Ben en Granada

30.09.2008 um 23:27 Uhr

Ekelige Studenten, 30.09.08

Heute habe ich komplett verschlafen. Eigentlich wollte ich mit David um 10:00 Uhr schwimmen gehen, jedoch hörte ich meinen Wecker nicht – dieser hat leider keine Snooze Funktion – und ich schlief tief und fest bis 10:30 Uhr. David hätte sogar auf mich gewartet, jedoch entschied ich mich, besser doch nicht schwimmen zu gehen, da mich mein Hals noch immer ein wenig kratzt. Abgesehen davon fühle ich mich wieder fit.

Ich habe dann den restlichen Vormittag und auch einen Großteil des Nachmittags versucht meinen Studiengangsleiter an der FH zu erreichen. Im Endeffekt landete ich bei Hr. Noureddine Rafili, dem Leiter des International Relations Office (IRO) der FH Kufstein. Diesem erklärte ich meine Situation und siehe da: Hr Rafili reagiert mit großem Verständnis. Würde ich mich an die von der ETSIIT errechneten ECTS halten, so käme ich leicht auf ungefähr 25 Wochenstunden. 20 sollten jedoch, auch lt. Hr. Rafili, vollkommen ausreichend sein. Da jedoch der Leiter des IRO nicht entscheiden kann, dass ich weniger ECTS als die vorgegebenen 30 mache, verwies mich jener wiederum an meinen Studiengangsleiter. Er versprach mir dazu, sich für mich einzusetzen, sollte Hr. Jarz – mein Studiengangsleiter – ihn in dieser Sache kontaktieren, da es auch in seinem Sinne sei, dass die sich im Ausland befindlichen Studenten ein angenehmes Semester verbringen können und Zeit haben Kultur, Land, Leute und vor Allem die Sprache zu erlernen. Er gab mir sogar noch einige Tipps wie ich mit Hr. Jarz sprechen und welche Argumente ich vorbringen sollte. Ich versuchte mein Glück erneut, landete jedoch wiederum bei der Studiengangsassistentin Daniela, welche mir mitteilte, dass Hr. Jarz für heute nicht mehr im Hause sei. Sie schlug mir jedoch folgende Vorgehensweise vor: Ich sollte die nicht umgerechneten spanischen Credits als ECTS ansehen und mein Learning Agreement (= Vertrag über die von mir gewählten Kurse, welcher von Hr. Jarz abgesegnet werden muss) entsprechend abändern und ihr per Mail zukommen lassen. Dadurch würde ich leicht auf die 30 ECTS kommen mit einem Stundenaufwand von 20 Wochenstunden. Daniela wird Hr. Jarz dieses Dokument morgen vorlegen und ihn von meiner Situation in Kenntnis setzen, auch über die Tatsache, dass die angegebenen ECTS in Spanien eigentlich minderwertiger sind, der Stundenaufwand jedoch ausreichend hoch für ein Auslandssemester ist. Sollten alle Stricke reißen, wird Daniela Hr. Jarz noch an Hr. Rafili verweisen. Insofern sollte das jetzt also klappen und ich bekommen morgen per Mail eine Rückmeldung von Daniela.

Die Zeit, in der ich versucht habe, Hr. Jarz oder Hr. Rafili telefonisch zu erreichen nutze ich nebenbei um mich um den Haushalt zu kümmern. So bügelte ich die gewaschenen T-Shirts und kochte für David und mich, der sich in der Zwischenzeit im Schwimmbad befand. Auch unser Zusammenleben in der Wohnung haben wir jetzt etwas besser geregelt. Bisweilen ging ich immer mit David gemeinsam einkaufen und wir haben uns die Rechnungen schlichtweg geteilt. Da jedoch David weitaus mehr verbraucht – oder sagen wir besser frisst wie ein Mähdrescher :o) – geht diese Rechnung nicht ganz auf. Das hat er selber eingesehen und so haben wir beschlossen, zukünftig selbstständig einkaufen zu gehen. In der Küche befindet sich ein größeres Kästchen mit drei Ablagen – Pepe nutzt nur eine davon. Wunderbar, nach Adam Riese bleiben somit genau zwei Ablagen für uns. Da Pepe nur die oberste Ablage nutzt möchte man meine, dass die unteren zwei leer sind – doch das war nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: Diese waren vollgestopft mit unterschiedlichsten Lebensmitteln! Voller Verwunderung macht ich mich heute daran diese Vorräte zu inspizieren und musste feststellen, dass es sich dabei um Einkäufe ehemaliger Studenten handelte. Und mit ehemalig meine ich nicht etwa jene Wohnungsbewohner, welcher kurz vor uns hier wohnten. So fand ich Reis, welcher bereits im Jahr 2006 abgelaufen ist, Nudeln von 2007, Kekse vom Frühjahr 2008 usw. Das alles klingt nun noch nicht so schlimm, hätten sich in dem ein oder anderen Nahrungsmittel nicht schon Maden eingenistet. Unter ständigem Ekel räumte ich das gesamte Regal leer und warf alle abgelaufenen Vorräte unentwegt in den Müll und reinigte das Regal anschließend. Nachdem ich damit fertig war wanderte ich mit drei großen Taschen voller abgelaufener Nahrungsmittel nach Draußen um diese zu entsorgen. Ich hoffe nicht noch mehr dieser unappetitlichen Überraschungen in unserer Wohnung entdecken zu müssen, aber ich bin mir sicher, dass wir nach circa zwei Monaten die gesamte Wohnung einmal gereinigt haben werden :o)

Nach diesem anstrengenden Hausarbeitstag entschied Pepe und ich, dass wir uns noch ein paar Tapas verdient hatte und besuchten noch das D'Cuadros, eine nahe gelegene und immer gut besuchte Tapas Bar. Kurse an der Universität hatte ich heute keine, nur eine praktische Einheit, wobei noch keine theoretische stattfand und deshalb auch die praktische noch nicht viel Sinn macht. Morgen steht auch nur eine praktische Einheit auf dem Programm. Am Montag gab es dazu bereits eine Theorievorlesung – nur wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich diesen Kurse besuchen werden, mein Stundenplan steht erst seit heute wieder fest und ich hoffe er kann so bleiben, und war deshalb auch am Montag nicht in dieser Theorievorlesung. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob die Übung morgen stattfindet oder nicht, da ich bereits erfahren habe, dass in den ersten ein bis zwei Wochen generell noch keine Übungen abgehalten würden. Darüber werde ich mich morgen im Laufe des Tages telefonisch noch informieren müssen. Entonces, ¡hasta mañana y buenas noches!

29.09.2008 um 23:30 Uhr

Der Sturm zerstört meine Pläne, 29.09.08

Die Ruhe vor dem Sturm“ - wie ich heute leidvoll erfahren musste, war dieser Titel, welchen ich dem gestrigen Eintrag gegeben habe, gar nicht so falsch. Heute befand ich mich bereits um 09:00 Uhr pünktlich zu meiner ersten Vorlesung in der ETSIIT. Also das Spanisch der Lektoren werde ich sicher noch oft hören müssen um halbwegs zu verstehen, was dort so alles gesprochen wird. Alle Lektoren, die ich heute gesehen habe, sprechen einen starken andalusischen Akzent, was das Verständnis nicht gerade erleichtert. Nachdem der Lektor nach 20 Minuten wieder den Raum verlassen hatte – angesetzt war eine ganze Stunde – fragte ich meinen Banknachbarn, was jetzt eigentlich Sache sei. Dieser meinte der erste Tag sei rein informativ. Es wird noch nicht mit dem Stoff begonnen, das hätte Zeit bis Mittwoch. Damit gab ich mich freilich zufrieden und wehrte mich nicht großartig gegen das vorzeitige Ende dieser Vorlesung. Danach besuchte ich wiederum Señor Cortijo Bon, der zuständige Ansprechpartner für Austauschstudenten, um einige offenen Fragen zu klären. Die Wichtigste war für mich, welche Kursnummer denn der Kurs hat, den ich gerade besucht habe – dabei handelte es sich um „ingeniería del software I“ – da ich diesen nicht in dem kleinen Büchlein mit allen zur Wahl stehenden Kursen finden konnte, im Internet jedoch schon. Nun brach der Sturm los und Señor Cortijo Bon teilte mir mit, dass dieser Kurs schlicht und einfach nicht für mich als Austauschstudent wählbar sei. Somit verlor ich einen Kurs – dieser hätte 8 von 30 notwendigen ECTS gebracht – aus meinem in harter Arbeit zusammengestellten Programm. Da die nächste für mich relevante Vorlesung erst um 17:00 Uhr stattfinden sollte, fuhr ich mit dieser Schreckensbotschaft im Kopf wieder nach Hause. Dort angekommen habe ich zuerst gegessen und anschließend versucht mein Kursprogramm umzustellen: Das ist wirklich nicht einfach, wenn man bedenkt, dass es keinen anderen Kurs mit derart vielen ECTS gibt. Das bedeutet wiederum, dass ich zwei kleiner Kurse wählen muss. Dadurch steigt auch die Anzahl der Wochenstunden und auch die ECTS Grenze von 30 überschreite ich damit. Das wäre im Grunde nicht schlimm, nur warum soll ich in meinem Auslandssemester freiwillig mehr studieren als ich müsste? Weiters hießen zwei neue Kurse auch zwei zusätzliche Klausuren am Ende des Semesters. Abgesehen davon bedeutet das auch weiteren koordinatorischen Aufwand: Ich muss nun erst einmal 2 Kurse finden, die mich auch wirklich interessieren und dann muss ich noch das Glück haben, dass diese Kurse zu meinen anderen bereits gewählten passen was den Stundenplan angeht.

Alles in allem habe ich mir dann heute noch den einen bereits erwähnten Kurs um 17:00 Uhr angesehen und spontan einen anderen, der mir interessant schien, kurz vorher um 15:00 Uhr. So richtig zugesagt hat mir keiner der beiden Kurse und daher mein gesamtes Konzept jetzt ohnehin nicht mehr steht, muss ich mir erneut den Aufwand machen und ein Neues entwerfen.

Nachdem ich Abends recht genervt und fertig von diesen Strapazen des heutigen Tages war, skypte ich ein wenig mit meiner Mutter und Nadja und kam im Zuge dieser Gespräche auf einen weitere Idee. Mir viel noch nie direkt auf, dass die Verteilung der spanischen Credits und der ECTS im Grund unlogisch und nicht gerecht ist. So entsprechen 6 spanische Credits auf der FCCEE ebenso 6 ECTS. Nur an der ETSIIT werden die spanischen Credits umgerechnet und das Ergebnis sind weniger ECTS, z.B. hat ein Kurs an der ETSIIT meist 6 spanische Credits, welche dann laut Kursprogramm nur 4,9 ECTS entsprechen. Das wäre doch so als würde man in Kufstein für einen Euro einen Dollar bekommen und in Innsbruck 1,34 $ für einen Euro. Die nächste Interessante Tatsache ist, dass der Umrechnungsfaktor an der ETSIIT von spanischen Credits auf ECTS nicht einheitlich ist. So haben manche Kurse mit 6 spanischen Credits 4,9 ECTS und andere wieder nur 4,07 ECTS – der Stundenaufwand ist jedoch in beiden Fällen der selbe! Da kann doch etwas nicht ganz gerecht ablaufen: Aus diesem Grund werde ich morgen mit der FH in Kufstein Kontakt aufnehmen und mich erkundigen, ob es denn nicht auch möglich ist, die spanischen Credits als Maßstab heranzuziehen – das würde mir das studentische Leben hier in Granada um einiges leichter machen und mir auch unheimlich bei der Kursauswahl helfen, da ich mir somit einen gesamten Kurs sparen könnte! Bin schon sehr gespannt was dieses Telefonat morgen bringen wird. Gute Nacht!

28.09.2008 um 21:13 Uhr

Die Ruhe vor dem Sturm, 28.09.08

Der heutige Tag war ruhig – zu ruhig. Doch das wird sich morgen sicherlich ändern, da ich dann meine ersten zwei Kurse auf der technischen Fakultät (für zukünftige Nennungen kurz als ETSIIT = „Escuela Técnica Superior de Ingeniería Informática y de Telecomunicación“ bezeichnet) besuchen werden.

Heute morgen war ich wieder in der Kirche. Unterm Tag fühlte ich mich so mittelmäßig, was sich jedoch gegen Abends hin besserte. Jetzt fühle ich mich wieder recht gut und fit. Vorsichtshalber werde ich noch einmal zum Schlafen gehen ein Aspirin nehmen und hoffen morgen gesund in eine ereignisreiche Woche starten zu können. Mehr gibt es vom heutigen Tag gar nicht zu erzählen, doch die Nächsten werden sicher wieder spannender.

27.09.2008 um 20:53 Uhr

Erste Versuche mit dem Backofen, 27.09.08

Nachdem ich gestern in weiser Voraussicht recht früh schlafen gegangen bin – David und Gery waren bis 07:00 Uhr Morgens unterwegs – geht es mir heute schon wieder besser. Gestern und teilweise auch noch heute unterm Tag fühlte ich mich etwas kränklich, ein bisschen verschnupft und verschleimt im Hals. Aber mittlerweile geht’s eigentlich wieder – Aspirin sei Dank! Der heutige Tag war auch entsprechend ruhig. Um 10:00 Uhr kroch ich aus den Federn und hab mich dann stundenlang meinem Blog gewidmet. Die neue Software zur Verwaltung, welche von blog.ch aufgespielt wurde, ist meiner Meinung nach viel zu umfangreich und komplex für meine Ansprüche. Nachdem ich mich gut eine Stunde damit quälte ein Foto in den Text einzubinden um diese Arbeit dann ohne Erfolg abzuschließen, entschied ich mich nach einem anderen Blog umzusehen. Ein solcher war auch sehr schnell gefunden (http://www.blogigo.at/ben_granada), nur kostete es auch noch einige Stunde die alten Beiträge erneut zu posten und die Bilder wieder hochzuladen und einzufügen. Die Texte habe ich glücklicherweise auch in einem externen Textdokument gespeichert.

Anfangs wussten wir nicht recht ob und wie der gasbetriebene Herd funktioniert. Heute hab ich mich nochmal daran gemacht und ein bisschen mit diesem Teil experimentiert – keine Sorge, die Wohnung ist nicht abgebrannt! Dafür meine Pizza: Ich habe die Kapazitäten dieses Ofens ein wenig unterschätzt und dachte mir, da ich nur die obere Flamme entzünden konnte, das wird sicher lange dauern, da die Hitze aufsteigt. Naja, wie auch immer dieses Ding funktioniert: Es geht schneller als mit einem Elektroherd. So war nach kurzer Zeit, circa 7-9 Minuten, der hintere Teil der Pizza, welcher etwas zu Nahe an der Flamme war, kohlrabenschwarz. Die vordere Hälfte war dafür noch genießbar. Nun weiß ich das wenigstens auch und freue mich beim nächsten Mal auf einen gute und vor allem ganze Pizza :o)

Um mich wieder vollständig aus zu kurieren, werde ich mich heute nochmals eher früher mit einer Aspirin zu Bette legen um dann am Montag fit zu sein für die ersten Kurse an der Universität.

26.09.2008 um 23:02 Uhr

Kurswahl zum Großteil abgeschlossen, 26.09.08

Heute habe ich mich erst einmal sehr, sehr lange aufgrund der gestrigen Fiesta ausgeschlafen. Immerhin sind wir erst so gegen 05:00 Uhr nach Hause, eigentlich gar nicht so lange, wenn man bedenkt, dass wir erst um 01:00 Uhr los gezogen sind.

Den Großteil des Tages habe ich dann heute damit verbracht michwieder um meine Kurse zu kümmern und bin nun nach weiteren 4 Stunden Arbeit soweit, dass ich die Kursauswahl mehr oder weniger abschließen konnte und einen stimmigen Stundenplan habe. Alles was jetzt noch offen ist, ist das Ausfüllen des Formulars um mich in diese Kurse einzuschreiben. Dieses muss ich jedoch erst am 08.10.08 abgeben. Ab Montag habe ich die Gelegenheit mir die Kurse mal anzusehen und ggf. noch etwas zu ändern. Weiters muss ich dann einige Änderungen an die FH in Kufstein melden. Es gibt ein Dokument, welches sich Learning Agreement nennt. Darauf werden bereits vor Reiseantritt die präferierten Kurse festgehalten und von der Studiengangsleitung bestätigt. Da sich jetzt, wie fast vorherzusehen war, an diesen im Vorhinein gewählten Kursen doch einiges geändert hat, muss ich dies der FH erneut bekannt geben und absegnen lassen. Dazu sollte jedoch nächste Woche noch Zeit sein, auch um im unangenehmen Fall einer negativen Rückmeldung – sprich, dass ein Kurs nicht akzeptiert wird – noch zu handeln. Da jedoch keine Kurse gewählt habe, welche stark von meiner eigentlichen Studienrichtung abweichen, rechnen ich nicht mit einer negativen Antwort.

Abends war ich heute mit David im Fitnessstudio und werde nun noch einen eher gemütlichen Abend verbringen. Am Wochenende ist dann wieder Wäsche waschen angesagt – Hurra! :o)

25.09.2008 um 23:57 Uhr

Cursos, escuela, ECTS, facultad, horas, ... , 25.09.08

An diesem sonnigen Tag bin ich schon früh, um 08:00 Uhr, aufgestanden. Nachdem ich richtig munter und geduscht war, marschierte ich los um der technischen Fakultät einen weiteren Besuch abzustatten und zu klären was es mit den vielen Kursstunden im Wochenplan auf sich hat. Um die Spannung gleich vorwegzunehmen: Es ist natürlich nicht so, dass ein Kurs 9 Stunden pro Woche hat. Was mich zu diesem Trugschluss führte war kein Denkfehler, sondern eine große Informationslücke, welche ich ohne weiteres Nachfragen nicht selber schließen hätte können. Ich habe bereits in einem früheren Eintrag erwähnt, dass mir schon einmal diese eigenartigen Zahlen unter den Kursen im Plan aufgefallen sind. Bei meinem ersten Besuch der technischen Fakultät teilte mir ein Mitarbeiter mit, dass es sich dabei um die Nummer des Saals (z.B. 3.4 3.Stock, Saal 4), in dem der Kurs stattfindet, handelt. Das ist soweit korrekt, jedoch verbirgt sich dahinter eine weitere Information. Wenn eine Vorlesung im Erdgeschoss bzw. ersten Stock stattfindet, dann handelt es sich immer um eine theoretische Einheit. Ist der zweite bzw. dritte Stock angegeben, so findet eine praktische Übung statt. Dies Übungen sind aufgeteilt und umfassen mehrere Gruppen. So können z.B. 6 Einheiten in den Stockwerken 2 und 3 im Wochenplan stehen, wobei es sich jedoch um 2 oder 3 Gruppen handelt. Soweit, so gut. Die Frage die sich nun stellt, woher soll man wissen wie viele Gruppen es gibt? Das lässt sich ganz logisch berechnen: 1 Credit bedeutet 10 Stunden Unterricht im Semester. Daher sind 3 Credits 30 Stunden. Auf 15 Semesterwochen gerechnet, ergeben sich somit 2 Stunden pro Woche. Wenn also 2 Stunden 3 Credits entsprechen, so entspricht 1 Stunde 1,5 Credits. Nun findet sich im Internet zu jedem Kurs eine Angabe wie die Creditpoints verteilt sind. Beispielsweise kann ein Kurs 9 Credits haben, wovon 6 theoretischer und 3 praktischer Natur sind. Mit dem errechneten Wert von 1,5 Credits pro Stunde bedeutet das nun, dass dieser Beispielkurs 4 Wochenstunden Theorie und 2 Stunden Praxis vorsieht. D.h., es müssen sich im Stundenplan also 4 Blöcke zu jeweils einer Stunde im Erdgeschoss bzw. ersten Stock finden, das sind die Theoriekurse. Sollten sich 6 weitere Stunden finden, welche im 2 oder 3 Stockwerk stattfinden, so bedeutet dies bei 2 Praxisstunden in der Woche, dass 3 Gruppen existieren. Ist doch ganz logisch, oder?

Nachdem ich diese Information aufgenommen und soweit für mich verarbeitet hatte, begann ich nun mit der Kursauswahl und dem Erstellen eines Stundenplans. Nach einigen Stunden Arbeit bin ich nun immer noch nicht fertig und werde mich erst morgen wieder mit diesem Spass quälen. Zurzeit habe ich noch einige Kurse, die mich interessierten würden, jedoch kollidieren diese oft mit bereits gewählten Kursen in meinem persönlichen Stundenplan oder haben nicht die erforderliche Anzahl an ECTS Punkten, damit ich auf die vorgeschriebenen Summe von 30 komme.

In der Küche war ich heute richtig kreativ. Wir haben schon vor einigen Tagen Tortillas gekauft ohne genau zu wissen wofür wir diese Verwenden werden. Jetzt habe ich alles was so in Frage kommt, aus dem Kühlschrank geräumt, Gemüse aufgeschnitten, etwas Hühnerfleisch gebraten und nach Lust und Laune drei geniale Tortillas zusammengestellt.

Abends haben wir uns dann zu Dritt – David, Gery und ich – zusammengesetzt und gemütlich ein Bier bzw. im Fall der harten Ungaren Whisky getrunken.

    

Links mein Mitbewohner David, rechts sein Freund Gery.

Nach diesem kleinen Umtrunk sind wir gegen 01:00 Uhr nachts los gezogen um die per Mail angekündigte Fiesta de Bienvendia für Erasmus Studenten in der nahe gelegenen Disco „Metro“ zu besuchen. War soweit ganz in Ordnung. Es scheint tatsächlich zu stimmen, dass man in Spanien so gegen 02:00 bzw. 03:00 Uhr in Discos geht. Die Fiesta war für 00:00 Uhr ausgeschrieben. Nun kamen wir schon eine Stunde später und man konnte die Leute in der Disco noch an zwei Händen abzählen. Zu späterer Stunde füllte sich das Nachtlokal dann jedoch und wir verbrachten einen netten Abend.

24.09.2008 um 23:49 Uhr

Unmenschlicher Aufwand vs. gemütliches Semester, 24.09.08

Heute habe ich mich wieder mit meinen Kursen herum geschlagen. Dazu war ich auf der technischen Fakultät. Der erste Eindruck war sehr positiv – doch das sollte sich bald ändern. Die Busfahrt zur Fakultät war sehr interessant: Da dieser Teil der Universität etwas außerhalb der Stadt gelegen ist, sah ich einige neue Bezirke. Am Weg zur Fakultät begeisterte mich die schöne Umgebung. Würde man diesen Tag verfilmen könnten man das Ergebnis „Studieren unter Palmen nennen“. Neben der Fakultät befindet sich ein wunderschöner Park names Parque Almunia und die Straßen sind von Palmen nur so überflutet.

 

 
 
  

Das Gebäude hinter dieser Palmen-Allee ist die „Escuale Técnica Superior de Ingeniería Informática y de Telecomunicación“, welche ich im Text kurz immer als die technische Fakultät bezeichne.

 

Eigentlich wollte ich an dieser Fakultät nichts weiter als einen Aufstellung, der für mich wählbaren Kurse – weiter nichts. Die Einschreibung dieser Kurse sollte dann, wie ich gestern in Erfahrung bringen konnte, problemlos über die wirtschaftliche Fakultät funktionieren. So ist es – glaube ich zumindest – immer noch, jedoch verunsicherte mich der zuständige Herr vor Ort ein wenig. Diesem war zuerst nicht ganz klar was ich nun von ihm wollte, wenn ich nicht eingetragener Studenten an dieser Fakultät bin und meine Universität, also die FH in Kufstein, keinen Austauschvertrag mit seiner Fakultät hat. Ein solcher besteht eben nur mit der wirtschaftlichen Fakultät. Señor Cortijo Bon war der erste komplizierte Spanier, den ich bisher kennen gelernt habe :o) Andererseits meinte er aber, es sei kein Problem Kurse an der technischen Fakultät zu absolvieren, jedoch an der wirtschaftlichen Fakultät eingetragen zu sein. Diese Aussage nahm ich für bar Münze, da es mir in dieser Art und Weise auch schon an der wirtschaftlichen Fakultät erklärt wurde, und ging mit einem kleinen Büchlein, indem generell alle Kurse der Universidad de Granada, sortiert nach Fakultäten, zu finden sind, meines Weges. Ebenso konnte ich einen Stundenplan für die technische Fakultät erhalten. Zusätzlich zu einer kleinen Portion Unsicherheit habe ich soweit also alles erhalten, was ich wollte. Zuhause angekommen erstellte ich nun einen persönlichen Stundenplan mit den bereits vor meinem Antritt gewählten Kursen. Dabei stolperte ich über so einige Unannehmlichkeiten: Einen Kurse konnte ich beim Abgleich mit den Gebotenen gar nicht finden, ein anderer existiert scheinbar nicht konkret wie zuerst im Internet beschrieben, sondern in etwas anderer Form und der Zeitaufwand für die Kurse ist das größte Kuriosum an der ganzen Sache. Wie bereits des öfteren erwähnt muss ich laut FH Kufstein 30 ECTS absolvieren. Einer der Kurse an der technischen Fakultät hat beispielsweise 7 ECTS und soll laut dem mir ausgehändigten Stundenplan 9 Stunden pro Woche (!!!) beanspruchen. Wollte man die 30 ECTS an diesem Beispiel hochrechnen, bräuchte ich circa 4 dieser Kurse. Das würde einen Stundenaufwand von 36 Stunden pro Woche bedeuten. Also irgendwo muss da ein tierisch großer Hund begraben sein. An der FH in Kufstein habe ich normalerweise zwischen 20 – 22 Vorlesungsstunden pro Woche und erreiche genauso 30 ECTS im Semester. Außerdem hatten die Austauschstudenten, welche ich in Kufstein kennengelernt habe, gerade mal um die 10 Stunden in ihrem Auslandssemester, sprich bei uns in Kufstein, zu absolvieren. Irgendetwas kann da nicht stimmen. Ein weiterer Hinweis auf einen groben Fehler im Falle der technischen Fakultät, stellt im Vergleich die Stundensituation an der wirtschaftlichen Fakultät dar. Dort kommen auf einen Kurs mit 6 ECTS hingegen 3 – 4 Wochenstunden. Ferner kann ich meine Kurse aus allen Richtungen und Jahrgängen wählen – von Vorner herein eine positive Sache. Wenn jedoch ein Kurs mit 9 Stunden die Woche täglich stattfinden, ist es sehr schwierig weitere Kurse so zu wählen, dass sich zeitlich keine Kollisionen ergeben – sehr schwierig sollte man vielleicht durch schier unmöglich ersetzen. Aufgrund dieser zahlreichen Ungereimtheiten werden ich nun morgen nochmals auf die technische Fakultät fahren um nachzufragen, ob ich nicht fähig bin den Wochenstundenplan richtig zu lesen oder ob diese Zahlen wirklich den Tatsachen entsprechen. Sollte Zweiteres der Fall sein, werde ich doch auch einige Kurse mit vernünftigem Stundenaufwand an der wirtschaftlichen Fakultät absolvieren müssen. Zu viele dürfen es aber auch wieder nicht sein, da die FH Kufstein mindestens 18 ECTS im technischen Bereich verlangt. Man darf gespannt bleiben.

 

Nachdem ich mir zuhause mein Hirn einige Stunden lang zu Brei gerechnet hatte, nahm ich mir dann doch eine Auszeit und ging mit David ins Fitnessstudio. Am Abend habe ich jetzt noch ein bisschen mit meiner Mum und Nadja geskypt. Voraussichtlich werde ich dann heute eher früher schlafen gehen um morgen wieder fit für neue Probleme zu sein. Aber Kopf hoch – das wird schon noch! :o)

23.09.2008 um 23:41 Uhr

Neue Woche, neue Infos, neuer Dreck, 23.09.08

Da sich der gestrige Tag was die Universität betrifft nicht sehr viel gebracht hat, bin ich heute auf eigene Faust nochmal los gezogen um die mir fehlenden Informationen einzuholen. Da ich bis jetzt nur an der wirtschaftlichen Fakultät eingeschrieben bin, war diese die mir am besten geeignetste Anlaufstelle für meine vielen offenen Fragen. Außerdem sitzt im dort angesiedelten Oficina de Relaciones Internacionales (ORI, dt. Büro für internationale Beziehungen) ein äußert kompetenter Mitarbeiter namens Joaquín, von dem ich bereits vor meiner Anreise viele wichtige Informationen per E-Mail erhalten haben. Nun weiß ich Folgendes: Es sollte eigentlich kein Problem sein mich nur für Kurse in der technischen Fakultät einzuschreiben. Dazu werde ich morgen an die technische Fakultät fahren um mir das Studienprogramm schwarz auf weiß aushändigen zu lassen. Die von mir gewünschten Kurse muss ich dann in ein Formular eintragen, welches ich ebenfalls schon erhalten habe. Mit diesem Formular gehe ich dann am 08.10.08 wieder ins ORI an der wirtschaftlichen Fakultät um mich schließlich für die Kurse zu immatrikulieren. Die Universität beginnt jedoch bereits am 29.09.08 – nun ja, in dieser Zeit habe ich die Gelegenheit mir die Kurse, die mich interessieren, anzusehen, ob diese wirklich meinen Vorstellungen entsprechen. Damit wären dann die technischen Kurse fixiert – sprich spätestens am 08.10.08. Zusätzliche möchte / muss ich noch den spanischen Sprachkurs machen um auf eine Gesamtanzahl von 30 ECTS (zur Erklärung siehe gestriger Eintrag) zu kommen. Der Einstufungstest für diesen Kurs findet jedoch erst am 09.10.08 statt. Sollte ich jetzt für diesen Kurs nicht genommen werden – sehr gut bzw. sehr schlecht Spanisch sprechenden Studenten wird die Teilnahmen interessanterweise verwehrt – würde mir ein Kurs fehlen. In diesem besonderen Fall sei es lt. Joaquín jedoch möglich auch nach dem 08.10.08 noch einen weiteren Kurs zu wählen. Ich bin schon sehr gespannt was bei diesem Level-Test so abgefragt wird und je nach Schwierigkeit werden ich versuchen den Test so halb-gut zu schreiben. Ich könnte mir vorstellen, wie auch Joaquín meinte, dass mein Spanisch eigentlich schon zu gut für diesen Kurs ist. Aber ich kann ja beim Level-Test, sollte es erforderlich sein, auch gerade einen schlechten Tag haben :o)

Am Nachmittag haben ich gemerkt, dass mein Zimmer eigentlich gar nicht so schmutzig war. Der Bereich der Wohnung, in dem die Waschmaschine und der Boiler stehen (s. Fotos des Eintrags vom 18.09.08), war dermaßen verschmutzt, staubig und von unnötigem Müll nur so vollgestopft. So habe ich heute in einem 3-stündigen Putzmarathon diesen Bereich auf Vordermann gebracht und allen unnötigen Müll (z.B. vor Dreck stehende, alte Handtücher, Bettlaken, unreinigbare Eimer und Waschbehältnisse, ...) entsorgt. Hier das Ergebnis:

 

 

 

Jetzt nach dieser Putzaktion bin ich recht geschafft und auch müde, dass ich David alleine ins Fitnessstudio gehen habe lassen. Stimmt gar nicht: Heute ist ein Freund von David angekommen, der auch an der Universidad de Granada studieren wird und jetzt noch auf Wohnungssuche ist. Bis er etwas gefunden hat bleibt er bei uns. Gery – die englische Version seines für mich unaussprechlichen ungarischen Namens – hat David also heute ins Fitnessstudio begleitet. Das Wetter heute war eher ernüchternd, teilweise hat es sogar recht stark geregnet, so dass ich zum ersten Mal in Granada einen Pullover getragen habe. Hier ein Foto der platsch-nassen Stadt aus dem Bus:

 

 

Was interessant zu beobachten war: In Granada finden sich immer viele Schwarze auf den Straßen, welche von Taschen über Filme und CDs bis hin zu Parfüms so ziemlich alles verkaufen. Kaum hat es zu regnen begonnen, standen heute alle mit Knirpsen und Regenschirmen im Angebot auf den Straßen. Rein wirtschaftliche gesehen wirklich keine schlechte Reaktion auf die vermeidlich steigende Nachfrage nach diesen Produkten – das muss man den Jungs lassen! :o)

Ach ja, noch einen positive Nachricht: Ich habe heute wieder elektronische Post von der Stipendienstelle Innsbruck bekommen – mein Antrag wurde nun endlich genehmigt! Ich muss zugeben, dass das gegen meine Erwartungen jetzt recht flott ging. Zum Glück! Darauf werden wir uns jetzt noch ein, zwei Tapas in unserer Lieblingsbar "Itaka" gönnen. Schönen Abend!

22.09.2008 um 23:33 Uhr

Zweiter Kontakt mit der Universität, 22.09.08

Heute fand diese „Informationsveranstaltung“ an der Universität statt. Schon 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung tummelten sich unzählige Studenten vor dem Vortragungssaal. Die können wohl alle noch nicht so lange hier sein und kennen die spanische Gelassenheit noch nicht :o)

 

 

 

Nun ja, viel gescheiter bin ich jetzt auch irgendwie nicht. Viele Informationen hätte ich schon vor 2 Wochen brauchen können, z.B. wie man am Besten eine Wohnung findet. Was mich weitaus mehr interessiert hätte, wären detaillierte Informationen über die Vorgangsweise bei der Kursauswahl. Dieser Kapitel wurde jedoch nur sehr kurz angeschnitten und außerdem gilt es für mich ohnehin zuvor noch eine andere Frage zu klären. Bis jetzt habe ich auf meiner Wunschliste 4 technische und einen wirtschaftlichen Kurs. Da ich jetzt erfahren haben, dass auch der Sprachkurs, den ich hoffentlich machen kann – das hängt von einem Level Test, der am 09.10.08 stattfinden wird, ab – 6 ECTS (European Credit Transfer System) bringt. Die FH in Kufstein schreibt für das Auslandssemester vor 30 ECTS zu absolvieren. Bis jetzt habe ich 5 Kurse von denen jeder ungefähr 6 ECTS hat. Nun wäre es mir am liebsten wenn ich den einen wirtschaftlichen Kurs durch den Sprachkurs ersetzen könnte. Damit musste ich nur einen Fakultät besuchen, nämlich die technische, und könnte mir so die umständlichen Wege zwischen wirtschaftlicher und technischer Fakultät sparen. Da nur die Plätze an der wirtschaftlichen Fakultät garantiert sind, ist auch die Auswahl von wirtschaftlichen Kursen unkomplizierter als andere. Bei anderen Fakultäten hängt es davon ab, ob noch Plätze in den jeweiligen Kursen frei sind. Ich werde nun morgen Vormittag auf die wirtschaftliche Fakultät gehen um mich zu informieren, wie ich jetzt weiter vorgehen muss um rein technische Kurse zu bekommen. Mit der FH in Kufstein habe ich bereits telefoniert. Von dieser Seite sollte es bezüglich des Kurswechsels keine Komplikationen geben und auch den Spaniern kann eigentlich noch eher egal sein, was ich hier studiere, solange meine Heimuniversität zustimmt. D.h. meine Rechnung sollte eigentlich aufgehen, nur ist mir die dazu nötige Vorgehensweise bislang noch nicht bekannt. Aber morgen dazu mehr.

Am Nachmittag kümmerten wir uns wieder um den Haushalt. Wir waren einkaufen, haben gekocht und kümmerten uns das erste Mal um den Müll. Bisher bestand unser Mülltrennsystem – naja, eigentlich Pepe's „System“ – rein aus einer Ansammlung aus verschiedensten Einkaufssackerl. Das sah dann heute – vor der Entleerung – etwa so aus:

 

 

Jetzt sieht das ganze so aus:

 

 

Ein bisschen aufgeräumter und sortiert! Passt zwar nicht zur spanischen Mentalität aber was die Müllpolitik angeht, halte ich mich lieber doch am westlichen Standard :o)

Am Abend waren wir jetzt noch trainieren - wirklich ein gutes Gefühl wieder mal Zeit zu haben etwas für seinen Körper zu tun. Hoffe mal, dass das auch, wenn dann die Vorlesungen begonnen haben, so weiter geht. In diesem Sinne: Gute Nacht! :o)


PS: Jetzt steht gerade schon wieder dieser unglaublich laute Müllwagen vor meinem Fenster. Das ist wirklich faszinierend: In unserem Mietvertrag steht, dass wir den Müll nur in den vorgeschriebenen Zeiten zur Vermeidung von Lärmbelästigung entsorgen dürfen. Aber die statt Granada holt diesen täglich so gegen Mitternacht mit einen riesengroßen, lauten Müllwagen ab.

21.09.2008 um 23:30 Uhr

Mama ist die Beste!, 21.09.08

Da ich gestern zum ersten Mal in Granada vor Mitternacht schlafen gegangen bin, konnte ich heute auch früher aufstehen. Kurz vor meiner Abreise habe ich mich telefonisch noch von meiner Oma verabschiedet, die mir im Zuge dieses Gesprächs geraten hatte auch einige Male ein Gotteshaus aufzusuchen – diesen Ratschlag habe ich heute beherzigt. So stand ich bereits um 08:39 Uhr vor der Iglesia de Gracia, welche direkt am Plaza de Gracia, also in unmittelbarer Umgebung unserer Wohnung gelegen ist.

 

 

Nachdem ich die spanische Mentalität nun schon kennen lernen durfte, sollte es mich eigentlich nicht mehr wundern, dass der Gottesdienst am Sonntag erst um 10:30 Uhr anfängt. Um mir die Zeit bis dorthin zu vertreiben ging ich wieder nach Hause und checkte meine Mails. Als ich um kurz nach 10:00 Uhr die Glocken der Kirche läuten hören konnte, marschierte ich wieder los. Während ich die Kirche betrat saßen bereits einige ältere Damen eifrig betend in den Bänken. Nach und nach füllte sich die Kirche weiterhin mit älteren Spanierinnen – den Altersdurchschnitt senkte ich mit meiner Präsenz erheblich :o) Ich dachte mir, dass in Spanien Sonntags noch mehr Leute und auch Jüngere zur Kirche gehen, obwohl: Da habe ich mich getäuscht. Kurz bevor der Gottesdienst begann, schalteten sich wie von Gotteshand die an den Säulen befestigten Ventilatoren ein. Interessant: Bei uns muss man sich zu jeder Jahreszeit eine Jacke in die Kirche mitnehmen, in Spanien wird mittels Ventilatoren gekühlt. Was mir ferner aufgefallen ist, dass keine Ministranten anwesend waren. Ich glaube das war nicht das letzte Mal, dass ich eine spanische Messe besucht habe – verstanden hab ich zwar noch nicht viel, aber doch ein bisschen – und so werde ich weiter beobachten, ob das eine Ausnahme war oder ob es in Spanien wirklich nicht üblich ist bei Messen zu ministrieren. Teilweise konnte ich Brocken der Lesung aus dem Evangelium verstehen und auch einige bekannte Verse wie das Vaterunser oder das Geheimnis des Glaubens.

Anschließend ging ich wieder nach Hause und widmete mich der Hausarbeit. Ich kramte ein Bügelbrett hervor, welches, wie so manches in dieser Wohnung, den Anschein erweckte schon längere Zeit nicht mehr benutzt worden zu sein. So machte ich mich zuerst daran das Bügelbrett und -eisen zu reinigen. Danach hing ich die getrocknete Wäsche ab und bügelte mein erstes T-Shirt.

 


 

Da Hausarbeit hungrig macht, konnte ich es nach dem Bügeln gar nicht erwarten etwas zu essen. Nur um diesen Trieb zu befriedigen stand vorerst erneute Hausarbeit an – kochen. Da ich schon halb am verhungern war kochte ich mir schnell ein paar Nudeln aus dem Packerl und zauberte mir noch einen Salat dazu.

Wenn man all diese Dinge selbst bewerkstelligen muss, merkt man erst welch Luxus es bedeutet in der Pension „Mama“ zu wohnen. Da scheint sich der Kühlschrank regelmäßig von selbst zu füllen, das Essen wie von Geisterhand zu kochen, die Wäsche von alleine zu waschen, die Wohnung scheint unmerklich von emsigen Kobolden gereinigt zu werden, u.v.m. Nun gut, ganz so ist es nicht. Ich weiß natürlich, dass dahinter meine aufopfernde Mutter steckt, nur habe ich mir noch nie vor Augen geführt – ich hätte es vermutlich auch vor dieser Erfahrung gar nicht gekonnt – wie viel Arbeit hinter so einem gut geführten Haushalt steckt. Die aufklärenden Worte meiner Mutter, welche jetzt absolut logisch und eindeutig klingen, habe ich lange Zeit beiseite geschoben und nicht beachtet: „Du wirst schon noch sehen, was es heißt in Pension „Mama“ zu wohnen.“ „Wenn du erst einmal alles selber zahlen musst, wirst du nicht mehr achtlos wegwerfen, was nur eine kleine Macke hat.“ Unzählige dieser Lebensweisheiten habe ich schon tausendmal gehört, jedoch noch nie ernsthaft beherzigt. Jetzt merke ich wie Recht meine Mutter von Anbeginn hatte und was es bedeutet die beste Mutter der Welt zu haben. Danke, für die unzähligen T-Shirts, die du mir Tag ein Tag aus gewaschen, gebügelt und auch noch in meinen Kasten geräumt hast! Danke, für die täglich mit Liebe gekochten Speisen! Danke, für eine stets ordentlich geputzte Wohnung! Danke, für einen immer vollen Kühlschrank, aus dem ich mich seit 20 Jahren ungefragt bedienen konnte! Danke, Mama!

 


 

20.09.2008 um 22:23 Uhr

Wäsche waschen, 20.09.08

Der heutige Tag war sehr, sehr unspektakulär. Dafür bin ich dem dunklen Turm wieder einige Schritte näher gekommen, sprich ich habe heute viel gelesen. Dazwischen waren wir einkaufen, da unsere Nahrungsvorräte schon beinahe aufgebraucht waren. Den Rest des Tages haben wir genutzt um uns das erste Mal ans Waschen zu machen. Nachdem wir uns von Pepe kurz per Telefon die Waschmaschine erklären haben lassen, konnte es auch schon losgehen. Wir haben die Wäsche zuerst getrennt – weiß, schwarz, bunt – und anschließend der Reihe nach in die Waschmaschine gestopft. Zum Schluss haben wir beschlossen die weiße Wäsche doch per Hand zu waschen, da es sich dabei nur um einige wenige Kleidungsstücke handelte. Nun hängt alles fein säuberlich am Wäscheständer zum Trocknen und morgen werden wir dann unserer Bügelkünste testen.

 


 

Ansonsten fühle ich mich heute irgendwie nicht so besonders. Es ist zu wenig um zu behaupten ich könnte krank werden, aber zu viel um mich wirklich fit zu fühlen. Hab heute dann gleich mal eine Aspirin geschluckt und werden zum Schlafen gehen noch eine nehmen. Dann werden wir ja sehen wie die Welt morgen aussieht. Bis zum Montag sollte ich nach Möglichkeit wieder auf dem Damm sein, da wir an diesem Tag die erste Informationsveranstaltung an der Universität bzgl. der Kursauswahl haben. Ich denke es wird das Beste sein, wenn ich mich heute eher zeitig ins Bett lege um eventuell noch ein bisschen zu lesen. Spätestens am Montag gibt es dann wieder spannenderes zu erzählen, wenn ich Neues bezüglich der Universität weiß. Schöne Grüße nach Tirol und viel Spass beim Ausgehen! :o)

19.09.2008 um 23:20 Uhr

¡Vivan las tapas!, 19.09.08

Heute habe ich mich – wie schon so oft in Granada – richtig gut ausgeschlafen und bin erst um 11:00 Uhr aufgestanden. Das erste Mal, dass ich mein Zimmer verlassen habe, war als jemand an der Tür läutete und David nervös in mein Zimmer sprang, ich sollte doch bitte aufmachen, da er gerade beim Kochen sei. Zwei junge Männer, wollten wissen ob wir bereits Internet haben und wie schnell dieses läuft. Da der Vertrag nicht auf mich läuft und ich keine Detailinformationen zu unserem Internetanschluss habe, dauerte dieses Gespräch nicht sehr lange. Anschließend half ich David beim Kochen: Ohne ein Wort zu sagen bereitete dieser ein vorzügliches Mahl für uns alle, sprich Pepe, David und mich. Wäre dieser Zwischenfall mit den Internettypen nicht eingetreten, hätte ich gar nicht mitbekommen, dass David Fisch mit einer genialen Tomatensoße kocht. Natürlich fragte ich ihn sofort, ob ich ihm helfen könnte. Nach Bejahung dieser Frage fing ich an den Reis zubereiten. Kurze Zeit darauf wurde ein köstliches Mittagessen serviert. Für Pepe haben wir einen Portion aufbewahrt, da dieser erst um 15:00 Uhr von der Arbeit nach Hause kommt. Nachdem Essen haben wir – wie immer – sofort das Geschirr gespült. Dabei habe ich einen der bereits etwas maroden Töpfe zu Bruch gebracht. Ich hielt den Topf scheinheilig am Griff und wollte mit einem Kochlöffel den Rest des leicht angebratenen Reis aus dem Topf kratzen – in diesem Moment brach der Griff vom Topf, jener polterte über den Küchenboden und der angebratene Reis spritzte in alle Richtungen. Nachdem David und ich uns vor Lauter lachen wieder fangen konnte, beseitigten wir die Schweinerei und beschlossen in den nächsten Tagen einen neuen Topf für Pepe zu besorgen :o)

 

 

Den restlichen Nachmittag habe ich mit Lesen verbracht und den 3.Teil der monumentalen „Der dunkle Turm“-Saga beendet. Gegen 18:00 Uhr gingen wir dann noch ins Fitnessstudio.

Danach habe ich mich meiner Liebsten gewidmet und circa 2 Stunde und 30 Minuten mit Nadja geskypt. Anschließend zogen David und ich los um die Stadt von Granada unsicher zu machen. Aus der großen Tour wurde schlussendlich nur ein Besuch zweier Tapas Bar, wobei wir an der zweiten unweigerlich hängen blieben. In dieser Bar waren wir heute zum zweiten Mal – sie heißt „Itaka“ - und bietet in der Tat geniale Tapas und unter anderem einige unserer Lieblingsgetränke an. In David's Fall wäre dies ein Whisky namens Jameson und in meinem ein Bier namens Guiness (leider nur aus der Flasche, aber immerhin).

So wünsche ich eine gute Nacht aus dem warmen Granada und hoffe, morgen bereits etliche Kommentar lesen zu können :o)

18.09.2008 um 23:15 Uhr

Ich will doch nur günstig Busfahren, 18.09.08

Im Gegensatz zu den letzten Tagen sind wir heute sehr früh - um 08:00 Uhr - aufgestanden. David wollte nochmals auf die wirtschaftliche Fakultät fahren um dort weitere Informationen einzuholen, welche ein Freund von ihm dringend braucht, der letztes Semester hier studiert hat. Ich bin mitgefahren und wollte die Gelegenheit nutzen um mich nochmals um diese Studentenkarte zum Busfahren zu kümmern. Als ich an der mir ursprünglich bekannten, zuständigen Stelle keine Informationen bekam, besuchte ich das Ayuntamiento de Granada (Rathaus). Zuerst musste ich durch einen Sicherheitskontrolle á la Flughafen (Durchleuchten meiner Bauchtasche, Ausräumen aller Taschen, ...). Anschließend kam ich in einen wunderschönen Innenhof der sich für ein Rathaus wirklich sehen lassen kann.

 


 

In einem mit wartenden Bürgern überfüllten Büroraum zog ich mir eine Nummer und wartete circa einen halbe Stunde bis ich dran war, sprich die Nummer 91 auf der digitalen Anzeige erschien. Nun ging es mit der Bürokratie auch schon los: Um den Bono Universitario für das städtische Bussystem von Granada zu bekommen – d.h. um für € 0,46 pro Fahrt durch Granada zu kutschieren – muss ich mich zuerst bei der Polizei melden um eine sogenannte NIE (número de itentidad de extranjeros = Identitätsnummer für Auswärtige) zu beantragen. Für diesen Vorgang bräuchte ich ein Passfoto, meinen Reisepass und € 17,20. Am Besten sollte man dort um 07:00 Uhr Morgens erscheinen, da später bereits zu viele Leute anstehen. Mit meiner NIE kann ich dann wieder zum Rathaus kommen um mich ins Einwohnerregister von Granada eintragen zu lassen. Dafür brauche ich nur: Kopie und Original meiner NIE, Reisepass, Kopie meines Mietvertrags der Wohnung in Granada, Kopie des Personalausweises meines Vermieters, Kopie der letzten Betriebskostenrechnung für meine Wohnung und zwei ausgefüllte Formulare mit meinen Daten – und all das um einen Studentenrabatt beim Busfahren zu bekommen.

Voll gepumpt mit einer Mengen an neuen Informationen ging ich wieder nach Hause und rief meinen Vermieter Francisco an, ob er mir die geforderten Dokumente zukommen lassen könnte. Francisco verstand diesen Aufwand überhaupt nicht und gab mir einen sehr, sehr guten Tipp: Angeblich sei der Bono – normaler Rabatt für jedermann mit dem man für € 0,65 durch Granada fährt – ganz einfach ohne Einschreibung ins Stadtregister und derartige Aktionen beim Busfahrer zu erhalten. Beide Rabatte erhält man in Form einer Scheckkarte, welche anschließend beim Busfahrer aufgeladen werden kann und zum Entwerten nur an ein Lesegerät beim Einsteigen im Bus gehalten werden müssen. Ich denke ich werde lieber € 0,19 pro Fahrt mehr bezahlen und mir dafür diese umständlichen Bürokratieprozesse ersparen.

Wie ich mit dieser NIE verfahre muss ich mir noch überlegen und mich genauer informieren. Normalerweise schreibt Spanien vor, dass jeder Auswärtige, der sich mehr als 90 Tage am Stück im Land aufhalten will, diese beantragen muss. Wie genau das wirklich genommen wird und was passiert wenn man diese NIE nicht hat, ist mir bis dato noch nicht bekannt.

Nach diesem verwirrenden und anstrengenden Vormittag habe ich einen umso ruhigeren Nachmittag verbracht. Was mich sehr gefreut hat: Ich habe meine erste Post bekommen und zwar von meinem Schatz aus Tirol. Nadja hat mir am Herbstfest in Rosenheim ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Alles was ich will, bist du“ geschenkt. Ich hätte dieses gerne nach Spanien mitgenommen, jedoch entschieden wir gemeinsam, dass dieses die Anreise vermutlich nicht überleben würde. Jetzt hat mir meine Nadja dieses Herz naturgetreu aus Karton nachgebastelt und per Post geschickt. Hängt bereits über meinem Schreibtisch an der Wand! :o)

Da auch mal der Wunsch geäußert wurde Fotos vom Rest meiner Wohnung zu sehen ging ich heute mal auf Fototour. Die Resultate folgen nun:

Die Eingangstür in der Calle Casillas de Prats 5.


Nochmal die Eingangstür aus einer anderen Perspektive.



Als ich hier zum ersten Mal eintrat, erinnerte mich der
Eingangsbereich mehr an ein Schwimmbad, als an ein Wohnhaus.


Alle Häuser, die ich mir so angesehen habe, hatten
recht noble Eingangsbereich - so auch dieses.


Die Briefkästen: Ganz oben links steht noch der im Text genannte Brief meiner Nadja aus dem Postkasten heraus. :o)


Die Eingangstür zu unserer Wohnung, 1° A.


Der Gang durch die Wohnung, gleich auf der
linken Seite ist das Zimmer von Pepe.


Ein weiteres Foto des Gangs mit der Tür zur Küche.


Unser gasbetriebener Herd und Backofen. Im rechten unteren Eck
seht ihr unser “Müll-Trenn-System”, aber immerhin trennen wir :o)


Pepe hat stets einen recht gut gefüllten Kühlschrank…


Die bisher noch nie benutzte Waschmaschine - schön langsam wird’s Zeit. Voraussichtlich werden wir am Wochenende das erste Mal waschen. Über der Waschmaschine hängt der gasbetriebenen Warmwasserboiler.


Wohnzimmer


Esstisch im Wohnzimmer

Der lebensnotwendige W-LAN Router der uns Tag für Tag Internet
spendet und es mir unter Anderem ermöglicht diesen Blog zu führen.


Zwei geräumige Regale im Bad – für zwei Männer
reichen diese leicht aus, auch mit Bügeleisen :o)


Badewanne – diese eigenartige Spur hat sich quasi festgefressen und lässt sich nicht entfernen – zum Duschen reicht's.
 

Da das Bad nicht gerade riesig ist war dieses Motiv gar nicht so einfach einzufangen – ich stehe ganz an der Wand.


Den restlichen Nachmittag hab ich wie ein typischer Spanier verbracht und einen kleine Siesta geschlafen. Ach ja, ich habe meine € 200 wieder bekommen! Die Rücküberweisung ist heute eingegangen und auch die € 50 von der zweiten fehlerhaften Behebung wurden bis Dato noch nicht verbucht. Jetzt dürfte mein Konto schön langsam wieder auf dem aktuellen und richtigen Stand sein.

Nun mal sehen, was der Abend noch so bringt – denke nicht mehr sehr viel. Vermutlich werden wir noch ins Kino gehen um uns den neuen Batman Film - el caballero oscuro - anzusehen. Der soll laut David sehr gut sein. Man hört sich morgen! :o)

17.09.2008 um 23:55 Uhr

Putzen, putzen, putzen, ..., 17.09.08

Es ist wirklich sehr interessant, was man alles so macht, wenn man viel, viel Zeit hat. So habe ich beispielsweise heute bis 13:00 Uhr geschlafen. Keine Ahnung warum. Ich war eigentlich der Meinung es wäre noch recht früh als ich aufgestanden bin, da ich auf der Straße nicht sehr viel hören konnte. Nun ja, jetzt weiß ich, dass das lediglich daran lag, dass die Spanier bereits Mitten in ihrer Siesta waren. Ich bin zwar mit meinen Zimmer schon sehr zufrieden, aber der Staubfaktor ist immer noch auf einem unbefriedigenden, hohen Level. Aus diesem Grund habe ich alle Möbel und Einrichtungsgegenstände, bis auf den großen, schweren Kleiderschrank, ins Wohnzimmer geräumt und den Boden erneut gewischt.

 

 
 
 

 

Die Zeit, in der der Boden trocknete, nutze ich um die einzelnen Möbel vom Staub zu befreien. Nach gut 3 (!) Stunden - wie ihr seht ich habe wirklich viel Zeit - war der ärgste Staub beseitigt und mein Zimmer komplett neu eingerichtet. Der Hauptgrund für einen von Grund auf neue Konstellation der Möbel, lag in der interessanten Tatsache begründet, dass sich in meinen Zimmer 3 Schalter für ein und dasselbe Licht befinden, jedoch keiner in Reichweite meines Bettes war. So habe ich nun mein Bett an einen dieser Lichtschalter gestellt und die anderen Einrichtungsgegenstände entsprechend platziert.

 

 
 
 
 
 
 

 

Nebenbei bemerkt, sah ich heute die Stadt Granada zum ersten Mal unter eine Wolkendecke. Dies änderte jedoch die Temperatur in keinster Weise. So war es draußen immer noch sehr warm, als ich los zog um eine Schreibtischlampe zu kaufen. Anschließend ging ich mit David ins Fitnessstudio. Das mit dem Mithalten, kann ich wohl nicht wirklich einhalten, da David bereits am frühen Morgen zum ersten Mal im Fitnessstudio war, sprich diesen Tag jenes zwei Mal besuchte. Wobei, ich würde die Latte auch ein wenig zu hoch setzen, wollte ich mit einem 20-fachen ungarischen Schwimmmeister, einem 4.platzierten Europameister und einem 5.platzierten Weltmeister mithalten.

Gegen Abends, das wäre in Spanien so um 22:00 Uhr, gingen wir mit unserem spanischen Mitbewohner Pepe noch auf ein, zwei Bier in eine Tapas Bar.

Bezüglich meiner Studienbeihilfe habe ich noch nicht viel Neues gehört. Angeblich ist der zuständigen Stelle in Innsbruck die Finanzsituation meiner Mutter nicht bekannt, jedoch jene meines Vaters, welche sich verbessert haben soll – davon habe ich rein gar nichts – und zum Abbruch meiner Unterstützung führte. Nachdem nun meine Mutter einige Unterlagen nachreichte, wird mein Antrag von Neuem aufgerollt. Das bedeutet für mich: Abwarten.

So wie es aussieht gibt es noch eine positive Nachricht: Ich habe euch ja von der 2.Fehlbehebung am Bankomaten über € 50.- vor zwei Tagen berichtet. Heute habe ich gesehen, dass nur eine – nämlich die erfolgreich getätigte Behebung – verbucht wurde. Damit würden „nur“ noch die € 200.- von der ersten Fehlbehebung ausstehen – diesbezüglich weiß ich noch nichts Neues und mir wird nichts anderen bleiben als weiterhin abzuwarten. Ich habe jedoch bereits für mich beschlossen, die Bankomatbehebungen soweit wie möglich einzustellen. D.h., dass ich einmal im Monat einen größeren Betrag an einem Bankomaten, von dem ich weiß, dass es dort schon einmal funktioniert hat, beheben und dann das Geld zu Hause deponieren werde. Denn ich kann sehr gut auf die permanente Aufregung und die Frage: „Bekomme ich diesmal mein Geld oder nicht?“ bei jeder Bankomattransaktion verzichten. So wünsche ich für heute eine gute Nacht und wir hören uns morgen! :o)

16.09.2008 um 23:57 Uhr

La caja vuelve loco a mi, 16.09.08

Der heutige Tag begann sehr, sehr ereignislos – das sollte sich jedoch bald ändern. Nachdem Aufstehen setzte ich mich erstmal einige Zeit vor den Laptop um unterschiedliche Dinge zu erledigen. Nachdem ich ein wenig durch die Gegend kalkuliert und gemerkt habe, dass ich bis auf die unendlich scheinende Anhäufung an einmaligen Ausgaben doch noch ganz gut im geplanten Rahmen bin, kam schon die erste schlechte Nachricht des Tages. Gestern hatte ich wieder eine etwas suspekte Bankomatbehebung, welche mir lediglich das „Luftgeld“ lieferte, mit welchem ich bereits vor einige Tagen Bekanntschaft machen durfte. Auf dem Beleg stand jedoch groß „operación cancelada“, was soviel bedeuten soll wie „Transaktion abgebrochen“. Auch am Monitor wurde mir ausgegeben, dass ich leider ihm Moment nicht bedient werden konnte – aus welchem Grund auch immer. Rein vorsichtshalber und eher rhetorischer als ernsthafter Natur schrieb ich eine Mail an meine Betreuerin bei der Volksbank in Kufstein, ob auf meinen Konto eh nicht wieder eine Vormerkung einer nicht erfolgreich abgeschlossenen Transaktion zu sehen sei. Wie es der Teufel so will, existiert diese Vormerkung hingegen meiner Annahme tatsächlich. Nun fängt das Spiel wieder von Vorne an: Ich muss abwarten bis mir die angeforderten jedoch nicht erhaltenen € 50.- tatsächlich abgebucht werden. Anschließend kann meine Betreuerin eine Reklamation an die Europay Austria Gesellschaft schreiben und das Geld wird mir retour überwiesen. So wurde auch mit den € 200.- verfahren, welche mir in der Tat abgebucht wurden. Die Reklamation sollte schon bei Europay eingelangt sein und nun warte ich, dass ich dieses Geld wieder bekommen. In Summe handelt es sich jetzt um € 250.-. Laut Volksbank Kufstein soll dies alles kein Problem darstellen und ich gehen auch mal davon aus, dass sich alles in Wohlgefallen auflösen wird. Allerdings ist es einfach nur ungut, wenn man nicht weiß was da auf dem eigenen Konto mit dem Geld passiert und jeder Blick aufs Online-Konto neue Überraschungen bereit halten kann. Ich halte euch auf dem Laufenden wie diese Geschichte ausgeht.

Um circa 16:00 Uhr ging ich mit David wieder zum Schwimmen. Dieses Mal hatte ich mir zuvor auch einen Schwimmbrille besorgt, da es sich damit wesentlich besser krault. Da das Freischwimmbad am Campus Fuente Nueva aus unerfindlichen Gründen geschlossen ist, suchten wir einen Anderes auf und wurden in der Calle Arabial fündig. In diesem überdachten Schwimmbad – bei diesen hoch sommerlichen Temperaturen eigentlich Schade - will eine Vorschrift, dass jeder eine Schwimmhaube trägt. Bis jetzt drückte ich mir aus Automaten eigentlich nur Kaugummis oder Getränke, doch in Spanien bekommt man da auch Taucherbrillen, Schwimmhauben, usw. :o)

Nachdem wir unser wiederum körperlich ertüchtigt hatten – nach diesem Semester werden ich, dank meines neue Mitbewohners, wohl die Form meines Lebens erreicht haben – besorgten wir am Heimweg noch schnell einige Kleinigkeiten im Supermarkt und schlenderten dann gemütlich nach Hause.

Von dort aus brach ich dann noch einmal kurz auf um mich erneut über meine Handywertkarte zu informieren. Gestern Abend viel mir auf, dass mein Guthaben interessanterweise ohne mein Zutun zu schrumpfen scheint. Jedes Mal wenn ich mein Guthaben abfrage, anschließend keinerlei Aktionen mit meinen Handy setze und das Guthaben nach einer Stunde erneut abfrage, hat sich dieses um circa 20 bis 30 Cent vermindert. Alles was geschah war, dass ich ein SMS bekommen hatte. Doch das kann wohl hoffentlich nichts kosten, oder? Naja, auf zum Orange Shop, die werden mir schon Bescheid geben. Im ersten Shop war die Angestellte eher minder freundlich und meinte ich sollte die Service Line kontaktieren. Hmm, eine spanische Servic Line anrufen und denen das per Telefon auf Spanisch erklären – irgendwie weniger geschickt. So beschloss ich zu einem anderen Orange Shop zu gehen, welcher nicht sehr weit von dem vorherigen entfernt ist. Dort hatte ich meine Wertkarte vor einigen Tagen gekauft und wusste, dass ich dort einen recht freundlichen Herren, der auch ein wenige Englisch konnte, angetroffen hatte – vielleicht würde es mir so leichter fallen die Sache zu klären. Und hier kommt wieder der alte, böse Bocksbeinige ins Spiel: Den Mann traf ich freilich nicht an. Dennoch war die anwesende Damen freundlicher als die Erste und konnte mir auch eine sehr entscheidende Information geben: Die Abfrage des Guthabens, welche ich etliche Male getätigt hatte um mein Guthaben zu beobachtet, ist nach einer Aufladung nur 5 Mal kostenfrei möglich. Nachher – haltet euch fest – kostet einen Abfrage 30 Cent! Naja, jetzt da ich über diese Tatsache in Kenntnis gesetzt wurde, werde ich mein Guthaben vermutlich nicht mehr 13 485 Mal am Tag abfragen.

Nachdem ich bezüglich meines Bank- und Handykontos recht aufgebracht und leicht genervt war, taten mir die vergangenen Stunden hingegen sehr gut. Diese habe ich damit verbracht mit meinem Schatz, Dad und meiner Mutter zu skypen und mein „Leid“ zu klagen. Wohlwollende Hinweise, Tipps und einfach gutes Zureden motivierten mich wieder. Ich denke ich werden diesen eher eigenartigen Tag nun mit einem Schluck „maestro radical“ abschließen und für morgen auf einen Besseren hoffen. ¡Buenas noches!


PS: Bei „maestro radical“ handelt es sich um eine kreative Wortkreation meines Schwiegervaters in spe, welche eine wörtliche Übersetzung des Zillertaler Meisterwurzes ins Spanische darstellt. Sehr kreativ, wie ich zugeben muss! :o) ¡Viva el maestro radical!

15.09.2008 um 22:54 Uhr

Erster Kontakt mit der Universität, 15.09.08

Nachdem wir uns in der neuen Wohnung mehr oder weniger eingelebt haben, sprich wissen wie man an warmes Wasser kommt, den Gasherd zu bedienen wissen, Licht an jenen Stellen haben, an denen es unbedingt erforderlich ist, usw., besuchten wir heute zum ersten Mal den Campus de Cartuja. So heißt der Stadtteil, indem sich die meisten der zur Universidad de Granada gehörenden Fakultäten befinden. Unter anderen auch die Facultad de Ciencias de Económicas y Empresariales (FCEE). Diese Fakultät ist sozusagen die erste Anlaufstelle für alle Austauschstudenten – egal, an welcher Fakultät man dann schlussendlich studiert, inskribiert sind alle an der FCEE. Was die Kurswahl anbelangt, konnte heute noch nichts ausgerichtet werden. Wir haben uns lediglich gemeldet, dass wir in Granada sind sozusagen, und haben unseren Studentenausweis beantragt. Kommenden Montag werden wir dann informiert wie die Kursauswahl ablaufen wird. Ich bin mir da noch nicht ganz sicher, da ich von der FH Kufstein aus unausweichlich technische Kurse belegen muss, garantiert freie Plätze, jedoch nur an der wirtschaftlichen Fakultät, also der FCEE, vorhanden sind. Das Studieren an anderen Fakultäten ist je nach freien Plätzen in den Kursen möglich oder nicht. Das Ganze wird sich nächste Woche hoffentlich auf positive Art und Weise klären.

Anschließend wollte ich mir noch einen Studentenkarte für das Stadtbusnetz in Granada besorgen, nur leider arbeitet die zuständige Stelle nur Vormittags. Mal sehen, werde da vielleicht morgen nochmal hinschauen. Was mir schon aufgefallen ist: Hier in Spanien läuft ALLES viel entspannter ab, was mir nicht unbedingt schlechter gefällt. Die Leute haben total die Ruhe weg, wenn etwas erst morgen geht dann eben erst morgen und wenn's nächste Woche wird, bricht die Welt auch nicht zusammen – wo sie Recht haben, haben sie Recht. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Bestellung der Gasflaschen: In unserer Wohnung, so wie in den meisten, wird per Gas das Warmwasser geheizt und der Herd, sowie Backofen betrieben. Benötigt man Nachschub so ruft man einen Nummer an und macht sich mit dem Lieferanten einen Tag aus. Dieser kommt dann Vormittags. Das kann um 09:00 Uhr sein, aber auch um 11:00 Uhr oder kurz vor Mittag. Von wegen in Spanien gibt es keinen Zeitverschiebung: Kann mir dann wer erklären warum diese Leute erst zwischen 22:00 und 23:00 Uhr zu Abend essen??? David hat uns heute eine ungarische Spezialität vorbereitet – schmeckte übrigens ausgezeichnet – und Pepe war total schockiert als wir um 20:30 Uhr das Abendessen servierten. Naja, an so einiges müssen wir uns doch noch gewöhnen.

Es ist wirklich interessant wie gut ich mich mit meinem Mitbewohner David verstehe. Wir haben total viele Ähnlichkeiten: David mag keinen Oliven, ich auch. Ich bin großer Meisterwurz Liebhaber, David auch. David hat eine Freundin zu Hause, die auf ihn wartet, ich auch. David lebt zum ersten Mal in einem eigenen Haushalt, ich auch. David ist ein vernünftiger und guter Student mit einer gesunden Portion Party-Geist, ich auch. David ist eine ordentliche Kant'n, ich ... ähm ...gebe mein Bestes um mitzuhalten :o) So waren wir heute das erste Mal im Fitnessstudio. Glücklicherweise gibt es gleich um die Ecke gleich zwei dieser Muggi-Buden. Nachdem wir einen Unterschied von 11 € (!) im Monatspreis feststellen konnten, haben wir uns sofort für das kostengünstigerer Fitnessstudio namens Gimnasio Neptuno mit einem Monatspreis von 28 € entschieden. In dem Studio findet man alles was man zum Trainieren braucht und im Moment habe ich auch endlich wieder einmal die Zeit für eine derartige Aktivität. Ich hoffe mal, dass sich das während des Semesters nicht wesentlich ändern wird. Wir werden sehen – aber genug für heute. Ich werde mich jetzt noch ein bisschen dem dunklem Turm widmen, der genialsten Geschichte, die je aus der Feder des Masters of Horror – Stephen King – entsprungen ist. Gute Nacht!

14.09.2008 um 23:53 Uhr

Un día en Salobreña, 14.09.08

Wie bereits gestern angekündigt waren David und ich heute an der Südküste Spaniens in dem schönen Ort Salobreña. Um dorthin zu kommen sind wir zuerst zum Busbahnhof in Granada gefahren. Am Kartenverkaufsschalter saß eine unheimlich motivierte Mitarbeiterin, welche uns aufgrund ihrer massiven Aufmerksamkeit gleich einen Stein in den Weg legte. So stellte sie zuerst ein Ticket mit Abfahrtszeit 11:00 Uhr aus, wobei ich mir sicher bin 11:30 Uhr gesagt zu haben. Dies tat sie ungefähr um 10:59:59 Uhr. Da uns das nicht gleich auffiel, fragten wir beim Informationsschalter von welchem Bahnsteig denn dieser Autobus fahren würde. Eine etwas freundlichere Kollegin meinte, dass wir diesen Bus bereits versäumt hätten. Nun durften wir uns wieder hinten in der Schlangen anstellen, um die Abfahrtszeit am Ticket korrigieren zu lassen. Missmutig kam die hoch motivierte Angestellte unserem Wunsch nach und wir konnten nun unserer einstündige Busfahrt nach Salobreña antreten.

Am Weg zum Strand stach mir bereits ein wunderschönes Charakteristikum dieser bezaubernden Stadt ins Auge. Ich habe noch nie einen Ort mit derartig vielen Palmen gesehen. Jeder Kreisverkehr, jede noch so kleine Gasse ist mit Palmen nur so überhäuft.

 

 
 

 

Am Strand angekommen gingen wir, nachdem wir unsere Sachen deponiert hatten, sofort ins Wasser. Ich habe mir das Meer etwas wärmer vorgestellt, denn viel mehr als 20°C betrug die Wassertemperatur sicherlich nicht. Da jedoch keine einzige Wolke am Himmel zu sehen war, konnten wir uns anschließend am Sandstrand wieder von der Sonnen aufwärmen lassen. So ungefähr um 14:00 Uhr stellte sich bei uns der Hunger ein. In einem kleinen Restaurant nahe dem Strand fanden wir einen sehr günstige und schmackhafte Gelegenheit unsere Bäuche zu füllen. So verzehrte ich das Tagesmenü in folgender Komposition: Gazpacho als Vorspeise, einen Fischteller mit circa 8 verschiedenen Fischen als Hauptspeise und Milchreis um das Menü in süßer Form abzurunden. Im Menü enthalten war Brot und ein Getränk und das Ganze um 15 €. Ich finde der Preis kann sich wirklich sehen lassen. Anschließend waren wir nochmals im Wasser und lagen dann bis 16:00 Uhr in der Sonne.

Direkt am Strand befand sich ein kleiner Felsen, welche ähnlich wie eine Halbinsel ins Meer ragte.

 

 

Nachdem wir diesen bestiegen hatten, realisierte ich, dass dieser doch nicht so klein war wie er von der Ferne wirkte. Von dort oben hatten wir eine geniale Aussicht auf den unter uns liegenden Strand und das Meer.

 

 

Auch die gute Wasserqualität war von dort oben noch besser erkennbar als im Wasser selbst, da sogar aus dieser Höhe der Meeresgrund, der sich doch in einer nicht zu verachtenden Tiefe befand, gut zu erkennen war.

Da wir dann doch etwas zu früh an der Bushaltestelle angekommen sind, gingen wir noch in eine nahe gelegenes Café etwas trinken. Um 17:45 Uhr kam dann der Bus, der uns wieder zurück nach Granada brachte.

Den heutigen Abend werde ich eher gemütlich angehen, da noch einige Vorbereitungen für morgen zu treffen sind. Morgen Vormittags werden wir uns das erste Mal auf die Universität wagen um uns dort registrieren zu lassen. Dazu muss noch ein Formular ausgefüllt und zwei Passfotos und eine Bestätigung der FH Kufstein über meinen Auslandsaufenthalt mitgebracht werden. Mal sehen, ob das morgen alles glatt über die Bühne läuft, ansonsten habt ihr vermutlich wieder etwas Aufregenderes als heute zu lesen :o)

13.09.2008 um 23:34 Uhr

¡Qué suciedad!, 13.09.08

Hurra, ich habe noch nichts verschrien! Ein weiterer ruhiger Tag neigt sich dem Ende zu. Heute bin ich gemütlich so gegen 10 Uhr aufgestanden. Zum Frühstück gab es Rühreier al Ben mit einem Stück Weißbrot. Schön langsam komme ich auch ganz gut mit dem gasbetriebenen Herd zu recht. Die Gewohnheit dass man den Boiler stets vorher anwerfen muss um Warmwasser zu erhalten, wird sich hoffentlich auch bald einstellen – noch ist das nicht der Fall.
Danach konnte ich einige Angelegenheiten am Laptop erledigen, beispielsweise das Aktualisieren der Homepage des Minigolfvereins oder das Checken der Stundenpläne der Universität für meine Wunschvorlesungen. Dabei bin ich mir jedoch noch nicht ganz sicher, da bei den Vorlesungen an der technischen Fakultät immer so komische Nummern wie 2.2 oder 3.1 dabeistehen. Ich denke mal das sind unterschiedliche Gruppen, wenn nicht, dann hab ich an dieser Fakultät enorm viele Vorlesungen ... es muss sich dabei fast um Gruppenteilungen handeln, naja, wir werden sehen. Am 22.09 haben wir ein Einführungsseminar, indem hoffentlich all diese Frage beantwortet werden. So gegen 14:00 Uhr machten wir, David und ich, uns an die Zubereitung des Mittagessens – Fischfilet mit Gemüse. Ohne eingebildet klingen zu wollen: Das ist uns wirklich äußerst gut gelungen!

 

 

Nach dem Mittagessen unternahmen wir eine gemütlichen Verdauungsspaziergang durch einen nahe gelegenen, wunderschönen Park namens Parque García Lorca.

 

 


 

Den angebrochenen Nachmittag haben wir dann damit verbracht, indem wir uns darüber informiert haben, wie es mit den Busverbindungen gen Süden aussieht, da wir morgen vorhaben ans Meer zu fahren. Eine fahrt soll angeblich lediglich 5,70 € kosten und circa eine Stunde dauern. Mal sehen wann wir morgen aufbrechen – ich vermute mal so gegen 11:00 Uhr Vormittags. Anschließend sind wir noch einkaufen gegangen.
Abend waren wir nun ein paar Bier trinken und genossen die genialen spanischen Tapas. Wir haben auch eine Bar gefunden, welche in Spanien in die Kategorie „Chupiteria“ fällt. Dabei handelt es sich um eine Bar, in der lediglich Shots verkauft werden. Dabei verstehen Spanier unter Shots nicht nur Tequila, Absinth, Wodka und ähnliche grausame Dinge, sondern auch Cocktails im Miniformat. Wir ließen uns natürlich nicht davon abhalten einige dieser Köstlichkeiten zu probieren. Den Abend beendeten wir mit einem wohlschmeckenden Guinness.
Nun aber zu einem Punkt auf den vermutlich schon viele Leser lange gewartet haben – meine Zimmer. Ich heute auch einige Zeit damit verbracht mein Zimmer auf Vordermann zu bringen. Dazu habe ich den Boden gewischt und die Fenster geputzt. Ich habe noch nie ein Tuch so schwarz gesehen, wie jenes, welches ich zur Reinigung meines Fenster benutzt habe. Aber wie auch immer, jetzt sehe ich meine Nachbarn klar und deutlich :o)

 

 


 

Mein Zimmer ist ausgestattet mit einem gemütlichen Bett, welches mit einer herzallerliebsten Winnie Pooh Bettwäsche (eine „Mitgift“ meiner geliebten Nadja) überzogen ist, einem angenehmen Schreibtisch, einem großen Kasten, einem Regal, auf dem der Meisterwurz meines zukünftigen Schwiegervaters thront, und einem Nachtkästchen. Da die rein textuelle Beschreibung nicht gerade aussagekräftig ist, findet ihr nun einige Fotos meines Zimmer im folgenden Abschnitt. Ich wünsche euch viel Spass beim Durchsehen der Bilder und wünsche euch eine gute Nacht!

 

 

 
 
 
 
 
 

 

12.09.2008 um 23:46 Uhr

Der erste ruhige Tag, 12.09.08

Ich will ja nichts verschreien, aber ich kann mir vorstellen, dass schön langsam Ruhe einkehrt. Was die Universität anbelangt habe ich bisweilen noch nichts erledigt, dabei könnte es vermutlich noch zu einigen (unangenehmen) Überraschungen kommen. Aber vorerst konnte ich heute den ersten ruhigeren Tag verbringen.

Nachdem ich mich gestern mit David, meinen neuen Mitbewohner, und Francisco, unserem Vermieter, zur Vertragsunterzeichnung getroffen habe, bin ich auch gleich in der Wohnung geblieben. Gemeinsam mit Pepe, ein sympathischer Spanier, der schon seit über einem Jahr hier wohnt und in einer Bank names CajaSol arbeitet, habe ich noch die kabellose Internetverbindung eingerichtet und meine Koffer soweit ausgepackt. Abends fragte mich Pepe dann, ob ich mit ihm und einem Freund names Pascal, ein Franzose, der jetzt noch hier Urlaub macht und je nachdem, ob er eine Arbeit findet, bleibt oder nicht,noch auf ein oder, zwei Bier und Tapas gehen wolle. Da ich bisher noch nie in den legendären Tapas Bars war, habe ich dieses Angebot natürlich nicht abgelehnt. Jetzt weiß ich: Es gibt nichts Genialeres an Spanien als die Tapa Bars. Dort bestellt man ein Getränke, z.B. ein kleines Bier – dabei reichen die Preise von 1,50 € bis 1,90 € - und bekommt kostenlos einen Tapa je nach Wahl dazu. Tapas sind kleine Snacks wie z.B. Mini-Pizzas, Hot Dogs, krokettenartige Dinger mit genialer Käsefüllung, Tortillas, Hamburger, ... Je nach Tapas Bar gibt es eine unterschiedliche Auswahl, wobei manche Klassiker überall erhältlich sind und Andere Spezialitäten der jeweiligen Bar darstellen. Nachdem wir zu Hause angekommen sind und gemütlich noch ein Glas Ron (schwazer Rum) mit Coca (Coca Cola) getrunken haben, hatte ich mein Zimmer noch fertig eingerichtet und mich dann so gegen 02:30 Uhr ins Bett, welches bereits mit der kuschelweichen Winnie Pooh Bettdecke – eine „Mitgift“ meines Schatz' – überzogen ist, gelegt.

Heute bin ich erst um 11:30 Uhr aufgestanden. Man schläft tatsächlich weitaus besser, wenn nicht noch 5 andere Leute im gleichen Zimmer liegen und ganz nach Belieben irgendwann aufstehen um Radau zu schlagen. Nach einer eiskalten Dusche – da wusste ich noch nicht, dass das Warmwasser mittels Gas vorgeheizt werden muss – war ich putzmunter und fit für den neuen Tag. Ich habe meine E-Mails gelesen, anschließend mit David beim Inder um die Ecke gegessen und die ersten Nahrungseinkäufe für die eigenen Wohnung getätigt. Nachdem wir gemeinsam die Küche mit Fertignudeln, Pizza, Bier und Säften vollgestopft hatten, gingen wir ins Universitätsschwimmbad. David ist ein äußerst sportlicher Typ und in Ungarn auch bei einem Schwimmverein. So bewältigte er locker 60 Längen in sämtlichen Variationen – Rücken, Kraulen, Brust, Delphin, ... Da ich mir noch keinen Schwimmbrille zugelegt habe, schwamm ich 20 gemütliche Brustlängen in dem 50 m langen Becken.

Wieder zu Hause angekommen trafen wir gerade noch Pepe, der sich gerade auf den Weg in seine Heimatstadt Sevilla machte um dort das Wochenende zu verbringen. Zum Glück haben wir ihn ncoh erwischt um uns erklären zu lassen, wie das Warmwasser aktiviert werden kann. Dabei handelt es sich um eine etwas komplizierte Prozedur, bei der zuerst das Gas aufgedreht, dann ein Drehschalter am gasbetriebenen Boiler betätigt und anschließend eine Weile gewartet werden muss. Als nächstes wollten wir versuchen unser erstes, selbst kreiertes Essen zuzubereiten – Fertignudeln aus'm Packerl. Mittlerweile haben wir Pepe den Spitznamen Batman verliehen, da die meisten Lampen in der Wohnung defekt sind, so auch in der Küche. Diese Bedingungen gestalteten das Kochen nicht gerade einfacher. Pepe verwendet in der Küche rein eine Schreibtischlampe um bei „Licht“ zu kochen. Nach Erstellung eines fachmännischem Elektrikergutachtens, stellten wir fest, dass einerseits die Neonröhre in der Küche und andererseits auch der Starter getauscht werden müssen. Um jedoch unseren Hunger zu stillen, tauschten wir vorübergehend die defekten Teile mit jenen aus unseren Zimmern. Da der Versuch die Fertignudeln in der Mikrowelle zuzubereiten kläglich scheiterte, stiegen wir auf den gasbetriebenen Herd um. Auf diese Art und Weise gelang uns wider Erwarten ein köstliches Abendessen.

Da unser Badezimmer den erschreckenden Eindruck erweckte seit Jahren nicht mehr benutzt geworden zu sein, entschieden wir uns dazu, dieses zu reinigen. Um die Arbeit sinnvoll aufzuteilen, machte ich mich auf den Weg um die Anforderungen unserer Elektrikergutachtens zu Erfüllen, sprich einen Starter und die entsprechende Ersatzröhre zu besorgen, während David begann das Bad zu reinigen. Nachdem ich einen Stunde lang vergeblich durch das Zentrum von Granada irrte um die defekten Beleuchtungsutensilien zu besorgen, entschied ich diese Aufgabe auf Montag zu verlegen. Wir haben nämlich bereits ein Geschäft gefunden, welches diese Teile führt, jedoch bis nächste Woche nicht auf Lager hat.

Zurück in der Wohnung half ich David noch mit der Reinigung des Bades und setzte mich anschließend gemütlich vor den Computer um mit meiner Liebsten – was ich immer noch tue – und mit meiner Mum und Robi zu skypen. Da nun das Wochenende naht, werden vermutlich die nächsten beiden Tage ebenfalls eher ereignislos sein, jedoch werde ich bei Gelegenheit den Blog gerne weiter füllen. Gute Nacht und schöne Grüße aus Granada.


PS: Meine Mum hat mich darauf hingewiesen, dass ich im ersten Eintrag dieses Tagebuchs erwähnt habe, dieses später eventuelle auf spanisch weiterzuführen. Um alle nicht Spanisch sprechenden Leser zu beruhigen: Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass ich dieses Tagebuch in der vorliegenden Form veröffentlichen werden. Klarerweise werde ich dieses nun ausschließlich auf Deutsch fortführen.

Ich weiß, dass ich gestern bereits Fotos meines Zimmers versprochen habe. Angesichts der Uhrzeit werde ich diesem Versprechen morgen nachkommen. Ich hoffe damit nicht allzu viele treue Leser zu verärgern.

11.09.2008 um 22:44 Uhr

Umzug angesagt!, 11.09.09

Heute morgen hat der Tag schon gut begonnen. (Ja, das soll ironisch gemeint sein.) Ich habe mir vorgenommen nochmals die Damen von gestern zu kontaktieren um mir nochmals die schöneren Wohnungen anzusehen. Da ich glaubte mich dann auch schon für eine entscheiden zu können, wollte ich gleich 200 € mitnehmen um die Reservierung abzusichern – so die Vorgabe der Vermieterin. Eine Stunde vor vereinbartem Treffpunkt stehe ich vor einem Bankomaten, führe meine Karte ein, tippe die PIN und den gewünschten Betrag ein und warte. Wie gewohnt erhalte ich meine Karte wieder und am Monitor wird angezeigt: „Bitte entnehmen Sie jetzt das Geld.“ Tja, hätte ich gerne gemacht, nur leider öffnete sich der Ausgabeschlitz keinen Millimeter und das Herauslachen der Marie konnte ich mir lediglich geistig vorstellen. Ironischerweise bekam ich anschließend sogar einen Beleg über die Behebung des spanischen „Luftgeldes“. Ich ging also in die Bank und ein wirklich sehr bemühter Bankangesteller (dieses Mal ohne Ironie) names Jesus – dies ist, man will's kaum glauben, ein sehr geläufiger spanischer Männername – kümmerte sich um mein Anliegen. Leider konnten wir nicht feststellen, welche Bewegungen zuletzt auf mein Konto verbucht wurden, da der Bankomat diese Bemühungen mit der Meldung - „Aus technischen Gründen nicht durchführbar.“ - abwies. Ich hinterließ Jesus meine Nummer und er meinte sich zu melden, wenn am Ende des Tages eine Differenz zwischen dem verbuchten und ausgegebenen Wert am Bankomaten auftreten sollte. Ich versuchte es einige Male an anderen Bankomaten doch jetzt war nichts mehr möglich. Ich bekam nicht einmal mehr „Luftgeld“, rein die Meldung: „Aus technischen Gründen nicht durchführbar.“ Achja, und in 50 Minuten sollte ich mich zur neuerlichen Wohnungsbesichtigung treffen mit 200 € Barem in den Taschen. Ich bin also zum Hotel zurück gespurtet und checkte meine Konto online. Dort war das Geld noch nicht abgebucht. Ich habe dann gleich via Skype mit der Volksbank in Kufstein telefoniert und wir sind jetzt so verblieben, dass wir ca. 2 Tage abwarten mussen um zu sehen, ob der Betrag verbucht wird oder nicht. Simone, meine Betreuerin, meinte jedoch, dass wenn kein Geld ausgegeben wurde und der Bankomant nicht durch Fremdeinwirkung manipuliert wurde, sollte sich diese Transaktion – genau wie mein erhaltenes Geld – in Luft auflösen. Das wäre natürlich die angenehmst Variante. Mal sehen, was sich dabei so ergibt.

Na gut, nichtsdestotrotz brauchte ich immer noch 200 €. Dazu hat mir Simone eine Überzugsrahmen eingerichtet und ich sofort 200 € von einem anderen Konto überwiesen um das nun entsehende Minus so schnell wie möglich auszugleichen – dies wird jedoch bis morgen dauern, da es dabei auf das Valutendatum ankommt. Bei einer Einzahlung heute wäre das dann erst morgen. Mal sehen wie die Geschichte noch ausgeht.

Okay, da ich jetzt einen Überzugsrahmen habe, konnte ich das Geld problemlos abheben und ich kam sogar noch 3 Minuten zu früh an unserem Treffpunkt an. Die entsprechende Wohnung hätte mich deshalb interessiert, da ich gestern gesehen habe, dass bereits ein Router vorhanden und Internet installiert ist. Gestern hatte ich keine Möglichkeit mit den Bewohnern zu sprechen, heute zum Glück schon. Ich habe mich gleich an den Österreicher geklemmt, ein Vorarlberger, und ihn ein weniger ausgequetscht. Nach diesem Gespräch verging mir die Freude und Hoffnung bald einen Wohnung zu finden. Das Internet hatten sie vor 2 Wochen abgemeldet und immer wieder kommt es vor, dass sicher Kakerlaken und Ameisenarmeen in der Wohnung verirren. Mit diesem Insiderwissen hatte sich die Sache für mich eigenartigerweise irgendwie erledigt gehabt.

Ich wusste, dass Francisco, der Immobilienjohnny von gestern, um 12 Uhr wieder am Plaza de Gracia zu finden wäre. Vielleicht sollte ich mir seine Wohnungen auch noch einmal anschauen. Gedacht, getan! Ein weiterer Austauschstudent namens David aus Ungarn, der sich ebenso die Kakerlakenwohnung angesehen hatte, fragte mich, ob er mitkommen könnte. Natürlich hatte ich dagegen nichts einzuwenden. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und ich durfte dann bei meiner zweiten Führung mit Francisco Übersetzer spielen, da David's spanisch Kenntnisse noch, naja sagen wir, ausbaufähig sind. Wir kommen in die erste Wohnung. Dort wohnt ein Spanier namens Pepe, welcher ca. 25 sein dürfte und in einer Bank arbeitet. Zwei Zimmer sind noch frei. Und siehe da, David und mir stach sofort der im Wohnzimmer stehende Router ins Auge. In diesem Moment kam Pepe nach Hause, der bei unserer Ankunft mit Francisco noch nicht hier war. Diese Gelegenheit nutzten wir und fragten den freundlichen Spanier (keine Ironie), wie es denn mit Internet aussähe. Nach dieser Konversation war mir klar, ich habe meine Wohnung gefunden. Ein schönes, helles und vernünftiges Zimmer um 245 € exkl. Betriebskosten und Internet mit bereits installiertem Internet! WooHoo! Sofort gab ich Francisco Bescheid, dass ich das Zimmer nehmen würde und die Gesichter der umstehenden Belgier wurden lang, da sich diese auch dafür interessiert hätten. Ein Zimmer war also noch frei, für welches sich David sofort entschied, da dieser sehr ähnliche Ansprüche wie ich hat. Was will man mehr: Innerhalb kurzer Zeit habe ich heute einen sehr sympathischen zukünftigen Mitbewohner und ein Zimmer in einer Wohnung mit Internet gefunden. ¡Qué guay! - wie die Spanier sagen würden.

Dennoch, Zimmer suchen macht müde und vor Allem hungrig, also bin ich mich mit meinen neuem Mitbewohner David noch schnell zum Burger King zum Essen gegangen. Da auch David total froh war einen Wohnung und einen Dolmetscher gefunden zu haben, lud er mich justament zum Essen ein. Jetzt weiß ich, wie ich die nächsten 5 Monate über die Runden kommen werden :o)

Zurück im Hostel wurde meine übermäßige Freude jedoch schon wieder getrübt. Nicht etwa, da ich die bereits bezahlten noch offenen 3 Nächte im Hostel nicht zurück bekommen hätte, nein, das war erfreulicherweise kein Problem. Aber als ich meine Mails checkte und lass, dass mir zum ersten Mal in meiner Studienzeit die Studienbeihilfe verwehrt bleiben sollte, sah mein Gesichter vermutlich ähnlich bescheuert aus, wie jenes der Belgier, denen ich zuvor zwei Zimmer vor der Nase wegschnappte. Ich habe jetzt natürlich sofort ein E-Mail an die Stipendienstelle geschrieben und hoffe, dass denen da ein riesengroßer Fehler passiert ist.

Na gut, ich werde mich jetzt langsam fertig machen, da ich in einer Stunde bereits in meine neue Wohnung aufbreche. Voraussichtlich gibt es dann morgen im Blog auch Fotos von meinem Zimmer und der Wohnung zu sehen. Bis dahin: ¡Saludos de Granada y hasta mañana, chicos!