Frau Mitzis Rote Bar: Politisches und Privates

27.01.2005 um 10:33 Uhr

vor 13 jahren

von: lilith

 

zur frage, ob das wahlalter auf 17 jahre herunter gesetzt werden soll:

 

ich: ich bin dafür!

meine tochter (damals 17): ich bin dagegen!

ich: warum, um gottes willen? traust du deiner generation nicht?

sie: nein. die würden alle haider wählen.

ich: ???

sie: der ist der einzige, den sie kennen.

 

 

 

26.01.2005 um 03:14 Uhr

sollen

von: lilith

 

junge menschen mit dem holocaust konfrontiert werden?

wenn ja, wie?

wenn nein, warum nicht?

 

 

 

 

26.01.2005 um 03:08 Uhr

fernsehtipp

von: lilith

 

arte, themenabende.

 

ich hab mir (noch einmal) die holocaust-fernsehreihe angesehen. abgesehen davon, dass manche sequenzen an "reich und schön" erinnern (z.b. der typische satz "ruh dich ein bisschen aus" - nachdem ihre tochter vergast wurde?!), abgesehen von der unsäglichen schnittechnik, etc. fand ich beim zweiten mal anschaun doch was gutes: diesen dr. dorf mit dem milchgesicht, der (scheinbar ungerührt) für jede ungeheuerlichkeit ein schönes wort findet: rücksiedelung, umsiedelung, sonderbehandlung, endlösung ... solange, bis er selber daran glaubt. oder daran erstickt ...

das erinnert mich fatal an heutige sprachregelungen:

"freisetzung von arbeitskräften"

"pensionssicherungsreform"

"harmonisierung"

"humankapital"

 

lest klemperers tagebücher!

 

 

25.01.2005 um 09:33 Uhr

persönliche unwörter:

von: lilith

 

1. "lebensabschnittspartner"

 

er: willst du meine lebensabschnittspartnerin werden?

sie (umarmt ihn gerührt): ja!

 

2. "humankapital"

 

sie: liebling! wir werden ins humankapital investieren!

er (umarmt sie gerührt)

 

 

(wird fortgesetzt)

 

 

 

 

 

 

24.01.2005 um 02:31 Uhr

catholica 5 und

von: lilith

...

ein paar wünsche an die patriarchalen weltreligionen:

  1. legt eure seit jahrhunderten anhaltende sexuelle hysterie ab.
  2. verabschiedet euch von kategorien wie "gut" und "böse".
  3. hört endlich auf, über kondome und seligsprechungen nachzudenken! kontrolle und beweisführungen sind KEINE spirituellen themen. 
  4. besinnt euch vielmehr auf euren humanitären auftrag.
  5. und hört um gottes willen auf, euch gegenseitig zu bekämpfen.

 

 

 

 

 

24.01.2005 um 02:15 Uhr

catholica 4

von: lilith

 

ich selbst bin vor 25 jahren aus der katholischen kirche ausgetreten, aus dem einfachen grund: als frau hatte ich in dieser frauenfeindlichen institution nichts mehr verloren.

 

als religiös - im weitesten sinn - würde ich mich dennoch bezeichnen.

 

frage: warum sind die kirchen so borniert, so feindselig, so alles andere als gütig, großzügig, barmherzig? warum verbünden sie sich nicht gegen den verdammten  heillosen krieg, sondern segnen ihn auch noch ... im auftrag ihrer jeweils gierigen götter?

 

 

 

 

 

24.01.2005 um 00:30 Uhr

catholica 3:

von: lilith

 

die letzte größere austrittswelle in österreich gab es 1995:

anlass war einerseits die missbrauchs-affäre um den wiener erzbischof groyer, die die kirche hartnäckig tot geschwiegen hat.

dann gab es noch eine encyclica zum thema frauen, zölibat, homosexualität, verhütung und abtreibung.

und dann hat es wohl vielen - auch religiösen menschen - gereicht.

 

 

  

 

 

 

24.01.2005 um 00:11 Uhr

catholica 2: 50.000

von: lilith

 

austritte aus der katholischen kirche 2004 in österreich.

 

ich gönne denen das, nach dem kinderpornoskandal in st. pölten.

leider ist das nur der anlass, nicht die ursache: solange sich die greise in rom der menschlichen sexualität nicht stellen (sich stattdessen z.b. mit der frage beschäftigen, ob kondome in der ehe (!) als aids-prophylaxe (!) gottgefällig sind ...), werden ihre priester und priesterzöglinge - so sie noch welche finden - wohl weiterhin ihren illegalen ventilen frönen ...

 

 

   

 

 

24.01.2005 um 00:11 Uhr

catholica 1: persilschein?

von: lilith

warum wollen sie den bloß selig sprechen? 

Pius XII. und die jüdischen Kinder

VON PAUL KREINER (Die Presse) 10.01.2005

Ein neues Dokument belastet den Papst und löst in Italien eine Historiker-Debatte aus.

Papst Pius XII. (1939-1958) ist wieder ins Gerede gekommen. Warf man ihm bisher vor, zu den Gräueltaten der Nazis geschwiegen und so die Judenvernichtung erleichtert zu haben, wird er nun in Italien durch ein unlängst aufgefundenes Dokument weiter belastet. Der Vatikan verfügte darin 17 Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs, dass jüdische Kinder, die in katholischen Einrichtungen Unterschlupf gefunden hatten und dort getauft worden waren, ihren leiblichen Eltern nicht zurückgegeben werden.

Das Dokument hat die Tageszeitung "Corriere della Sera" publiziert und damit eine Historiker-Debatte in den italienischen Feuilletons ausgelöst. Die einen beschuldigen Pius XII., er habe sich in seinem "Antisemitismus" nicht einmal vom Holocaust bekehren lassen.

Auch die Verteidiger des Papstes sammeln sich. Sie sagen, nach jahrhundertealter Praxis und dem Kirchenrecht von damals hatte jeder Getaufte das "Recht auf eine christliche Erziehung". Pius XII. sei daran gebunden gewesen, dieses Recht einzufordern. Wer getauft sei, sei Kind der Kirche; man könne ein Kind nicht abgeben. Der Jesuitenpater Peter Gumpel schrieb in der Zeitung der italienischen Bischofskonferenz, diese Polemik diene "einem ganz klaren Zweck: die bisher zufriedenstellend laufende Seligsprechung von Pius XII. zu stoppen". Als vom Vatikan bestellter Relator soll Gumpel diesen Prozess vorantreiben. Der frisch entdeckte Brief, sagt er, "schmälert die Heiligkeit Pius XII. überhaupt nicht".

Formell handelt es sich bei dem Dokument vom 20. Oktober 1946 um einen Brief des Heiligen Offiziums an den päpstlichen Botschafter in Paris, Angelo Giuseppe Roncalli, den späteren Papst Johannes XXIII. Mit ausdrücklicher Billigung durch Pius XII. ordnet das Schreiben ferner an, dass getaufte jüdische Kinder nicht solchen Institutionen anvertraut werden dürften, die "keine christliche Erziehung sicherzustellen wissen", und dass selbst ungetaufte jüdische Waisen, derer sich "die Kirche angenommen" habe, nun "nicht von der Kirche verlassen" werden dürften.

Während der deutschen Besatzung in Frankreich und Italien hatten kirchliche Einrichtungen tausende Juden versteckt; viele überlebten, darunter auch Kinder, die von ihren jüdischen Eltern der Kirche anvertraut worden waren. Nach dem Krieg wurden die Kinder von ihren leiblichen Eltern oder jüdischen Organisationen zurückgefordert, die Überlebende des Holocaust suchten. Im Brief an Roncalli steht, er solle "jüdischen Autoritäten keine schriftlichen, sondern nur mündliche Antworten geben". Sofern eine Antwort nötig sei, müsse er sagen, die Kirche prüfe jeden Einzelfall.

Nicht bestreiten lässt sich offenbar, dass eine unbestimmte Anzahl von Kindern in den Verstecken getauft wurde. Das verstieß zwar - da ohne Einwilligung der Eltern - gegen kirchliche Bestimmungen, entsprach aber einer alten, unseligen Tradition, jüdische Kinder, deren man habhaft geworden war, mit mehr oder minder starkem Druck der "wahren Religion" einzugliedern. Nicht selten hatten übereifrige katholische Dienstboten dies heimlich getan. Sobald die Kinder getauft waren, beanspruchte die Kirche, sie notfalls mit polizeilicher Gewalt ihren leiblichen Eltern zu entziehen. Hunderte solcher Fälle sind aus dem Rom des 19. Jahrhunderts bekannt.

Dass Pius XII. nach 1945 das Recht der leiblichen Eltern geringer einstufte als das Recht der Kirche auf "ihre" Kinder, verwundert. Seine Verteidiger sagen, er sei an das Kirchenrecht gebunden gewesen. Freilich hätte Pius XII. jederzeit - gerade in diesen besonderen Fällen - etwas anderes bestimmen können.

22.01.2005 um 01:43 Uhr

signal

von: lilith

 

mister universum opfert einen behinderten. der barbar.

 

 

22.01.2005 um 01:40 Uhr

wie viele todesurteile braucht die gesellschaft?

von: lilith

 

unser lieber arnold schwarzenegger hat grad einen schwachsinnigen auf den scheiterhaufen geschickt.

bringt das wählerstimmen?

 

politisches schachbrettspiel? es gibt noch 400 weitere leute in den kalifornischen todeszellen.

 

na dann, herr schwarzenegger, lassen sie ihre muskeln spielen.

 

(brot und spiele?)

 

 

 

  

17.01.2005 um 10:22 Uhr

persönliche bestsellerliste des vergangenen jahres

von: lilith

Doris Lessing, Ein süßer Traum

Dai Sijie, Balzac und die kleine chinesische Schneiderin.

Yann Martel, Schiffbruch mit Tiger.

Maarten´t Hart, Das Wüten der ganzen Welt.

Jonathan Franzen, Die Korrekturen

Audrey Niffenegger, Die Frau des Zeitreisenden.

Heinrich Steinfest, Nervöse Fische

 

(wird fortgesetzt)

13.01.2005 um 01:02 Uhr

nachtrag

von: lilith

zu

schlechte nachricht:

ich hab die kommentare jetzt doch gelesen.

mein persönliches fazit:

  • spenden ist gut und braucht nicht begründet zu werden. ob nützlichkeitserwägungen oder menschenliebe, die mittel heiligen den zweck.
  • nichtspenden ist auch okay und braucht ebenfalls nicht begründet zu werden.
  • nachfragen sollte man trotzdem dürfen.
  • zu vehementes nachfragen hat möglicherweise die gegenteilige wirkung.
  • unterschiedliche meinungen bereichern jede diskussion.
  • angriffe persönlicher art verhindern jede sachliche diskussion.
  • leider sind diskussionen in internetforen häufig eine quelle von missverständnissen, projektionen und vermeintlichen oder tatsächlichen unterstellungen.

 

 

 

 

08.01.2005 um 03:21 Uhr

schlechte nachricht

von: lilith

 

zwischenergebnis:

von 36 haben 13 nichts gespendet. das ist mehr als ein drittel. der größere teil spendet grundsätzlich nicht, die anderen waren nur zu bequem, bis jetzt, versteh ich ja.

frage an die grundsätzlichen: warum, bzw. warum nicht?

 

 

 

06.01.2005 um 06:15 Uhr

die heiligen drei könige

von: lilith

 

brachten gold, weihrauch und myrrhe

guten morgen!

 

das vorläufige ergebnis
meiner umfrage ist vorläufig nicht berauschend.

(lassen´s ihnen zeit, frau  mitzi. - schon gut, schani.)

 

 

 

03.01.2005 um 01:55 Uhr

habt ihr eh schon

von: lilith

 

was gscheites gespendet?

 

(ich hab das gerade bei sushi-girl deponiert:

ich tu das, was ich am besten kann: den leuten auf die nerven gehn. mindestens 10 leute finden, die ordentlich spenden. und jeder von denen soll wieder mindestens 10 leute finden.

 

und in 2, 3 monaten dann das selbe noch einmal.)

 

- ja eh, frau mitzi. gleich morgen. -

- gut, schani. -

 

 

02.01.2005 um 05:23 Uhr

flutwelle und frühwarnsystem

von: lilith

der chef des pazifischen warnzentrums

starrt auf seine messwerte und in sein telefonbuch und was anderes fällt ihm nicht ein? er muss doch jede menge hotlines zur verfügung haben. warum hat er nicht das weiße haus alarmiert? die japanische regierung, die russische regierung? irgendwen, der macht und connections zu den regierungen der betroffenen länder hat. oder hat er das eh getan? und wenn ja, warum ist dann nichts unternommen worden?

der aufschrei, der durch die industriestaaten geht, kommt mir ziemlich selbstgerecht vor. wir sollten den betroffenen ländern nicht ignoranz vorwerfen. wir sollten uns eher fragen, warum man die herren bush, putin, etc. nicht aus dem schlaf zu reißen wagt - wegen ein paar zigtausend thailändern oder indern. dass diesmal auch noch einige zigtausend europäer und amerikaner betroffen waren, hat der chef des warnzentrums vermutlich nicht rechtzeitig einkalkuliert. hätte er das, wären seine kommunikationsmöglichkeiten wahrscheinlich ungleich größer gewesen.