Frau Mitzis Rote Bar: Politisches und Privates

26.11.2004 um 10:55 Uhr

was ist

von: lilith

 

bildung?

...

schani?

...

 

(ich hab eure spannenden kommentare mal promententer plaziert - weitere diskussionen sind trotzdem willkommen!)

 

    Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Mir ist jetzt doch etwas zu Bildung eingefallen:
    Die Bildungsbürger des 18. und 19.Jahrhunderts mit ihrem Kanon dessen, was man alles wissen muss (Schiftsteller,Kunst, Philosophie und Psychologie, Sprachen, va.a Latein und Griechisch,Geschichte, Kenntnis der Antike usw.)Eingefallen sind mir auch noch die kenntnisreichen Menschen, die ungeheuer viel aus ungeheuer vielen Wissensbereichen angelesen haben und viele Anekdoten erzählen können und deshalb sehr unterhaltsam sein können.
    Mir ist allerdings primär wichtiger, ob eine/r einen selbständigen Gedanken fassen, etwas neu kombinieren, Erlerntes auf andere Bereiche übertragen, eigenständig und selbstbewusst wahrnehmen und phantasieren kann. (Das kann auch nicht unbedingt jede/r mit sehr viel angelesenem Wissen. Ein gebildeter Mensch kann auch ein Philister sein.)

    marlene: 27.11.2004 um 16:35 Uhr

  2. "Denken ist wichtiger als Wissen, aber nicht als Wahrnehmen" (Göt sagt das in etwa so?)

    Nix gegen die Philister. Wie die meisten Namen oder Begriffe, die heut pejorativ gebraucht werden, steckt auch bei ihnen was ganz anderes dahinter. Der Philister höchste Gottheit war die Sonne (die warme Eingebung :-)). Siehe Samson, mit seinem goldenen Haar DER Philister.... Dann kamen die Mondreligionen, die Jehovas, Allahs und MeinGott, die schaetzten die Reflektion wie ihr Gestirn. Klar mussten wir ma selbst reflektieren lernen (in der eigenen Birne, ohne langes Haar = Antennen nach oben) Klar gingen die Philister unter. Aber weshalb ihren Namen für was völlig Wesensfremdes benutzen (für die Spiesser, die wir naemlich inzwischen selbst sind)?
    Übrigens: Palaestinenser = türk. "filistin"

    Grüsse
    vom reflektierneden hibou, ob seines Wissens tief errötend :-)

    hibou: 28.11.2004 um 09:54 Uhr

  3. Danke hibou,
    das über die Philister habe ich wirklich nicht gewusst. Ich kenn sie nur aus der Bibel. Dort sind sie die, die kein offenes Ohr mehr haben für eine neue Idee. Spießer habe ich eigentlich gemeint, du hast Recht.
    Ist Wissen und Unwissen eigentlich eine peinliche Sache?
    Oder ist das nur mit der Bildung so, weil die Bildung, wie sie im Lehrplan der Gymnasien und der berufsbildenden Schulen steht, einen Ausweis hergibt für den Aufstieg in eine höhere soziale Schicht? (Erröten aus Bescheidenheit in der "Gleiche Chancen für alle" und Neid- und
    Konkurrenz-Szenerie?)
    Wahrnehmen ist die Voraussetzung für Denken, ob das schon wer gesagt hat?
    LG marlene

    marlene: 28.11.2004 um 12:39 Uhr

  4. Lexikonartiges Wissen ist nicht entscheidend, obschon es die Sammelleidenschaft sehr anspricht, das stimmt...

    Was mir zutiefst leidtut ist, mir vorzustellen, dass irgendwelche Generationen heranwachsen, die Ajax nur noch als Waschmittel kennen, die keinerle Vorstellung von Sphinx und Athene Parthenos und Kybele und Amazonen (und das ist jetzt nur als Beispiel die klassische Mythologie) haben, die keine Pflanze mehr mit Namen kennen und auch nicht Kaese machen :-(( Horror. Zum Glück behaelt die Sprache in ihren ganz alltaeglichen Redewendungen noch viel davon. In der Zukunft wird es Spracharchaeologen gebrauchen.
    Interessant doch auch das Begriffspaar Bildung - Bild?

    hibou: 28.11.2004 um 16:28 Uhr

  5. ahd. "bilidi" = Nachbildung, Abbild; Muster, Beispiel, Vorlage; Gestalt, Gebilde
    mhd. "bilde" = Bild, Gestalt, Beispiel
    ahd. "biliden" = einer Sache Gestalt und Wesen geben
    ahd. "bilidon" = eine Gestalt nachbilden
    mhd. "bilden" vereinigt die letzten beiden Bedeutungen und gilt bes. für künstlerische und handwerkliche Arbeit.
    Als pädagogische Begriffe treten "bilden" und "Bildung" erst im 18. Jhd. auf, verflacht aber hier vielfach zur Bezeichnung bloßen Formalwissens ...
    (nach: Duden, Das Herkunftswörterbuch)

    spitzen klöppeln, grüne tomaten einlegen, ein schwein schlachten, daraus blutwurst und speck machen, einen brunnen graben ...
    ach nostalgie ...

    die mädchen heutzutage können vielleicht keine ajourstickereien anfertigen, dafür eine webseite. *beneid* ich wollte ich hätte das gelernt mit 14 statt mit schweißigen fingern sticken zu müssen.

    nichts gegen alte kulturtechniken, humanistische bildung, etc. ich denke, das wird weiter tradiert werden, von sammlern, museen, wissenschaftlern, etc. aber ob das alles immer und überall "allgemeinbildung" bleiben muss?

    lg, lil

    lilith: 28.11.2004 um 17:13 Uhr

  6. Ich glaube nicht, dass das, was man unter "Allgemeinbildung"versteht,der ganze Kanon der europäischen Bildung eben, so leicht weggeschmissen werden wird. Mythologie ist übrigens geradezu ein Renner bei der Jugend.Sie lieben es allerdings sprachlich leicht fassbar, also z.B. von Köhlmeier. In den Multimediawelten finden sie so viel und so leicht fassliches Wissen aufbereitet vor, dass sie sich nur zu bedienen brauchen und teilweise eigentümliche Wissenssammlungen anlegen.Querbeet.Internetkompetenz steht an erster Stelle.Das Leseinteresse und die Lesekompetenz haben gleichzeitig mit dem frühen Fernseh-, Gameboy- und Videospielkonsum stark abgenommen.(Können wir uns nicht den Film anschauen, gibts doch sicher einen Film.)
    Wie das aber weitergehen wird, wird sich zeigen. Ziel zukünftiger Schulbildung soll nach Experten jedenfalls werden: "Vernetztes Denken, Teamfähigkeit, Wissensorganisation(Fähigkeit Wissen zu beschaffen und aufzubereiten), Bereitschaft zu steter Weiterbildung, Übertragen von Erkenntnissen in andere Bereiche, Entscheidungskraft und Selbständigkeit, Mündigkeit, Demokratiebewusstsein".
    Inhalte treten angesichts der Wissensflut stärker in den Hintergrund.
    Es gibt die abenteuerlichsten Konzepte, wie diese Ziele zu erreichen sein werden.Aber dazu ein ander Mal.

    marlene: 28.11.2004 um 22:41 Uhr

  7. ich denke bildung hat was mit relevanz für das soziale umfeld zu tun: gebildet ist jemand dann, wenn er über das für die teilhabe am gesellschaftlichen leben erforderliche wissen verfügt und fertigkeiten besitzt, die es ihm ermöglichen, sich in seinem sozialen umfeld angemessen zu bewegen.

    rednick: 29.11.2004 um 07:43 Uhr

  8. Hibou der Vergangenheitsgucker zitiert aus der Zeitung
    "Manchmal wünscht man sich, dass im oberflächlichen Wirbel der Infotainment-Gesellschaft mehr solche Schriften erscheinen würden - Schriften, die uns auf eine eher leise Art daran erinnern, dass Bildung und kulturelles Gedächtnis immer noch Voraussetzung dafür sind, dass wir unsere Gegenwart lesen können."

    Kulturelles Gedaechtnis betrifft nicht nur BildungsINHALTE sondern auch Methoden. Beispiel. Warum Servius Tullius kennen? Weil er eine Form der Demokratie (die wirkliche römische Republik) zu schaffen versuchte - er scheiterte dazumals -, von der Rom wie wir es heute kennen (von Tiberius bis Berlusconi und Woytila :-)) nur eine Perversion ist. Da liegt also was in den Jahrtausenden, was heut immer noch keimen könnte. Was tun? in der Geschichte die unvollendeten und nicht die vollendeten Sachen und Taten aufsuchen.

    Aber klar, Lil, müssen wir Neues lernen. Das gehrt nur von den Jüngeren.

    hibou: 29.11.2004 um 10:42 Uhr

  9. und, rednick, seufz, was schön waer, wenn wier uns nicht nur "im sozialen umfeld angemessen bewegen" könnten, sondern den schweinestall welt ein wenig auszumisten in der lage waeren. augias! come on

    hibou: 29.11.2004 um 10:44 Uhr

  10. ich glaube nicht, dass es etwas bringt, wissensinhalte zu definieren, die vermeintlich wichtig sind. niemand ist heutzutage mehr in der lage das gesamte wissen überblicken zu können. es gibt keine universalgenies mehr und jede bildung wird so immer zum fragment. und schon die frage, was in der welt denn nun der schweinestall sei, den es auszumisten gilt, dürfte in verschiedenen ländern höchst kontrovers betrachtet werden...

    rednick: 29.11.2004 um 11:26 Uhr

  11. diese ziele klingen ja alle recht gut, marianne (auf die abenteuerlichen umsetzungsideen bin ich schon neugierig), aber leide kenne ich unsere liebe unterrichtsministerin - gestern hat sie wieder was von "mehr leistungskontrollen" gefaselt ...

    vielleicht bin ich ja hoffnungslos fortschrittsgläubig, hibou, aber ich lebe trotzdem lieber hier und heute, trotz schüssel und co., als unter servius tullius ...
    (wusstest du, dass ihn seine tochter tullia ermordet hat?)

    "unvollendete taten und sachen aufsuchen" = schönes bildungskonzept! ja!!!

    was die stallausmisterei betrifft, wie rednick.

    merci vielmals, lil

 

 

24.11.2004 um 02:10 Uhr

pisa-studie

von: lilith

 

vor drei jahren waren unsere österreichischen schülerInnen durchschnittlich (an 10. stelle), jetzt sind wir noch durchschnittlicher geworden (19. stelle). sehr aufregend. die oppositionsparteien meinen, es läge an der kürzung des bildungsbudgets. die regierungsparteien sind der ansicht, dass sich ihre weitsichtige bildungspolitik halt erst in 10 jahren rechnen wird. der elternvertreter will sich nicht festlegen, die befragten kinder schimpfen auf die stundenkürzungen, die schwarz-blauen schulräte meinen, das seien noch die auswirkungen der sozialdemokratie.

 

tatsache ist, dass es wenig geld gibt für bildung. dass heuer ein paar tausend lehrer in pension gepeitscht wurden. dass eine menge lehrer arbeitslos sind. dass in den letzten schwarz-blauen jahren alle erziehungskonzepte auf einen einzigen nenner geschrumpft wurden: "was bringt das erzogene material für die wirtschaft"?

 

abgesehen davon. wer will schon in österreich oder deutschland noch kinder kriegen.

 

 

24.11.2004 um 01:37 Uhr

pisa: gute besserung

von: lilith


Den gewaltigsten Umbruch im Bildungssystem wagten die Finnen 1972. Sie schafften mit einem Schlag ihr gegliedertes Schulwesen ab, in dem - ganz ähnlich wie in Bayern - nach der vierten Klasse konsequent aussortiert worden war. An seine Stelle trat eine Gesamtschule, in die seither alle Schüler bis zum Ende der neunten Jahrgangsstufe gehen. 70 Prozent wechseln anschließend auf eine gymnasiale Oberstufe und legen nach weiteren drei Jahren ihr Abitur ab.
Natürlich ging diese kleine schulpolitische Revolution damals nicht ohne heftige Kontroversen ab. Den Präsidenten des Zentralamtes für Unterrichtswesen in Helsinki, Jukka Sarjala, erinnern manche der Fragen, die heute von den neugierigen Besuchergruppen aus Belgien, Luxemburg, Japan, Österreich und vor allem aus Deutschland gestellt werden, an die Bedenken von damals. Können unterschiedlich begabte Kinder so lange ohne Leistungsdifferenzierung gemeinsam unterrichtet werden? Sinkt nicht das Niveau ganzer Klassen zwangsläufig auf das ihrer schwächsten Schüler?

Kein Niveauverlust

Längst vor Pisa hat man in Finnland registriert, dass die angestrebte Chancengleichheit in dem weitläufigen Land, dessen Fläche fast so groß wie die Deutschlands ist, das aber nur von fünf Millionen Menschen bewohnt wird, alles andere als einen Niveauverlust bedeutet. Voraussetzung dafür war eine grundlegende Umstellung im Selbstverständnis der Lehrer. "Sie mussten lernen, dass sie sich den Schülern anpassen müssen und nicht umgekehrt", erzählt Jukka Sarjala. "Und sie konnten, wenn Probleme auftraten, plötzlich nicht mehr zu den Schülern sagen, du bist hier fehl am Platz."
Inzwischen haben die Lehrer ihre Lektion gelernt. Statt Problemfälle auszusortieren und nach unten weiterzureichen, kümmert man sich darum, sie zu lösen. In Finnlands Schulen fällt niemand durch. Weil es Durchfallen nicht gibt. Als sich nach Bekanntwerden der Pisa-Ergebnisse diese Besonderheit auch bei uns herumsprach, startete der Philologenverband sofort eine Umfrage unter Schülern und war am Ende sehr beruhigt, dass eine Mehrheit für die Beibehaltung der "Ehrenrunde" war. So etwas wird hier zu Lande als Argument gehandelt.
Wenn man wirklich etwas verstehen und beispielsweise wissen will, weshalb das finnische Schulsystem dem deutschen überlegen ist, sollte man jemanden wie Lauri Mustenen fragen. Der Oberstufenschüler war ein Jahr lang in Deutschland. In Hamm und Dresden hat er die hiesige Schulwelt kennen gelernt. In Deutschland wird besser kontrolliert, in Finnland besser gefördert. So könnte man seine Erfahrungen zusammenfassen. "Es ist doch die Aufgabe der Lehrer, auf die individuellen Fähigkeiten der Schüler einzugehen", sagt Lauri. Im Unterricht sollen alle vorangebracht werden. Bezahlte Nachhilfe außerhalb der Schule ist finnischen Lehrern verboten. Deutschen Lehrern nicht. Auch das ist Lauri aufgefallen. Genauso wie die Tatsache, dass er im deutschen Unterricht "oft ewig lang nicht wusste, was überhaupt das Thema ist". Am Sprachproblem lag es nicht, sondern an der Konzeptlosigkeit vieler Stunden.

Individuelle Förderung

Ganz selbstverständlich bemüht sich außerdem ein System, das auf die lange gemeinsame Schulzeit setzt, darum, Startschwierigkeiten früh zu erkennen und abzubauen. 90 Prozent der Kinder besuchen, bevor sie mit sieben Jahren eingeschult werden, die Vorschule. hier beginnt die individuelle Förderung. Kinder aus ausländischen Familien werden dabei ganz gezielt in kleinen Gruppen von acht oder neun Schülern 20 Stunden in der Woche an die Landessprache herangeführt. Sprachkompetenz bleibt auch danach ein Schwerpunkt. Jeder finnische Schüler lernt mindestens zwei Fremdsprachen. Bis zum Abitur sind es in der Regel vier, bei manchen fünf. Nur so gelingt der Sprung von der finnischen Sprachinsel hinaus in die Welt. Ganz selbstverständlich ist im Land von Nokia auch der frühe Umgang mit Computern. Sie gehören vom ersten Tag an zum Unterricht. Ab dem dritten Jahr hat jeder finnische Schüler eine eigene E-Mail-Adresse.

"Gute Besserung"

Das alles kostet natürlich Geld. Genauso wie das kostenlose Mittagessen in der Schule wie die obligatorische, zweite Lehrkraft in den unteren Klassen, wie die regelmäßigen Lehrerfortbildungen, wie das vorbildliche Bibliothekswesen, das die kleinen Finnen zu Leseweltmeistern macht, oder wie die Lehrmittelfreiheit, die bis hin zu Heft und Radiergummi reicht. Finnland bringt sieben Prozent des Bruttosozialprodukts für Bildung und Wissenschaft auf. In Deutschland sind es knapp über vier Prozent.
Vor 18 Jahren hat der Schwabe Rainer Domisch seinem Heimatland den Rücken gekehrt. Der Lehrer hatte gemerkt, dass die Politik in Baden-Württemberg seine Begeisterung für integrative Gesamtschulmodelle nicht teilte. In Finnland, wo er inzwischen als Fachberater für Deutsch in der Unterrichtsbehörde arbeitet, stieß er auf eine "außergewöhnlich veränderungsbereite Gesellschaft", die ihr Bildungssystem ganz nach seinem Geschmack erneuerte. Domisch hat sich über das Pisa-Ergebnis gefreut. Besucher aus Deutschland verabschiedet er seither mit einem freundlichen "Gute Besserung".

 

 


24.11.2004 um 00:59 Uhr

lesenswert

von: lilith

Ein kleines feines Buch
von: lilith

 

Lu Wenfu: Der Gourmet.
Leben und Leidenschaft eines chinesischen Feinschmeckers.

Diogenes, 1993

Arbeitet der Mensch, um gut zu essen?
Oder isst er, um gut zu arbeiten?

 

Ein Roman über das Essen und seine Bedeutung in verschiedenen gesellschaftlichen Systemen. Witzig, kulinarisch und nachdenklich.

 

 

21.11.2004 um 01:28 Uhr

ingwer

von: lilith

 

geschnipselt, knoblauch geschält, wurzelgemüse, kartoffeln, sellerie gesotten, fenchel und zucchini in feine streifen geschnitten, champignon in speck gebraten, rote rüben gekocht, geschält, geschnitten und mariniert, den truthahn gespickt.

 

wird ein schönes fest morgen!

 

 

 

 

 

19.11.2004 um 03:11 Uhr

gedicht

von: lilith

 

ein bauch will brot und öl und nüsse und bananen
zwei spiegeleier braten voller zuversicht und lust
und gelb gibt sich die zwiebel im erdäpfelsalat

ein fahrrad lacht ein alter hut am haken zappelt
es rülpst ein korb so gelbe äpfel und narzissen
und eine weiße schürze prahlt mit ihren dreisten tupfen

ein rauchfang bläst so manchen wunsch zum himmel
es dreht ein gelber schwanz im hemd den purzelbaum
und piepsend sinnt ein telegraphenmast auf ruhe

ein messer stichelt kanten aus dem hüttenkäs
ein  kuchen lüftet das rezept der reifen feigen
und kichernd schlingelt sich ein bisschen gelb ins rosenherz

 

16.11.2004 um 00:51 Uhr

die andere

von: lilith

perspektive:

was haltet ihr von weihnachten, liebe freunde?

 

 

16.11.2004 um 00:30 Uhr

weihachten

von: lilith

 

finde ich eher stressig.

weihnachtslieder in allen kaufhäusern, bis man sie nicht mehr hören kann.

geschenke kaufen, geschenklisten schreiben.

vorbereiten. familienwünsche abklären. immer müder werden.

 

am ende macht mir selbst das kochen keinen spaß mehr.

jössas,

mitzi

 

 

 

15.11.2004 um 01:04 Uhr

garten gerecht,

von: lilith

 

pflanzen reingetragen, suppe gekocht, wäsche gewaschen, problemen gelauscht.

schlechter film mit 4 punkten und viel werbung.

 

schlecht geschlafen gestern nacht.

der wechsel der jahreszeiten kommt immer schneller.

 

 

 

 

 

13.11.2004 um 09:09 Uhr

zitat

von: lilith

 

terrorismus ist der krieg der ohnmächigen.

krieg ist der terrorismus der mächtigen.

 

(sir peter ustinov)

 

 

13.11.2004 um 00:03 Uhr

definition?

von: lilith

 

 

was ist terrorismus?

 

 

 

 

13.11.2004 um 00:02 Uhr

jahresbericht 2004 - ai / besetzte palästinänische gebiete

von: lilith

Im Berichtszeitraum töteten israelische Soldaten mindestens 600 Palästinenser, unter ihnen mehr als 100 Kinder. In den meisten Fällen handelte es sich um ungesetzliche Tötungen. Die Opfer kamen infolge rücksichtslosen Schusswaffengebrauchs oder unverhältnismäßiger Gewaltanwendung ums Leben, starben bei Bomben- und Granatenangriffen auf zivile Wohngebiete oder wurden extralegal hingerichtet. Bewaffnete palästinensische Gruppen töteten bei Selbstmordattentaten und anderen vorsätzlichen Anschlägen rund 200 Israelis, unter ihnen mindestens 130 Zivilisten und 21 Kinder. Die von den Israelis nochmals verschärften Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Palästinenser führten unter der Bevölkerung zu Armut, Arbeitslosigkeit und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bislang nicht gekannten Ausmaßes. Die israelische Armee zerstörte Hunderte palästinensische Häuser und vernichtete riesige landwirtschaftliche Anbauflächen sowie in großem Ausmaß gewerblich oder anderweitig genutzten Besitz. Darüber hinaus forcierten die Israelis den Bau des Grenzwalls, der größtenteils weit in das Westjordanland hineinreichte, was zur Folge hatte, dass zahlreiche Palästinenserdörfer mit Hunderttausenden Einwohnern zu Enklaven wurden. Die dort lebenden Menschen konnten nicht mehr zu ihrem Ackerland gelangen und waren von umliegenden Städten und Ortschaften vollständig abgeschnitten. In den besetzten Gebieten führte die verstärkte illegale Siedlungstätigkeit der Israelis dazu, dass immer mehr Palästinenser natürlicher Ressourcen wie Land und Wasser beraubt wurden. Die israelische Armee nahm Tausende Palästinenser in Haft, von denen die meisten ohne Anklageerhebung wieder freikamen, Hunderte andere hingegen wurden angeklagt, in strafbarer Weise gegen die Sicherheit Israels verstoßen zu haben. Weitere rund 1500 Palästinenser befanden sich ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Verwaltungshaft. Prozesse vor Militärgerichten haben international anerkannten Standards der Fairness nicht entsprochen. Verbreitet trafen auch Meldungen über Misshandlungen an palästinensischen Häftlingen ein. Im Zuge militärischer Operationen missbrauchten die israelischen Streitkräfte Palästinenser als »menschliche Schutzschilde«. Bestimmte Übergriffe der israelischen Armee stellten Kriegsverbrechen dar. Dazu zählten ungesetzliche Tötungen, die Versagung ärztlicher Hilfe und Anschläge auf medizinisches Personal, die verbreitete und mutwillige Zerstörung von Eigentum, Folterungen sowie der Einsatz »menschlicher Schutzschilde«. Die von palästinensischen bewaffneten Gruppen verübten vorsätzlichen Anschläge auf Zivilisten sind als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzusehen. Im Berichtszeitraum wurden zahlreiche Israelis, die die Ableistung des Militärdienstes aus Gewissensgründen abgelehnt hatten, zu Freiheitsstrafen verurteilt, einige von ihnen von Militärgerichten.


Hintergrundinformationen

Im Juni einigten sich Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde auf einen als »Road Map« bekannt gewordenen Friedensplan, der von den USA, den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der Russischen Föderation erarbeitet worden war. Der Plan sah die Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates für das Jahr 2005 vor, enthielt jedoch keine Mechanismen, um sicherzustellen, dass beide Vertragsstaaten ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommen. Er verlangte von der palästinensischen Seite, ihre Anschläge auf Israelis einzustellen, und von der israelischen Regierung, ihre Siedlungsaktivitäten einzufrieren und jüngst errichtete Siedlungen wieder zu räumen, die Zerstörung palästinensischer Häuser sowie Attentate auf Palästinenser zu unterbinden und die Abriegelungen und Ausgangssperren in den besetzten Gebieten zu lockern. Im Juni erklärten die wichtigsten bewaffneten Gruppen der Palästinenser – die der Fatah-Bewegung nahe stehenden Brigaden der al-Aqsa-Märtyrer, die Gruppe Hamas und die Organisation Islamischer Jihad – eine einseitige Waffenruhe. Die israelische Regierung entließ im Gegenzug rund 600 Palästinenser aus der Haft, von denen die meisten ihre Strafe bereits abgebüßt hatten. Die Verhandlungen über den »Road-Map«-Plan wurden im September ergebnislos abgebrochen. Als der UN-Sicherheitsrat im November in einer Resolution dem Plan seine Unterstützung zusicherte, wurde versucht, beide Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Im Dezember verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution, in der sie den Internationalen Gerichtshof in Den Haag um ein Gutachten über die Rechtsfolgen der Errichtung des Grenzwalls innerhalb des Westjordanlandes bat.

Tötungen und Anschläge durch die israelische Armee

Wahllose und von großer Rücksichtslosigkeit geprägte Angriffe der israelischen Armee unter anderem mit Granaten und Bomben sowie die Anwendung unverhältnismäßiger Gewalt forderten das Leben von mindestens 600 zumeist unbewaffneten Palästinensern, unter ihnen mehr als 100 Kinder. Weitere rund 90 Palästinenser fielen extralegalen Hinrichtungen zum Opfer, bei denen auch mehr als 50 unbeteiligte Passanten mit in den Tod gerissen wurden, darunter neun Kinder. Zahlreiche andere Palästinenser kamen bei bewaffneten Zusammenstößen mit israelischen Soldaten ums Leben.

Am 25. Juni fand die 19-jährige Nivin Abu Rujaila den Tod, als das Taxi, in dem sie unterwegs war, von einer Rakete getroffen wurde, abgefeuert von einem israelischen Kampfhubschrauber. Akram ‘Ali Farhan, der Fahrer des Taxis, kam ebenfalls ums Leben. Die eigentliche Zielperson des Anschlags war in einem anderen Fahrzeug unterwegs gewesen.

Am 12. Juni beschoss in Gaza-Stadt die Besatzung eines israelischen Kampfhubschraubers in gezielter Tötungsabsicht das Fahrzeug von Yasser Taha. Bei dem Vorfall kamen nicht nur er selbst, sondern auch seine schwangere Ehefrau Islam Taha, die 18-monatige Tochter der beiden sowie vier unbeteiligte Passanten ums Leben. Weitere rund 20 Personen, unter ihnen mehrere Kinder, wurden verletzt. Bereits in den zwei Tagen zuvor waren bei drei ähnlichen Anschlägen der israelischen Armee elf unbeteiligte Personen getötet und zahlreiche andere verletzt worden, darunter ebenfalls mehr als zehn Kinder.

Auch mehrere ausländische Mitglieder der Internationalen Solidaritätsbewegung (International Solidarity Movement – ISM), Journalisten und Angehörige medizinischer Berufe wurden von israelischen Soldaten getötet oder verletzt.

Im März starb der aus den USA stammende ISM-Aktivist Rachel Corrie, als er in Rafah im Süden des Gazastreifens von einem Fahrzeug der israelischen Armee überrollt wurde. Im April nahmen israelische Soldaten in Rafah beziehungsweise Jenin die ISM-Mitglieder Tom Hurndall, einen britischen Staatsbürger, sowie Brian Avery aus den USA unter Beschuss und fügten beiden schwere Kopfverletzungen zu. Der britische Journalist James Miller wurde im Mai in Rafah von israelischen Militärs durch einen Schuss in den Nacken getötet.

Im Zuge militärischer Operationen missbrauchte die israelische Armee Palästinenser weiterhin als »menschliche Schutzschilde« und gefährdete damit deren Leben.

Angehörige der israelischen Armee und der Sicherheitsdienste genossen für ihr Tun weitgehend Straffreiheit. Menschenrechtsverletzungen zogen nur äußerst selten Ermittlungen, strafrechtliche Schritte oder die Verurteilung der Täter nach sich. Nach Angaben der israelischen Armeeführung ist seit Beginn des Palästinenseraufstands im September 2000 gegen 61 israelische Soldaten Anklage erhoben worden, von denen 17 der Anwendung von Gewalt, zwei des missbräuchlichen Waffeneinsatzes und 22 der Plünderung und Zerstörung von Eigentum schuldig gesprochen wurden. Die meisten der in die Tausende gehenden ungesetzlichen Tötungen und anderweitigen schweren Menschenrechtsverletzungen, die von israelischen Soldaten seit Ausbruch der intifada verübt worden sind, haben jedoch – soweit bekannt – keinerlei Ermittlungen nach sich gezogen.

Tötungen und Anschläge durch bewaffnete palästinensische Gruppen

Bewaffnete Gruppen der Palästinenser töteten im Berichtszeitraum mindestens 130 israelische Zivilisten, unter ihnen mindestens 21 Kinder. Annähernd die Hälfte der Opfer kam bei Selbstmordattentaten ums Leben, die Übrigen wurden erschossen. Auch rund 70 israelische Soldaten fanden bei Anschlägen bewaffneter palästinensischer Gruppen den Tod. Die Anschläge auf Zivilisten ereigneten sich überwiegend innerhalb Israels, die auf israelische Soldaten zumeist in den besetzten Gebieten.

Am 19. August starben bei einem palästinensischen Selbstmordattentat in einem Bus in Jerusalem 20 Zivilisten, unter ihnen die 22-jährige Lilah Kardi und mehrere Kinder. Sowohl die Hamas als auch der Islamische Jihad sollen die Verantwortung für den Anschlag übernommen haben.

Am 5. Oktober kamen bei einem weiteren Selbstmordattentat erneut 20 Zivilisten ums Leben. Zu den Opfern zählten fünf Mitglieder der Familie Zer-Aviv, unter ihnen die 54 Jahre alte Bruria, die 29-jährige Keren und die erst ein Jahr alte Noya Zer-Aviv. Der Anschlag, der darüber hinaus zahlreiche Verletzte forderte, wurde von einer Palästinenserin in einem Restaurant in Haifa verübt. Die Verantwortung dafür reklamierte die Organisation Islamischer Jihad.

Wiederholt feuerten bewaffnete palästinensische Gruppen vom Gazastreifen aus Mörsergranaten auf nahe gelegene israelische Städte und jüdische Siedlungen ab. Verletzt wurde dabei meist niemand.

Anschläge auf Palästinenser durch israelische Siedler

In den besetzten Gebieten griffen israelische Siedler mehrfach Palästinenser an und zerstörten ihr Eigentum. Derartige Anschläge häuften sich während der Olivenernte im Oktober, als israelische Siedler in mehreren im Westjordanland gelegenen Dörfern Olivenbäume ausrissen oder beschädigten, die sich in palästinensischem Besitz befanden. Die Übergriffe zogen meist weder Ermittlungen noch strafrechtliche Schritte gegen die dafür Verantwortlichen nach sich.

Am 27. Oktober griffen israelische Siedler im Westjordanland nahe der Ortschaft Einabus eine Gruppe von Menschenrechtlern an, die Palästinensern bei der Olivenernte halfen. Zielscheibe ihrer Aggression waren neben anderen Rabbi Arik Asherman, Vorsitzender der Organisation Rabbiner für Menschenrechte, und der 66 Jahre alte Journalist John Ross.

Ebenfalls im Oktober wurden drei israelische Siedler für schuldig befunden, 2002 vor einer palästinensischen Mädchenschule einen Sprengsatz deponiert zu haben, und zu Freiheitsstrafen zwischen zwölf und 15 Jahren verurteilt.

Zerstörung palästinensischen Eigentums in den besetzten Gebieten

In allen Teilen der besetzten Gebiete zerstörte die israelische Armee Hunderte palästinensischer Häuser sowie gewerblich genutzte und öffentliche Gebäude. Darüber hinaus brachte sie die Wasser- und Elektrizitätsversorgung und die Telekommunikation ganz oder teilweise zum Erliegen. Bei solchen Maßnahmen handelte es sich oftmals um kollektive Strafsanktionen gegen Palästinensergebiete, von denen aus bewaffnete palästinensische Gruppen Anschläge gegen Israel verübt hatten oder deren Operationsbasis dort vermutet wurde.

Die israelische Armee zerstörte verstärkt auch die Häuser palästinensischer Familien, die mit Personen in verwandtschaftlicher Beziehung standen, welche tatsächlich oder vermeintlich Anschläge auf israelische Soldaten oder Zivilisten verübt hatten.

Da die Israelis bei der Sprengung von Häusern gewöhnlich hoch explosives Material verwendeten, wurden häufig Nachbargebäude in Mitleidenschaft gezogen, was in einigen Fällen zur Folge hatte, dass deren Bewohner verletzt oder getötet wurden. Die Hauszerstörungen fanden in der Regel statt, ohne dass den Bewohnern Zeit gegeben wurde, noch rasch ihre Habe zusammenzupacken.

Am 3. März starb im Flüchtlingslager Bureij im Gazastreifen die zehnfache Mutter und mit einem elften Kind schwangere Noha Makadmeh in ihrem Bett unter den Trümmern ihres Hauses, das zusammengestürzt war, nachdem israelische Soldaten mitten in der Nacht ein Nachbarhaus in die Luft gesprengt hatten. Bei dem Vorfall wurden der Ehemann von Noha Makadmeh und die meisten ihrer Kinder zum Teil schwer verletzt. Der Sprengsatz brachte sechs weitere umliegende Gebäude zum Einsturz und machte rund 90 Menschen obdachlos.

In der Nacht auf den 9. September jagte die israelische Armee ein achtgeschossiges Wohnhaus in Hebron in die Luft. 68 Menschen, unter ihnen 53 Frauen und Kinder, verloren dadurch ihr Zuhause. Die Soldaten evakuierten die Bewohner, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, noch irgendetwas von ihrem Besitz zu retten. Später töteten sie in dem Gebäude zwei bewaffnete Palästinenser, die sich auf der Flucht vor den Soldaten befanden. Nachdem sie deren Leichen herausgeschafft hatten, machten die Soldaten das Wohnhaus gänzlich dem Erdboden gleich. Die 18-jährige Studentin Tartil Abu Hafez Ghaith und ihr neun Jahre alter Nachbarjunge Tha’ir Muhammad al-Suri, die in einem angrenzenden Gebäude wohnten, wurden von Splittern einer Granate schwer verletzt, die von einem israelischen Panzer abgefeuert worden war.

Im Oktober zerstörte die israelische Armee in einem Flüchtlingslager in Rafah mehr als 100 Häuser und beschädigte zahlreiche weitere zum Teil schwer, wodurch Hunderte Palästinenser obdachlos wurden. Die Armee gab an, sie habe die Zerstörungen vorgenommen, um drei Tunnel freizulegen, die von bewaffneten palästinensischen Gruppen benutzt worden seien, um aus Ägypten Waffen in den Gazastreifen einzuschmuggeln.

Im Juni drangen israelische Soldaten in einer groß angelegten Aktion in den Norden des Gazastreifens ein und zerstörten dort zahlreiche Häuser sowie Brücken, Straßen und andere Infrastruktureinrichtungen. Die Fliesenfabrik Abu Ghaliun, die größte und modernste in den besetzten Gebieten, wurde ebenfalls zerstört. Die Soldaten vernichteten den gesamten Maschinenpark sowie alle auf dem Gelände gelagerten Fliesen und verursachten damit einen Gesamtschaden von umgerechnet rund 4,8 Millionen Euro.

Kollektive Strafsanktionen, Abriegelungen und die Verletzung wirtschaftlicher und sozialer Rechte

Als Folge der gegenüber dem Vorjahr nochmals verschärften Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit durch die israelischen Behörden litten die in den besetzten Gebieten lebenden Palästinenser unter Not und Entbehrungen ungeahnten Ausmaßes. Es war ihnen kaum oder gar nicht mehr möglich, zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen, am Schulunterricht teilzunehmen, einen Arzt aufzusuchen, den persönlichen Kontakt zu ihren Familien aufrechtzuerhalten und andere Verrichtungen des täglichen Lebens zu organisieren. Mit Abriegelungen, militärischen Kontrollstellen, Ausgangssperren und einer Vielzahl weiterer Restriktionen sorgten die israelischen Behörden dafür, dass die Palästinenser den größten Teil der Zeit in ihren Häusern und deren unmittelbarer Umgebung zubringen mussten.

Die genannten Einschränkungen waren eine der Hauptursachen für den faktischen Zusammenbruch der Wirtschaft in den Palästinensergebieten. Die Arbeitslosigkeit nahm mit fast 50 Prozent dramatische Ausmaße an. Zwei Drittel der palästinensischen Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze und litten zunehmend an Unterernährung und gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Hunderte von Kontrollstellen und Absperrungen der israelischen Armee machten es den Palästinensern in den besetzten Gebieten unmöglich, Hauptstraßen zu befahren, selbst viele Nebenstrecken durften sie nicht benutzen. Für die Bewohner illegaler israelischer Siedlungen galten solche Einschränkungen nicht. Als Vergeltung für Anschläge bewaffneter palästinensischer Gruppen wurden unmittelbar danach Abriegelungen und andere Restriktionen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung routinemäßig verschärft.

Im westlichen Teil des Westjordanlandes und in der Umgebung von Jerusalem sahen sich die Palästinenser durch den forcierten Ausbau des Grenzwalls weiteren Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit unterworfen. Die israelische Seite machte geltend, der aus Zäunen, Betonwänden, tiefen Gräben und für Panzer befahrbaren Abschnitten bestehende Wall diene dem Zweck, Palästinenser davon abzuhalten, in Israel Anschläge zu verüben. Der Wall reichte größtenteils tief in Palästinensergebiete hinein, mit der Folge, dass Hunderttausende Palästinenser nicht nur von grundlegenden Versorgungseinrichtungen in den umliegenden Städten und Dörfern abgeschnitten waren, sondern auch ihr Ackerland nicht mehr bewirtschaften konnten und damit ihrer Haupterwerbsquelle beraubt waren. Die israelische Armee erklärte zudem sämtliche zwischen dem Grenzwall und Israel liegenden Gebiete des Westjordanlandes zu militärischen Sperrzonen, die Palästinenser ohne Sondergenehmigung weder verlassen noch betreten durften. Israelische Soldaten versagten den dortigen Bewohnern und Bauern oftmals die Ein- oder Ausreise und machten es ihnen damit unmöglich, an ihre Arbeitsplätze zu gelangen oder in ihre Häuser zurückzukehren.

Zur Durchsetzung von Abriegelungen und Ausgangssperren ging die israelische Armee routinemäßig mit Tränengas, Betäubungsmunition und scharfer Munition gegen Palästinenser vor, nahm Angehörige der palästinensischen Bevölkerung in Haft oder unterwarf sie Misshandlungen und beschlagnahmte Fahrzeuge und Ausweispapiere. An militärischen Kontrollstellen der Israelis wurden palästinensische Notfallambulanzen und Privatfahrzeuge mit kranken Menschen oftmals an der Weiterfahrt gehindert oder ihnen die Durchfahrt erst nach erheblichen Verzögerungen gestattet. Mehrere schwangere Frauen konnten deshalb nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus gelangen und mussten ihr Kind an den Kontrollstellen gebären.

Am 28. August verwehrten es israelische Soldaten der 29-jährigen hochschwangeren Rula Ashtiya, die Kontrollstelle bei Beit Furik zu passieren. Sie war somit gezwungen, ihr Kind auf der staubigen Straße nahe dem Kontrollposten zur Welt zu bringen. Das Neugeborene starb wenig später, und erst danach ließen die Soldaten Rula Ashtiya zu Fuß durch die Kontrolle hindurch, um in der Stadt Nablus ein Krankenhaus aufsuchen zu können.

Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen

Zahlreiche jüdische Israelis wurden zu bis zu sechsmonatigen Haftstrafen verurteilt, weil sie den Militärdienst verweigert oder es abgelehnt hatten, in den besetzten Gebieten Dienst zu tun. Weitere sechs Kriegsdienstverweigerer, gegen die Verfahren vor einem Militärgericht anhängig waren, warteten noch auf den Urteilsspruch. Es handelte sich bei ihnen allen um gewaltlose politische Gefangene.

Zwangsausweisungen

Im Oktober ordnete die israelische Armee an, mindestens 18 Palästinenser, die sich ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Verwaltungshaft befanden, aus dem Westjordanland – ihrer angestammten Heimat – in den Gazastreifen auszuweisen. Bis Ende des Berichtszeitraums waren alle 18 zwangsausgewiesen worden.

Vereinte Nationen

Im August forderten der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung und der UN-Menschenrechtsausschuss Israel auf, ein im Monat zuvor verabschiedetes Gesetz zurückzunehmen, das die Familienzusammenführung von Israelis mit palästinensischen Ehepartnern aus den besetzten Gebieten untersagte. Der Menschenrechtsausschuss appellierte ferner eindringlich an die israelische Regierung, den Bau des Grenzwalls in den besetzten Gebieten einzustellen und das Recht der dort lebenden Palästinenser auf Freizügigkeit zu respektieren, Hauszerstörungen und den Einsatz von Palästinensern als »menschliche Schutzschilde« zu unterbinden sowie sämtliche Vorwürfe über Folterungen, ungesetzliche Tötungen und andere Menschenrechtsverletzungen untersuchen zu lassen.

Eingaben an den Obersten Gerichtshof

Menschenrechtsorganisationen wandten sich in Petitionen an den Obersten Gerichtshof, um in einer Reihe von Fragen höchstrichterliche Entscheidungen herbeizuführen. In ihren Eingaben ging es unter anderem um den Einsatz von Palästinensern als »menschliche Schutzschilde«, extralegale Hinrichtungen von Palästinensern, die Errichtung des Grenzwalls innerhalb der besetzten Gebiete, das gesetzliche Verbot der Familienzusammenführung von Israelis mit palästinensischen Ehepartnern, ausbleibende Ermittlungen in Fällen tödlicher Gewaltanwendung gegenüber palästinensischen Zivilisten durch die israelische Armee sowie die Existenz eines geheimen israelischen Haftzentrums, bekannt unter der Bezeichnung »Facility 1391«. Bis Ende des Berichtszeitraums hatte der Gerichtshof noch über keine der Eingaben entschieden.

 

12.11.2004 um 23:50 Uhr

was passiert

von: lilith

 

hier

 

aber was können wir dagegen tun, zum geier!?
die schmelzen unchristlichen schurkenkindern die haut vom körper und verkaufen das als ethische notwendigkeit.

 

12.11.2004 um 01:35 Uhr

mahlzeit, liebe freunde

von: lilith

 

 

 

12.11.2004 um 01:32 Uhr

Martini

von: lilith

Martini (11. November), Namensfest des heiligen Martin von Tours, Landesfeiertag des Burgenlands, Lostag. Historisch wichtiger Brauch-, Rechts- und Wirtschaftstermin im bäuerlichen Arbeitsjahr, verbunden mit dem Ende des Wirtschaftsjahres und dem Beginn des 6-wöchigen Adventfastens bis Weihnachten ("alter Advent"). In den agrarischen Gebieten Ostösterreichs war es noch im 20. Jahrhundert üblich, den Vorabend dieser Fastenzeit als Erntefest mit Lichterprozessionen, Festspeisen ("Martinigans", "Martinigebäck"), Heischegängen, Masken- und Feuerbräuchen, Spielen, Liedern ("Martinilieder") und Segenswünschen ("Martinisegen", "Martinigerte") zu begehen. Zu Martini begannen und endeten Dienstverhältnisse, Pacht-, Zins- und Besoldungsfristen. Heute ist noch das "Martiniganslessen" üblich, Pfarren laden zur Segnung des neuen Weins ("Martiniloben") und Heurigenwirte zu dessen Verkostung ein. Die ehemalige Lichterprozession ist zu einem Kinderbrauch mit Laternenumzug geworden, mancherorts angeführt vom heiligen Martin in römischer Soldatenkleidung auf einem Pferd ("Martinsritt" in Bregenz). Martini gilt heute auch als Beginn des Faschings (11. 11. um 11 Uhr 11).

 

12.11.2004 um 01:24 Uhr

Martinigansl

von: lilith

Zutaten

1 Gans  (ca. 2 1/2 kg)

Salz, Majoran

2 Äpfel

10g Mehl

1 Orange

  Zubereitung Die geputzte Gans wird innen mit Salz und Majoran, außen nur mit Salz eingerieben. In die Körperhöhle des Tieres gibt man 2 ungeschälte, vom Kerngehäuse befreite Äpfel. Dann wird die Gans mit einer Schnur gebunden. In eine Pfanne wird fingerhoch Wasser aufgegossen. Die Gans mit der Brust nach unten einlegen und unter häufigem begießen mit dem sich bildenden Saft und unter öfteren Nachgießen von Wasser gebraten. Die Schenkel ab und zu mit einer Stricknadel anstechen. Dann auf den Rücken legen und fertig braten (220 Grad). Am Ende der Bratzeit (ca.2 bis 2 ½ Stunden) sollte die Flüssigkeit so weit eingekocht sein, dass sich nur noch Fett in der Pfanne befindet. Nach Beendigung der Bratzeit die Gans warm stellen. Den Bratensatz gut bräunen, einen Teil des Fettes abgießen, mit etwas Mehl stauben. Durchrösten und mit Wasser oder Suppe kurz verkochen. Zum Schluss eine ausgepresste Orange zum Bratensaft hinzufügen.

Als Beilage serviert man Kartoffelknödel , Rotkraut oder Weißkraut.

 

 

11.11.2004 um 01:34 Uhr

der umarmende

von: lilith

 

ist unser ex-bundespräsident klestil.

er durfte ein bisschen schneller sterben als der umarmte.

 

 

 

 

11.11.2004 um 00:52 Uhr

good night, mr arafat

von: lilith

ap

 

 

11.11.2004 um 00:46 Uhr

phosphor-waffen

von: lilith

 
Weiße Phosphor-Granaten erzeugen eine Feuerwand, die nicht mit Wasser gelöscht werden kann.

Washington - Beim Angriff auf die irakische Stadt Falludja haben US-Truppen laut einem Bericht der "Washington Post" (Mittwochausgabe) Phosphor-Waffen eingesetzt. Mehrere Artilleriegeschütze hätten Salven von weißen Phosphor-Granaten abgefeuert, die eine Feuerwand erzeugten, die nicht mit Wasser gelöscht werden könne.

Verbrannt und geschmolzen

Aufständische hätten berichtet, dass sie mit einer chemischen Substanz angegriffen worden seien die ihre Haut zum Schmelzen gebracht habe, eine Reaktion die der Verbrennung mit weißem Phosphor entspreche. Ein Arzt eines örtlichen Krankenhauses, Kamal Hadeethi, habe berichtet dass die Leichen der Mudschaheddin die ins Krankenhaus gebracht wurden verbrannt gewesen seien, manche Leichen seien sogar geschmolzen gewesen.

"Handschuhe ausgezogen"

Schwerer Schaden in der Stadt sei offenbar Montagnacht entstanden, als Luftwaffe und Artillerie mit Angriffen das Eindringen der amerikanischen und irakischen Bodentruppen in die Stadt begleiteten. Amerikanische Kampfflugzeuge hätten acht 2.000-Pfund-Bomben über der Stadt abgeworfen, und die Artillerie habe bis in die Früh die Stadt bombardiert. "Normalerweise lassen wir die Handschuhe an", wird Captain Erik Krivda vom Kommandozentrum für taktische Operationen der ersten Infanterie-Division in der "Washington Post" zitiert. "Für diese Operation haben wir die Handschuhe ausgezogen".

Leichen auf den Straßen

Besonders schwer seien die Bezirke Jolan und Askali getroffen worden, wo mehr als die Hälfte der Häuser zerstört worden sei. Tote lägen auf den engen Straßen von Jolan verstreut, einer der ältesten Bezirke der Stadt. Blut und Fleischfetzen klebten an den Wänden einiger Häuser und die Straßen seien voller Krater, berichteten Augenzeugen laut der "Washington Post".

 

quelle


 

10.11.2004 um 23:57 Uhr

kinder, küche, karriere

von: lilith

 

einstellungsgespräche:

(1973)
personalchef: und? wie sieht es mit ihrer familienplanung aus? werden sie uns schwanger in den nächsten jahren?
ich (20): äh. also - irgendwann möchte ich schon kinder ...

(1984)
personalchef: und? wie stellen sie sich das vor mit den kleinen kindern? haben sie eine großmutter? was machen sie, wenn die kinder krank sind?
ich (31): ja. eine großmutter hab ich schon ...

(1990)
personalchef: 37 sind sie? - das passt nicht in unsere altersstruktur. tut mir leid, aber sie sind zu alt.

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