebe ihn dafür, bzw. J.K. Rowling, dafür wie sie ihn geschrieben hat.
Wovor ich ein wenig Angst habe, ist die Verfilmung sowohl dieser Szene als auch des gesamten Buches Nr. 6 - der Film-Dumbledore überzeugt mich gar nicht, und ich möchte dafür nur ungern meinen Lieblingscharakter demontiert sehen. Aber mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als mich überraschen zu lassen.

Zurück im Leben wird Harry von Narcissa Malfoy, Dracos Mutter gerettet, die vorgibt, er sei tot. Ihr ist inzwischen egal, ob der Dunkle Lord siegt oder nicht - sie möchte nur noch ihren Sohn finden und in Sicherheit bringen. Hagrid trägt auf Voldemorts Befehl Harry ins Schloss, wo große Trauer und Verzweiflung ausbricht angesichts Harrys vermeintlichen Todes. Neville ist es, der Voldemort als erster entgegentritt, und als er schon verloren scheint, zieht er Gryffindors Schwert aus dem Sorting Hat und tötet damit Nagini, den letzten verbliebenen Horcrux.
Nun bricht der Tumult los, Harry schlüpft unter seinen Tarnumhang und ist vor allem damit beschäftigt, Schutzzauber zu verteilen, plötzlich kommen auch noch die Zentauren zu Hilfe, die Hauselfen und der Führung Kreachers (!) greifen, Messern und Gabeln werfend, in den Kampf ein ("Fight! Fight! Fight for my master, defender of house-elves! Fight the Dark Lord, in the name of brave Regulus! Fight!", S. 588), und die Death Eater und Voldemort geraten ernsthaft in Bedrängnis. Molly tötet - in Rage, weil sie ihre einzige Tochter in Gefahr sieht - Bellatrix Lestrange, die Malfoys interessiert nur noch, ihren Sohn zu finden, und schließlich stehen sich Voldemort und Harry gegenüber, der endlich seinen Tarnumhang abwirft und sich zu erkennen gibt. Und nun wird plötzlich klar, dass nicht mehr Voldemort der stärkere ist, sondern Harry. Er spricht Voldemort nur noch mit "Tom Riddle" an, und während sie sich umkreisen, erzählt Harry von den Fehlern, die sein Widersacher begangen hat. Dass all seine Horcruxe zerstört sind, dass er nicht bemerkt hat, dass er all die Jahre einen Spion direkt unter seiner Nase hatte, dass nicht er es war, der Dumbledore getötet hat, sondern dass dieser auf aufgrund seines eigenen Willens gestorben ist und dass nicht Voldemort der rechtmäßige Besitzer des Elder Wand sei, sondern er, Harry Potter.
Und schließlich ist es soweit, Voldemort schleudert sein "Avada Kedavra" gegen Harry, der schlicht mit "Expelliarmus" antwortet, und der Elder Wand wechselt seinen Besitzer, wendet sich gegen den, der ihn unrechtmäßig verwendet hat, der Fluch prallt zurück und tötet den, der ihn ausgesprochen hat.

Wow, was für ein Finale! Beeindruckend, wie J.K. Rowling es schafft, hier das Gleichgewicht der Kräfte spürbar zu verändern. Voldemort verliert im Laufe des Buches schon immer mehr von seiner Bedrohlichkeit - die rasende Verzweiflung, mit der er den Elder Wand sucht, die Panik, als er entdeckt, dass seine Horcruxe vernichtet wurden und schließlich seine endgültige Vernichtung.
Der Jubel ist groß, die Schreckensherrschaft beendet bzw. abgewendet, die Scherben können beseitigt und das "normale" Leben langsam wieder aufgenommen werden. Harry kann sich noch nicht so recht freuen, er bittet Hermine und Ron, ihn ins Büro zu begleiten, wo ihn die Portraits der ehemaligen Schuldirektoren mit Standing Ovations begrüßen. Besonders gerührt ist natürlich Dumbledore, und an ihn richtet Harry auch seine Worte, von ihm erbittet er einen letzten Rat. Den Ring, den er im Wald verloren hat, wird er nicht wieder suchen, und mit dem Elder Wand repariert er seinen alten Zauberstab, bevor er ihn zurückbringt in Dumbledores Grab, wo er endgültig seine Macht verlieren wird, wenn Harry eines Tages eines natürlichen Todes stirbt. "That wand's more trouble than it's worth," said Harry. [...] I've had enough trouble for a lifetime." (S. 600)

Bis hierher gefällt mir das Finale recht gut, aber leider bricht die Geschichte hier abrupt ab, um mit dem Epilog "Nineteen Years Later" abzuschließen. Und damit kann ich mich nun wirklich nicht anfreunden. Emotional hänge ich hier noch total in der Luft, so viele Menschen sind gestorben, alles hat sich verändert, die magische Welt ist ein Trümmerhaufen - und plötzlich springen wir 19 Jahre in die Zukunft und alles ist "Friede - Freude - Eierkuchen". Ich habe mir überlegt: wenn da nur noch ein einziges Kapitel anschließen würde, in dem man sich von den Charakteren verabschieden könnte, den lebenden und den toten, würde man den Epilog vielleicht auch besser verkraften. So erfahren wir zwar, dass Ginny und Harry geheiratet und drei Kinder haben, dass auch Hermine und Ron eine Familie gegründet haben, Lupins und Tonks Sohn anscheinend unbeschadet groß geworden ist und auch Draco Frau und Sohn hat. Snape ist rehabilitiert, denn der mittlere Sohn von Harry trägt den Namen "Albus Severus", was Harry mit "you were named for two headmasters of Hogwarts. One of them was a Slytherin and he was probably the bravest man I ever knew." (S. 607) kommentiert. Ja, und "the scar had not pained Harry for nineteen years. All was well."(S. 607) Amen.

Das klingt ja alles herrlich kitschig und schön, aber ich kann es so nicht annehmen. Das ist kein Abschied von den Figuren, die mich seit - ich weiß es nicht - 4 oder 5 Jahren begleiten. So viele "Fragen" bleiben offen, so viele Gefühle, die sich nicht ausdrücken konnten. Da wurde über Jahre hinweg ein Unwetter aufgebaut und herbei beschworen, und dann, als es endlich losbrechen soll, lacht plötzlich die Sonne vom Himmel. Ich fühle mich im Stich gelassen, hab ich da nicht was verpasst?
Was passiert mit George, jetzt, da sein Zwillingsbruder tot ist? Wird er den Laden alleine weiterführen? Wie verwinden es die Familie und Ron? Was ist mit Percy, wird er einfach so wieder integriert? Tonks, Lupin, der Sohn - wann und wie wird ihrer gedacht. Luna und Neville, die sich beide in den letzten Büchern ganz grandios entwickelt haben, wie erleben sie die Tage, Wochen, Monate nach dem Ende und Neubeginn? Professor McGonagall - wird sie die neue Direktorin? Was hält sie nun von Snape und Dumbledore? Snape - was denkt überhaupt die Zaubererwelt von ihm, wie geht Harry mit dem um, was er erfahren hat? Hängt er eigentlich auch als Portrait im Büro herum? Die Familie Malfoy, die es in den letzten beiden Büchern wirklich schwer hatte - was wurde aus ihnen? Gab es jemals eine Aussprache zwischen Harry und Draco? Immerhin weiß Harry nun nicht nur, dass Dumbledore Draco vor dem Schlimmsten bewahrt hat, sondern hat ihm selber das Leben gerettet - und das nach allem, was er ihm antun wollte und angetan hat. Was haben unsere Helden denn eigentlich nun mit ihrem Leben vor - das letzte Jahr war ja vor allem darauf ausgerichtet, Voldemort zu besiegen und irgendwie zu überleben - wie soll es nun weitergehen?
Ich überlege ernsthaft, mir mein Schlusskapitel selber zu schreiben, auch wenn Pathos und Gefühlsduselei vermutlich nicht grade meine Stärken sind. Aber immer noch besser, als gar nicht vorhanden.

Tja, was bleibt zu guter Letzt zu sagen? Ich betrachte das Buch mit gemischten Gefühlen. Die Story gefällt mir im Großen und Ganzen, über weite Strecken ist es auch so geschrieben, dass ich mitfiebern und mitleben konnte. Aber eben nicht immer - und dass gerade die Tode mich wenig berührt haben, schmerzt besonders. Wäre s nicht doch besser gewesen, wenn Harry gestorben wäre? Ich weiß es nicht - dramaturgisch wäre es sicher die "schönere" Lösung gewesen. Irgendwie steh ich auch auf diese Art von Tragik, aber ich bin froh, dass nicht ich es war, die diese Entscheidung treffen musste. Nun ist es wie es ist, und irgendwie kann ich auch damit leben. So passt auch diese Deathly Hallows - Geschichte sinnvoll rein. Manche beklagen, dass "Harrys letzter Gang" sehr "unecht" rüberkommen würde, dass J.K. Rowling es nicht verstünde, was man dabei wirklich fühlt, dass ihre Beschreibung nur ein müder Abklatsch der Realität wäre. Ganz ehrlich: ich musste so was noch nie machen, deshalb weiß ich nicht wie man sich dabei fühlt - für mich war es eine starke Szene, die funktioniert hat. Und mein Gefühl ist in dem Fall das einzige, das ich als Maßstab heranziehen kann. Trotzdem - der Nachgeschmack ist ein wenig schal. Es gibt auch viele Stimmen, dass dieses "untragische" Ende allen Regeln der Kunst widersprechen würde, ja dass sich Harry durch seine "Wiederauferstehung" sogar über Jesus und das Christentum erhöhen würde,... aber das sind Punkte, die kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es ist eine Geschichte, und J.K. Rowling hat sie eben so geschrieben. Punkt. Ich gehe in meinem guten Glauben und meiner Naivität jetzt einfach mal davon aus, dass sie dabei nicht beabsichtigt hatte, eine neue Religion zu begründen oder ähnliches. Ich denke allerdings, dass sie sich mit der Septologie doch ein wenig selber ins Knie geschossen hat, und zwar insofern: Die ersten beiden Bände waren eindeutig noch Kinderbücher, aber dann, als der Krieg ausbricht, Folter und Schreckensherrschaft drohen, passiert ein nicht zu kittender Bruch. Denn das sind eindeutig Themen, die in einem Kinderbuch nichts verloren haben. Und so beißt sich dann ganz einfach manches, was anfangs noch spielerisch, kindgerecht, lieblich daherkam mit der dramatischen Entwicklung, die die Geschichte dann nimmt. Ich denke, dieser Spagat war nie zu schaffen, und letztendlich ist es vielleicht auch dieser Riss, der sich beim großen Finale nun spürbar auftut und dieses diffuse Gefühl der Unzufriedenheit bei mir hinterlässt.

Mehr denn je überlege ich, ob ich nicht vielleicht doch ein alternatives Ende schreibe, in dem ich Harry wirklich sterben lasse. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen.

22.07.2007 um 03:48 Uhr

Fertig.

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch

Stimmung: müde ;o)

Nach knapp 16 Stunden (mit kurzen Pausen) habe ich es geschafft. Ich hab auch noch den letzten Harry Potter bezwungen, und zwar im Original. In der deutschen Version hätte ich nur die Hälfte der Zeit gebraucht. Naja, so hatte ich wenigstens länger was davon Fröhlich, und er war auch wirklich leicht zu lesen. Keine wirklichen Verständnisprobleme.

Die Story hat mir sehr gut gefallen, ich bin mit den Auflösungen der offenen Fragen größtenteils zufrieden, allerdings konnte ich stellenweise nicht so recht eine emotionale Verbindung herstellen, was mich etwas traurig macht. Es ist ein ähnliches Phänomen wie im Film Nr. 5 - keine Zeit, die Ereignisse zu verarbeiten, man hastet von einem Actionteil zum nächsten. Irgendwie hinterläßt das alles einen "blassen" Eindruck auf mich.

[Nach ein paar Stunden drüberschlafen, möchte ich eines korrigieren: den Großteil des Buches fand ich sehr mitreißend, ich war auch emotional involviert, erst am Schluss wurde es dann "Hals über Kopf"...]

Meine "Vorausschau" werde ich mir aber erst nach ein paar Stunden Schlaf noch mal durchlesen - bin gespannt, wie die Sache "danach" nun aussieht.

Mehr verrate ich hier aber nicht - soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.

21.07.2007 um 11:10 Uhr

Endlich!

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch

Stimmung: vorfreudig

 Später als geplant bin ich nun doch zuhause - mit dem neuen Potter in der Tasche. Bei gemütlichen 28° werde ich mich jetzt also mal ins Exil verabschieden und erst wieder auftauchen, wenn ich das Buch ausgelesen hab.
Tatsächlich habe ich es (relativ) unverspoilert bis hierher geschafft. Wie wir inzwischen wissen, waren die Kapitelüberschriften tatsächlich die echten, daher bin ich schon besonders gespannt auf "The Life and Lies of Albus Dumbledore"...

Die Grazer Innenstadt war heute Schauplatz für interessante Beobachtungen: Mädels, die lesend die Straßen entlanggingen und Freundinnen dabei hatten, die sie den Weg entlangdirigierten, zahllose Leserinnen, die zuallererst ganz nach hinten blätterten, um den Epilog zu lesen (Frevel! Wie kann man nur!) und natürlich in jeder Ecke, an jedem Brunnen, auf jeder Bank: Lesende Menschen.

Jetzt, wo ich ihn vor mir liegen habe, mag ich irgendwie gar nicht anfangen. Kennt dieses Problem sonst auch jemand? Nichtsdestotrotz...

... wenn ihr mich jetzt bitte entschuldigt.

16.07.2007 um 15:52 Uhr

Harry Potter and the Half-Blood Prince

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch




Ach verdammt, ich lese einfach zu schnell. Jetzt bin ich mit dem Halbblutprinzen tatsächlich schon durch. Und noch 4 1/2 lange Tage zu warten, bis endlich die Erlösung naht.

Ich werde mir die Zeit bis dahin mit wüsten Spekulationen vertreiben, was bleibt einem denn sonst noch? Ich trau mich ja schon fast nicht mehr ins Internet, aus Angst, verspoilert zu werden. Da und dort geistern schon Inhaltsverzeichnisse durchs Netz, ständig tauchen neue Interviews mit J.K. Rowling auf mit Dingen, die sie gesagt/nicht gesagt haben soll...

Außerdem finde ich es spannend, wenn ich später mal nachlesen kann, was von meinen Befürchtungen, Wünschen und Spekulationen zum Ende der Harry Potter - Reihe wahr wurde und was nicht. Also auch hier wieder die Warnung: Nicht weiterlesen, wer den Halbblutprinzen noch nicht gelesen hat und Angst vor Spoilern hat.


Es ist tatsächlich sehr schwierig, vorauszusehen, was passieren wird. Allerdings bin ich ziemlich sicher über einige Ereignisse, die NICHT eintreten werden:

Voldemort wird NICHT überleben und am Ende dem Leser blöd ins Gesicht grinsen und sagen: "Da habt ihr's nun, Schreckensherrschaft auf ewig." Ergo: Voldemort wird getötet. Ob von Harry, Snape oder sonst irgendwem - keine Ahnung.
Hogwarts wird NICHT gleich zu Beginn geschlossen bzw. gar nicht geöffnet. Ich denke, der Schulbetrieb wird "normal" (so man das unter den gegebenen Umständen sagen kann) anlaufen - vielleicht wird irgendwann abgebrochen, mag sein.
Harry wird NICHT 650 Seiten lang alleine durch die Welt irren und Horcruxe suchen. Was bedeutet: Bestimmt wird er es versuchen - er will doch immer alles alleine machen. Allerdings glaube ich, dass ihn seine Freunde und auch der Orden überzeugen werden, dass er das nicht alleine schaffen kann. Ich glaube sogar, dass Harry nach Hogwarts zurückkehren wird, während der Orden nach den Horcruxen sucht. Wahrscheinlich werden wir dabei den einen oder anderen liebgewonnenen Charakter verlieren. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es unterdessen in der Schule irgend eine "Problem" gibt, etwas Neues, das wir bis dato nicht erraten können - und Harry auch damit beschäftigt sein wird.
Ich glaube, dass Dumbledore tatsächlich tot ist, allerdings bin ich sicher, dass er im letzten Band noch seinen Platz haben wird. Sei es als sprechendes Portrait oder in Form von Erinnerungen oder "Spuren", die er gelegt haben könnte... Ich weiß es nicht.
Nach wie vor glaube (hoffe?) ich, dass Snape nicht böse (*) ist = dass Dumbledore sich nicht so in ihm geirrt hat. Und dass daher Dumbledores Tod einen tieferen Sinn hatte (vermutlich den, Draco nicht zum Mörder werden zu lassen). Dumbledores "Nein, Draco. Es ist meine Gnade und nicht Ihre, die jetzt entscheidend ist." bringt mich darauf.

R.A.B. wird vermutlich wirklich Sirius Bruder Regulus Black sein, und ich hoffe, er hat den Horcrux vernichtet, bevor er getötet wurde.


Nun zur wichtigsten Frage: Wird Harry überleben? Ganz ehrlich: ich weiß es nicht. Ich bin mir sicher, wir werden einige Tode zu beklagen haben, und es wird an Tragik nicht mangeln. Nachdem es ja Rowlings Spezilität ist, Harry immer das Liebste zu nehmen, könnte Ginny sterben. Andererseits sind die Tode von Harrys Eltern, Sirius und Dumbledore fast nur noch durch Harrys Tod zu toppen. Wir dürfen also gespannt sein.
Ich würde mir ja ein Happy End wünschen: Harry und Ginny, Hermine und Ron, Tonks und Lupin. Aber ich fürchte, das wirds nicht werden. Naja, und ein wenig steh ich ja auch auf tragische Elemente in solchen Geschichten.
Ich könnte mir vorstellen, dass es so endet, dass sich irgendjemand für den anderen opfert. Das würde auch zu Dumbledores Gerede von wegen "deine größte Waffe - die Liebe" passen. Vielleicht Snape? "Harry, ich bin dein Vater!" Fröhlich Naja, wollen wir das mal nicht hoffen...

Wer wird sterben?
Hm. Ginny ist ein heißer Tip, wie ich schon geschrieben habe. Allerdings ist das schon wieder so vorhersehbar, dass... Lassen wir das. Und ich glaube, dass Hagrid nicht überleben wird. Und Snape ebenfalls nicht. Und ganz bestimmt werden wir manche aus dem Orden sterben sehen. Vielleicht auch irgendein Weasley? Der Papa eventuell? Möglich wärs wohl. Hermine und Ron werden überleben, denke ich.

Und dann erhoffe ich mir natürlich Antworten auf einige Fragen:
Was war es, womit sich Snape Dumbledores Vertrauen gesichert hatte?
Was hat Dumbledore gesehen, als er den Zaubertrank trinken mußte?
Wer war R.A.B. wirklich?
Was wird aus den Malfoys?
Grawp und Kreacher - welche Rolle spielen die beiden?
...

[to be continued]



(*) Falsches Wort. Ich denke, er ist eindeutig "böse" - so wie er mit Menschen umgeht. "Böse" steht in diesem Fall für "Deatheater", "Verräter an Dumbledore". Nur, damit das klar ist.


EDIT: Ich hab mir das Buch jetzt doch in der Buchhandlung reserviert. Man kann ja nie wissen. Bei so einer ernsten Sache will man schließlich nichts dem Zufall überlassen. Fröhlich

EDIT 2: Oh mein Gott, es geistert tatsächlich schon eine eingescannte Version im Netz herum. Gut, dass ich diese Woche noch Englisch habe, da bin ich wenigstens abgelenkt bis Samstag. *hibbel*

15.07.2007 um 01:25 Uhr

Harry Potter and the Order of the Phoenix

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch


 Endlich ist es soweit - der "Harry-Potter-Monat" ist eröffnet!
Ich habe den neuen Film gestern im O-Ton und heute in der Synchro gesehen, und ich brenne darauf, endlich auch meinen Senf kundtun zu können.

Achtung -
hier wird gnadenlos gespoilert!

Bevor ich aber direkt mit der Kritik zum Film anfange, noch kurz meine ganz persönliche Harry Potter - Vorgeschichte:

Den Einstieg fand ich, als damals der Hype um Band 4 so richtig losging. Ich hab dann die Bücher 1-4 in wenigen Tagen verschlungen und mich in die lange Schlange derer gereiht, die schon sehnsüchtig auf Buch 5 warteten. Ich fand alle Bücher toll, aber "Der Feuerkelch" war mein persönliches Highlight - und ist es bis heute. Dann kam die Verfilmung vom "Stein der Weisen", und auch davon war ich begeistert. Ich hatte es noch nie erlebt, dass die durch das Lesen entstandenen "Bilder im Kopf" so gut zu den Bildern passten, die ich auf der Leinwand zu sehen bekam; mit "Die Kammer des Schreckens" ging es mir ganz ähnlich. Allerdings hatte ich dann mit Teil 3 "Der Gefangene von Azkaban" so meine Schwierigkeiten. Die Landschaft wich plötzlich total von dem ab, was ich mir bisher vorgestellt hatte, weshalb zum erstem Mal wirklich ein Bruch mit dem Buch entstand. Schlimmer getroffen hatte ich mich aber, dass die emotionale Verbindung zwischen Harry und Sirius meiner Meinung nach nicht intensiv genug rüberkam.
Zum "Feuerkelch" kann ich nicht viel sagen - den habe ich nur einmal gesehen, ich fand ihn ziemlich gehetzt und nicht annähernd so bedrohlich und unheilvoll wie das Buch, und Lord Voldemort... Ich weiß nicht so recht, vor dem kommt bei mir nicht wirklich Angst auf. Hätte man ihm eine Kapuze übergezogen, sodass man das Gesicht nur schemenhaft erkennen kann, wäre das vermutlich furchterregender für mich...
Das langersehnte Buch Nr. 5 war dann eine Enttäuschung für mich. Da ich natürlich nicht warten konnte, bis die Übersetzung rauskam, habe ich "The Order of the Phoenix" im Original gelesen - und fand es unheimlich zäh und frustrierend. Zäh nicht nur, weil die Handlung einige Längen aufwies, sondern auch weil ich im Englischen nicht so schnell lesen konnte wie gewohnt, was mich neben der aggressiv-destruktiven Grundstimmung des Buches zusätzlich frustriert hat.
So gesehen die optimalen Voraussetzungen dafür, dass ich den Film lieben würde: Zweifelsohne würden die Längen gestrichen werden, und schlimmer konnte es auch sonst nicht werden!

Kam ich gestern aus der OV noch mit gemischten Gefühlen raus, hat mich der Film heute beim 2. Mal wirklich überzeugt. Ja, es gibt auch Negativpunkte: Zum einen, dass ähnlich wie in Film 3 den Charakteren und Beziehungen nicht genügend Raum gegeben wurde. Manche Geschehnisse hatten mehr "Infocharakter" und boten nicht wirklich Gelegenheit, gefühlsmäßig einzutauchen - dafür war manches zu gehetzt. Zum Beispiel Arthus Weasly's Rettung - die ganze Aktion wird in einer Minute abgehandelt inklusive Genesung und Weihnachtsfeier, man kriegt gar nicht so recht mit, dass er fast gestorben wäre und dass nicht nur die ganze Familie um ihn gezittert hat. Stattdessen hetzen wir durch die Okklumentik-Stunden mit Snape, die zwar mit den Rückblenden sehr gut umgesetzt wurden, aber auch sehr hektisch rüberkommen. Gut gelungen übrigens Snapes "Worst Memory" - eine passende Besetzung für den jungen Snape, aber leider ebenfalls sehr knapp geraten.
Was mir auch sehr leid tut: Dass Harry und der geneigte Kinobesucher nicht wirklich eine Chance bekommen, um Sirius zu trauern. Auch hier geht wieder alles Schlag auf Schlag, nach der Rückkehr nach Hogwarts findet noch das obligatorische - dieses Mal für meinen Geschmack viel zu kurz geratene - Abschlussgespräch mit Dumbledore statt, und dann verschwinden schon alle in die Ferien. Im Buch gab's da diese Szene, wo Harry alleine am See sitzt und trauert, aber die wurde offensichtlich leider gestrichen. Sehr schade.
Die Dementoren - was für eine Mutation haben die denn bloß durchgemacht? Ich fand sie in ihren schwarzen Fetzen viel gruseliger; und seltsamerweise schauen sie bei der Ausbruch-Szene dann auch wieder so aus. Filmfehler?
Die Musik konnte mich auch nicht wirklich überzeugen - sie war so dezent, dass sie mir kaum auffiel, obwohl ich ein paar Mal extra darauf geachtet hatte. Einzig die Melodie im Ministerium war ziemlich eingängig, was aber durch die Ähnlichkeit zu "Am Ende vom Tag" aus "Les Misérables" im Endeffekt eine echt unangenehme Ablenkung war.
Dass einige Szenen verändert wurden (zB der Avada Kedavra, der Sirius tötete/Details rund um die Prophezeihung), manches gegenüber dem Buch sogar eine fehlerhafte Logik aufweist (zB warum konnte sich Sirius, nachdem ihn der Fluch getroffen hatte, noch umdrehen und Harry anschauen?), vieles fehlt (Harry zertrümmert Dumbledores Büro) und vereinzelt was hinzugefügt wurde (zB Dumbledores fulminanter Abgang) stört mich nun überhaupt nicht. Da bin ich nicht so pingelig.

Nun aber zu den Highlights - möglichst in order of appearance (zumindest bemühe ich mich drum):

Den Einstieg mit der Sommerhitze, Dudley und den Dementoren fand ich ziemlich gut gelungen. Die Dursley-Eltern geben ein furchtbares Bild ab und haben vermutlich schon besser geschauspielert, aber was solls - die kann ohnehin keiner leiden.
Dann wird Harry von den Mitgliedern des Ordens abgeholt, und obwohl der Flug über die Themse sicherheitstechnisch nicht wirklich Sinn macht, gibt er optisch doch einiges her. Wie überhaupt der ganze Film durch die Kamerafahrten über die Landschaft punktet.
Bei seiner Ankunft in Hogwarts sieht Harry (und der Kinobesucher) zum ersten Mal die Thestrale. Genial gelungen, tatsächlich. So häßlich sie auch aussehen mögen, so sympatisch sind sie durch ihre zutrauliche Art. In der Szene lernen wir auch Luna Lovegood kennen - ein absolutes Highlight des Films. Obwohl ich sie mir ganz anders vorgestellt hatte und echt erschrocken war, so eine "Barbiepuppe" vorzufinden, überzeugt sie ab dem ersten Moment sofort. Durch ihre singende Stimme, den leicht weggetretenen Blick und ihre ehrliche, freundliche Art ist sie sofort sympathisch.


Ebenso überzeugend - wenn auch nicht im Geringsten sympathisch: Dolores Umbridge - die vom Ministerium gesandte Inquisitorin, die nicht nur den Schülern das Leben zur Hölle macht. Sie ist Vertreterin des Ministers Fudge, der klare Ziele hat: Harry in aller Öffentlichkeit als Lügner abzustempeln, Dumbledore aus dem Verkehr zu ziehen und vor allem: zu leugnen, dass Lord Voldemort zurückgekehrt ist und eine erneute Schreckensherrschaft plant. Schon als man sie bei der Anhörung zum ersten Mal zu sehen bekommt (in rosa Klamotten unter der schwarzen Robe) - lernt man sie zu hassen. Alles an ihr ist wirklich genial umgesetzt: immer zuckersüß und freundlich, dabei aber eigentlich eiskalt und vor nichts zurückschreckend. Ihr Zimmer ein (Alp-)Traum in Rosa, hunderte Katzenbilder an der Wand, die in alter Zauberertradition natürlich herumlaufen (und die ganze Zeit miauen). Auch Harry findet schnell heraus, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist, denn als er zum Nachsitzen bestellt wird, muss er zur Strafe unzählige Male "I must not tell lies" schreiben - mit einer Zauberfeder, die die Worte in seinen Handrücken ritzt.


Wirklich genossen habe ich die ganze Geschichte um Dumbledore's Army. Sowohl die erste Besprechung mit Hermines und Harrys "Rede", als auch die Treffen selbst haben mir sehr gefallen. Rund um diese Treffen gibt es einige humoristische Einlagen, als nämlich Filch versucht, die Mitglieder abzupassen - und wie sie ihn austricksen, um nicht geschnappt zu werden. Filch bietet in diesem Film als Handlanger von Umbridge ohnehin eine Glanzleistung und bekommt verhältnismäßig viel Screentime.

Der erste Kuss... Nur dass es nicht heißt, ich hätte ihn nicht erwähnt: Also ich fand ihn einfach süß. Schade nur, dass der Rest der "Beziehung" (gab es eine?) und vor allem der darauffolgende Bruch keine Aufmerksamkeit mehr bekamen. Immerhin wäre - nachdem herausgekommen war, dass Cho die Gruppe nicht mutwillig verraten hatte, sondern nur unter dem Einfluß des Veritaserums geplaudert hat - wenigstens eine Entschuldigung angebracht gewesen. Genial in diesem Zusammenhang übrigens Prof. Snape - als er Umbridge mit einem "Wenn Sie Mr. Potter also nicht vergiften wollen - und ich gebe zu, ich sähe nichts lieber als das -, dann kann ich Ihnen nicht weiterhelfen" (sinngemäß) abfertigt und Harry dadurch auch begreift, dass Snape in diesem Fall tatsächlich auf seiner Seite steht. Aber ich greife vor.

Voher geschieht noch das Unglaubliche: Weil Dumbledore's Army schließlich - durch Cho's "Verrat" - doch auffliegt, wird Dumbledore als Schulleiter abgesetzt. Aber weil er wenig Verlangen danach hat, nach Azkaban abtransportiert zu werden, inszeniert er einen feurigen und würdigen Abgang - "mit Stil", wie Kingsley Shacklebolt kommentiert.

Gut inszeniert waren auch die Träume, die Harry immer wieder heimsuchen, auch wenn man im Film nicht so eindringlich wie im Buch mitbekommt, wie häufig und intensiv diese Übergriffe passieren. Trotzdem bekommt man eine Idee von der tatsächlichen Bedrohung. Gleichzeitig unternimmt das Ministerium alles, um selbige herunterzuspielen - was auf eine wirklich faszinierende Weise immer wieder mittels Zeitunsgberichten dargestellt wird. So wird auch der Massenausbruch aus Azkaban Sirius Black angelastet, was natürlich totaler Blödsinn ist. Bei diesem Ausbruch kommt auch Bellatrix Lestrange frei - neben Luna Lovegood die zweite gelungene Neuerscheinung. Sie verkörpert tatsächlich die durchgeknallte Hexe, der man zutraut, Nevilles Eltern bis zum Wahnsinn gefoltert zu haben. So bekommt auch Neville seinen Platz im Film, und er darf dieses Mal nicht nur tolpatschig und unfähig sein, sondern auch kleine Erfolgserlebnisse mit nach Hause nehmen. Ich hoffe, wir sehen in den letzten beiden Filmen noch mehr von ihm!

Auch Fred und George bekommen ihren großartigen Auftritt bzw. Abgang, als sie beschließen, die Schule hinzuschmeißen (und einen Laden zu eröffnen, was man aber nur als Buchkenner weiß) - und sich von Umbridge mit einem Riesenfeuerwerk verabschieden, und so auch ihren Untergang einleiten.


Kommen wir nun aber zum Showdown im Ministerium. Leider geht auch hier manches ein wenig schnell - so landen unsere Helden sofort in der Mysteriumsabteilung mit den Prophezeihungen, ohne eine einzige Tür öffnen zu müssen. Und dann endlich bekommen wir Lucius Malfoy und die anderen Todesser zu sehen - die in ihren Masken wirklich sehr gut aussehen, zwar nicht sofort furchterregend, aber unheimlich. Naja, und Lucius - muss ich viel sagen? Dieser Mann kann soviel Kälte ausstrahlen, dass ich ihm viel eher zutraue, Angst und Schrecken zu verbreiten wie Lord Voldemort mit seiner unglückseligen Visage.
Und dann kommt wirklich Action in die Geschichte - als nämlich die Mitglieder des Ordens in den Kampf eingreifen - in einer eigenartigen Materialisation aus Wind/Staub (?). Das ist zwar ganz und gar nicht Buch-konform, aber mir hat das gut gefallen. Zwar hätte ich mir im Kampf dann ein wenig mehr "Mann gegen Mann" als "Windhosen" gewünscht, aber der Effekt hatte was.
Und dann Sirius. Da kämpft er im einen Moment noch Seite an Seite mit Harry, nennt ihn im Eifer des Gefechts "James", als ihn ein grüner Blitz trifft. Er dreht sich zu Harry um und sieht ihn noch einmal an bevor er im "Nebelvorhang" verschwindet. Die nachfolgende Szene erinnert stark an Gandalfs Sturz im "Herr der Ringe" - als nämlich Lupin Harry festhält, damit er nicht Bellatrix hinterherläuft. Die Musik ist leider nicht so ausdrucksstark, deshalb erreicht die Szene nicht maximale Wirkung, aber Harrys Not kommt dennoch sehr gut rüber. Schließlich reißt er sich doch los, hetzt Bellatrix einen "Cruciatus" auf den Hals, doch dann taucht Lord Voldemort himself auf, und gleich darauf auch Dumbledore (der Voldemort übrigens mit "Hallo Tom" begrüßt). Er entsteigt dem grünen Feuer des Flohnetzwerkes, was übrigens auch einer der wirklich genialen Effekte des Filmes ist und ziemlich oft zu sehen ist.


Und dann wird uns endlich gezeigt, was wirklich abgeht, wenn Zauberer miteinander kämpfen: Harry kann sich nur noch hinter einer Säule in Sicherheit bringen, Fenster bersten, Säulen brechen ein - ein Kampf der Giganten. Abgesehen vom "Wasserball" gefällt mir der Kampf außerordentlich gut, man sieht einige Male sehr schön die Angriffe und wie sie abgewehrt werden. Schließlich zieht sich Voldemort zurück, dringt dann aber in Harrys Geist ein, und was dann folgt, ist meiner Meinung nach die stärkste Szene des ganzen Filmes - Harry windet sich am Boden, während Voldemort ihn beherrscht und quält, Dumbledore kann nur hilflos danebensitzen und zusehen.
Schließlich zieht sich Voldemort doch zurück, wird dabei aber noch vom Zaubereiminister gesehen, der nun endlich kapiert, dass Harry und Dumbledore recht hatten ("He is back!") - sie werden rehabilitiert, und endlich ist es offiziell: der dunkle Lord ist wirklich zurück.


Leider folgt nun nur noch ein (viel zu kurz geratenes) Gespräch Harry - Dumbledore, eine sehr nette Szene mit Luna Lovegood und die Verabschiedung in den Sommer - und keine Zeit für die Trauer um Sirius. Und das ist für mich auch der einzige wirkliche Wermutstropfen an der ganzen Angelegenheit.

Ich habe jetzt längst nicht alles erwähnt, denn es gab da noch Tonks, Hagrid und Grawp, die Zentauren und Umbridges "Entführung", Ginny, die kollektive Bestrafung der DA, die OWLs, Percy, Kreacher, die (meiner Meinung nach) schlechte Leistung von Arthur Weasly,... Aber ich denke, die wichtigsten Punkte hab ich erwähnt. Ist ohnehin schon wieder alles viel zu lang geworden.

Auf jeden Fall hat der Film Lust darauf gemacht, nicht nur die letzten Szenen noch einmal nachzulesen, sondern mir auch den "Halbblutprinzen" noch einmal vorzunehmen, bevor nächstes Wochenende bereits der 7. und letzte Band herauskommt. Ich geb's zu: ich hab ein wenig Angst. Mal angenommen, das Ende wird saublöd: dann kann man doch auch den Rest der Geschichte in den Müll kippen. Und das jetzt, wo ich grade wieder Feuer gefangen habe...

Zeit fürs Bett. Gute Nacht!


PS.: Oh, ich vergaß - weitere Rezensionen wie immer auf www.ciao.de
 

05.06.2007 um 15:24 Uhr

"Das wilde Leben"

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch

Musik: "Summer Wine" - was sonst?

 Wie schon erwähnt, habe ich mir gestern spätabends (Filmbeginn 21:45 Uhr) noch im Kino "Das wilde Leben" angesehen.

Die erste spontane Assoziation: Freizügig. Sehr freizügig. Als zweites fällt mir ein: die Frau hat wirklich so einiges erlebt... Nicht, dass das meiner Vorstellung von Leben entspricht, aber der Slogan des Films ist doch irgendwie wahr:
"Träume nicht dein Leben,
sondern lebe deine Träume."

Ich finde es immer wieder faszinierend, auf der Kinoleinwand wahre (oder zumindest der Wahrheit nachempfundene) Geschichten zu sehen. Das macht das Ganze noch intensiver.

Der Film hat zahlreiche witzige Momente, auch wenn er nicht gewollt komisch gemacht ist. Mein Lieblingsdialog:

Die Uschi (wer muss da nicht an Bully denken *g*) und ihre Freundinnen befinden sich in ihrer Wohnung (ich glaube, in München).
*ring* *ring* (das ist das Telefon)
Uschi nimmt ab und plaudert ein wenig auf Englisch, hängt wieder auf und geht in die Küche.
Uschi: "Mick kommt dann noch vorbei."
Freundin: "Welcher Mick?"
Uschi: "Jagger!"
*ring* *ring* (schon wieder das Telefon)
Uschi nimmt wieder ab, plaudert, hängt auf und ruft: "Und Keith kommt auch!"
*fangirlgekreische*

Fröhlich


Was mich echt gestört hat, ist die Stimme von Natalia Avelon. Ich hab ja lange geglaubt, dass sie unpassend synchronisiert wurde, aber anscheinend war das ihre eigene Stimme. Total irritierend.

Beim Schauen ist mir wieder mal bewußt geworden, wie wenig ich über diese "wilde Zeit" eigentlich weiß. Ich meine, Woodstock ist mir grade noch ein Begriff, aber was sich außerhalb von Amerika getan hat - keine Ahnung. Von Uschi Obermaier hatte ich - Schande über mich - tatsächlich vorher nie was gehört. Naja, es ist eine Weile her, ich war da ja noch nicht einmal angedacht.

Ich bin froh, dass ich den Film gesehen habe, wenngleich ich ein diffuses Gefühl habe. Es ist keine Doku, aber auch kein Spielfilm, er ist spannend, aber ohne Dramaturgie oder Spannungsbogen, es werden politisch relevante Themen angeschnitten, ohne das man Hintergründe erfährt oder wirklich zum Nachdenken angeregt wird. Es ist eben: eine verfilmte Biographie einer Frau, die sich das holte, was sie wollte. Und bereit war, auch mit den weniger schönen Seiten zu leben.

So betrachtet hat mir der Film gut gefallen. Und ich hab Nachos mit Käsesauce gegesessen (obwohl ich geschworen hatte, das nie wieder zu tun!) und hatte heute morgen trotzdem keine Beschwerden. Glück gehabt.


Warum der Film bei uns erst jetzt im Kino läuft und das zu äußerst seltsamen Zeiten (2x pro Woche seeeehr spät), weiß ich nicht. Oder kam er schon mal und ich hab das verpaßt? Keine Ahnung.

24.05.2007 um 20:00 Uhr

Pirates of the Caribbean

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch



Wo fange ich an? Am besten bei Teil 1 - und in der Vergangenheit.

Ich habe selbigen nämlich damals im Kino nicht gesehen, sondern irgendwann später ein einziges Mal auf meinem Winzlings-TV-Gerät. Ich fand den Film witzig, aber nicht wirklich spektakulär. Den Hype konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Ähnlich erging es mir mit Teil 2. Den hatte ich zwar im Kino angeschaut, es war aber schon ziemlich viel Zeit zwischen Teil 1 und 2 vergangen, und so hatte ich streckenweise Verständnisprobleme bzw. bekam manche Andeutungen nicht wirklich mit. Ich fand auch Teil 2 witzig, aber nicht weiter bemerkenswert.

Umso mehr habe ich mich auf das Triplefeature gefreut - die Erwartung war vor allem in einer Hinsicht ziemlich hoch: nämlich dass ich beim Herauskommen aus dem Kino eine wesentlich bessere Meinung haben würde als beim Hineingehen.

Und ich darf schon vorwegnehmen: diese Erwartung wurde erfüllt. Fröhlich

Teil 1 war wirklich komisch, Jack Sparrow ist einfach genial. Teil 2 ("Dead Man's Chest") fand ich überraschenderweise genauso komisch, und mir hat auch die Geschichte ganz gut gefallen (und dieses Mal hab ich's auch verstanden), wenngleich sie natürlich kein Ende hatte wobei das Warten dieses Mal erträglich war...

Naja, und dann kam Teil 3 ("At World's End"). Wie beschreibe ich nun meine Eindrücke, ohne zuviel zu verraten?
"At World's End" ist der "unlustigste" Teil der Trilogie, was nicht heißen soll, dass er nicht auch komisch ist; nur im Verhältnis zu den Vorgängern gesehen eben nicht ganz so. Man wartet teilweise über längere Strecken sehnsüchtig auf das Auftauchen von Jack Sparrow, weil man weiß, dass es dann auch wieder spaßig wird. Will Turner (unser Orlando "Legolas" Bloom) wurde mir auch erst in diesem Teil sympathisch.
Was an Komik vielleicht fehlt, wird wettgemacht dadurch, dass "At World's End" umso epischer und "größer" ist. Und undurchsichtiger. Es ist faszinierend: Man weiß eigentlich den ganzen Film hindurch nie wirklich, wer mit wem zusammenarbeitet, wer grade wen hintergeht oder hereinlegt, wer grade aus Verlegenheit handelt oder ob es einen größeren Plan gibt. Immer wieder handeln die Hauptpersonen nicht so, wie man es grade erwarten würde, und trotzdem ergibt es dann plötzlich wieder Sinn. Gegenstände wechseln flott den Besitzer und sind doch immer dort, wo man sie gerade braucht.
Auf jeden Fall sehr sehenswert - und das meine ich auch und vor allem im wahrsten Sinn des Wortes: Teil 3 übertrifft an optischen Eindrücken die beiden Vorgänger noch um einiges, ich fühlte mich teilweise von der Bilderflut wie erschlagen und kann nur eines sagen: diesen Film muss man sich unbedingt im Kino oder auf einer großen Leinwand ansehen.

Ich bin wahnsinnig froh, dass ich mir dieses Triplefeature gegönnt habe, denn es hat sich mehr als gelohnt und war ein richtiges "Event" für mich, mehr als das Spiderman-Triplefeature.

Ich werde mir jedenfalls den DVD-Dreierpack so bald wie möglich kaufen, weil ich mir die Filme auch unbedingt im O-Ton ansehen möchte.

Ich kann nur einen Rat geben: Husch, Husch, anschauen!


PS.: Besonders viel Schlaf hatte ich ja nicht erwischt, aber die wenigen Stunden habe ich dazu genutzt, mich mit äußerst verwirrenden Träumen von und mit Riesenkraken zu quälen...
 

17.05.2007 um 08:47 Uhr

Heile Welt

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch

Stimmung: munter!


 
Guten Morgen allerseits - es ist ganz klar: ein freier Tag, und ich bin um 7:30 Uhr ausgeschlafen und putzmunter, während ich mich den Rest der Woche mit letzter Kraft aus dem Bett hieven muss... Draußen ist es grau und kaaaaalt. Bibber.


Gestern habe ich es tatsächlich geschafft, pünktlich um 14:00 Uhr vom Praktikum (gestern war der letzte offizielle Praktikumstag) wegzukommen - wenn auch nur deshalb, weil Chef nicht da war. Fast hätte er mir noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn er hat tatsächlich um 13:50 Uhr noch angerufen und mir einen Text durchs Telefon diktiert. Dank flinker Finger habe ich es doch noch geschafft.

Da aus dem Treffen mit dem Grazer HdRF-Forum nichts geworden ist, bin ich kurz entschlossen ins Kino gefahren (bzw. beim Vorbeifahren ausgestiegen) - jetzt, wo ich endlich eine Bonuscard habe, muss ich dafür sorgen, dass Punkte draufkommen. Fröhlich Eigentlich hatte ich mir "Born to be Wild" vorgenomen, aber dann ist mir "Heile Welt" dazwischengeraten und ich habe mich spontan umentschieden. Was ich zu dem Zeitpunkt gar nicht wußte: Der Film hatte beim Grazer Filmfestival "Diagonale" den Preis für den "Besten Spielfilm" abgeräumt. Dazu habe ich das erste Mal in meinem Leben Nachos gegessen - und ich werde es so bald auch nicht wieder tun. Nicht, dass sie mir schlecht geschmeckt habe, aber ich wurde so verdammt durstig davon! Entsprechend viel habe ich auch getrunken und mußte mich dann konsequenterweise die letzten 20min mit steigendem Blasendruck herumquälen. Ich hasse das, wenn ich im Kino bin. Mittendrin rausgehen ist großes Tabu!



Zuerst die Filmbeschreibung, die ich der Kinoseite entnommen habe:

Wir erleben einen Tag, eine Nacht und den „Tag danach" aus der Sicht einer Gruppe von Menschen. Drei Jugendliche in der amphibienhaften Situation zwischen Kind und Erwachsenem stehen im Mittelpunkt. Momentaufnahmen von jungen, haltlosen Menschen, die versuchen, mit ihren Gefühlen und ihrer Umwelt klarzukommen. Gerade jetzt bräuchten sie eigentlich Grenzen, Halt und Hoffnung. Was sie jedoch signalisieren ist das Gegenteil. Die Probleme der Elterngeneration sind jedoch nicht minder schwierig: Zwischen Verlust, erloschener Liebe, Elternproblematiken, Ehekrisen und eigenen Bedürfnissen versuchen sie, ihre Kinder zu verstehen... Oder zumindest noch etwas zu retten.

4 Schicksale, auf tragische Weise verwoben - und dem täglichen Leben entnommen. Es ist spannend, im Kino einen Film zu sehen, der in Graz spielt, wo die Leute "meine" alltägliche Sprache sprechen. Der Film wirkt sehr authentisch und echt, allerdings ist man anfangs ziemlich verwirrt, weil die einzelnen Szenen chronologisch durcheinander präsentiert werden. Man wird Zeuge eines Ereignisses und erfährt erst ein paar Szenen danach, wie es dazu kam. Schnell gewöhnt man sich aber daran (vor allem, wenn man ein TV- und Kinojunkie ist wie ich und sowas schon öfter gesehen hat), dass man zwischendurch einzelne Bilder zu sehen bekommt, die man nicht einordnen kann - die Aufklärung folgt bestimmt. Teilweise sieht man sogar ein- und dasselbe Ereignis zwei Mal: jeweils aus anderen Blickwinkeln.
Den Film würde ich als typisch österreichisch bezeichnen: ziemlich schwarzer Humor, tragische Handlung ohne Happy End (eigentlich überhaupt ohne wirkliches Ende), es wird schonungslos draufgehalten, was auch immer grade passiert; und die Hauptdarsteller sind Menschen wie du und ich - mit ihren Vorzügen und Fehlern.

Wer Gelegenheit hat, sollte ihn sich anschauen - der Film wird nicht oft vorgeführt, und immerhin: es ist ein österreichischer Film. Auf dem "Kulturserver Graz" findet ihr die Spielzeiten für Graz - aber auch in Wien gibt es ihn zu sehen (Apollo, UCI Millennium City, Village Cinemas). Mehr dazu hier: Österreich-Starts

Und hier die offizielle Homepage: http://www.heilewelt-film.com

Viel Spaß!

01.05.2007 um 01:56 Uhr

Spiderman is back!

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch

Stimmung: :o)

 Ich schreibe nur 2 Worte: Spiderman - Triplefeature!!!

Okay gut, ein wenig mehr möchte ich dazu eigentlich schon sagen. Am besten jetzt, wo der Eindruck noch frisch ist - wobei ich nun doch ziemlich k.o. bin.

Also: es hat sich wirklich ausgezahlt. Ich finde, die drei Filme geben hintereinander betrachtet ein schönes rundes Bild ab. Ich war auch keinen Moment lang müde oder musste mich über "Längen" hinwegretten; nur die Knie haben irgendwann angefangen zu schmerzen. Aber was nimmt man nicht alles auf sich...

Ich hatte total vergessen, dass der 2. Teil so toll gezeichnete Bilder im Vorspann hat (obwohl ich eine DVD von dem Film zuhause habe, woraus ich jetzt auch schnell die Screenshots gemacht habe).


Nun aber zu Teil 3 - aber wirklich kurz, denn ich will nicht zu viel verraten:

Gleich zu Beginn wird dem Zuseher eine Animation vom Feinsten geboten: der Sandmann wird "geboren". Wirklich gut gemacht, toll anzusehen. Schon hier wird klar, dass dieser Film nicht nach dem relativ einfachen Muster der ersten beiden Teile gestrickt ist: Hier die Guten, da die Bösen und Punkt. Nein, die Grenzen verschwimmen ständig: Nicht alles, was Böse scheint, muss wirklich böse sein, und auch das Gute trägt den Gegenpart in sich: Peter Parker selbst macht seine eigene Entwicklung durch, er hat es im Lauf des Films mit mehr  als nur einem Gegner zu tun, und alles ist ein wenig komplizierter: vor allem auch, was Peter's Beziehung zu/mit Mary Jane betrifft. Der Film hat einen starken Bezug zu seinen Vorgängern (vor allem zu Teil 1) und rundet die ganze Geschichte sehr gut ab. Der Zuseher bekommt eine richtig spannende Story mit überraschenden Wendungen geboten.

Alles in allem: Der Film hat mir richtig gut gefallen und die Strapazen, sich das Triplefeature anzusehen, haben sich allemal ausgezahlt - schon allein wegen der Szenen, in denen sich Spiderman rasant zwischen Hochhäusern durchhangelt und durch die Lüfte segelt. Nur Fliegen ist schöner!

Ich werde mir den Film bestimmt noch einmal ansehen, um einen zweiten Eindruck zu bekommen, wenn ich nicht schon erschlagen bin nach 4 Stunden Kino. Fröhlich

Gute Nacht!

05.04.2007 um 21:19 Uhr

Criminal Intent - "Im Sumpf des Verbrechens I & II"

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch

Stimmung: :o(

 Liebe Leute!

Ich starte hier einen Aufruf in der Hoffnung, dass mir jemand helfen kann: Gestern hat VOX den oben genannten Zweiteiler gesendet - und ich hab das blöderweise nicht mitbekommen und nur Teil 1 auf Video aufgenommen. Jetzt möchte ich natürlich auch den 2. Teil gerne sehen, aber ich habe weder eine DVD gefunden noch konnte ich feststellen, ob und wann diese Folge im TV noch mal kommt (ORF, Wh. auf VOX?). Weiß irgendjemand mehr und kann mir helfen?

Anderes Thema: erster Arbeitstag. Ich kann nicht viel dazu sagen, außer: es ist einerseits sehr kompliziert, andererseits nicht. Das bedeutet: in meiner vorigen ("richtigen") Arbeitsstelle habe ich pro Tag ca. 30 Aufträge erfaßt und bearbeitet mit einem Umsatzvolumen von € 10.000,- bis 30.000,-
In der kleinen Tischlerei, in der ich ab sofort für ein paar Stunden pro Woche arbeite, fallen pro MONAT 30 Aufträge an mit einem vergleichsweise mickrigen Umsatz. Trotzdem (oder gerade deshalb?) ist der administrative Aufwand ungleich höher. Ich bin ja vor allem auch deshalb dort angestellt worden, damit ich beim Vereinfachen helfe. Ich fürchte aber, dass man das ganze System umstellen müßte (zum Beispiel die vorhandene Datenbank benutzerfreundlicher und umfangreicher programmieren) - und ich glaube nicht, dass Bereitschaft und Möglichkeit dazu bestehen...

Hm.

04.04.2007 um 16:14 Uhr

Jonathan Strange & Mr. Norrell

von: Gadabout   Kategorie: Film, TV, Buch

 Endlich! Seit Weihnachten liegt dieses Buch nun hier herum; jetzt habe ich es doch endlich zu Ende gebracht. Seit mehreren Wochen - mit Unterbrechungen - lese ich schon daran, aber diese 1021 Seiten haben mir einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Ich will hier auch gar nicht detailliert darauf eingehen, denn es gibt zahlreiche sehr gute Rezensionen auf <amazon>, die mir aus der Seele sprechen.

Mein kurzes Fazit:
Die Idee/Story finde ich grundsätzlich sehr interessant, da hätte man bestimmt einiges draus machen können. Atmosphärisch kommt die Geschichte auch gut rüber, auch wenn mir das während des Lesens nicht so aufgefallen ist. Aber ich habe immerhin einmal einen verworrenen Traum gehabt mit Bezug auf die Stimmung in dem Buch - irgendwie hat es mich also doch beeindruckt. Der Erzählstil ist an manchen Stellen durchaus angenehm und auch witzig.
Da bin ich aber auch schon am Ende der positiven Kritik. Ich habe mich über 2/3 des Buches wirklich gequält und mehr aus Prinzip einfach nicht aufgehört zu lesen. Die Geschichte entwickelt sich unheimlich zäh, Susanna Clarke ver(sch)wendet unheimlich viel Zeit damit, sich in Details zu verlieren, die für die Geschichte nicht wichtig sind (Fußnoten, die sich über mehrere Seiten ziehen), die Charaktere bleiben trotz der vielen Zeit, die man ihrer Entwicklung widmen könnte, eindimensional und berühren mich nicht wirklich. Es gibt andererseits immer wieder interessante Passagen, die dann leider aber nicht weiter ausgeführt werden (zb die geheimnisvolle Welt hinter der Spiegeln), und obwohl auf den letzten 200 Seiten doch endlich so etwas wie Spannung aufkommt, fehlt der fulminante Showdown völlig. Vielmehr ist es so, dass die Auflösung viel zu überhastet passiert und das Ende dann auch noch teilweise offen bleibt.

Erstaunlicherweise gibt es auch zahlreiche Rezensenten, die sehr begeistert zu sein scheinen - ich teile diese Ansicht nicht. Es bleibt ein schaler Nachgeschmack, eine leise Trauer, dass die Geschichte trotz gutem Ansatz nicht spannender und mitreißender geworden ist.

Schnarch.