A new way to fly...

24.06.2007 um 08:22 Uhr

glasklar und verworren

Turbulente Zeiten, beruflich wie privat. So turbulent, dass ich keine Zeit fand, alle Ereignisse und vor allem meine Gedanken dazu, festzuhalten. Ausgesprochen schade, denn jetzt sitz ich da, und muss mich echt abplagen mir alles in Erinnerung zu rufen. Bringe dabei möglicherweise die Chronologie ein wenig durcheinander, aber das ich nicht so wichtig. Der Zeitfaktor spielt hier ausnahmsweise mal für mich keine Rolle, wichtig ist, das WAS passiert ist.

SA ist nun ganz offiziell in die Firmenleitung eingetreten. Ha - was heißt hir eingetreten, hat das Ruder an sich gerissen, müßte es heißen! Einerseits bin ich sprachlos über die Brutalität die er an den Tag gelegt hat. Nicht, dass ich in meiner beruflichen Karriere nicht schon einiges erlebt hätte, aber seine eiskalte Vorgehensweise, scheinbar von langer Hand geplant und nun in Sekundenschnelle umgesetzt, ist mir in dieser Form erst das erste Mal begegnet. Ich denke so etwas nennt man Überraschungsangriff und damit ist es ihm - noch dazu mit einem immerwährenden Lächeln im Gesicht, gepaart mit Charme und Freunlichkeit - vollends gelungen, die beiden anderen Vorstände komplett ins Out zu drängen. Die Angst der beiden ist spürbar. ZA hat - so denke ich - schon lange mit dieser Geschichte abgeschlossen. Aus unseren privaten Gesprächen weiß ich, dass er dabei ist, sich anderweitig zu orientieren. MF hingegen ist ziemlich fassungslos. Möglicherweise deswegen, weil SAs Vorgangsweise seinem seinerzeitigen Verhalten sehr nahe kommt, SA ist lediglich um Längen besser! Tja - ein Profi im Machtspiel quasi, da wird sich auch MF warm anziehen müssen oder eben, wie alle, die SA bei seiner Antrittsrede direkt "angeschossen" hat.

Zu diesen zählte auch ich. Was heißt hier zählte, ich war die Erste, und ich nehme einmal an, selbst die Reihenfolge war bewußt gewählt, denn SA wirkt auf mich wie jemand, der nichts dem Zufall überläßt. "Ich bin seit wenigen Tagen hier Vorstand, auch wenn es IHNEN (mit einer Handbewegung auf mich) nicht gefällt...." waren seine Worte, die mir erst durch Mark und Bein gefahren sind, aber in der nächsten Sekunden ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert haben, weil er die Sache blitzschnell erkannt und vorallem auf den Punkt gebracht hat. Selbst wenn's dabei mich erwischt, solche Menschen mag ich. Auch ZA mußte Federn lassen. SA hat es nicht der Mühe wert gefunden, ihn mit seinem Namen anzusprechen. Während seiner ganzen Rede hat er - das ganze charmant verpackt um es nach einem Fehler aussehen zu lassen - ZA mit dem Namen des bereits ausgeschiedenen Vorstandskollegen ML angesprochen. Ganz bewußt in meinen Augen. MF, der während SAs Antrittsrede nur mal kurz an der Steuerung der Klimaanlage gedreht hatte (zum Wohle aller), hat er just in diesem Moment wie einen unaufmerksamen Schuljungen abgeschossen und MB (MFs Günstling) hat er vor versammelter Mannschaft gebeten, die Beine einzuziehen und somit eine ordentliche Sitzhaltung einzunehmen....

Tja - man weiß nicht, wie hellhörig der Rest der Belegschaft ist, aber mit ein bißchen Grips in der Birne sollte nun doch jeder wissen, mit WEM man es hier zu tun hat. Beim anschließenden Sommerfest hatte ich ein wenig Gelegenheit mit SA zu plaudern und konnte hier meinen ersten Eindruck nur bestätigen. Blitzschnell, schlau, brandgefährlich - aber nicht so uninteressant. Selbst die Aussagen in dieser Unterhaltung würde ich für mich mit "Du bist gut. Du kannst Dinge sofort erkennen und so umsetzten, wie ich sie haben möchte. Mit dir könnte ich gut arbeiten, wir könnten sehr erfolgreich sein. Du hast die Wahl. Entweder du entscheidest dich für mich oder dir ergeht's wie jenen, auf deren Seite du augenblicklich noch stehst...."

Seltsam - aber mit diesem Wissen/Gefühl im Hinterkopf, habe ich keine Angst vor dem, was auf mich zukommt. Ich kann bloß in der Sekunde keine Entscheidung treffen, aber augenblicklich muß das ja auch noch nicht sein.

Ich bin nur schwer erstaunt über die Tatsache, dass Malas Tarot-Karten wenige Tage vorher exakt diese Situation widergespiegelt haben. Mala und ich haben zu diesem Zeitpuntk noch fürchterlich darüber gefeixt und können's nun gleich gar nicht fassen. Wenn ich mir diese berufliche Konstellation jetzt ansehe und auf das Kartenbild zurückkomme, dann noch die Aussage zu meiner privaten Situation betrachte, beginne ich leicht zu grübeln. Jetzt, wo ich mich mit meinem Singledasein immer mehr anfreunde rückt gemäß Karten eine Partnerschaft in greifbare Nähe. Wer immer dieser "Märchenprinz" auch sein mag, das konnten wir so genau nicht erörtern, wird etwas Beständiges sein. Und just in dieser Zeit taucht W. nicht nur wieder vermehrt auf, sondern bringt in den letzten Tagen, aber gestern ganz gezielt, immer wieder meine Einstellung zu einer Beziehung aufs Tablett. Irritiert mich irgendwie. Ich habe ihm gestern erklärt, dass ich mit dem Thema Partnerschaft abgeschlossen habe, weil ich der Ansicht bin, dass es für mich keinen passenden Mann gibt und weil ich mich mit Halbherzigkeiten nicht abgeben mag. Es folgte eine Diskussion, in der er mir nicht nur erklärte, dass er mit meinen Launen nicht umgehen kann. Die Kluft zwischen "himmelhochjauchzend" und "zutodebetrübt" sein ihm zu groß, mit einem Wort, das Wellental meiner Gefühle zu hoch und auch die Geschwindigkeit, mit der ich diese lebe zu extrem.

Verwundert mich noch mehr, denn niemand hat ihm jemals gesagt, dass er diese leben müsse. Es ist seine eigene Entscheidung, ob er sich das nehmen mag - ich werde es nicht ändern. Ein Kompromiss in dieser Richtung käme für mich einem Verstellen gleich, einer Lüge, die ich nicht leben mag und die für mich auch keine Basis für eine Partnerschaft ist. Ich bin wie ich bin, für viele nun mal schwer zu handhaben, aber für wenige eine Herausforderung und möglicherweise für einen, wo immer der jetzt sein mag, das wonach er sein Leben lang gesucht hat. W. hatte gemeint, ich müsse bei meinem Traummann Abstriche machen. 100% gibt's nie, aber 85% wären erreichbar. Ich muß zugeben, dass ich das Thema soweit abgeschlossen habe, dass ich weder nach 100% noch nach 85% Ausschau halte. Unter diese Sache ist einfach ein Hakerl, ein "erledigt" gesetzt, aktuell beschäftige ich mich nicht weiter damit. Das einzige, was mich irritiert ist, dass er die Sache aufgreift. Als ob es ihm was anginge, ob ich jetzt alleine oder in einer Partnerschaft lebe, ob ich jetzt glücklich oder unglücklich bin, ob ich jetzt jemanden habe mit dem ich - so wie er es formulierte - Schönes teilen kann oder nicht. Ich habe weder um seine Ansicht gebeten und auch keinerlei Gedankenaustausch zu diesem Thema angestrebt. Frage mich, warum er das tut und weiß gleichzeitig, dass es unnötig ist, er wird mirs nicht sagen....

18.06.2007 um 21:37 Uhr

Geschafft

Junior hat einen Job!!!! Jubel, jubel - eine Lehrstelle als Elektroniker,  noch dazu in einem staatlichen Betrieb!!! Besser kann's gar nicht sein. Wir sind beide überglücklich. Die Strapaz hat sich gelohnt. 

Arbeitsbeginn 03.09 - wenn wir Glück haben, kriegen wir nächste Woche schon den Lehrvertrag. Aber auch wenn nicht, so kann die Jobzusage als definitiv betrachtet werden. Was für ein glorreicher Tag!

Mala und ich haben diesen Erfolg heute mittags mit einem Gläschen Prosecco begossen. In der Firma ist die Situation zumindest in unserem Bereich mehr als gespannt. Die Abberufung von ML, welche von einem Tag auf den anderen erfolgte, die Ernennenung des neuen Vorstandes (SA) und die Unruhe, die von diesem Menschen mitsamt seiner deutschen Gründlichkeit ausgeht, setzt uns allen sehr zu. Ich war Gott-sei-Dank schon so schlau, mein Unbehagen sowohl ZA als auch MF gleich in der ersten Sekunde zu kommunizieren und bin jetzt fein raus. Meine Kollegin allerdings hat fest in die Kacke gegriffen. Darf jetzt für MF und SA arbeiten und sitzt somit unweigerlich nicht nur zwischen zwei Stühlen sondern auch noch endlos lange im Büro. Ich bin so froh, dass ZA zu meinen Gunsten entschieden hat und diesen, ursprünglich als große Ehre verpackten, "schwarzen Peter" LE zugeschanzt hat. ML, den es ja nun jetzt nicht mehr gibt, hat heute durch seinen ehemaligen Assistenten Blumen geschickt. Ich habe mich wahnsinnig gefreut und mich - allerdings vom privaten Account - per Mail bedankt. Bin neugierig, ob ich antwort bekommen. Wär echt nett!

Hab heute morgen mein Jahreshoroskop 2007 gelesen und mußte schmunzeln. Die beruflichen Turbulenzen, die ich jetzt gerade erlebe, finden sich auch dort wieder. Hmm - wenn ich dass jetzt umlege auf den partnerschaftlichen Bereich, dann spricht das Horoskop von einer ungewissen Zeit bis September. Von Bekanntschaften, die anfangs so aussehen, als wären sie die richtigen, wo sich aber herausstellt, dass sie es nicht sind. Der Löwe-Saturn Konstellation schreibt man die Prüfungen und Strapazen in diesem Bereich zu. Dieser Einfluß soll aber mit September vorüber sein, so die Sterne, und dann, ja dann wird so Zitat "ein grandioses Finale" folgen, "das Sie mit allem aussöhnen wird, was Sie davor erdulden mussten. Einem dauerhaften Liebesglück steht nun nichts mehr im Weg." Na ich bin gespannt. Das es W. nun mal nicht ist, konnte ich nicht nur gestern erfahren und auch heute morgen, wie man sieht, bei Gerda Rogers nachlesen *gggggggg* 

Aber ein wenig recht hat die Gute schon. Ich habe heute beschlossen, W. aus dem Weg zu gehen. Es bringt nichts. Ich mache mich nur lächerlich und vor allem, was noch schlimmer ist, als Folge dessen auch noch selber runter. Wie sagt mein schlaues Buch, das ich aktuell verschlinge und befinde, dass das ja alles soooooo richtig ist: Weg von den Gedanken an das was ich nicht will, weg von den Gedanken an vermeintliche Mängel. GLEICHES zieht GLEICHES an - je mehr ich mich mit diesen negativen Gedanken/Gefühlen beschäftige, um so mehr werde ich genau diese Dinge in mein Leben ziehen. ALSO: welcome September, ich bin urigst neugierig, was mich da erwartet! Was immer es sein mag, beruflich wie privat, ich freu mich drauf! 

17.06.2007 um 22:34 Uhr

Fehleinschätzung

Tja, jetzt ist es wohl soweit! Hätte nie gedacht, dass ich noch ein einziges Mal so einfältig sein könnte. Dachte ich hab meine Lektion gelernt und sehe jetzt, dass ich nicht mal die Grundzüge verstanden habe....


W. und ich hatten zuletzt ein echt gutes Auskommen. So gut, dass ich begonnen hab, mich in seiner Gegenwart wohl zu fühlen. So gut, dass ich allmählich meine Bedenken über Bord geworfen hat und so weit war, wieder Vertrauen zu ihm aufzubauen. Tiefsinnige Gespräche habe mich soweit gebracht, Verständnis für ihn mitsam all seinen G'schichtln zu haben, ja noch mehr, sein Verhalten einfach mit seiner Lebensgeschichte und - beinahe zwanghaften - Mustern zu entschuldigen. Irgendwie ist er mir sehr ans Herz gewachsen auch wenn mein Bauch bei der Vorstellung, ihm näher zu sein, krampft. Vielleicht habe ich genau dieses Krampfen falsch interpretiert, als ich dachte, es wäre doch schön, ein wenig mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Nachdem er mir gesagt hat, dass ich ihm weh getan hab, hab ich noch mehr die rosarote Brille aufgesetzt. Natürlich habe ich ihm seinerzeit weh getan, das weiß ich, aber mit Sicherheit nicht ohne Grund. In Wahrheit habe ich lediglich zurückgeschlagen, aber das hat mein Hirn in diesem Moment wahrscheinlich vergessen. Ich habe mich schuldig gefühlt, habe versucht, mit einer Entschuldigung, die ich ihm auf die Mobilbox gestammelt hab, die Sache aus der Welt zu schaffen. Noch mehr, ich habe heute versucht, ihn in mein Leben einzubinden. Grüße von Berndi und mir per SMS, mit Wünschen für einen tollen Sonntag und als ich nach Wien zurückkam, ein Anruf, in der Absicht, mit ihm einen netten, lauen Seelenbaumelsommerabend zu verbringen. Hat nicht abgehoben und bis jetzt auch nicht auf meine Nachricht auf der Mobilbox reagiert, ebensowenig wie vorige Woche auf meine Entschuldigung....

Tja, da habe ich ihn wohl falsch eingeschätzt. Hätte gedacht, seinen Worten zu entnehmen, dass er mich mag. Hätte gedacht, verstanden zu haben, dass er gerne hätte, dass ich ihm nahe bin. Irrtum!!! Wie hat David schon seinerzeit so schön gesagt? Wenn ein Mann sich für eine Frau interessiert, wird er Himmel und Hölle in Bewegung setzten um sie zu bekommen, wenn nicht, dann wird er alles tun, damit er sich nicht mir ihr auseinandersetzen muss. Recht hat er, so ist's nun mal im Leben und ich hab's wieder einmal nicht behirnt!!!!

Jetzt steh ich schön da! Bin enttäuscht von mir selber, weil ich W. nachgelaufen bin, weil ich ihn, die Situation und mich selbst falsch eingeschätzt habe. Ich hätte es einfach wissen müssen. So was passiert mir ja nicht zu ersten Mal. Irgendwie schäme ich mich. Meine Aktionen sehen verdammt nach "anbiedern" aus. Schmeckt verdammt schal! So einen Eindruck wollte ich bei Gott nicht hinterlassen. Ich - die von sich selbst glaubt, anders als alle anderen zu sein. Ich - die davon überzeugt ist, dass sie alles haben kann, wenn sie nur will. Ich - die Frau Großartig, steht jetzt da und hat die Schlappe des ignoriert werden und des lästig sein einzustecken. Ich muß zugeben, das tut weh. Ich kann damit echt nur ganz schlecht.     

06.06.2007 um 21:28 Uhr

Ungleichgewicht im Hormonhaushalt

Musik: Sweet Home Alabama

Sitze hier vor dem PC, im Hintergrund läuft Bernds Musikbibliothek. Ich muss grinsen. Der Sohnemann hat doch heute glatt mein I-Tunes-Sammlung durchforstet und befunden, dass einige Klassiker seiner Mutter durchaus brauchbar sind. Hat so Specials wie "Sweet Home Alabama" , "Highway to Hell" oder "Satisfaction" auf seinen I-Pod geladen, spielt sie jetzt gerade voller Begeisterung über die Anlage ab und grölt voller Begeisterung mit. Ich find das zuckersüß und irgendwie erfüllt es mich auch mit Stolz, dass er so nach mir gerät. Und am genialsten ist, dass er mit seinen 16 Jahren - allen Trends zum Trotz - denselben Musikgeschmack beweist wie seine "alte" Mutter. Uiiii - das ist soooo schön.

Die letzten Tage waren beruflich wie privat eher durchwachsen. Im Büro haben wir es nach elendichlich viel Müh' und Plage endlich geschafft, unser neues Produkt, an dessen Entwicklung ich maßgeblich beteiligt war, zu lancieren. Ich bin komplett ausgebrannt und kann mich noch gar nicht so richtig freuen. Die nächsten Tage werden zeigen, was unser Einsatz wert war. Daher ists auch nix mit einem verlängerten Wochenende. Schade!

Der große Arbeitsaufwand und immer wieder Rückschläge in der Endphase der Produktentwicklung haben mich auch ein wenig übellaunig gemacht, so dass ich um ein Haar beinahe wieder mit W. angeeckt hätte. Hab' aber in der letzten Sekunde noch die Kurve gekratzt und somit befinden wir uns auf einer relativ neutralen Ebene. Die geplante Verabredung zum Abendessen hats natürlich nicht gespielt, auch einen von mir angestrebter Kaffeeplausch hat er ausgeschlagen. Andererseits hat er versucht, sich mit Rumkugeln bei mir beliebt zu machen und letztendlich hat er sich heute, beim Mittagskaffee mit meinem Kollegen gerne zu uns gesellt. Er ist und bleibt seltsam. Wäre er weiblich, würde man seine Stimmungsschwankungen mit altersbedingtem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt begründen. Ob es bei Männern auch so was gibt?

02.06.2007 um 11:15 Uhr

geweckt

Das Läuten meines Telefones hat mich heute aufgeweckt. WER, bitte sehr, ruft am Samstag Morgen bei mir an? Meine Mutter wahrscheinlich, die fragen möchte, ob wir dieses Wochenende kommen, damit sie weiß, ob sie uns fürs Mittagessen einplanen soll? Mein Bruder, um mi mitzuteilen, dass er die 2. Scheibtruhe organisiert hat und wir somit mit der Nacharbeit hinter Baggers Spuren loslegen können? Mala, die meine gestrige Nachricht auf der Mobilbox erst heute abgerufen hat? David, der mir wieder irgendwelche Geschäftspläne erzählen mag? Richard, der mir sein Herz ausschütten mag?

NEIN - keine dieser in meinem Telefonspeicher angelegten Nummmern. Eine, die ich nicht mehr gespeichert habe, aber trotzdem im Schlaf erkenne! Es ist W.!!!!!! Ungläubig glotze ich das Display an, kann's nicht fassen. Lasse Ziffer für Ziffer an meinem Augen vorbeipassieren und versuche, das Hirn wach zu bekommen. Keine Täuschung! Es ist seine Nummer! Samstag morgen und ein Anruf von W. - da muss etwas passiert sein! Entweder mit ihm oder irgendwas in der Firma! Das Hirn ist immer noch nicht wach, denn, wär was in der Firma, dann hätte er ja die Notrufliste zur Hand und könnte ZA oder MF anrufen.

Alarm also im Kopf! Noch immer schlaftrunken und mit belegter Stimme rufe ich zurück. Was denn los sei, wollte ich wissen. Gar nix, erklärt mir die Stimme an anderen Ende. Er hätte meine Nummer am Display vorgefunden und rufe nun zurück!?!?!?. Schon wieder glotz blöd, der Verstand schläft in dieser Sekunde noch immer. Ich hätte ihn nicht angerufen, rechtfertige ich mich, erkläre, dass ich tief udn fest geschlafen habe und mich erst sein Anruf aufgeweckt hat. Auch ich hätte ihn aus den Federn gerüttelt, mein er, und setzt noch ein "...bis später" nach. Schlaftrunken, wie ich immer noch bin, kann ich darauf überhaupt nix sagen. Die Zahnräder im Hirn beginnen, sich in Bewegung zu setzten. Langsam, viel zu langsam. Ich brauche viel zu viel Zeit um zu reagieren udn dann, als ich's endlich geschnallt hab, reagiere ich falsch. Stammle nur irgenwas von einem schönen Wochenende, das ich ihm wünsche, aber sonst schon nix.....

Nach diesem ganz kurzen Telefonat, dass mir wie eine Ewigkeit vorkommt, bleibe ich wach. Brühe einen Espresso, um meine Lebensgeister zu wecken, rauche meine erste Zigarette und denke nach. Was war das? Ein reines Mißverständnis? Eine getürkte Story? Er hat absolut nicht verschlafen geklungen. Was wollte er? Na ja - egal. Irgendwie hab' ich's schön gefunden. Vielleicht rufe ich ihn am Nachmittag an, mal sehen.