Ich habe Schluss gemacht... Gestern in der Früh habe ich ihm eine einzige winzige SMS geschrieben "Es ist vorbei...".
Aber fangen wir besser am Anfang an. Er hat die ganze letzte Woche bei mir verbracht. Wie schon erzäht, ist er bereits am Dienstag, anstatt wie ausgemacht am Mittwoch gekommen. Wir haben eine wirklich schöne Zeit miteinander verbracht, hatten den ganzen Samstag Nachmittag und den ganzen Sonntag Zeit für uns.
Bis er einen Anruf bekam, dass er ins X kommen müsste. Sonntag gegen 19 Uhr verließ er mich also, wollte gegen 23 Uhr wieder zuhause sein. Als ich um Mitternacht immer noch nichts von ihm hörte, schickte ich ihm eine SMS "Noch lange?". Erst gegen 1 Uhr kam die Antwort "Ich komm heute Nacht nicht mehr, bin in Spital gefahren und bleib mal bis morgen da".
Aus dem "bis morgen" wurde Dienstag. Mitten in der Nacht schickte er mir eine SMS, ob ich daheim wäre. Und, sorry für die Zwischenbemerkung, aber kein Mensch wird mitten in der Nacht vom Spital entlassen... Egal... Wieder bei mir erklärte er mir, dass es ihm immer noch nicht gut ginge und er etwas schlimmes vermutet. Etwas schlimmes bezüglich seines Gesundheitszustandes. Den Befund würde er aber erst am Folgetag abholen, dann wüsste er genaueres.
Der Tag der Wahrheit kam und als ich ihn fragte, was los sei, kam eine SMS mit einem einzigen Wort, das alles veränderte "Tumor". Ich war entsetzt, geschockt, wusste nicht so recht was ich sagen/tun sollte. Ich wollte ihn einfach sofort und auf der Stelle sehen. Ihn einfach nur im Arm halten. Ging leider nicht, da er bereits am Weg in seine Heimatstadt war.
Am nächsten Tag bekam ich eine andere Nachricht. G. treibt es angeblich mit unglaublich vielen verschiedenen Frauen. Ich bin also nicht die Einzige. Alle sehnen sie sich nach ihm, wollen die Nächte mit ihm verbringen... Jetzt weiß ich, wieso er manchmal nach dem Aufenthalt im X nicht mehr nach Hause kam, sondern angeblich dort übernachtet hat.
Zwei nicht gerade erfreuliche Nachrichten, eine schlimmer als die andere, an nur zwei aufeinander folgenden Tagen. Toll, oder? Wie soll man sich in einer solchen Situation nun entscheiden? Soll man für den Mann da sein und ihm beistehen, weil er totkrank ist? Oder soll man auf sich selbst achten und die Beziehung beenden, weil er betrügt und belügt?
Ich habe mich für zweiteres entschieden. Gleich nachdem ich die Nachricht, er hätte eine andere, gelesen hatte, machte ich Schluss. Er rief pausenlos an, schickte SMS, versuchte mich zu erreichen, um zu erfahren, was ihn mich gefahren war. Ich hiel mich zurück und schaffte es, ihm nicht zu antworten. Zumindest einige Stunden lang. Danach ließ ich mich auf die langwierigste Diskussion meines Lebens ein. Ein ewiges hin und her zwischen "Ich hatte nichts mit anderen, ich liebe dich und will mit dir zusammen sein" und "Ich weiß, dass du andere hattest, aber dennoch sind meine Gefühle für dich die gleichen, trotzdem kann ich es nicht weiterführen"... Zwischendurch kamen dann leicht abweichende Nachrichten wie "Ich will nunmal Sex mit anderen, das geht dich eigentlich gar nichts an. Trotzdem liebe ich dich" oder "Wenn du auf andere verzichtest, dann will ich dich, denn ich liebe dich." Aber fällt es Ihnen auch auf? Egal wie beleidigend und verletzend die Nachrichten für den jeweils anderen sein möge, wir sagen uns immer, dass wir einander lieben... Nur hilft das alles nichts...
Es ist vorbei, weil ich eindeutige Beweise habe. Er kann es noch so sehr abstreiten. Auch, wenn ich ihm gerne glauben würde, die Fakten sprechen gegen ihn. Und selbst wenn ich ihm gerne beigestanden wäre, muss ich irgendwann anfangen an mich selbst zu denken... Oder?