Musik: jack johnson - bushfire fairytales (im ohr)
ich habe jetzt sicherlich schon mindestens zehn minuten darauf verschwendet, die ereignisse von gestern (bei c., im schipa, im jonglieren, daheim und dann beim fortgehen) niederzuschreiben, doch wie ich gerade eben sagte, war das wohl verschwendete zeit, denn dank blogigo darf ich jetzt nochmal von vorn beginnen. und darauf hab ich jetzt wirklich keine lust mehr.
deshalb folgt jetzt einfach eine kurze zusammenfassung der heutigen dinge - insbesondere meinem nachtmarsch, den ich gerade hinter mich gebracht habe. darum bin ich auch eigentlich hergekommen, um ebendies niederzuschreiben.
heute war ein typischer samstag. vormittags lange (bis neun uhr) ausschlafen, da müde vom fortgehen. frühstücken, duschen, dann gemeinsam kochen und essen. anschließend lesen und hie und da herumtelefonieren. von den hausarbeiten abgesehen sonst nicht viel los gewesen.
um vier gings dann in den schipa, wo wir heute wieder mal eine ziemliche gaude hatten. es ist einfach herrlich mit den anderen rumzusitzen oder combat zu spielen, sich gegenseitig dabei fast sämtliche finger zu brechen, seltsame passingmuster auszuprobieren oder einfach nur blöde witze zu reißen. ich freue mich wirklich schon auf das kommende unijahr, wo wir alle gemeinsam in wien sind und sicherlich noch mehr zeit miteinander verbringen können. :)
nach unserer jongsession (wo wir eigentlich planen wollten, was wir am di in der hak vorjonglieren :smirk:) ging es dann zu babsi, von wo wir anschließend unsere "wanderung" starteten. aufgrund eines spinnenden bruders hatten b. und a. dann leider doch kein auto. da meine mutter auf einem seminar ist und meine schwester heute abend das andere auto brauchte, weil sie zu einer geburtstagsparty gefahren ist, hatten auch wir daheim kein taxi, das mich anschließend nach hause bringen konnte, aber however. back to the beginning: wir sind also zum sogenannten zötscher raufgegangen, es war überhaupt nicht weit. vielleicht eine viertelstunde fußmarsch (natürlich bergauf), aber ich hatte eigentlich geglaubt, dass es weitaus länger dauern würde. beim mostheurigen haben wir dann ziemlich viel gegessen und getrunken und gefroren. natürlich auch getratscht, ich finde, es war wiedermal wunderschön gemütlich.
anschließend den berg runter und dann durfte ich von dort aus zu fuß nach hause gehen.
es ist erstaunlich, wie groß und lang strecken zu fuß erscheinen, wo sie doch mit dem auto normalerweise kaum erwähnenswert sind. kuhdörfer ziehen sich ins unendliche, am gehsteig fallen einem dinge auf, die man sonst noch nie gesehen hat - vor allem nicht nachts. mit jack johnson im ohr und laut singend bin ich dahinspaziert und ehrlich gesagt: ich hab es genossen. im tunnel herrscht eine atemberaubende akustik, niemals hätte ich das gedacht! teilweise war es natürlich auch etwas gruselig, so allein im finstern dahin zu marschieren, aber ich fand es trotzdem schön. da ich ziemlich langsam dahinspaziert bin hab ich dann ingesamt doch fast eine ganze stunde nach hause gebraucht (normalerweise, würde ich sagen, dauert es 45 minuten). allerdings bin ich 500 meter des weges auf einem ca. 7 cm breiten geländer dahinbalanciert. ehrlich, das war etwas, was ich schon länger machen wollte, doch nie hatte ich die zeit dazu. als kind bin ich oft darauf langgegangen - natürlich nur mit hand eines erwachsenen, versteht sich.
das geländer ist heute schon sehr alt und sehr rostig und teilweise schon durchgebrochen, das heißt, man muss aufpassen, wenn man auf den nächsten abschnitt steigt, denn möglicherweise schwingt er auf und ab. bevor sie das geländer auswechseln (was sie sicherlich bald tun werden) musste ich einfach noch einmal darauf langgehen. es war herrlich, sich von laternenmast zu laternenmast vorzuarbeiten. kurz vom ende jedoch musste ich dann doch abspringen, weil das letzte stück kaum mehr auf dem stützpfahl aufliegt und es dermaßen zu schwingen begonnen hat, dass ich das gleichgewicht nicht mehr halten konnte. dennoch, danach war ich wirklich sehr zufrieden mit mir.
selbst, wenn das für manche seltsam oder kindisch erscheinen mag. that's life und ohne diese dinge lohnt es sich nicht zu leben! das ist wie mit dem bloßfüßig-über-warme-steine-laufen. oder wie mit dem bei-eis-und-schnee-am-kachelofen-sitzen.
wer das nicht nachvollziehen kann, ist wohl kein träumer.
apropos träumer. ich habe festgestellt, dass ich nicht ganz allein bin mit meinen träumen, meinen phantasien. natürlich wusste ich das schon immer, allerdings hab ich es unlängst bestätigt bekommen. während einer zugfahrt durfte ich zwei 17jährige mädchen bei ihrem gespräch belauschen. dafür hab ich sogar das buch zur seite gelegt, denn es war wirklich interessant. das meiste deckte sich exakt mit meinen gedanken und anschließend musste ich unbedingt herausfinden, wie die beiden wohl aussehen. sie sind bei derselben station ausgestiegen wie ich, also war das gar kein problem. sie sahen anders aus als ich sie mir während des zuhörens vorgestellt hatte, aber egal. ich weiß nicht, warum ich das jetzt alles hier erzähle. vermutlich, weil ich einfach müde bin vom langen, langen gehen und weil ich während dieser stunde, in der ich das mondlicht am wasser spiegeln habe sehen und so viele neue dinge entdeckt habe, ziemlich viel nachgedacht habe.
das leben ist lebenswert. ich hoffe, dass es für mich bald noch besser wird.
in jedem fall darf man die hoffnung nie nie nie aufgeben.
gute nacht ...
ps: j. hat heute erzählt, dass er auch m. zu seiner geburtstagsparty einladen möchte und hat mich dann gefragt, ob ich da eh nix dagegen hätte. ich war ehrlich gesagt ziemlich schockiert. nicht, weil er ihn einladen will, sondern wegen dem, was danach folgte. sie (j. und c.) dachten, ich hätte was dagegen, das war es, was mich eigentlich geschreckt hat. reden wir wirklich so wenig miteinander, dass die beiden glauben, dass ich den menschen, dem ich unter anderem wohl am meisten anvertraue, dem ich wohl am allermeisten erzähle, nervig finde? hm ... hat mich jedenfalls ziemlich nachdenklich gemacht.