Common Comments on Everyday Life

24.11.2005 um 22:13 Uhr

Literatur und Fahrscheinkontrollen

von: Vazul

Stimmung: leicht krank, Zeit fürs Bett, leicht zynisch
Musik: keine

In jeder Großstadt trifft man immer dann auf sie, wenn man es am liebsten vermeiden möchte, auf die Leute, die es zu ihrem Job (Neudeutsch für bezahlte Arbeit) gemacht haben "Fahrausweise bitte!" zu rufen.

Mittlweile habe ich das Gefühl, dass es drei verschiedene, beinahe archetypische Kontrollformen gibt. 

"Die Offiziellen" Diese kleiden sich in beinahe "Uniformen" und haben im Winter eine einheitliche Jacke des öffentlichen Dienstes an. Sie treten meist paarweise auf und schlendern zwischendurch gemütlich zu den Stoßzeiten in U-Bahn-Stationen herum. Der Tonfall ist ist sehr "amtlich". 

"Das Ehepaar" Zwei unauffällige Personen, eine männlich, die andere weiblich, versuchen das typische Auftreten ganz gewöhnlicher Fahrgäste zu imitieren und fragen höflich nach den Ausweisen. Am schwersten zu erkennen, da verhältnismäßig gut getarnt.

"Die Gang" 4-5 Männer, in Lederjacken aus den 80igern, Pullis aus dem Second Hand Shop und Frisuren aus den Siebzigern. Diese stehen betont unauffällig herum, haben natürlich nichts miteinander zu tun, während sie vor dem Einsteigen, zum letzten möglichen Zeitpunkt, noch einmal verstohlene Blicke austauschen. Schroff wird man nach den Ausweisen gefragt, mit groben Worten ("Hearst, deppata, ausse mit dia, wannst kan Ausweis host!") wird man aus dem Gefährt katapultiert.

Auf jeden Fall gibt es sie...zu oft für meinen Geschmack. Mit Literatur haben sie nur insofern etwas zu tun, als dass sie verhindern, dass ich effizient in der U-Bahn lesen kann. Hat man keinen Fahrschein, ist man wohl gezwungen ständig auf der Hut zu sein und man muss hoffen, dass man keinen "Ehepaaren" begegnet. Lesen lenkt dermaßen ab. Da hat man keine Chance rechtzeitig die Gefahr zu wittern...

Wichtige Links:

Der Standard - Schwarzkappler Info

Wiener Linien Fahrkartenübersicht