Frau Mitzis Rote Bar: Politisches und Privates

08.11.2005 um 01:44 Uhr

da haben sie sich also versammelt

von: lilith

 

die greise der kultur-, sport- und politschickeria, um frau xys kunst zu bestaunen. diese besteht aus bildchen von nackten weiblichen kinderkörpern. mann nennt sie die mädchenmalerin. sie malt sehr jugendstilig, hm. die körper sind sehr ätherisch, hm. auf die frage, warum sie nur diese dekorativen kindermädchen male, antwortete sie, sie könne nix anderes.

 

allen voran wurde herr antel im rollstuhl herbei geschafft. er muss mittlerweile um die neunzig sein. seine derzeitige gefährtin - eine dralle vierzigerin - gab zu protokoll, dass es bei beziehungen nicht aufs alter ankomme, lediglich auf die seelenverwandtschaft. kamera auf den sabernden antel. kamera auf das hinterteil der eilig davon watschelnden gefährtin. kamera auf die kindermädchenbildchen der protagonistin.

gesehen in: "seitenblicke". - manchmal besser als sämtliche ernsthaft soziokritische dokus.

 

 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. erphschwester schreibt am 08.11.2005 um 07:06 Uhr:da darf man sich fragen, wann herr antel seine gefährtin kennenlernte. der rest ist eine einfache rechnung, moralische bewertung inklusive.



    mir scheint, die österreichische gesellschaft war in diesen dingen schon immer etwas großzügiger ...
  2. hibou schreibt am 13.11.2005 um 14:26 Uhr:dolle schreibe frau mitzi! lach. aber recht hast wie meist :-)
  3. LittleLunaticGirl schreibt am 17.11.2005 um 00:39 Uhr:Da gibt\'s gar nimmer viel zu zu sagen... Frau Mitzi hat\'s bereits getan... ;)
  4. hibou schreibt am 22.11.2005 um 09:47 Uhr:Liebe Frau Mitzi,

    ich habe eine Idee: ob Sie nicht eine Art Nachrichtenbrett in Ihrer Bar anbringen könnten? (Der Schani wird das schon erledigen). Ihr Lokal könnte zu einer noch gesuchteren Anlaufstation werden (als sie schon ist) (ich liebe Klammern) (Klammern in der Liebe ist aber von übel)(Ende der Assoziationen).

    Wir könnten Briefe für dieses Pinnbrett schreiben –als Kommentare, etwa auf „Hibou, wie geht es Dir?“. Bei Eignung pinnen Frau Mitzi es als Beitrag in die Bar. Warum mach ich das nicht in meinem eigenen Blog? Ich mag eben anderswo BEItragen. Und hier wären mit Briefen aus Chiyas Provinzstadt, aus der Weltstadt Gabris, von der Triester Chaussee (oder wie die heißt), und anderen Orten und Kontinenten doch schon gute Kosmopoliten vertreten?. Blogs sind – obwohl in der Masse zu 87% aus Unsinn bestehend, nicht zu verachten. Jede/r ist JournalistIn! Und wir sind sehr viel näher am Ort des Geschehens als die offiziellen Reporter, die aus Angst nirgends nahe genug hinkommen oder in amerikanische Truppenteile eingebettet sind. (In Lettre International 70 ist ein Girl-Blog aus Bagdad abgedruckt: „9/11/04 Falludscha“, gewiss informativer und erlebter als alle CNN-Reportagen). Selbst die in Viva eingeblendeten SMS-Laufschriften sind in ihrer Art unterhaltender als die Kronenzeitung: „Ich grüsse alle Albaner in der Schweiz! – Minou ich küsse Dich! Wohin immer Du willst – Hallo Pornogirl! Willst Du nicht ein Kind Gottes werden?“ (unser Hund liebt Pornostars… das nebenbei).

    Ok ich schreib mal vorausnehmend.



    1. Brief aus dem Orient



    Gestern wurden unserm Hund Sütlaç (einem irischen oder schottischem Terrier unklarer Herkunft, dessen Geburtstag wir auf den 1.Mai (Schwestern zur Sonne, zur Freiheit, Schwestern zum Lichte empor!)) festgelegt haben, die Eierstöcke wegoperiert. Die Nacht schliefen wir nicht, halb aus Sorge um das wimmernde Bündel, halb aus Vorwürfen – was haben wir getan? Wir wohnen grad für den Winter im Hotel, welches aus purem Zufall genau gegenüber der Tierklinik liegt. Heute morgen konnte das Mädchen von dort denn auch mit der Antibiotika-Spritze hier vorbeikommen – worauf das komische Tier in wildes Schwanzwedeln ausbrach, wo es mit uns zusammen nur Apathie zeigte!. Das Ehepaar Nabokov wohnte übrigens 20 Jahre lang im Hotel, im „Montreux Palace“ – ich lungerte dort zur gleichen Zeit nichts ahnend auf den Strassen herum und hatte bis dahin nur Karl May gelesen….. Vladimir sammelte Käfer und Schmetterlinge, wenn er nicht schrieb. Ich sammle Eindrücke. Heute von Hunden. Wo gibt es so viele philosophische und kontemplative wie in Bodrum? Sie liegen wie Steaks in der Novembersonne, sie mieten keine Yachten, sie benötigen kein Make-Up, sie haben keine Vorstellung vom Altwerden, das unterscheidet sie fundamental von den Zweibeinern bei „Sünger-Pizza“ nebenan. Die Luft ist sehr angenehm warm, und das, obwohl es heut Nacht gewittert hat (und der Strom für acht Stunden ausfiel) (ich habe immer die Fantasie, der Aufsichtsbeamte im Kraftwerk döse auf seinem Stuhl vor sich hin, kippelnd wie die meisten Männer, dann kommt der Donnerschlag, vor Schreck fällt er nach hinten und drückt mit seinen Schultern den Provinzhauptischerungschalter auf „aus“). Sitzt man in Bodrum überhaupt jemals nicht draußen? Nein. Selbst im Winter sind die Tage wie Samt, und du kannst voll in der Sonne sitzen! „Wir trafen uns in einem Garten/wahrscheinlich unter einem Baum“. Na klar kann man auch in Wien im Schanigarten sitzen, aber doch nur ein Viertel des Jahres, gell? Das bringt mich auf die Viervierteleinteilung der Welt. Jeder Spießer hat sie intus („im Urin“, würde der deutsche Kneipengänger sagen): in der Welt gibt’s nur vier Qualitäten – stell Dir nun einen Kreis mit einem Kreuz, das ihn in vier Viertel teilt, vor. (Apropos: ist es nicht interessant, das man im Deutschen von Stadt“vierteln“ spricht? Quarters…. In Paris nennt sich das – seufz – Arrondissement….), also zum Beispiel „++“, „—„, „+-„, „-+“. Mann, ist das abstrakt! Also: Menschen mit dickem Hintern und X-Beinen, Menschen mit dünnem Hintern und O-Beinen, Menschen mit dickem Hintern und O-Beinen, Menschen mit dünnem Hintern und X-Beinen. Setze beliebige Faktoren ein. Mehr geht nicht. Zwischentöne sind nur Krampf – im Klassenkampf!, sagten auch die Sozis. Ach, ich liebe den Winter in Bodrum!!!

    Es grüsst

    Hibou





  5. hibou schreibt am 22.11.2005 um 10:01 Uhr:hier übrigensder link zu riverbend:

    http://riverbendblog.blogspot.com/

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