Stimmung: gut...hey...gut! Das neue Jahr wird doch nicht...
Ich lese momentan drei Bücher neben dem Lernen. Das passiert mir manchmal, dann höre ich mit allen dreien auf und sie bleiben ewig liegen, bis ich sie nicht mehr ansehen kann vor schlechtem Gewissen.
In diesem Fall hat es mit Weihnachten zu tun. Ich habe den Fehler gemacht, meiner Tante meine Amazon-Wunschliste zu zeigen, die sie daraufhin halb leer gekauft hat und es war mir eigentlich ziemlich peinlich. (allerdings hab ich sie bereits wieder gut gefüllt, diesmal Musik-lastiger, weil Mädchen, also ICH meinen Musikgeschmack traurigerweise immer noch halb bewusst Männern anpasse. Es ist tatsächlich so. Aber es öffnet jedesmal meinen Horizont, das ist doch auch etwas?)
Also lese ich jetzt ein Buch über Spiegelneuronen, das ich schon vorher hatte, was aber wegen der Nähe zum Lernstoff irgendwie...nya...nur langsam vorwärts geht.
Als zweites "
Kleine Lichter" von Roger Willemsen. Ich finde diesen Journalisten großartig.Â
Ich mag seine Art zu reden und zu schreiben, seine Stimmlage und Wortwahl.
Und das Büchlein ist wirklich hübsch. Es hat einen ästhetischen, schillernden Einband, der zum Inhalt ausgezeichnet passt. Ich habe mich im ersten Augenblick verliebt.
Ich bin absolut überzeugt davon.
Da wären nur zwei Probleme: 1. heißt die Erzählende wie meine liebe Mitbewohnerin, was nicht negativ, aber irritierend ist. 2. habe ich jedesmal, wenn ich zu lesen beginne, Roger Willemsens etwas nervöse Art zu sprechen im Ohr.Â
Ich kann es einfach nicht abstellen! Wie gesagt mag ich es eigentlich, aber hier handelt es sich um die niedergeschriebenen Tonbandaufnahmen einer Frau gerichtet an ihren im Koma liegenden Geliebten...
Und jetzt zum dritten Buch.
Gut Gegen Nordwind. Daniel Glattauer.
Das Buch kam von einer anderen Tante. Ohne Wunschliste.
Zwei Menschen treten in E-Mail Kontakt durch einen Zufall, einen Fehler, Schicksal.
Diese Geschichte besteht von vorne bis hinten aus E-Mails und ich wusste nicht genau, wie ich damit umgehen soll.
Und nun lese ich gebannt.
Ein bisschen abgestoßen weil aah eigenes Leben, sowas kennst du, erlebst du immer wieder.
Ein bisschen fasziniert weil...du erkennst dich ja in den Sätzen!
Ein bisschen beschämt weil - lies nicht Privates von Anderen und - Ja, die mailen in Großbuchstaben, sei nicht so schlampig.
Ein bisschen hastig weil ich das Ende wissen will.
Ein bisschen wehmütig, weil ich jetzt schon Angst davor habe, dass es vorbei ist.
Â
Und die Kombination der letzten beiden Punkte hab ich schon so lange bei keinem Buch mehr erlebt. Dabei habe ich gerade erst begonnen.
Das war meine kleine Buchpräsentation. Wenn ihr noch Fragen habt...ansonsten vielen Dank für die Aufmerksamkeit!