usa 2000, heute abend im vox.
als ich theaterwissenschaft studierte, musste ich auch kostümkunde belegen. da lernte ich, dass die darstellung vergangener zeiten sich am jeweiligen heute orientiert - körperlich gesehen: elektra - im 17. jahrhundert in paris trug reifröcke und war ins korsett geschnürt. ben hur - im holywoodfilm der 50-er jahre hatte die damals erforderliche cornetto-form und trat oben ohne und eingeölt auf. kleopatra hatte toupierte haare und eine petticoat-silhouette. und lidstrich.
also, der film: spielt 1971, es geht um sport. aber eigentlich geht es nicht um sport, sondern um eine politische aussage. die highschools von schwarzen und weißen werden fusioniert und jetzt müssen die jungs gemeinsam football spielen. und dann kriegen sie auch noch einen schwarzen trainer: denzel washington. und: weiter poltisch korrekt: ein schwuler typ, ein fetter typ und das kleine (sehr hübsche) mädchen des weißen trainers beeinflussen das spielgeschehen positiv. bis hier her war´s langweilig, aber akzeptierbar (ich schau mir das neben dem kochen an.). was mich irritiert hat: d.w.´s erstes statement an die jungs: "das hier ist keine demokratie!!!" sein statement gegenüber dem ex-trainer: "ich bin kein loser. wir werden gewinnen.wir sind ein kollektiv. wenn sie auf probleme einzelner eingehen, stören sie das konzept."
klar: das ist der kostümschinken der jahrtausendwende: es gibt keine demokratie. alle kräfte werden gebündelt und für den sieg genutzt. niemand wird diskiminiert, solang er auf unserer seite ist.
fußnote: keiner der jungs rauchte, trank alkohol, fluchte oder hatte sex. sie gehorchten 1. ihrer mutter und 2. ihrem trainer. später gehorchten auch die mütter ihrem trainer - damit war das problem gelöst.
p.s. sie haben gewonnen.