Überschlag
Bein Bauch Bogen
Ganz gut gewesen
Federt gefüttert
Würden wieder werden wollte
Körper klein
Sport spröd
Bein Bauch Bogen
Ganz gut gewesen
Federt gefüttert
Würden wieder werden wollte
Körper klein
Sport spröd
U-Bahn
Er: Sie geht mir nicht aus dem Kopf.
Sie: So wirklich schön ist sie aber nicht.
Er: Oja.
Sie: Wurscht. Red ma von was anderem.
Er: Die Jean hab ich jetzt schon 6mal geflickt. Erst ist sie da aufgerissen. Dannn da. Dann da. Dann da. Und jetzt da.
Sie: Schiarch ist sie trotzdem.
Er: Weiß ich eh, dass du das nicht magst. Du bist nicht der Typ dafür.
Sie: Wenn`s von D&G wär, würd ich sie vielleicht cool finden.
Er: Eh klar. Die Farben.
Sie: Die Farben gehn nicht raus?
Er: Bingo. Hast meine Lederhose gecheckt?
Sie: Leder? Die armen Tiere? Die armen Tiere!!! Du gehörst einer Mördermafia an!!! Heul!!!
(Ich grinse sie an, steh auf und geh zum Ausgang.)
Sie (laut, zu mir): Das war ein Witz! Das war ein Witz!
Wieder zurück.
Hat eine Weile gedauert. Kinder, Krankheiten,
Kursadminstration, Chaos.
Aber jetzt.
Joi,
LIL
die regel
die regel gebiert einsicht weisheit freiheit
erweitert engsicht zwischen nischen
die regel generiert
wieder wieder
kinder kindeskinder
erschreitet grenzen spielerisch gebieterisch
widersetzt sich der einsicht
sich selbst
widerlegt sich
wird weitschweifig
widerlegt sich verliert sich wird wild siegt liegt nieder leidet erhebt sich widersteht bricht sich
schließlich
die regel erzwingt den zweifel
verneint die endlichkeit
gebietet eigensinn
den kleinen gartenzwerg
den 2. von links
endlich
aber er hinterlässt einen hässlichen gelben
fleck
auf dem rasen
Vieh
Züchter
Ziehen
zur Vermehrung
eines Königtums
Blutschande und Hexerei
herz zieht alte socken an
alltäglicher hass im geschirr
häuslich verrucht
Blökend gehen,
dabei
Schlagseite.
Schon alt oder doch noch nicht,
immer an Balkonen lehnen,
runterschauen,
Leute ausrichten.
Geplapper, Geraune,
Gekicher.
Graue Weiber und alte Männer
mit Hautfalten
überall.
Zwei Beine immer eins vors andere.
Zwieleine schlimmer seins mors mandere.
So ein Tag wos nicht Tag wird.
No wein Wag nos wicht Wag schirrt.
Mogein Hag kosnich Hag sirrt.
Bobein Mag moos nicht Hag schwirrt.James Joyce schrieb zu Beginn des letzten Jahrhunderts seine berühmte Nachdichtung (Trivialisierung) der Odyssee - den Ulysses. Die Odyssee wird einem legendären "blinden Sänger" namens Homer zugeschrieben, der im 7. od. 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Kleinasien gelebt haben soll. Sie erzählt uns von den Erlebnissen eines mythischen Helden, die im 13. vorchristlichen Jahrhundert stattgefunden haben könnten.
Was lesen wir, wenn wir heute Homer oder Joyce lesen?
Wenn man versucht, dem Problem der Zeit in einem Text auf die Spur zu kommen, so entdeckt man, dass es mehrere "Zeiten" sind, mit denen man sich auseinandersetzen muss: die grammatikalische Zeitform, die Zeit der Handlung, die Zeit des narrativen Diskurses, die Zeit der Entstehung des Textes, schließlich die Zeit der Lektüre des Textes.
Stellen wir uns einen (heute von mir geschriebenen) Roman vor, worin ein Erzähler um 1900 (fiktive Erzählzeit) von seiner Jugend berichtet, einem Zeitraum von 1850 - 1855. Er war damals 12 - 17 Jahre alt, heute (1900) ist er über 60. Er weiß, was auf den erzählten Zeitraum folgen wird. Er hat Erinnerungen an die Zeit vor diesen 5 Jahren. Er kennt auch seine Gegenwart, die ihn - aus irgendeinem Grund - veranlasst hat, die Geschichte dieser 5 Jahre zu erzählen. Das Davor, das Danach und das Heute werden folglich die erzählte Handlung beeinflussen, z.B. wird ein Ereignis wie ein Streit auf dem Schulhof bedeutsamer, wenn man weiß, dass das Mädchen, mit dem er damals gestritten hat, heute seine Ehefrau ist, mit der er sich seit Jahrzehnten im Kriegszustand befindet. Ohne diesen "mythischen" Charakter wäre die Szene weit weniger erzählenswert, würde vermutlich auch gar nicht erinnert werden (es kann sogar sein, dass sie so gar nicht wirklich stattgefunden hat, sondern aus anderen Erlebnissen zusammengeklittert und in der Erinnerung als "Urszene seiner Ehe" aufgenommen wurde ...). Alles das wird nun heute (2005, Zeit der Entstehung des Textes, reale Erzählzeit) geschrieben, und zwar von mir, die ich - sagen wir - die Geschichte meines Ururgroßvaters erzählen möchte ...
Die Geburt wird gebaut, sie wird gebaut und gehauen in Stein, ein Berg.
Eine Werdung wird, wird gefunden im Licht der Nacht und wahllos.
Der Kommentar isoliert
den Traum und sperrt ihn
in den Kühlschrank.
unterbrechen Sie mich
nicht weil ich
Sie sonst
vom Teller schubsen muss
und rücksichtslos
abstechen mit dem
messer
kurz darauf wollte meine mutter mit uns ein agreement aushandeln: keine prügel mehr. angemessene strafen. der versuch, einen rechtsstaat einzuführen.
wir waren begeistert und erfanden die aberteuerlichsten grausamkeiten. einzelhaft, nackt durch den hammerpark laufen, auf holzscheitern knien.
als mein vater heimkam, war meine mutter schon abgekommen von ihrer pädagogischen idee.
er musste nur mehr grinsend abwinken.
er blieb bei seiner blutstrafe. meine mutter machte uns anschließend kühlende umschläge.
ich war sechs, meine schwester war fünf, mein bruder vier jahre alt. ich erinnere mich an seinen geschwollenen hintern. rot und blau und striemig. er hatte sich mit einem messer gegen unsere schwesterliche vorherrschaft verteidigen wollen. ein hilfloser versuch. wir kreischten dramatisch, verwiesen auf das messer und warteten die reaktionen der erwachsenen ab. als mein vater dann in aktion trat, wollten wir ihn eh schon wieder schützen, aber es war zu spät. er verprügelte ihn mit einem kochlöffel und ich hörte ihn schreien. ich wollte zu ihnen vordringen und die strafaktion verhindern. notfalls hätte ich mich selber schlagen lassen. - meine mutter hielt mich zurück.
später spielen wir karten. wir waren wieder eine glückliche familie. mein bruder stand auf der bank und mein vater zog ihm das hemd hoch und die hose runter und zeigte meiner mutter die spuren seiner züchtigung.
Die Ameisenkönigin hat heute noch keine Eier gelegt.
Die Ameisenkönigin:
Sie trägt eine Stola aus rotem Samt und ein Glitzertrikot drunter.
Und goldene Stöckelschuhe.
Sie schlägt die Trommel. Ihr Stachel ist aus Platin Smaragd Rubin.
Sie vögelt rumänische Bahnhofskinder. Killerqueen. Ein Prachtweib, sagt der Onkel mit dem Dicken.
Möchte in eine Dame verwandelt werden.
Der Preßlufthammer in meinem Kopf.
Eine Rockoper? REM. RAM. ROM.
Remember Memory Read.
Ich sitze hier fest, denkt der Prophet. Die Sektenanhänger sind verbrannt.
Die Polizei hat nicht nur Tränengas eingesetzt.
Da liegt eine Träne. Wer hat sie verloren?
AC/DC Gleichstrom Wechselstrom. Prophetsong.
Who killed Queen.
Die Londoner Philharmoniker spielen Queen am Bukarester Bahnhof.
Another One Bites The Dust.
Pippi Langstrumpf in Strapsen.
Einen Schwulen aus der Taufe heben.
Mercury fliegt von Mittwoch nach Donnerstag, wo Jupiter haust mit Blitz und Donner. RAP RAP Bibelsprüche werden zu zornigen Metaphern,
Plastikblitze, pflaumenblau, zucken über den Himmel.
Sexy Pippi schmeißt ihr Pferd zum Fenster hinaus, es trägt Doc Martins und eine Baseballmütze, ein Anarchistenzeichen am Rücken der Bomberjacke. Das Pferd breitet die Flügel und hebt ab.
Ach Mio. Der blonde Knabe hat einen Auftrag zu erfüllen: Töte ihn. Vernichte das Böse. Ritter Kato aber löffelt Erdbeereis mit seiner eisernen Klaue. Und die Schuhplattler verlieren ihre Krachledernen einer nach dem anderen.
Nicht abstürzen, Pegasus, rapid, rapid eye movement. Nicht schauen. Nicht genau hinschauen. Zumachen. Abgewöhnen.
Die Ameisen zwischen den Beinen tanzen einen Tango. Infernalisch, das Gedröhn.
Die blaue Stunde hat ein paar Hengste geboren, rote Pferde mit dicken Ärschen.
Der Hermaphrodit verteilt Schokoriegel an schlimme Kinder,
Ecke Grenzgasse / Troststraße.
Drei kleine Buben und ein kleines Mädchen reißen Palmersplakate von der Bretterwand. Dann knacken sie einen Kaugummiautomaten. Dann prügeln sie sich. Rettet die Gummibärli. Der rosarote Panther reitet wieder.
Lachsbrötchenschläger
Schaumspender
der rote Schal ums Kniegelenk leckt Wunden
Salz drauf Salz drauf noch ein Pfeffersong ein Hafersack
der hängt so hoch so hoch und die Butter Butter Butter
Blumen Kupfer Silber Blei
Weihnachtssterne