Planet Punk

19.06.2005 um 21:25 Uhr

zum Nachdenken

Dein Christ - ein Jude
Dein Auto - ein Japaner
Deine Pizza - italienisch
Deine Demokratie - griechisch
Dein Kaffee - brasilianisch
Dein Urlaub - türkisch
Deine Zahlen - arabisch
Deine Schrift - lateinisch

Und Dein Nachbar - nur ein Ausländer

14.06.2005 um 23:21 Uhr

Verabschiedung

Heute Nachmittag hat sich unsere Schule von mir und allen anderen Absolventen losgesagt. Feierlich wurden uns die Maturazeugnisse überreicht.
Auch ich habe einen kleinen Beitrag gebracht, den ich an dieser Stelle zeigen möchte:

Als Klassensprecher der – mittlerweile bereits ehemaligen – 8C wird mir nun die Ehre zu Teil, dass ich hier ein paar Worte an Sie richten darf.

Ich habe lange überlegt wozu ich diese Gelegenheit nutzen soll. Schließlich habe ich nach einer 12jährigen Schullaufbahn einen guten Einblick in viele Dinge, die momentan in den Medien sehr heiß diskutiert werden. Ich habe gedacht, dieser Augenblick wäre meine Chance vieles richtig zu stellen, und die Situation aus der Sicht eines Schülers zu schildern.

Ich möchte aber vermeiden, dass meine Rede ins Lächerliche gerät, und halte es deshalb für besser, die aktuelle Schulpolitik Österreichs aus dem Spiel zu lassen.

 

Ich finde es angebrachter, in einem Augenblick wie diesem über Positives zu sprechen: Ich möchte mich bedanken. Stellt sich die Frage, an wen meine Danksagung gerichtet sein soll. Schließlich waren wir es schlussendlich selbst die maturiert haben, und sich diesen Abschluss erarbeitet haben.

Nichtsdestotrotz möchte ich mich bei Personen bedanken, die unter der vorhin angerissenen Situation ganz besonders leiden. Ich bedanke mich bei jenen Personen, die die Verantwortung über hochpubertierende Jugendliche übernehmen, und mit ihnen8 auf Skikurs oder auf Sportwoche fahren. Personen, die mit uns nach England fliegen und uns Frankreich zeigen. Personen, die unter anderem verantwortlich dafür sind, dass wir uns dort auch verständigen können.

Ich bedanke mich bei Personen, die uns in einem wichtigen Lebensabschnitt Tag für Tag begleitet haben, ohne dabei die Geduld verlieren zu dürfen, und die stets bemüht waren, die Schule für uns zu einer zweiten Heimat zu machen.

Ich freue mich, dass viele dieser Personen auch heute anwesend sind, und ich glaube, dass mir zumindest der Großteil meiner Mitabsolventen zustimmen wird wenn ich sage:
Liebe Lehrer – Viele Dank! 

10.06.2005 um 01:09 Uhr

Reif

Musik: die ärzte - der infant, die toten hosen - abitur

ab nun gibt's hier wieder täglich etwas zum aufregen - denn es ist vorbei. Der Staat nennt mich nun reif, und es hat Spaß gemacht das unter Beweis zu stellen.

Reif wie ich bin schmecken das Bier, der Sekt und all die anderen hochprozentigen Sachen momentan noch besser

Gut dass ich erwachsen bin

02.06.2005 um 13:19 Uhr

vorbei und vergessen

Stimmung: gut
Musik: die ärzte - geräusch

Gar nicht lange ist es her. Zu Weihnachten sind wir alle überrumepelt worden. Großer Schock, Flutkatastrophe in Südostasien. Niemand kam daran vorbei. 24 Stunden am Tag berichteten die Fernsehsender, binnen kurzer Zeit war "Tsunami" Teil unseres Wortschatzes geworden. Milliarden Euro wurden gespendet um zu helfen.
Heute, knapp 6 Monate später interessiert die Angelegenheit niemanden mehr. Die überlebenden Touristen sind mehr oder weniger gut nach Hause gekommen. Die Bewohner sind zu Hause geblieben. Wie es ihnen geht? Wie die Wiederaufbauarbeiten vorangehen? Stellt mir leichtere Fragen...
Nach tagelanger Informationsüberflutung nach der Katastrophe haben die Medien bald aufgehört zu berichten. Die breite Masse braucht neues,  das alte hat an Reiz verloren.

Doch ist die Tsunami-Katastrophe längst nicht das einzige Beispiel. Wie sieht die Situation in Afghanistan aus? Schon bald nach dem Krieg hat man aufgehört zu berichten. Wie geht es den Menschen im Irak? Von den täglichen Terroranschlägen und er politisch immer noch chaotischen Lage wissen wir zwar, doch die breite Masse lässt das kalt. Was passiert im Sudan? Den Bürgerkrieg ebendort haben die Medien von Anfang an kaum Beachtung geschenkt. Wieso? Ist das Thema schon zu interessant? Haben wir den Film schon zu oft gesehen?
Ist uns eigentlich bewusst, dass all diese Dinge wirklich passieren??

01.06.2005 um 07:51 Uhr

rein theoretisch die Welt verbessern

Stimmung: ausgeschlafen
Musik: Metallica - Whiskey in the Jar

U-Bahn
im Laufschritt zur U-Bahn. Noch eine Minuten. Habs eillig. Laufe an dem Bettler, der mit einem Kind am Schoß dasitzt, vorbei. Es ist  Montag, neun Uhr Vormittags. Ich habs eilig. Muss schnell zur Prüfung. In der U-Bahn geht ein Obdachloser durch, bittet um ein paar Cent oder, ob nicht jemand Arbeit hätte. Alle schauen weg. Manche schütteln leicht den Kopf. Ich greife nach meiner Tasche, will schon fast meine Gelbörse rausnehmen, aber der Obdachlose ist schon in der Menschenmasse, die gerade ausgestiegen ist, verschwunden. Ein kleines Kind steigt ein, es ist übersät mit blauen Flecken. Es verdrückt sich mit ängstlichem Blick in die hinterste Ecke. Ein Mädchen, etwa 14, sitzt dort drüben. An ihren Augen sieht man dass sie unter Drogen steht. Sie ist völlig abgemagert. Könnte mal eine Dusche gebrauchen und wahrscheinlich auch mal ein paar Stunden erholsamen Schlaf. Eine Hochschwangere steht da, ein kleines Kind an der Hand, in der anderen den Kinderwagen. Sie ist volbepackt mit ihren Habseligkeiten, wie es scheint. In ihren Augen glitzern die Tränen. Spittelau. - dränge mich zwischen den Leuten hinaus. "Vorsicht Taschendiebe" dröhnt es durch den Lautsprecher. Haste, meine Tasche festhaltend, zur Uni. In den Hörsaal und los geht's Humanökologie. Wie kann man die Welt verbessern? Verdammt, was mach ich hier überhaupt? Wem hilft es, wenn ich jetzt hier eine Prüfung schreib, wie man rein theoretisch die Welt verbessern kann??
[aus: jugendinwien juni 2005, von Morgaine (Forum-Posting, 17. April)]

Es liegt in unseren Händen, die Welt zu verbessern, zu zeigen, dass der Mensch wachsen kann.
Hinzusehen, wie Morgaine es tut, könnte ein erster Schritt sein...