Ekelige Studenten, 30.09.08
Heute habe ich komplett verschlafen. Eigentlich wollte ich mit David um 10:00 Uhr schwimmen gehen, jedoch hörte ich meinen Wecker nicht – dieser hat leider keine Snooze Funktion – und ich schlief tief und fest bis 10:30 Uhr. David hätte sogar auf mich gewartet, jedoch entschied ich mich, besser doch nicht schwimmen zu gehen, da mich mein Hals noch immer ein wenig kratzt. Abgesehen davon fühle ich mich wieder fit.
Ich habe dann den restlichen Vormittag und auch einen Großteil des Nachmittags versucht meinen Studiengangsleiter an der FH zu erreichen. Im Endeffekt landete ich bei Hr. Noureddine Rafili, dem Leiter des International Relations Office (IRO) der FH Kufstein. Diesem erklärte ich meine Situation und siehe da: Hr Rafili reagiert mit großem Verständnis. Würde ich mich an die von der ETSIIT errechneten ECTS halten, so käme ich leicht auf ungefähr 25 Wochenstunden. 20 sollten jedoch, auch lt. Hr. Rafili, vollkommen ausreichend sein. Da jedoch der Leiter des IRO nicht entscheiden kann, dass ich weniger ECTS als die vorgegebenen 30 mache, verwies mich jener wiederum an meinen Studiengangsleiter. Er versprach mir dazu, sich für mich einzusetzen, sollte Hr. Jarz – mein Studiengangsleiter – ihn in dieser Sache kontaktieren, da es auch in seinem Sinne sei, dass die sich im Ausland befindlichen Studenten ein angenehmes Semester verbringen können und Zeit haben Kultur, Land, Leute und vor Allem die Sprache zu erlernen. Er gab mir sogar noch einige Tipps wie ich mit Hr. Jarz sprechen und welche Argumente ich vorbringen sollte. Ich versuchte mein Glück erneut, landete jedoch wiederum bei der Studiengangsassistentin Daniela, welche mir mitteilte, dass Hr. Jarz für heute nicht mehr im Hause sei. Sie schlug mir jedoch folgende Vorgehensweise vor: Ich sollte die nicht umgerechneten spanischen Credits als ECTS ansehen und mein Learning Agreement (= Vertrag über die von mir gewählten Kurse, welcher von Hr. Jarz abgesegnet werden muss) entsprechend abändern und ihr per Mail zukommen lassen. Dadurch würde ich leicht auf die 30 ECTS kommen mit einem Stundenaufwand von 20 Wochenstunden. Daniela wird Hr. Jarz dieses Dokument morgen vorlegen und ihn von meiner Situation in Kenntnis setzen, auch über die Tatsache, dass die angegebenen ECTS in Spanien eigentlich minderwertiger sind, der Stundenaufwand jedoch ausreichend hoch für ein Auslandssemester ist. Sollten alle Stricke reißen, wird Daniela Hr. Jarz noch an Hr. Rafili verweisen. Insofern sollte das jetzt also klappen und ich bekommen morgen per Mail eine Rückmeldung von Daniela.
Die Zeit, in der ich versucht habe, Hr. Jarz oder Hr. Rafili telefonisch zu erreichen nutze ich nebenbei um mich um den Haushalt zu kümmern. So bügelte ich die gewaschenen T-Shirts und kochte für David und mich, der sich in der Zwischenzeit im Schwimmbad befand. Auch unser Zusammenleben in der Wohnung haben wir jetzt etwas besser geregelt. Bisweilen ging ich immer mit David gemeinsam einkaufen und wir haben uns die Rechnungen schlichtweg geteilt. Da jedoch David weitaus mehr verbraucht – oder sagen wir besser frisst wie ein Mähdrescher :o) – geht diese Rechnung nicht ganz auf. Das hat er selber eingesehen und so haben wir beschlossen, zukünftig selbstständig einkaufen zu gehen. In der Küche befindet sich ein größeres Kästchen mit drei Ablagen – Pepe nutzt nur eine davon. Wunderbar, nach Adam Riese bleiben somit genau zwei Ablagen für uns. Da Pepe nur die oberste Ablage nutzt möchte man meine, dass die unteren zwei leer sind – doch das war nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: Diese waren vollgestopft mit unterschiedlichsten Lebensmitteln! Voller Verwunderung macht ich mich heute daran diese Vorräte zu inspizieren und musste feststellen, dass es sich dabei um Einkäufe ehemaliger Studenten handelte. Und mit ehemalig meine ich nicht etwa jene Wohnungsbewohner, welcher kurz vor uns hier wohnten. So fand ich Reis, welcher bereits im Jahr 2006 abgelaufen ist, Nudeln von 2007, Kekse vom Frühjahr 2008 usw. Das alles klingt nun noch nicht so schlimm, hätten sich in dem ein oder anderen Nahrungsmittel nicht schon Maden eingenistet. Unter ständigem Ekel räumte ich das gesamte Regal leer und warf alle abgelaufenen Vorräte unentwegt in den Müll und reinigte das Regal anschließend. Nachdem ich damit fertig war wanderte ich mit drei großen Taschen voller abgelaufener Nahrungsmittel nach Draußen um diese zu entsorgen. Ich hoffe nicht noch mehr dieser unappetitlichen Überraschungen in unserer Wohnung entdecken zu müssen, aber ich bin mir sicher, dass wir nach circa zwei Monaten die gesamte Wohnung einmal gereinigt haben werden :o)
Nach diesem anstrengenden Hausarbeitstag entschied Pepe und ich, dass wir uns noch ein paar Tapas verdient hatte und besuchten noch das D'Cuadros, eine nahe gelegene und immer gut besuchte Tapas Bar. Kurse an der Universität hatte ich heute keine, nur eine praktische Einheit, wobei noch keine theoretische stattfand und deshalb auch die praktische noch nicht viel Sinn macht. Morgen steht auch nur eine praktische Einheit auf dem Programm. Am Montag gab es dazu bereits eine Theorievorlesung – nur wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich diesen Kurse besuchen werden, mein Stundenplan steht erst seit heute wieder fest und ich hoffe er kann so bleiben, und war deshalb auch am Montag nicht in dieser Theorievorlesung. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob die Übung morgen stattfindet oder nicht, da ich bereits erfahren habe, dass in den ersten ein bis zwei Wochen generell noch keine Übungen abgehalten würden. Darüber werde ich mich morgen im Laufe des Tages telefonisch noch informieren müssen. Entonces, ¡hasta mañana y buenas noches!














