Das Los der großen Schwester
Erst einmal ein liebes Hallo an alle, die meinen Blog lesen, es sind ja anscheinend mehr als nur eine. Sogar mindestens doppelt so viele! :P
Es ist gut möglich, dass sich jetzt die eine oder andere fragt, was dieser Titel zu bedeuten hat. Es ist ganz einfach; ich habe 3 kleine Geschwister, bin de facto die älteste von uns vieren. Und manchmal ist das ganz schön nervig.
Es stimmt schon, einige Vorzüge hat dieser Status natürlich auch, wie zum Beispiel mehr Taschengeld, länger ausbleiben können, etc. Allerdings muss ich hier gleich einräumen, dass meine lieben kleinen Geschwister das auch alles noch erleben werden, wenn sie gleich alt sind wie ich. Deshalb sehe ich mich gezwungen, das obere Statement zu korrigieren: NICHT die Älsteste zu sein, hat viele Vorzüge.
Meine kleinen Geschwister waren 8 bzw. 10 bzw. 14 Jahre alt, als sie das erste Mal (und bis jetzt einzige Mal) einen Cluburlaub genießen durften. Ich war 16. Als ich noch im zarten Volksschulalter war, hab ich mir wochenabends allerhöchstens Komissar Rex angeschaut und bin dann brav ins Bettchen, am Wochenende hat mich meine Matraze auch schon nach dem Hauptabendfilm gesehen, sofern er einigermaßen jugendfrei war. Wie schaut das bei meinen Geschwistern aus? Die betreiben exzessives abendliches Fernsehen, da sind die ärgsten Filme dabei. Und natürlich spielen sie täglich sehr lange Computer. Den hatten wir damals, also vor so 8 Jahren, noch gar nicht. Diese Liste der Vorteile jüngerer Geschwister, die hauptsächlich dadurch entstehen, dass ältere Geschwister im Hause sind, von denen es sich mitschmarotzen lässt, ließe sich noch länger fortsetzen, aber so lange will ich nicht vor dem Computer zubringen.
Was mich eigentlich bewogen hat, diesen Eintrag zu schreiben, ist folgende Begebenheit. Meine Eltern wurden von alten Schulkollegen eingeladen. Nun sind besagte Kollegen aber in Oberösterreich beheimatet, und damit sich das ganze Unerfangen auszahlt, wurde beschlossen zu übernachten. Also, dieses Wochenende fand/findet dieses Wochenende statt. Wie es der Zufall so will, hat meine kleine 10jährige Schwester genau heute Vormittag eine kleine JiuJitsu-Aufführung in Andritz. Das Problem dabei: Wie kommt sie bloß hin? Die Lösung: Ich fahr mit ihr mit dem Rad hinunter. Alleine fahren darf und kann sie noch nicht, weil sie erstens den Radfahrausweis nicht bekommen hat und sie zweitens recht unachtsam sein kann und dann möglicherweise von einem Auto gerammt würde oder so. Kurzum, ich musste heute in der Früh aufstehen, Frühstück richten, schaun, dass sie sich anzieht und dass sie rechtzeitig fertig ist, dann mit ihr hinfahren, heimfahren für meinen älterenjüngeren Bruder Essen machen, weil der ausgerechnet heute nach Malta fliegt, wieder zu meiner Schwester fahren und sie abholen. Nicht zu vergessen, dann das Mittagessen für meine übriggebliebenen Geschwister kochen. Das Leben ist ganz schön hart.
Vielleicht denkt sich jetzt jemand, dass das alles doch keine Dramatik ist, ist es im Prinzip auch nicht. Mich ärgert nur, dass meine Geschwister das alles nie machen werden müssen, ganz einfach aus dem Grund, dass es dann keine anderen kleinen Geschwister geben wird. Die Welt ist ungerecht.
